{"id":178474,"date":"2026-07-14T07:35:00","date_gmt":"2026-07-14T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=178474"},"modified":"2026-07-07T12:56:17","modified_gmt":"2026-07-07T10:56:17","slug":"10-jahre-carbon2chem-10-jahre-forschung-fur-eine-klimafreundliche-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/10-jahre-carbon2chem-10-jahre-forschung-fur-eine-klimafreundliche-industrie\/","title":{"rendered":"10 Jahre Carbon2Chem\u00ae, 10 Jahre Forschung f\u00fcr eine klimafreundliche Industrie"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2026\/carbon2chem-jubilaeum\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1782897720992\/C2C-Jubilaeum2026-teaser.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2026\/carbon2chem-jubilaeum\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1782897720992\/C2C-Jubilaeum2026-teaser.jpg\" alt=\"Die Gesamtkoordination des Verbundprojekts Carbon2Chem\u00ae (v.l.): Prof. G\u00f6rge Deerberg (Gesamtkoordination\/Fraunhofer UMSICHT), Prof. Robert Schl\u00f6gl (Gesamtkoordination\/Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion) und Dr. Markus Oles (Gesamtkoordination\/thyssenkrupp Carbon2Chem\u00ae)\" style=\"width:671px;height:auto\" title=\"Die Gesamtkoordination des Verbundprojekts Carbon2Chem\u00ae\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gesamtkoordination des Verbundprojekts Carbon2Chem\u00ae (v.l.): Prof. G\u00f6rge Deerberg (Gesamtkoordination\/Fraunhofer UMSICHT), Prof. Robert Schl\u00f6gl (Gesamtkoordination\/Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion) und Dr. Markus Oles (Gesamtkoordination\/thyssenkrupp Carbon2Chem\u00ae). <br>\u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Seit 2016 erforschen Industrie und Wissenschaft im Verbundprojekt Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>, wie klimasch\u00e4dliche Industrieabgase sinnvoll weiterverwendet werden k\u00f6nnen. Zielsetzung: Kohlendioxid nicht mehr nur als Emission zu betrachten, sondern als Rohstoff f\u00fcr neue Produkte. Zum 10-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um zeigt sich: Dieser Ansatz funktioniert \u2013 auch im industriellen Ma\u00dfstab.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 26. Juni 2016 f\u00e4llt der offizielle Startschuss f\u00fcr Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>: Im Beisein von Prof. Dr. Johanna Wanka (damals Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung) und Svenja Schulze (damals Ministerin f\u00fcr Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW) nimmt das Verbundprojekt seine Arbeit auf. Es wird vom Bundesministerium gef\u00f6rdert. Die Koordination teilen sich Fraunhofer UMSICHT, Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion und thyssenkrupp. Sie stehen stellvertretend f\u00fcr angewandte Forschung, Grundlagenforschung und Industrie. Die Mission der 14 Partner aus Industrie und Wissenschaft: Kohlenstoffmonoxid und Kohlendioxid aus industriellen Abgasen der Stahlproduktion \u2013 so genannte H\u00fcttengase \u2013 zur Herstellung chemischer Grundstoffe nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei verfolgt das Projekt einen systemischen Ansatz, der Gasreinigung, Elektrolyse, Wasserstoffbereitstellung, Synthesen sowie Systemintegration und \u00d6kobilanzierung miteinander verbindet \u2013 und damit erstmals den gesamten Weg vom Abgas bis zum praxistauglichen Produkt abbildet. Bereits in den ersten beiden \u00fcberwiegend forschungs\u2011 und pilotgetriebenen Projektphasen (2016 bis 2020, 2020 bis 2024) zeigen die Partner, dass die daf\u00fcr notwendigen Technologiebausteine stabil, flexibel und kombinierbar betrieben werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbEin zentraler Meilenstein sind die Entwicklung und der Betrieb von Gasreinigungs- und Konditionierungskonzepten, die stark schwankende Zusammensetzungen realer H\u00fcttengase (z.B. mit Blick auf Verunreinigungen) zuverl\u00e4ssig beherrschen\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Prof. Robert Schl\u00f6gl (Gesamtkoordination\/ Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion)<\/strong>. \u00bbParallel dazu haben wir elektrochemische und katalytische Prozesse so ausgelegt, dass sie auch im dynamischen Betrieb \u2013 etwa bei fluktuierendem Angebot erneuerbarer Energie \u2013 stabil funktionieren.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Abgas zur Plattformchemikalie: Nachhaltiges Methanol im industriellen Ma\u00dfstab<\/h3>\n\n\n\n<p>Besondere Bedeutung kommt der Methanolsynthese zu. Methanol dient im Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u2011Ansatz als Plattformchemikalie, aus der sich eine Vielzahl weiterer Produkte wie Kunst- und Treibstoffe herstellen lassen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbNach erfolgreichen Labor\u2011 und Pilotversuchen haben wir die Methanolproduktion schrittweise skaliert\u00ab, so <strong>Prof. G\u00f6rge Deerberg (Gesamtkoordination\/Fraunhofer UMSICHT)<\/strong>. \u00bbSeit 2023 wird nachhaltiges Methanol kontinuierlich in einer Demonstrationsanlage am Stahlwerksstandort Duisburg mit realen Prozessgasen produziert. Konkret haben wir bislang schon mehr als 9 t Methanol aus den Stahlwerksgasen hergestellt.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse zeigen: Qualit\u00e4t und Reinheit des erzeugten Methanols entsprechen industriellen Spezifikationen. Die Entwicklungen im Bereich Gasreinigung und Katalysatoren laufen stabil, Unterschiede zwischen den Prozessen mit synthetischen Gasen und realen Stahlwerksgasen konnten nicht festgestellt werden. Die entwickelten und untersuchten Bausteine arbeiten wie geplant zusammen, damit ist ein entscheidender Schritt von der Forschung hin zur industriellen Anwendung gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zehn Jahre nach Projektbeginn wird das Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u2011Methanol erstmals \u00fcber das Projekt hinaus genutzt. In weiteren Vorhaben dient es als Ausgangsstoff f\u00fcr chemische Produkte, darunter Vorprodukte f\u00fcr Kunststoffe. Damit schlie\u00dft sich eine industrielle Wertsch\u00f6pfungskette vom Abgas zum marktf\u00e4higen Produkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbertragbarkeit auf weitere Industrien mit unvermeidbaren CO\u2082\u2011Emissionen<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbGleichzeitig konnten wir im Projekt nachweisen, dass sich die entwickelten Konzepte des Carbon Capture and Utilization (CCU) auf weitere Industrien \u00fcbertragen lassen, in denen die CO\u2082\u2011Entstehung prozessbedingt unvermeidbar ist. Dies sind die Zement\u2011, Kalk\u2011 oder Abfallwirtschaft\u00ab, nennt <strong>Dr. Markus Oles (Gesamtkoordination\/thyssenkrupp Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>)<\/strong> einen weiteren Erfolg. \u00bbCarbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0versteht sich als modulare Technologieplattform f\u00fcr eine industrielle Kohlenstoff\u2011Kreislaufwirtschaft, bei der einzelne Bausteine je nach Industrie angepasst kombiniert werden k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gemeinsame Infrastruktur und Ausblick auf die industrielle Umsetzung<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Erfolge f\u00fchren die drei Koordinatoren u.a. auf die t\u00e4gliche Zusammenarbeit von Industrie, Grundlagenforschung und angewandter Forschung zur\u00fcck. Sowohl im Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor in Oberhausen als auch im Technikum am Stahlwerksstandort Duisburg wurden im Rahmen des Vorhabens gemeinsame Forschungs\u2011 und Demonstrationsinfrastrukturen aufgebaut. Dar\u00fcber hinaus sorgen ein gemeinsam genutzter Dataspace und Fach-Communities zu Themen wie Simulation, Process Design, Life Cycle Assessment und Cost Estimation f\u00fcr den projektinternen Austausch aller Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Jubil\u00e4um blicken G\u00f6rge Deerberg, Markus Oles und Robert Schl\u00f6gl zugleich nach vorn. In der laufenden dritten und abschlie\u00dfenden Projektphase stehen die weitere Skalierung, die wirtschaftliche Bewertung, neue Anwendungsfelder \u2013 etwa Sustainable Aviation Fuels \u2013 sowie der Wissenstransfer in die industrielle Umsetzung im Fokus. Ihre Botschaft: Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;hat gezeigt, dass CCU technisch m\u00f6glich ist. Die n\u00e4chste Etappe liegt in der breiten industriellen Anwendung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0in Zahlen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>3 Phasen umfasst das Projekt.<\/li>\n\n\n\n<li>2028 endet Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>.<\/li>\n\n\n\n<li>Mit 200 Millionen Euro haben das Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt und seine Vorg\u00e4nger das Verbundprojekt unterst\u00fctzt.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcber 30 Partner waren bislang an der Projektarbeit beteiligt.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor auf dem Campus von Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen umfasst 500 m<sup>2<\/sup>\u00a0Fl\u00e4che.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikum hat eine Fl\u00e4che von 3700 m<sup>2<\/sup>.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcber 4,6 Mio. Nm\u00b3 Stahlwerksgase (Realgas) wurden gereinigt.<\/li>\n\n\n\n<li>Mehr als 1000 t H<sub>2<\/sub>\u00a0wurden mittels Wasserelektrolyse hergestellt.<\/li>\n\n\n\n<li>Bis zu 75 l Rohmethanol werden pro Tag in der Demonstrationsanlage produziert.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcber 4000 Stunden ist die Demonstrationsanlage am Stahlwerk in Duisburg mit Realgas gelaufen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2016 erforschen Industrie und Wissenschaft im Verbundprojekt Carbon2Chem\u00ae, wie klimasch\u00e4dliche Industrieabgase sinnvoll weiterverwendet werden k\u00f6nnen. Zielsetzung: Kohlendioxid nicht mehr nur als Emission zu betrachten, sondern als Rohstoff f\u00fcr neue Produkte. Zum 10-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um zeigt sich: Dieser Ansatz funktioniert \u2013 auch im industriellen Ma\u00dfstab. Am 26. Juni 2016 f\u00e4llt der offizielle Startschuss f\u00fcr Carbon2Chem\u00ae: Im [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":178496,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Verbundprojekt zeigt seit 2016, wie CO\u2082 aus Stahlwerken und anderen Industrieprozessen zu neuen Rohstoffen verarbeitet wird","footnotes":""},"categories":[5571],"tags":[12477,7667,10744,12330,14083,15355,16023,11841,10743],"supplier":[187,303,5225,4354,3202],"class_list":["post-178474","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-co2-based","tag-biochemikalien","tag-biokraftstoffe","tag-carboncapture","tag-ccu","tag-elektrolyse","tag-emissionen","tag-katalysatoren","tag-kreislaufwirtschaft","tag-useco2","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-fraunhofer-institut-fuer-umwelt-sicherheits-und-energietechnik-umsicht","supplier-max-planck-institut-fuer-chemische-energiekonversion","supplier-ministerium-fuer-innovation-wissenschaft-und-forschung-des-landes-nrw","supplier-thyssenkrupp-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=178474"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178474\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":178510,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178474\/revisions\/178510"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/178496"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=178474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=178474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=178474"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=178474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}