{"id":17724,"date":"2013-11-04T02:02:38","date_gmt":"2013-11-04T00:02:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chemie.de\/news\/145629\/geheimnisse-der-spinnenseide-entschluesselt.html?WT.mc_id=ca0065"},"modified":"2013-10-31T16:14:49","modified_gmt":"2013-10-31T14:14:49","slug":"geheimnisse-der-spinnenseide-entschlusselt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/geheimnisse-der-spinnenseide-entschlusselt\/","title":{"rendered":"Geheimnisse der Spinnenseide entschl\u00fcsselt"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dr. -Ing. Thomas Scheibel von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften (FAN) der Universit\u00e4t Bayreuth erh\u00e4lt den diesj\u00e4hrigen DECHEMA-Preis der Max-Buchner-Forschungsstiftung. Damit werden seine Forschungsarbeiten zur biotechnologischen Herstellung und Charakterisierung von Spinnenseide-Proteinen gew\u00fcrdigt. Auf dieser Basis entwickelte er technisch und medizinisch anwendbare Materialien. Die Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Preises findet am Freitag, dem 29. November 2013, im Rahmen eines Festkolloquiums im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main statt.<\/p>\n<p>Spinnen sind faszinierende Gesch\u00f6pfe. Betrachtet man ein Spinnennetz, so besticht es nicht nur durch seinen filigranen Aufbau. Die Spinnf\u00e4den sind d\u00fcnner als ein menschliches Haar, aber rei\u00dffester als Stahl und dabei gleichzeitig elastischer als Gummi. Diese Eigenschaften machen sie zu einem idealen Rohstoff f\u00fcr medizinische und technische Anwendungen. Deshalb bem\u00fcht man sich seit langem, diesen Naturstoff industriell zu nutzen.<\/p>\n<p>Thomas Scheibel und seinem Team ist es gelungen, Spinnenseide synthetisch in gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab herzustellen. Dadurch ist es m\u00f6glich, neue Materialien f\u00fcr technische und medizinische Anwendungen zu entwickeln: zum Beispiel f\u00fcr Beschichtungen, Sch\u00e4ume und Gele oder Vliesstoffe, Fasern und Garne sowie Folien. Sie besitzen eine hohe Festigkeit und sind trotzdem sehr dehnbar. Diese Kombination war bisher nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auch in der Biomedizin gibt es ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die Spinnenseide. Thomas Scheibel konnte aus Proteinen der Spinnenseide Kapseln herstellen, die erstmals zwei Funktionen gleichzeitig erf\u00fcllen: Sie sch\u00fctzen Enzyme vor den zersetzenden Proteasen und bieten gleichzeitig die M\u00f6glichkeit, die Aktivit\u00e4t der eingeschlossenen Enzyme von au\u00dfen zu steuern und zu beobachten. Damit er\u00f6ffnen sich unter anderem v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten in der Diagnostik.<\/p>\n<p>Thomas Scheibel (Jahrgang 1969) studierte Biochemie an der Universit\u00e4t Regensburg und promovierte dort im Jahr 1998. Es folgte ein Postdoktorat an der University of Chicago\/USA. 2002 \u00fcbernahm er als Arbeitsgruppenleiter den Lehrstuhl f\u00fcr Biotechnologie an der TU M\u00fcnchen und habilitierte dort. Seit 2007 ist er Professor am Lehrstuhl Biomaterialien der Universit\u00e4t Bayreuth. Er ist Mitgr\u00fcnder und Gesellschafter der 2008 ausgegr\u00fcndeten AMSilk GmbH. Scheibel geh\u00f6rt dem Editorial Board verschiedener Zeitschriften an und ist Beirat des Kompetenznetzes Biomimetik des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. Er wurde u.a. mit dem Karl-Heinz-Beckurts-Preis (2008) und der Heinz-Maier-Leibnitz Medaille (2007) ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Der DECHEMA-Preis der Max-Buchner-Forschungsstiftung wird seit 1951 j\u00e4hrlich vergeben. Damit werden herausragende Forschungsarbeiten aus den Bereichen Technische Chemie, Verfahrenstechnik, Biotechnologie und Chemische Apparatetechnik gew\u00fcrdigt. Besonders Arbeiten j\u00fcngerer Forscher werden daf\u00fcr ber\u00fccksichtigt. Sie sollen von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung sein und eine enge Verflechtung von Forschung und praktischer Anwendung zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. &ndash;Ing. 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