{"id":182011,"date":"2026-10-12T07:26:00","date_gmt":"2026-10-12T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=182011"},"modified":"2026-10-05T13:01:49","modified_gmt":"2026-10-05T11:01:49","slug":"bioklebstoff-halt-wellpappe-auch-bei-feuchtigkeit-in-form","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioklebstoff-halt-wellpappe-auch-bei-feuchtigkeit-in-form\/","title":{"rendered":"Bioklebstoff h\u00e4lt Wellpappe auch bei Feuchtigkeit in Form"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"771\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-1024x771.png\" alt=\"Einseitige Wellpappe \u2013 der einfachste, noch rollbare Wellpappen-Typ.\" class=\"wp-image-182032\" style=\"width:474px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-1024x771.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-300x226.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-150x113.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-768x578.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58-359x270.png 359w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.33.58.png 1422w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einseitige Wellpappe \u2013 der einfachste, noch rollbare Wellpappen-Typ. \u00a9 AdobeStock<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Wellpappe kann bei Feuchtigkeit an Stabilit\u00e4t verlieren. Deshalb werden den St\u00e4rkeklebstoffen f\u00fcr nassfeste Wellpappen sogenannte Nassfestmittel zugesetzt: Sie vernetzen die St\u00e4rkemolek\u00fcle, verringern deren L\u00f6slichkeit in Wasser und sorgen daf\u00fcr, dass die Verklebung auch bei Feuchtigkeit stabil bleibt. Im Forschungsvorhaben \u201eBioWellKleb\u201c haben die PTS \u2013 Institut f\u00fcr Fasern &amp; Papier gGmbH und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Silicatforschung ISC daf\u00fcr ein biobasiertes und formaldehydfreies Nassfestmittel entwickelt. Die erzielten Nassfestigkeiten erreichen bis zu 85 Prozent der Werte konventioneller Referenzprodukte. Damit er\u00f6ffnet die Entwicklung eine Perspektive, fossilbasierte Nassfestmittel k\u00fcnftig durch biobasierte Alternativen zu ersetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat (BMLEH) f\u00f6rderte das Vorhaben \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).\u00a0Der Abschlussbericht steht auf\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>fnr.de<\/strong><\/a><strong>\u00a0unter den F\u00f6rderkennzeichen\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/projekte.fnr.de\/projektverzeichnis?fkzserie=2221HV095\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>2221HV095A-B<\/strong><\/a><strong>\u00a0zur Verf\u00fcgung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biobasierte Nassfestmittel auf Basis von bioORMOCER\u00ae<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ziel von BioWellKleb war es, Nassfestmittel auf Basis von bioORMOCER\u00ae f\u00fcr St\u00e4rkeklebstoffe zu entwickeln. Am Fraunhofer ISC w\u00e4hlten die Forschenden geeignete Ausgangsstoffe aus und passten die Systeme an wasserbasierte St\u00e4rkeklebstoffe an. Als biobasierte Komponenten untersuchten sie unter anderem Hydroxypropylcellulose, Chitosan, modifizierte St\u00e4rke, Maltodextrin und Dextran.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Laborversuche wurden die bioORMOCER\u00ae-Systeme einem Standardklebstoff aus Maisst\u00e4rke zugesetzt. Anteile von zwei bis f\u00fcnf Prozent lie\u00dfen sich homogen in die St\u00e4rkesuspension einarbeiten. Vielversprechende Formulierungen wurden anschlie\u00dfend in Mengen von f\u00fcnf bis 25 Litern hergestellt und unter praxisnahen Bedingungen gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"851\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-1024x851.png\" alt=\"Schematische Darstellung der Kernelemente des Wellpappe-Klebkraft-Messger\u00e4ts (WKM)\" class=\"wp-image-182033\" style=\"width:394px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-1024x851.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-300x249.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-150x125.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-768x638.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16-325x270.png 325w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-01-um-11.34.16.png 1086w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schematische Darstellung der Kernelemente des Wellpappe-Klebkraft-Messger\u00e4ts (WKM). \u00a9 PTS<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Neben der Nassfestigkeit untersuchte das Projektteam mechanische Eigenschaften der Wellpappe wie Kanten- und Flachstauchwiderstand sowie Durchsto\u00dfarbeit. Die Recyclingf\u00e4higkeit wurde durch die neu entwickelten Nassfestmittel nicht beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die besten Ergebnisse erzielten bioORMOCER\u00ae-Systeme auf Basis von 3-Glycidoxypropyltriethoxysilan (GLYEO) und Aluminiumhydroxychlorid (AHOC). Besonders geeignet waren modifizierte St\u00e4rke und Dextran als Biokomponenten. Die entwickelten Formulierungen erreichten einen Bioanteil von zehn Prozent und bis zu 85 Prozent der Nassfestigkeit konventioneller Referenzmittel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Messverfahren f\u00fcr Wellpappenklebstoffe modernisiert<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Untersuchungen reaktivierte und modernisierte die PTS zudem ihr Wellpappe-Klebkraft-Messger\u00e4t (WKM). Damit lassen sich Laborverklebungen unter definierten Druck- und Temperaturbedingungen herstellen und unmittelbar auf ihre Klebfestigkeit pr\u00fcfen. Eine neu erarbeitete Standardarbeitsanweisung erm\u00f6glicht es, das Verfahren k\u00fcnftig auch f\u00fcr weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Optimierung f\u00fcr den industriellen Einsatz<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Vor einem industriellen Einsatz m\u00fcssen die bioORMOCER\u00ae-Systeme weiter optimiert werden, etwa durch Anpassungen ihrer molekularen Struktur und der eingesetzten Mengen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fraunhofer ISC bietet interessierten Unternehmen f\u00fcr weiterentwickelte bioORMOCER\u00ae-Nassfestmittel einen Technologietransfer an. Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, ben\u00f6tigte Mengen \u2013 beispielsweise 50 Tonnen pro Jahr \u2013 selbst herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Forschungsvorhaben BioWellKleb hat damit wichtige Grundlagen geschaffen, um k\u00fcnftig biobasierte und formaldehydfreie Nassfestmittel in der Wellpappenherstellung einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund: Wellpappe und Nassfestmittel<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wellpappe ist die wichtigste Transportverpackung in Deutschland. Mehr als zwei Drittel aller Waren werden in Wellpappe transportiert. 2024 wurden rund 5,6 Mio. Tonnen Wellpappe produziert<sup>[1]<\/sup>. Das entspricht 46 Prozent der f\u00fcr Verpackungszwecke produzierten Papiermenge<sup>[2]<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich ist Wellpappe fest in Recyclingkreisl\u00e4ufe eingebunden. Sie besteht zu einem hohen Anteil aus Altpapier und ist selbst ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr Recyclingpapier. Ihre Recyclingquote liegt bei \u00fcber 95 Prozent<sup>[3]<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang eingesetzte Nassfestmittel basieren \u00fcberwiegend auf fossilbasierten synthetischen Harzen und k\u00f6nnen herstellungsbedingt Restmengen an Formaldehyd enthalten. Zudem k\u00f6nnen sie den Recyclingprozess erschweren. Biobasierte und formaldehydfreie Alternativen sind deshalb f\u00fcr Ressourcen- und Gesundheitsschutz sowie recyclinggerechte Verpackungen von Interesse.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sind bioORMOCER\u00ae-Materialien?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>ORMOCER\u00ae-Materialien sind anorganisch-organische Hybridpolymere, die am Fraunhofer ISC entwickelt wurden. Sie verbinden organische und anorganische Komponenten auf molekularer Ebene und lassen sich f\u00fcr unterschiedliche Anwendungen gezielt anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei bioORMOCER\u00ae-Materialien werden zus\u00e4tzlich Biomolek\u00fcle in die Materialstruktur eingebunden. Sie k\u00f6nnen beispielsweise auf Cellulose oder St\u00e4rke basieren; auch Chitosan l\u00e4sst sich einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorhaben<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>BioWellKleb &#8211; Entwicklung von neuartigen biobasierten und formaldehydfreien Nassfestmitteln f\u00fcr St\u00e4rkeklebstoffe<\/p>\n\n\n\n<p>Teilvorhaben 1: Wellpappe | PTS &#8211; Institut f\u00fcr Fasern &amp; Papier gGmbH | F\u00f6rderkennzeichen&nbsp;<a href=\"https:\/\/projekte.fnr.de\/index.php?id=18415&amp;fkz=2221HV095A\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2221HV095A<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Teilvorhaben 2: bioORMOCERe | Fraunhofer-Institut f\u00fcr Silicatforschung (ISC) | F\u00f6rderkennzeichen&nbsp;<a href=\"https:\/\/projekte.fnr.de\/index.php?id=18415&amp;fkz=2221HV095B\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2221HV095B<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fnr-struktur-aufgaben-lage\/fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-fnr\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>\u00dcber die FNR<\/strong><\/a><\/h3>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fachlicher Kontakt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.\u2009V.<br>Dr. Johanna Romischke<br>Tel.: +49 3843 6930-210<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:j.romischke@fnr.de\">j.romischke@fnr.de<\/a>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wellpappe kann bei Feuchtigkeit an Stabilit\u00e4t verlieren. 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