{"id":182558,"date":"2026-10-20T07:35:00","date_gmt":"2026-10-20T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=182558"},"modified":"2026-10-14T14:16:17","modified_gmt":"2026-10-14T12:16:17","slug":"gruner-wasserstoff-aus-meerwasser-ungereinigtes-meerwasser-im-elektrolyseur-fraunhofer-testet-materialien-und-membranen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gruner-wasserstoff-aus-meerwasser-ungereinigtes-meerwasser-im-elektrolyseur-fraunhofer-testet-materialien-und-membranen\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Wasserstoff aus Meerwasser &#8211;  Ungereinigtes Meerwasser im Elektrolyseur: Fraunhofer testet Materialien und Membranen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Meer- und Brackwasser k\u00f6nnten k\u00fcnftig als alternative Wasserressourcen f\u00fcr die Wasserstoffproduktion dienen. Die Herausforderung: Herk\u00f6mmliche Elektrolyseure ben\u00f6tigen aufwendig aufbereitetes hochreines Wasser. Im Projekt SeaEly stellt das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Windenergiesysteme IWES gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM die Frage: Wie geeignet sind Meer- und Brackwasser f\u00fcr die Wasserstoffproduktion und welche Pr\u00fcf- und Testinfrastruktur wird ben\u00f6tigt, um dies zu untersuchen?<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"854\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-1024x854.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182598\" style=\"width:542px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-1024x854.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-300x250.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-150x125.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-768x641.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran-324x270.jpg 324w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/mikroskopieaufnahme-einer-anionaustauschermembran.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mikroskopische Aufnahme einer neu entwickelten Anionenaustauschermembran, die zur Elektrolyse von synthetischem Meerwasser eingesetzt wurde und vielversprechende Ergebnisse f\u00fcr den Einsatz im salzhaltigen Medium zeigt. \u00a9 Fraunhofer IFAM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die direkte Nutzung von Meer- oder Brackwasser ist insbesondere f\u00fcr k\u00fcstennahe und Offshore-Anwendungen interessant. Wird der Strom von Windenergieanlagen unmittelbar in Wasserstoff umgewandelt, entsteht ein speicher- und transportierbarer Energietr\u00e4ger, der anschlie\u00dfend beispielsweise als chemischer Rohstoff, f\u00fcr die Energieversorgung oder zur Herstellung von Ammoniak und synthetischen Kraftstoffen eingesetzt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Das vom Fraunhofer IWES koordinierte Verbundprojekt SeaEly untersuchte als Teil des Ideenwettbewerbs \u00bbWasserstoffrepublik Deutschland\u00ab von Oktober 2022 bis M\u00e4rz 2026 die direkte Elektrolyse von Meer- und Brackwasser zur Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff. Beteiligt waren neben dem Fraunhofer IWES und Fraunhofer IFAM unter anderem die TU Berlin, die Whitecell Eisenhuth GmbH &amp; Co. KG und das Institut f\u00fcr Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Das Projekt wurde gef\u00f6rdert vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/seaely-iwes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182599\" style=\"width:608px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/seaely-iwes.jpg 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/seaely-iwes-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/seaely-iwes-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/seaely-iwes-360x270.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pilotteststand f\u00fcr die Analyse von Elektrolysestacks unter Nutzung von verschiedenen Elektrolyten am Fraunhofer IWES. \u00a9 Fraunhofer IWES<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Weniger Aufbereitung, geringere Kosten?<\/h4>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDie Idee war, zu pr\u00fcfen, bis zu welchem Reinheitsgrad man das Meerwasser direkt in der Elektrolyse einsetzen kann, ohne die Ger\u00e4te zu \u00fcberfordern\u00ab, sagt <strong>Dr. Nadine Menzel, Gruppenleiterin Elektrochemie und Analytik am Hydrogen Lab Leuna des Fraunhofer IWES.<\/strong> <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>SeaEly sollte darauf Antworten geben, inwieweit Meerwasser als eine alternative Ressource zu Trink- und Brauchwasser in der Elektrolyse eingesetzt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbAm Fraunhofer IFAM haben wir f\u00fcr die Elektrolyse von nicht gereinigtem Meerwasser neue Membranen entwickelt und mit einem modularen elektrochemischen Pr\u00fcfstand untersucht\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Andreas Brinkmann, Wissenschaftlicher\u00a0Mitarbeiter aus der Abteilung Adh\u00e4sion und Grenzfl\u00e4chenforschung am Fraunhofer IFAM<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Pr\u00fcfstand erm\u00f6glicht es, Materialien unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen zu untersuchen und anschlie\u00dfend gezielt zu analysieren. So lassen sich beispielsweise Ablagerungen, Ver\u00e4nderungen von Oberfl\u00e4chen sowie Korrosions- und Alterungsprozesse erfassen. Die Kombination aus Materialentwicklung und Pr\u00fcfung schafft damit eine Grundlage, um die Stabilit\u00e4t von verwendeten Komponenten unter verschiedenen Belastungen systematisch zu bewerten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was bei der Elektrolyse passiert<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser mithilfe elektrischen Stroms in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Eine zentrale Funktion \u00fcbernimmt dabei die Membran: Sie trennt die beiden Reaktionsr\u00e4ume und erm\u00f6glicht gleichzeitig den f\u00fcr die elektrochemische Reaktion notwendigen Ionentransport. Vereinfacht: Sie wirkt wie ein sehr feines Sieb, durch das bestimmte Ionen passieren k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die entstehenden Gase m\u00f6glichst voneinander getrennt bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade beim Einsatz von Meerwasser wird diese Aufgabe anspruchsvoll. Chloride und andere Inhaltsstoffe k\u00f6nnen Nebenreaktionen ausl\u00f6sen, sich auf Oberfl\u00e4chen ablagern oder Korrosion und Alterung verursachen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Brinkmann:<\/strong> \u00bbJe unreiner wir mit unserem Elektrolyten werden, desto mehr stellt sich die Frage, wie lange halten unsere einzelnen Komponenten?\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um diese Frage zu untersuchen, k\u00f6nnen am Fraunhofer IFAM unterschiedliche Elektrolyte und Zellkonfigurationen eingesetzt werden. Erg\u00e4nzend zu den elektrochemischen Messungen erm\u00f6glichen Rasterelektronenmikroskopie, EDX, XPS und TOF-SIMS detaillierte Analysen der Materialien nach den Versuchen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbMan kann so im Prinzip eine Verschlei\u00dfgeschwindigkeit evaluieren\u00ab, sagt <strong>Brinkmann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbParallel entstand am Fraunhofer IWES ein gr\u00f6\u00dferer, multi-use-f\u00e4higer Pr\u00fcfstand\u00ab, erl\u00e4utert <strong>Menzel.<\/strong> \u00bbDort lassen sich unterschiedliche Elektrolysetechnologien und neu entwickelte Komponenten mit Brack- oder Salzwasser untersuchen und vergleichen \u2013 darunter PEM-, alkalische und AEM-Elektrolyse.\u00ab <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Vielversprechende Materialien k\u00f6nnen so aus kleineren Messzellen in gr\u00f6\u00dfere Aufbauten \u00fcberf\u00fchrt werden. Dadurch l\u00e4sst sich neben dem Materialverhalten auch das Zusammenspiel mehrerer Zellen und weiterer Systemkomponenten betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Von der Machbarkeit zur Langzeitstabilit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Projekt wurden Pr\u00fcfst\u00e4nde und Komponenten f\u00fcr die Untersuchung der Elektrolyse mit Meer- und Brackwasser entwickelt sowie erste Machbarkeitsuntersuchungen durchgef\u00fchrt. Die geschaffene Infrastruktur erm\u00f6glicht nun systematische Langzeituntersuchungen. Im Fokus stehen Alterung, Korrosion und Ablagerungen sowie der Einfluss der Elektrolytzusammensetzung auf die Lebensdauer der Komponenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Projekt entwickelten Pr\u00fcfst\u00e4nde werden sowohl am Fraunhofer IFAM als auch am Fraunhofer IWES bereits \u00fcber das Projekt hinaus f\u00fcr weitere Fragestellungen wie die Untersuchung alternativer Wasserquellen oder die Eignungsbewertung von Elektrolysekomponenten eingesetzt und stehen dar\u00fcber hinaus f\u00fcr Industrieprojekte und externe Anwendungen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meer- und Brackwasser k\u00f6nnten k\u00fcnftig als alternative Wasserressourcen f\u00fcr die Wasserstoffproduktion dienen. Die Herausforderung: Herk\u00f6mmliche Elektrolyseure ben\u00f6tigen aufwendig aufbereitetes hochreines Wasser. 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