{"id":180231,"date":"2026-08-26T07:26:00","date_gmt":"2026-08-26T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=180231"},"modified":"2026-08-19T17:48:46","modified_gmt":"2026-08-19T15:48:46","slug":"biologisch-abbaubar-und-kompostierbar-wie-gut-ist-bioplastik-fur-die-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biologisch-abbaubar-und-kompostierbar-wie-gut-ist-bioplastik-fur-die-umwelt\/","title":{"rendered":"Biologisch abbaubar und kompostierbar: Wie gut ist Bioplastik f\u00fcr die Umwelt?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Auf vielen Verpackungen und Produkten finden sich Begriffe, die Umweltfreundlichkeit suggerieren. Dabei handelt es sich meist um biobasierte Kunststoffe, die ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. Prominente Beispiele daf\u00fcr sind kompostierbare Obst- und Gem\u00fcset\u00fcten sowie biologisch abbaubare Einkaufst\u00fcten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"668\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-1024x668.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-180252\" style=\"width:313px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-1024x668.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-300x196.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-150x98.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-768x501.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42-400x261.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-19-um-12.36.42.png 1030w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Doch was steckt wirklich hinter Begriffen wie &#8220;Bioplastik&#8221;, &#8220;biologisch abbaubar&#8221; oder &#8220;kompostierbar&#8221; und wie entsorgt man diese Verpackungen und Produkte richtig?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Begriffe sind f\u00fcr Verbraucher irref\u00fchrend<\/h3>\n\n\n\n<p>Biologisch abbaubar bedeutet, dass sich das Material zersetzt. Allerdings ist daf\u00fcr kein zeitlicher Rahmen vorgegeben. Der Prozess kann mehrere Jahre dauern &#8211; viel zu lange, um in industriellen Kompostierungsanlagen wiederverwertet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/heute-nachrichten\/plastik-umwelt-kampf-video-100.html\">https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/heute-nachrichten\/plastik-umwelt-kampf-video-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein innovatives Start-Up hat einen Weg gefunden, aus Biomaterial Kunststoff herzustellen und steigt damit nun in die Produktion ein. (14.05.2026 | 1:39 min)<\/p>\n\n\n\n<p>Kompostierbar hei\u00dft, dass ein Material innerhalb eines festgelegten Zeitraums abgebaut wird. Das gilt meist nur f\u00fcr die industrielle Kompostierung unter speziellen Bedingungen wie dauerhaft hohen Temperaturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Philip Heldt, Referent f\u00fcr Ressourcenschutz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), kritisiert, dass Verbraucher in die Irre gef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die Begriffe sind missverst\u00e4ndlich. Es gibt aber keine rechtlichen Konsequenzen daf\u00fcr, sie auf die Produkte zu drucken.&#8221; &#8211; Philip Heldt, Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem: Die Begriffe und Labels verleiten Verbraucher zum falschen Umgang mit Verpackung und Produkten aus biobasierten Kunststoffen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/wiso\/plastikmuell-wie-echter-klimaschutz-100.html\">https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/wiso\/plastikmuell-wie-echter-klimaschutz-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eingeschwei\u00dftes Obst, Plastikflaschen, Snackverpackungen &#8211; der M\u00fcllberg w\u00e4chst. Warum echtes Recycling selten gelingt und Mehrweg die bessere L\u00f6sung ist. (04.08.2025 | 3:09 min)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bioplastik aus nachwachsenden Rohstoffen kaum nachhaltiger<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die Bezeichnung &#8220;aus nachwachsenden Rohstoffen&#8221; ist f\u00fcr Verbraucher irref\u00fchrend. Meist handelt es sich dabei um Stoffe pflanzlichen Ursprungs, die in kurzen Zeitr\u00e4umen immer wieder nachwachsen, zum Beispiel Mais und Zuckerrohr. Doch nicht jeder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Kunststoff ist auch biologisch abbaubar.<\/p>\n\n\n\n<p>Bioplastik ist Kunststoff, der ganz oder teilweise aus Pflanzen hergestellt wird, zum Beispiel aus St\u00e4rke oder Pflanzen\u00f6l. Das bedeutet nicht, dass er sich von selbst abbaut. Manche Sorten Bioplastik sind chemisch identisch zu fossilen Kunststoffen aus Erd\u00f6l, Erdgas oder Kohle. Ein Beispiel sind Einkaufst\u00fcten aus Bioplastik, die oft als &#8220;biologisch abbaubar&#8221; deklariert sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herstellung von Biokunststoff ist nicht umweltvertr\u00e4glicher<\/h3>\n\n\n\n<p>Laut Umweltbundesamt sind die Auswirkungen auf die Umwelt nicht wesentlich besser, wenn Kunststoffe aus biobasierten statt aus fossilbasierten Rohstoffen wie Erd\u00f6l produziert werden. Zwar setzen fossilbasierte Kunststoffe bei der Herstellung mehr Kohlendioxid (CO2) frei, biobasierte Kunststoffe haben jedoch ein h\u00f6heres Potenzial, die Umwelt zu sch\u00e4digen. Ursache sind die f\u00fcr den Anbau der Rohstoffe verwendeten D\u00fcnger und Pestizide, die B\u00f6den und Grundwasser belasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ben\u00f6tigen biobasierte Kunststoffe laut Umweltbundesamt einen h\u00f6heren Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr die Rohstoffproduktion. Das kann zur Konkurrenz mit Fl\u00e4chen f\u00fcr die Lebensmittelproduktion und den Naturschutz f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum &#8220;biologisch abbaubar&#8221; ein Problem f\u00fcr die Umwelt ist<\/h3>\n\n\n\n<p>Viele Menschen sammeln ihren Biom\u00fcll in biologisch abbaubaren oder kompostierbaren T\u00fcten. Da diese nur zum Teil abgebaut werden, k\u00f6nnen sie die Prozesse in Kompostieranlagen empfindlich st\u00f6ren. Zudem k\u00f6nnen sie den hergestellten Kompost mit Plastikr\u00fcckst\u00e4nden (Mikroplastik) verunreinigen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/volle-kanne\/kompostsysteme-im-check-erde-100.html\">https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/volle-kanne\/kompostsysteme-im-check-erde-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kaffeesatz, Gem\u00fcseschalen und Essensreste m\u00fcssen nicht im M\u00fcll landen: Mit einem Balkon-Komposter werden sie zu wertvollem D\u00fcnger. Welche Modelle eignen sich am besten daf\u00fcr?(15.07.2026 | 5:51 min)<\/p>\n\n\n\n<p>Vielerorts ist es verboten, Bioabfall in biobasierten Kunststofft\u00fcten in der Biotonne zu entsorgen. Denn f\u00fcr die Betreiber von Kompostieranlagen ist das Aussortieren von solchen St\u00f6rstoffen mit einem erh\u00f6hten Arbeitsaufwand und gro\u00dfen Kosten verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wer Biom\u00fcll in Plastikt\u00fcten entsorgt, riskiert, dass die Abfallbetriebe die Biotonnen mit dem verunreinigten M\u00fcll stehen lassen.&#8221; &#8211; Philip Heldt, Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n\n\n\n<p>Biologisch abbaubare T\u00fcten geh\u00f6ren daher weder in die Biotonne noch in den heimischen Kompost, sondern in den Restm\u00fcll.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Alternativen sinnvoll sind<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Entsorgung von Bioabf\u00e4llen r\u00e4t Philip Heldt, rei\u00dffeste Papiert\u00fcten zu benutzen. Alternativ kann Bioabfall auch in einem kleinen Eimer gesammelt werden. Der Eimer sollte regelm\u00e4\u00dfig in die Biotonne geleert und danach gereinigt und getrocknet werden, um Geruchsbildung zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wer sich unsicher ist, sollte Abf\u00e4lle lieber im Restm\u00fcll als im Biom\u00fcll entsorgen.\u201e &#8211; Philip Heldt, Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n\n\n\n<p>Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen bieten keine nennenswerten Vorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichem Plastik. F\u00fcr den Einkauf ist nach wie vor die klassische Stofftasche die umweltfreundlichste Alternative zur Plastikt\u00fcte, ebenso wie zum Beispiel wiederverwendbare Kunststoffnetze statt der Obst- und Gem\u00fcset\u00fcten aus biobasiertem Kunststoff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/terra-x\/plus-schule-wunder-aus-der-biotonne-104.html\">https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/terra-x\/plus-schule-wunder-aus-der-biotonne-104.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In 50 Tagen vom organischen Abfall zur frischen Gartenerde &#8211; Eric Mayer verfolgt die Reise des Biom\u00fclls. (07.06.2023 | 12:05 min)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf vielen Verpackungen und Produkten finden sich Begriffe, die Umweltfreundlichkeit suggerieren. Dabei handelt es sich meist um biobasierte Kunststoffe, die ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. 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