{"id":181057,"date":"2026-09-14T07:35:00","date_gmt":"2026-09-14T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=181057"},"modified":"2026-09-08T10:38:03","modified_gmt":"2026-09-08T08:38:03","slug":"methanol-als-rohstoff-fur-nachhaltigen-flugkraftstoff-qualifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/methanol-als-rohstoff-fur-nachhaltigen-flugkraftstoff-qualifiziert\/","title":{"rendered":"Methanol als Rohstoff f\u00fcr nachhaltigen Flugkraftstoff qualifiziert"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"944\" height=\"985\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl.jpg\" alt=\"Hauptziele des SAFari-Projekts sind die vollst\u00e4ndige ASTM-Zulassung von nachhaltig hergestelltem Kerosin (SAF) aus Methanol und die Erzielung einer Blendrate von perspektivisch auch &gt; 50% SAF. \" class=\"wp-image-181076\" style=\"width:516px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl.jpg 944w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl-288x300.jpg 288w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl-144x150.jpg 144w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl-768x801.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/09\/iStock-467973864-guvendemir-kl-259x270.jpg 259w\" sizes=\"auto, (max-width: 944px) 100vw, 944px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hauptziele des SAFari-Projekts sind die vollst\u00e4ndige ASTM-Zulassung von nachhaltig hergestelltem Kerosin (SAF) aus Methanol und die Erzielung einer Blendrate von perspektivisch auch > 50% SAF. \u00a9 istockphoto.com \/ guvendemir<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die weltweit mehr als 23.000 Gro\u00dfflugzeuge verbrauchen j\u00e4hrlich rund 350 Milliarden Liter Treibstoff und emittieren etwa 3 Prozent der menschgemachten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Insbesondere f\u00fcr Langstreckenfl\u00fcge \u00fcber 4.000 km gibt es keine Alternative zu fl\u00fcssigen Kraftstoffen, da nur diese eine ausreichend hohe Energiedichte bereitstellen. Die Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) hat nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: Nach erfolgreicher Qualifizierung durch die internationale Standardisierungsorganisation ASTM wurde Methanol als zul\u00e4ssiger Rohstoff f\u00fcr den Alcohol-to-Jet-Herstellungspfad anerkannt. Damit k\u00f6nnen k\u00fcnftig Methanol-to-Jet-Blendingkomponenten hergestellt und mit mindestens 50 Volumenprozent konventionellem Kerosin zu einem \u201eDrop-in\u201c-Kraftstoff gemischt werden &#8211; vollst\u00e4ndig kompatibel und ohne \u00c4nderungen an Flugzeugen, Triebwerken oder der bestehenden Infrastruktur einsetzbar.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das vom Bundesministerium f\u00fcr Verkehr gef\u00f6rderte Verbundprojekt \u00bbSAFari\u00ab markiert diese Entscheidung einen bedeutenden Meilenstein. Sie wurde am 30. Juli 2026 mit der \u00dcberarbeitung der internationalen Spezifikation ASTM D7566 Annex 5 ver\u00f6ffentlicht. Das Projekt verfolgt das Ziel, einen effizienten Herstellungsprozess f\u00fcr nachhaltigen Flugkraftstoff auf Basis von Methanol zu entwickeln und damit einen weiteren technologischen Baustein f\u00fcr die Defossilisierung der Luftfahrt bereitzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der mehrj\u00e4hrigen Arbeiten begleiteten die Projektpartner den ASTM-Qualifizierungsprozess als Mitglieder der Task Force Methanol-to-Jet eng. Die Erkenntnisse aus dem Evaluierungsprozess konnten so fr\u00fchzeitig in die Projektarbeiten einflie\u00dfen und bei der Entwicklung des Herstellungsverfahrens ber\u00fccksichtigt werden. Hierbei war die fr\u00fchzeitige Bewertung der Kraftstoffqualit\u00e4t ein wichtiger Indikator f\u00fcr den Projekterfolg. Da in dieser Entwicklungsphase zun\u00e4chst nur geringe Kraftstoffmengen verf\u00fcgbar waren, kam das am DLR-Institut f\u00fcr Verbrennungstechnik entwickelte Prescreening-Verfahren zum Einsatz. Es erm\u00f6glicht eine umfassende Bewertung der Kraftstoffqualit\u00e4t bereits mit kleinen Probenmengen und liefert eine fr\u00fchzeitige Einsch\u00e4tzung, ob ein Kraftstoff die Anforderungen der ASTM-Spezifikation erf\u00fcllt. Die Ergebnisse flossen unmittelbar in die Prozess- und Katalysatorentwicklung ein und trugen dazu bei, die im Projekt entwickelten Methanol-to-Jet-(MTJ)- Blendingkomponenten gezielt auf die zu erwartenden internationalen Spezifikationsanforderungen auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachhaltiges Methanol als Basis f\u00fcr neuen Flugkraftstoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Die SAF-Herstellung auf Basis von MTJ-Technologien nutzt nachhaltiges Methanol aus biogenen Quellen oder gewonnen aus Wasserstoff und abgeschiedenem CO\u2082. In der Methanol-to-Olefins-Synthese (MTO) wird dieses Methanol in kurzkettige Olefine umgewandelt, wobei Wasser als Nebenprodukt den Sauerstoff aus dem Prozess entfernt. Die kurzkettigen Olefine werden anschlie\u00dfend in einer Oligomerisierung zu langkettigen Olefinen zusammengef\u00fchrt, sodass ein bei Raumtemperatur fl\u00fcssiges Produktgemisch entsteht. Durch Hydrierung mit Wasserstoff werden die Olefine in stabile Paraffine umgewandelt. Das Ergebnis ist ein Kraftstoffgemisch, das die den hohen Anforderungen der Luftfahrt erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbIm SAFari-Projekt entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern ein innovatives Verfahren, das durch ma\u00dfgeschneiderte Katalysatoren und prozessinterne R\u00fcckf\u00fchrungen von Stoffstr\u00f6men und W\u00e4rme eine kohlenstoffbasierte SAF-Ausbeute von \u00fcber 85 Gewichtsprozent anstrebt. Mit dem erfolgreichen Abschluss des ASTM-Qualifizierungsverfahrens ist nun eine der gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden f\u00fcr die Demonstration und Skalierung \u00fcberwunden\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Elias Frei, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer ISE.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNach der erfolgreichen ASTM-Qualifizierung richtet sich der Fokus des Projekts nun auf die weitere Optimierung und Skalierung des Herstellungsprozesses\u00ab, blickt <strong>Dr. Achim Schaadt, Abteilungsleiter Nachhaltige Syntheseprodukte<\/strong>, nach vorn. \u00bbZiel ist es, gr\u00f6\u00dfere Kraftstoffmengen bereitzustellen, um weiterf\u00fchrende Untersuchungen und Demonstrationen durchzuf\u00fchren und damit den Weg f\u00fcr eine industrielle Umsetzung von Methanol-basiertem Sustainable Aviation Fuel zu ebnen\u00ab, erg\u00e4nzt <strong>Dr. Franz Mantei, Projektleiter des SAFari-Projekts<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Marktpotenzial f\u00fcr diese Technologie ist dabei enorm: Allein f\u00fcr den europ\u00e4ischen Flugverkehr ergeben sich durch die vorgegebenen Quoten rund 40 Mio. t im Jahr 2050.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Konsortium des Projekts SAFari (\u201eSustainable Aviation Fuels based on Advanced Reaction and Process Intensification\u201c) geh\u00f6ren neben dem Fraunhofer ISE die ASG Analytik-Service AG, die BP Europa SE, die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), die Technip Energies France S.A.S sowie die S\u00fcdzucker AG, der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e.V. (BDL) und die Airbus Helicopters Deutschland GmbH. Damit bildet das Konsortium die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette ab. Das SAFari-Projekt wird seit dem 1. Dezember 2022 vom Bundesministerium f\u00fcr Verkehr (BMV) f\u00fcr die Dauer von sechs Jahren gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die weltweit mehr als 23.000 Gro\u00dfflugzeuge verbrauchen j\u00e4hrlich rund 350 Milliarden Liter Treibstoff und emittieren etwa 3 Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Insbesondere f\u00fcr Langstreckenfl\u00fcge \u00fcber 4.000 km gibt es keine Alternative zu fl\u00fcssigen Kraftstoffen, da nur diese eine ausreichend hohe Energiedichte bereitstellen. 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