{"id":181144,"date":"2026-09-16T07:26:00","date_gmt":"2026-09-16T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=181144"},"modified":"2026-09-10T12:05:03","modified_gmt":"2026-09-10T10:05:03","slug":"biokunststoffe-auf-dem-prufstand-neue-studie-untersucht-tatsachliche-abbaubarkeit-in-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-auf-dem-prufstand-neue-studie-untersucht-tatsachliche-abbaubarkeit-in-der-natur\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe auf dem Pr\u00fcfstand: Neue Studie untersucht tats\u00e4chliche Abbaubarkeit in der Natur"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-181176\" style=\"width:611px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter-400x267.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/Chris-Hoelzl-Guenther-Hoellbcher-c-Robert-Hofrichter.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 WWF \u00d6sterreich<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Ob ein Kunststoff tats\u00e4chlich in der Natur abbaubar ist, l\u00e4sst sich weder am Etikett noch allein im Labor feststellen. Die neue wissenschaftliche Initiative Proven by Nature (PbN) untersucht deshalb, wie sich Biopolymere unter realen Umweltbedingungen verhalten. Unter der Leitung des renommierten Meeresbiologen Dr. Robert Hofrichter arbeiten Wissenschaftler:innen gemeinsam mit dem WWF \u00d6sterreich und der Slowakischen Technischen Universit\u00e4t Bratislava (STU) daran, das Abbauverhalten von Biokunststoffen in unterschiedlichen \u00d6kosystemen zu erfassen. Daf\u00fcr werden die Materialien in mindestens 20 Lebensr\u00e4umen getestet \u2013 von Meeren und S\u00fc\u00dfgew\u00e4ssern bis hin zu Waldb\u00f6den. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eOb ein Material wirklich restlos zersetzt wird, entscheidet nicht das Etikett und nicht ein Laborzertifikat, sondern die Natur selbst. Wir pr\u00fcfen, ob es sein Versprechen unter realen Bedingungen einh\u00e4lt\u201c, sagt <strong>Meeresbiologe Dr. Robert Hofrichter.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Hintergrund ist ein wachsendes Umweltproblem: Seit den 1950er-Jahren wurden weltweit mehr als acht Milliarden Tonnen Kunststoff hergestellt. Nur rund neun Prozent der bislang angefallenen Kunststoffabf\u00e4lle wurden recycelt, etwa 79 Prozent lagern auf Deponien oder in der Umwelt. Mikro- und Nanoplastik ist heute nahezu \u00fcberall nachweisbar \u2013 auch im menschlichen K\u00f6rper. Zugleich suggerieren Begriffe wie \u201ebio\u201c, \u201e\u00f6ko\u201c, \u201egr\u00fcn\u201c und \u201eabbaubar\u201c h\u00e4ufig eine Umweltvertr\u00e4glichkeit, die sich unter nat\u00fcrlichen Bedingungen nicht bewahrheiten muss. Denn g\u00e4ngige Zertifikate beziehen sich meist auf definierte Laborbedingungen oder auf industriellen Kompost, und nicht auf den Abbau in der freien Natur.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUnsere Natur und vor allem unsere Meere ersticken regelrecht im Plastikm\u00fcll. Irref\u00fchrende Versprechen sind im Kampf gegen diese Plastikflut kontraproduktiv. Wir brauchen daher dringend verl\u00e4ssliche Daten dar\u00fcber, was mit Kunststoffen in der Natur tats\u00e4chlich passiert. Sie sind die Grundlage f\u00fcr wirksamen Umwelt- und Meeresschutz\u201c, sagt <strong>WWF-Meeresexperte Axel Hein.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorstudien zeigen L\u00fccke zwischen Versprechen und Realit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Vorstudien mit Freilandexperimenten in marinen, limnischen und terrestrischen Lebensr\u00e4umen liefern den Ausgangspunkt f\u00fcr die neue Untersuchung: Kein einziges der gepr\u00fcften, teils zertifizierten Materialien baute sich unter den untersuchten Naturbedingungen so ab, wie es zugesichert war. Stattdessen entstand Mikroplastik. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eGute Biokunststoffe m\u00fcssen ihren Abbau unter realen Umweltbedingungen belegen, nicht nur im Kompost. Unabh\u00e4ngige Freilandpr\u00fcfungen bringen die gesamte Materialentwicklung voran\u201c, sagt <strong>Prof. Pavol Alexy von der Slowakischen Technischen Universit\u00e4t Bratislava. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dabei geht es auch um die Zusammensetzung der Materialien: Die gesamte Kunststoffindustrie verwendet weltweit mehr als 16.000 Chemikalien, rund 4.200 davon gelten als potenziell gesundheits- oder umweltgef\u00e4hrdend. Ein vollst\u00e4ndiger Abbau ohne \u201eAltlasten\u201c ist daher auch aus Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes relevant.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einladung an Hersteller und Forschung<\/h3>\n\n\n\n<p>PbN will Biokunststoffe nicht grunds\u00e4tzlich infrage stellen, sondern Materialien identifizieren, die ihre Abbaubarkeit auch unter nat\u00fcrlichen Bedingungen belegen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir wollen keine Firma an den Pranger stellen, sondern Beweise schaffen. Wer ein wirklich gutes Material hat, hat von einer ehrlichen Pr\u00fcfung nichts zu bef\u00fcrchten \u2013 im Gegenteil\u201c, sagt der <strong>Gr\u00fcnder der Initiative, Robert Hofrichter. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hersteller und Entwickler:innen sind daher eingeladen, ihre Materialien f\u00fcr die Untersuchung zur Verf\u00fcgung stellen; auch Nachwuchsforscher:innen und Studierende sind zur Mitarbeit eingeladen. F\u00fcr die weitere Arbeit sucht PbN zudem finanzielle, institutionelle und personelle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber Proven by Nature<\/h3>\n\n\n\n<p>Proven by Nature (PbN) ist eine unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Initiative mit dem Leitmotiv \u201eScience against Greenwashing\u201c. Gegr\u00fcndet vom Meeresbiologen und Umweltsch\u00fctzer Dr. Robert Hofrichter (Salzburg), arbeitet PbN mit einem Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und in Kooperation mit dem WWF \u00d6sterreich und der Arbeitsgruppe von Prof. Pavol Alexy an der STU Bratislava.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob ein Kunststoff tats\u00e4chlich in der Natur abbaubar ist, l\u00e4sst sich weder am Etikett noch allein im Labor feststellen. Die neue wissenschaftliche Initiative Proven by Nature (PbN) untersucht deshalb, wie sich Biopolymere unter realen Umweltbedingungen verhalten. 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