{"id":182078,"date":"2026-10-08T07:26:00","date_gmt":"2026-10-08T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=182078"},"modified":"2026-10-03T11:32:20","modified_gmt":"2026-10-03T09:32:20","slug":"aus-kokosfasern-wird-funktionelle-cellulose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-kokosfasern-wird-funktionelle-cellulose\/","title":{"rendered":"Aus Kokosfasern wird funktionelle Cellulose"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Ein Forschungsteam um die&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.ufs.br\/pagina\/21114?utm_source=chatgpt.com\">Federal University of Sergipe<\/a>&nbsp;in Brasilien hat Kokosfasern im Laborma\u00dfstab mit einer zweistufigen Vorbehandlung aufbereitet. Nach anschlie\u00dfender Bleiche entstand ein zellulosereicher Zellstoff, aus dem das Team Carboxymethylcellulose (CMC) herstellte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-1024x576.png\" alt=\"Die Visualisierung zeigt schematisch, wie sich die Struktur von Kokosfasern bei der Aufbereitung zur funktionellen Cellulose ver\u00e4ndert.\" class=\"wp-image-182093\" style=\"width:654px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-1024x576.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-150x84.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-768x432.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al-400x225.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/farb_kokosfasern-cellulose_Vieira-et-al.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Visualisierung zeigt schematisch, wie sich die Struktur von Kokosfasern bei der Aufbereitung zur funktionellen Cellulose ver\u00e4ndert. \u00a9 KI-generierte Visualisierung auf Basis von Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen aus Vieira et al. (2026)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>CMC ist chemisch ver\u00e4nderte Zellulose, die unter anderem die Viskosit\u00e4t von Fl\u00fcssigkeiten beeinflussen und verdickend wirken kann. Als Ausgangsstoffe dienen meist Holzzellstoff und Baumwolllinters. Letztere sind kurze Fasern, die nach dem Entk\u00f6rnen an den Baumwollsamen zur\u00fcckbleiben. Die Forschenden verweisen beim Einsatz von Holzzellstoff auf Wasserverbrauch, Bodenerosion, eine abnehmende Bodenqualit\u00e4t und Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Bei Baumwolllinters nennen sie m\u00f6gliche Verunreinigungen mit gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen aus der globalen Baumwolllieferkette. Kokosfasern werden daher als m\u00f6gliche alternative Zellulosequelle untersucht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zellulose Schritt f\u00fcr Schritt freilegen&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00449-026-03425-4?utm_source=chatgpt.com\">aktuelle Studie<\/a>&nbsp;kombiniert zwei Vorbehandlungen. Bei der Autohydrolyse l\u00f6st hei\u00dfes Wasser vor allem Hemicellulosen heraus und macht die Faserstruktur f\u00fcr die weitere Aufarbeitung zug\u00e4nglicher. Beim Organosolv-Verfahren kommen organische L\u00f6sungsmittel zum Einsatz, um insbesondere Lignin aus dem Faserverbund zu entfernen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Entfernung l\u00f6slicher Begleitstoffe wurden die Fasern 20 Minuten bei 195 Grad Celsius mit Wasser behandelt. Danach folgte f\u00fcr zwei Stunden bei 185 Grad Celsius die Organosolv-Behandlung mit Ethanol, Wasser und Natronlauge. Eine Bleiche entfernte weiteres Lignin. Auf diese Weise stieg der Zelluloseanteil von 40% in den unbehandelten Fasern auf etwa 79% nach der Bleiche. Hemicellulosen wurden dabei nahezu vollst\u00e4ndig entfernt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterschiedliche Prozessfolgen f\u00fcr CMC aus Kokosfasern&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus dem gewonnenen Zellstoff stellte das Team anschlie\u00dfend CMC her. Bei der sogenannten Carboxymethylierung werden Carboxymethylgruppen in die Zellulose eingebaut und ver\u00e4ndern unter anderem deren Wasserl\u00f6slichkeit. Die CMC-Ausbeute entsprach knapp 31% der eingesetzten gebleichten Zellstoffmasse.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juli 2026 hatte dieselbe Forschungsgruppe\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0141813026036809?utm_source=chatgpt.com\">eine dreistufige Abfolge<\/a>\u00a0aus Autohydrolyse, alkalischer Extraktion und Organosolv untersucht. Nach der Bleiche erreichte der Zellstoff dort rund 86% Zellulose, die CMC-Ausbeute lag bei etwa 38%. In der September-Studie folgt auf die Autohydrolyse direkt das Organosolv-Verfahren. Die gemessenen Werte lagen niedriger. Beide Publikationen beruhen jedoch auf getrennten Versuchen und stellen keinen direkten experimentellen Vergleich der beiden Prozessfolgen dar.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Forschung sollte zeigen, wie sich Vorbehandlung und CMC-Synthese optimieren lassen und ob das Verfahren auch in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab wirtschaftlich umsetzbar ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam um die&nbsp;Federal University of Sergipe&nbsp;in Brasilien hat Kokosfasern im Laborma\u00dfstab mit einer zweistufigen Vorbehandlung aufbereitet. Nach anschlie\u00dfender Bleiche entstand ein zellulosereicher Zellstoff, aus dem das Team Carboxymethylcellulose (CMC) herstellte. 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