{"id":177901,"date":"2026-06-26T07:32:00","date_gmt":"2026-06-26T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=177901"},"modified":"2026-06-27T22:34:05","modified_gmt":"2026-06-27T20:34:05","slug":"baden-wurttemberg-hat-potenzial-fur-eigene-nachhaltige-kraftstoffherstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/baden-wurttemberg-hat-potenzial-fur-eigene-nachhaltige-kraftstoffherstellung\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg hat Potenzial f\u00fcr eigene nachhaltige Kraftstoffherstellung\u00a0"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-1024x768.jpg\" alt=\"Direct Air Capture-Teststand am Fraunhofer ISE. \u00a9 Fraunhofer ISE\" class=\"wp-image-177904\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3-360x270.jpg 360w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/ISE-7706-DAC-5500px-132-Highlight-web-3.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Direct Air Capture-Teststand am Fraunhofer ISE. \u00a9 Fraunhofer ISE<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Wie kann Baden-W\u00fcrttemberg die Treibhausgase im Verkehrssektor reduzieren und nachhaltige Kraftstoffe selbst produzieren? Das vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE koordinierte Projekt \u00bbE-Fuels f\u00fcrs L\u00c4ND\u00ab untersuchte die Herstellung von E-Fuels mit maximaler Wertsch\u00f6pfung in Baden-W\u00fcrttemberg, belastbaren Gesch\u00e4ftsmodellen und einem schnellen Markthochlauf. Demnach hat Dimethylether (DME) dank des effizienten neuen INDIGO-Prozesses das Potenzial, die Gestehungskosten von nachhaltigen Kraftstoffen zu senken. Gef\u00f6rdert wurde das Projekt durch das baden-w\u00fcrttembergische Ministerium f\u00fcr Verkehr.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"506\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-1024x506.jpg\" alt=\"Gestehungskosten f\u00fcr Benzin\u00e4quivalente im Referenz-Szenario (links) und Innovations-Szenario (rechts) jeweils f\u00fcr die Exportregionen Finnland, Spanien und Brasilien\" class=\"wp-image-177903\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-1024x506.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-300x148.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-150x74.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-768x380.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels-400x198.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/06\/Gestehungskosten-Efuels.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gestehungskosten f\u00fcr Benzin\u00e4quivalente im Referenz-Szenario (links) und Innovations-Szenario (rechts) jeweils f\u00fcr die Exportregionen Finnland, Spanien und Brasilien \u00a9 Fraunhofer ISE<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das Projektkonsortium untersuchte die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette nachhaltiger Kraftstoffe: Von der Herstellung aus Wasserstoff und CO<sub>2<\/sub>\u00a0aus der Luft (Direct Air Capture, DAC) \u00fcber die Zwischenprodukte Methanol und Dimethylether bis hin zu Fraktionen von Diesel und Benzin bzw. Sustainable Aviation Fuels (SAF). Dimethylether spielt dabei eine zentrale Rolle als Zwischenprodukt: Das Gas ist ungiftig, hat eine hohe Energiedichte und gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die Herstellung von Kraftstoffen als Energietr\u00e4ger und Produkten f\u00fcr die chemische Industrie. Das Projekt betrachtete f\u00fcr Jahre 2030 bis 2040 die DME-Exportl\u00e4nder Finnland, Spanien sowie Brasilien in vier Szenarien (Kurzfrist-, Innovations-, Referenz- und Langfristszenario), um m\u00f6glichst viele Klimazonen und Rahmenbedingungen abzudecken. Dabei wurden vier Technologien \u00bbMade in Baden-W\u00fcrttemberg\u00ab bewertet: Direct Air Capture, Wasserstoff- bzw. Synthesegasherstellung (<a href=\"https:\/\/www.bioliq.de\/55.php\">bioliq\u00ae-Prozess<\/a>\u00a0des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie KIT), DME- Herstellung (<a href=\"https:\/\/www.ise.fraunhofer.de\/de\/forschungsprojekte\/earth2.html\">INDIGO<\/a>-Prozess des Fraunhofer ISE) sowie die Herstellung von SAF und weiteren Kraftstofffraktionen. Anschlie\u00dfend wurde die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette \u2013 von der Herstellung des DME im Ausland unter Nutzung von erneuerbarem Strom und Kohlenstoff aus nachhaltigen Quellen oder der Luft bis zur Umwandlung in Kraftstoffe in Baden-W\u00fcrttemberg  techno-\u00f6konomisch bewertet. Als Vergleichsreferenz diente Methanol als aktueller Stand der Technik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Prozessentwicklung \u00bbMade in Baden-W\u00fcrttemberg\u00ab<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben der Analyse der Wertsch\u00f6pfungsketten wurden im Projekt auch konkrete Herstellungsprozesse weiterentwickelt. Die Purem GmbH und das Fraunhofer ISE untersuchten einen Direct Air Capture-Prozess auf Basis von festen Sorptionsmitteln. Der neu entwickelte DAC-Teststand wurde im zyklischen Betrieb mit industriell relevanten Luftstr\u00f6men gefahren und zeigte dabei Energieeffizienzpotenziale auf.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDas entwickelte Skalierungskonzept erm\u00f6glicht eine kosteng\u00fcnstige Herstellung von DAC-Modulen in automatisierten Fertigungsumgebungen der Automobilindustrie. F\u00fcr Investitionsentscheidungen sind weitere experimentelle Studien im Pilotma\u00dfstab erforderlich\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Robert Szolak, Abteilungsleiter Nachhaltige Syntheseprodukte am Fraunhofer ISE.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In einer Prozesssimulation verglichen die Forschenden zwei DME-Syntheseverfahren (INDIGO von Fraunhofer ISE, konventionelles Verfahren) und die Methanolsynthese hinsichtlich ihrer techno-\u00f6konomischen Kennzahlen. Hierbei zeigte das INDIGO-Verfahren deutlich geringere Betriebs- und Gesamtkosten. F\u00fcr den Projektpartner Mineraloelraffinerie Oberrhein ergibt sich die Option, diesen Prozess als Lizenznehmer in ihrer Raffinerie zu realisieren und von den g\u00fcnstigen Herstellkosten dieses Prozesses \u201eMade in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c zu profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das KIT untersuchte in seinem Labor erstmals die Einzelprozesse zur Olefin- und Kraftstoffsynthese aus DME, indem es den kombinierten Prozess in einer technisch relevanten Gr\u00f6\u00dfe und im kontinuierlichen Betrieb simulierte. Gegen\u00fcber dem Stand der Technik auf Basis von Methanol steigt die Energieeffizienz auf bis zu 90 Prozent, entsprechend sinken die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Durch die Aufarbeitung ausgew\u00e4hlter Oligomerisierungsprodukte wurden Benzin- und Dieselfraktionen sowie SAF erzeugt und das vielversprechende Potenzial zur Synthese von DME-basierten Kraftstoffen gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den techno-\u00f6konomischen Analysen ermittelte das Team die Kraftstoffgestehungskosten f\u00fcr synthetisch hergestelltes DME f\u00fcr vier Szenarien. Dabei sind die Kosten im Innovations-Szenario (mit Technologie\u00bb Made in Baden-W\u00fcrttemberg\u00ab) immer niedriger als im Referenz-Szenario (mit Methanol). Dies liegt an der effizienteren Kraftstoffherstellung auf DME-Basis sowie der effizienten INDIGO-Synthesetechnologie, die zu niedrigeren Investitions- und Betriebskosten f\u00fchrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnsere Studie hat gezeigt, dass die Transformation zu nachhaltigen Kraftstoffen auf Basis von DME ein signifikantes Potenzial zur Kostensenkung bietet. Baden-W\u00fcrttemberg mit seiner industriellen Basis und seinem starken Maschinen- und Anlagenbau hat ideale Voraussetzungen f\u00fcr den Markthochlauf von E-Fuels. Um diese Potenziale zu heben, sind proaktives unternehmerisches Handeln und eine unterst\u00fctzende Industrie- und Technologiepolitik n\u00f6tig\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Achim Schaadt, Abteilungsleiter Nachhaltige Syntheseprodukte.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann Baden-W\u00fcrttemberg die Treibhausgase im Verkehrssektor reduzieren und nachhaltige Kraftstoffe selbst produzieren? Das vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE koordinierte Projekt \u00bbE-Fuels f\u00fcrs L\u00c4ND\u00ab untersuchte die Herstellung von E-Fuels mit maximaler Wertsch\u00f6pfung in Baden-W\u00fcrttemberg, belastbaren Gesch\u00e4ftsmodellen und einem schnellen Markthochlauf. 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