{"id":180468,"date":"2026-09-01T07:29:00","date_gmt":"2026-09-01T05:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=180468"},"modified":"2026-08-25T15:03:19","modified_gmt":"2026-08-25T13:03:19","slug":"energiewende-erst-elektrifizieren-und-fur-den-rest-methanol-statt-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energiewende-erst-elektrifizieren-und-fur-den-rest-methanol-statt-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Energiewende: Erst elektrifizieren \u2013 und f\u00fcr den Rest Methanol statt Wasserstoff"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-1024x512.png\" alt=\"Aus biogenen Reststoffen und erneuerbarem Wasserstoff entsteht Methanol \u2013 ein klimafreundlicher, leicht transportier- und speicherbarer Kohlenstofftr\u00e4ger f\u00fcr die verbleibenden Anwendungen, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen\" class=\"wp-image-180491\" style=\"width:643px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-1024x512.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-300x150.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-150x75.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-768x384.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-1536x768.png 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese-400x200.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-Synthese.png 1820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aus biogenen Reststoffen und erneuerbarem Wasserstoff entsteht Methanol \u2013 ein klimafreundlicher, leicht transportier- und speicherbarer Kohlenstofftr\u00e4ger f\u00fcr die verbleibenden Anwendungen, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen. \u00a9 TU Berlin<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Ein klimaneutrales Energiesystem in Europa k\u00f6nnte nach einer Studie der TU Berlin weitgehend auf direkter Elektrifizierung basieren. F\u00fcr die wenigen Anwendungen, die sich auch k\u00fcnftig nicht sinnvoll elektrifizieren lassen \u2013 etwa in der Schifffahrt, Teilen der Chemieindustrie oder zur Absicherung langer Dunkelflauten \u2013, sprechen sich die Forschenden daf\u00fcr aus, statt auf Wasserstoff verst\u00e4rkt auf Methanol zu setzen. Nach ihren Berechnungen w\u00e4ren die Gesamtsystemkosten nur geringf\u00fcgig h\u00f6her, w\u00e4hrend Methanol deutliche Vorteile bei Transport, Speicherung und Infrastruktur bietet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie \u201e<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2542435126001480?via%3Dihub\">A minimal methanol backstop for high-electrification scenarios<\/a>\u201c, die im Fachmagazin <em>Joule<\/em> erschienen ist, untersucht, wie sich Europa kosteneffizient klimaneutral mit Energie versorgen kann. Das Ergebnis: Anders als noch vor wenigen Jahren angenommen, lassen sich inzwischen deutlich mehr Bereiche direkt elektrifizieren\u2013 etwa durch batterieelektrische Lastwagen oder elektrische L\u00f6sungen f\u00fcr die W\u00e4rmebereitstellung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-1024x680.png\" alt=\"Methanol-Molek\u00fcl (CH3OH): Die schwarze Kugel stellt den Kohlenstoff (C) dar, die rote den Sauerstoff (O). Die vier wei\u00dfen Kugeln symbolisieren die Wasserstoff-Atome (H).\" class=\"wp-image-180490\" style=\"width:387px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-1024x680.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-300x199.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-768x510.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls-400x266.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Methanol-3D-balls.png 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Methanol-Molek\u00fcl (CH3OH): Die schwarze Kugel stellt den Kohlenstoff (C) dar, die rote den Sauerstoff (O). Die vier wei\u00dfen Kugeln symbolisieren die Wasserstoff-Atome (H).<br>\u00a9 Ben Mills\/Public Domain<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Damit fallen viele Anwendungsf\u00e4lle f\u00fcr Wasserstoff weg. Chemische Energietr\u00e4ger werden damit nur noch dort ben\u00f6tigt, wo eine direkte Elektrifizierung technisch kaum m\u00f6glich ist \u2013 also zum Beispiel in der internationalen Schifffahrt, im Flugverkehr, bei Teilen der chemischen Industrie sowie in Backup-Kraftwerken, die w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Dunkelflauten die Stromversorgung absichern. In diesen Bereichen werden eher fl\u00fcssige Brennstoffe wie Methanol oder Kerosin mit hoher Energiedichte ben\u00f6tigt als Wasserstoff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Methanol-Infrastruktur l\u00e4sst sich flexibler aufbauen<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDerzeit wird in Deutschland ein gro\u00dfes Wasserstoffnetz geplant\u201c, sagt <strong>Prof. Dr. Tom Brown, Leiter des Fachgebiets \u201eDigitale Transformation in Energiesystemen\u201c an der TU Berlin. <\/strong>\u201eEs ist jedoch wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach Wasserstoff in der Zukunft hierbei deutlich \u00fcbersch\u00e4tzt wurde. Mit Methanol statt Wasserstoff k\u00f6nnte man die Infrastruktur wesentlich flexibler an die tats\u00e4chliche Nachfrage anpassen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Denn w\u00e4hrend Wasserstoff wegen seiner kleinen Molek\u00fclgr\u00f6\u00dfe und seiner geringen Dichte lange Pipelines und unterirdische Speicher erfordert, l\u00e4sst sich fl\u00fcssiges Methanol mit vergleichsweise geringem Aufwand per Schiff, Bahn, Lkw oder in alten \u00d6l-Pipelines transportieren und in Tanks lagern. Nach Einsch\u00e4tzung von Tom Brown und seinem Team macht diese Flexibilit\u00e4t den Aufbau einer neuen Infrastruktur deutlich einfacher und verringert das Risiko kostspieliger Fehlinvestitionen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geringe Mehrkosten von Methanol \u2013 daf\u00fcr mehr Flexibilit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Modellrechnungen, die mit Hilfe der von Tom Browns Forschungsgruppe entwickelten Software \u201ePyPSA\u201c durchgef\u00fchrt wurden, zeigen, dass ein Energiesystem mit einem minimalen \u201eMethanol-Backup\u201c lediglich rund 2,4 Prozent h\u00f6here Gesamtsystemkosten verursacht als ein Szenario, das f\u00fcr die verbleibenden Anwendungen auf Wasserstoff oder Methan setzt. Nach Ansicht der Forschenden werden diese geringen Mehrkosten jedoch durch Vorteile ausgeglichen, die sich in den Modellen bislang nur teilweise abbilden lassen \u2013 etwa den flexibleren Ausbau der Infrastruktur, der sich je nach Entwicklung anpassen l\u00e4sst, und die einfachere Speicherung des Energietr\u00e4gers. Die Forschenden sehen ihre Ergebnisse auch als Beitrag zur aktuellen energiepolitischen Debatte. Aus ihrer Sicht sollte der Ausbau der Elektrifizierung weiterhin h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben. Nachhaltig erzeugtes Methanol sollte dort eine wichtige Rolle \u00fcbernehmen, wo elektrische L\u00f6sungen an technische Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:14px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h3>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Studie \u201e<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2542435126001480?via%3Dihub\">A minimal methanol backstop for high-electrification scenarios<\/a>\u201c im Fachmagazin <em>Joule<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Blog post \u201e<a href=\"https:\/\/nworbmot.org\/blog\/world-without-gas.html\">A world without gas infrastructure<\/a>\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Tom Brown<br>Fachgebiet Digitale Transformation in Energiesystemen<br>Tel.: +49 (0) 30 314 22 890<br>E-Mail: <a href=\"mailto:t.brown@tu-berlin.de\">t.brown@tu-berlin.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein klimaneutrales Energiesystem in Europa k\u00f6nnte nach einer Studie der TU Berlin weitgehend auf direkter Elektrifizierung basieren. 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