{"id":182732,"date":"2026-10-23T07:26:00","date_gmt":"2026-10-23T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=182732"},"modified":"2026-10-19T13:02:19","modified_gmt":"2026-10-19T11:02:19","slug":"kunststoffrezyklat-trifft-flachsfaser-neue-hsb-studie-untersucht-nachhaltige-verbundwerkstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoffrezyklat-trifft-flachsfaser-neue-hsb-studie-untersucht-nachhaltige-verbundwerkstoffe\/","title":{"rendered":"Kunststoffrezyklat trifft Flachsfaser: Neue HSB-Studie untersucht nachhaltige Verbundwerkstoffe"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"388\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Kunststofftropfen_Flachsfaser.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182749\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Kunststofftropfen_Flachsfaser.jpg 540w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Kunststofftropfen_Flachsfaser-300x216.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Kunststofftropfen_Flachsfaser-150x108.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Kunststofftropfen_Flachsfaser-376x270.jpg 376w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die jetzt in der <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/09276440.2026.2723670\">Fachzeitschrift <em>Composite Interfaces<\/em> <\/a>ver\u00f6ffentlichte Studie zeigt, welche besonderen Herausforderungen entstehen, wenn Flachsfasern in rezykliertes Polypropylen aus Post-Consumer-Abf\u00e4llen eingebracht werden und wie sich dennoch leistungsf\u00e4hige Verbundwerkstoffe mit einem hohen Rezyklatanteil herstellen lassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine gute Haftung zwischen Flachsfaser und Kunststoffmatrix ist entscheidend f\u00fcr die mechanischen Eigenschaften des Verbundwerkstoffs. Bei neuem Polypropylen l\u00e4sst sich diese Haftung durch einen etablierten Haftvermittler deutlich verbessern. Beim untersuchten Rezyklat funktioniert dieser Ansatz jedoch nicht wie erwartet. Die Forschenden haben unter anderem Fremdpolymere sowie verschiedene Additive und Alterungsprodukte im Material nachgewiesen, die die Haftung zwischen Faser und Matrix beeinflussen k\u00f6nnen. Mit einem angepassten Masterbatch-Konzept ist es schlie\u00dflich gelungen, einen Flachsfaserverbundwerkstoff mit vergleichbaren mechanischen Eigenschaften und einem Rezyklatanteil von 67 Prozent herzustellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erstautor Alexander Behrens arbeitet in der Arbeitsgruppe Biologische Werkstoffe von Professor&nbsp;Dr.J\u00f6rg M\u00fcssig an der Hochschule Bremen und promoviert in Kooperation mit Professor Dr. Carsten Mai an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. Seine Forschung konzentriert sich insbesondere auf Naturfaserverbundwerkstoffe und die Wechselwirkungen zwischen Faser und Kunststoffmatrix.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spannender Ansatz f\u00fcr kreislauforientierte Wirtschaft<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eRezykliertes Polypropylen ist kein Werkstoff mit immer identischen Eigenschaften. Gerade bei Post-Consumer-Werkstoffen k\u00f6nnen unterschiedliche Polymere, Additive und Alterungsprodukte enthalten sein. F\u00fcr uns war deshalb besonders spannend, zu untersuchen, wie sich diese komplexe Zusammensetzung auf die Haftung zwischen Flachsfaser und Kunststoffmatrix auswirkt\u201c, sagt <strong>Alexander Behrens. <\/strong>\u201eWenn wir Rezyklate k\u00fcnftig verst\u00e4rkt f\u00fcr hochwertige Verbundwerkstoffe einsetzen wollen, m\u00fcssen wir diese Zusammenh\u00e4nge verstehen und bei der Werkstoffentwicklung ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Professor Dr. J\u00f6rg M\u00fcssig von der AG Biologische Werkstoffe am Bionik-Innovations-Centrum der Hochschule Bremen<\/strong> betont die Bedeutung der Arbeiten f\u00fcr eine nachhaltige Werkstoffentwicklung: \u201eDie Kombination von Naturfasern mit bereits genutzten Kunststoffen ist ein spannender Ansatz f\u00fcr eine st\u00e4rker kreislauforientierte Wirtschaft. Die Arbeit zeigt zugleich, dass Rezyklate besondere Herausforderungen mit sich bringen. An der\u00a0HSB\u00a0wollen wir genau diese wissenschaftlich verstehen und daraus technisch zuverl\u00e4ssige Werkstoffkonzepte entwickeln.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachwuchsf\u00f6rderung durch kooperative Promotion<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung ist zugleich ein Beispiel f\u00fcr die Zusammenarbeit in der Nachwuchsf\u00f6rderung zwischen der Hochschule Bremen und der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. Behrens verbindet in seiner kooperativen Promotion die Forschung der Arbeitsgruppe Biologische Werkstoffe an der&nbsp;HSB&nbsp;mit der wissenschaftlichen Betreuung durch Professor Dr. Carsten Mai in G\u00f6ttingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie zeigt, dass bei der Entwicklung von Naturfaserverbundwerkstoffen aus Post-Consumer-Kunststoffen nicht allein der Rezyklatanteil entscheidend ist. Ebenso wichtig ist ein genaues Verst\u00e4ndnis der Zusammensetzung des Rezyklats sowie der Grenzfl\u00e4che zwischen Faser und Matrix. Damit liefert die Arbeit wichtige Erkenntnisse f\u00fcr die Entwicklung leistungsf\u00e4higer Werkstoffe, die nachwachsende Rohstoffe und die Rezyklierung von Kunststoffen miteinander verbinden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber die Hochschule Bremen (HSB)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Hochschule Bremen (HSB) \u2013 City University of Applied Sciences macht Wissenschaft f\u00fcr die Praxis und leistet einen wichtigen Transfer in die Gesellschaft und Wirtschaft. Sie bietet zukunftssichere und innovative Studieninhalte sowie grundlagen- und praxisorientierte Forschung. Durch ihre enge Zusammenarbeit mit \u00fcber 200 Partner:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung sichert sie den Fachkr\u00e4ftebedarf f\u00fcr Bremen und die Region. Mit ihrer internationalen Ausrichtung hat die HSB eine umfassende Vernetzung mit rund 360 Partnerhochschulen weltweit. Sie ist eine von nur wenigen Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (HAW) in Deutschland, die Teil einer von der EU gef\u00f6rderten Europ\u00e4ischen Universit\u00e4t sind: der Hochschulallianz STARS EU (Strategic Alliance for Regional Transition European University). Die HSB bietet ein breites Spektrum an \u00fcber 70 Studieng\u00e4ngen in Ingenieurs-, Natur-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Gesundheitswissenschaften und z\u00e4hlt knapp 9.000 Studierende. Das International Graduate Center (IGC) ist eine exzellente Weiterbildungsadresse f\u00fcr Young Professionals aus der ganzen Welt und Berufst\u00e4tige aus der Region.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die jetzt in der Fachzeitschrift Composite Interfaces ver\u00f6ffentlichte Studie zeigt, welche besonderen Herausforderungen entstehen, wenn Flachsfasern in rezykliertes Polypropylen aus Post-Consumer-Abf\u00e4llen eingebracht werden und wie sich dennoch leistungsf\u00e4hige Verbundwerkstoffe mit einem hohen Rezyklatanteil herstellen lassen. Eine gute Haftung zwischen Flachsfaser und Kunststoffmatrix ist entscheidend f\u00fcr die mechanischen Eigenschaften des Verbundwerkstoffs. 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