{"id":17706,"date":"2013-10-31T08:06:13","date_gmt":"2013-10-31T06:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=17706"},"modified":"2013-11-11T09:29:19","modified_gmt":"2013-11-11T07:29:19","slug":"inro-netzwerk-fur-eine-freiwillige-nachhaltigkeitszertifizierung-der-stofflichen-biomassenutzung-durch-die-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/inro-netzwerk-fur-eine-freiwillige-nachhaltigkeitszertifizierung-der-stofflichen-biomassenutzung-durch-die-industrie\/","title":{"rendered":"INRO \u2013 Netzwerk f\u00fcr eine freiwillige Nachhaltigkeitszertifizierung der stofflichen Biomassenutzung durch die Industrie"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Strom aus fl\u00fcssiger Biomasse und Biokraftstoffe ist eine Nachhaltigkeitszerti- fizierung in Deutschland bereits seit 2011 gesetzlich vorgeschrieben. Doch parallel zur Energiewende ist auch die Rohstoffwende erkl\u00e4rtes Ziel der Politik. Die deutsche Industrie verarbeitet schon heute j\u00e4hrlich fast 3 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Biomasse zu Produkten, weltweit wird ein Vielfaches dieser Menge umgesetzt, Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt sich deshalb die Frage auf, wie eine Nachhaltigkeitszertifizierung im stofflichen Sektor aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die \u201eInitiative Nachhaltige Rohstoffbereitstellung f\u00fcr die stoffliche Biomassenutzung\u201c INRO setzt hier an. 2011 wurde sie mit dem Ziel gegr\u00fcndet, mit Industrieunternehmen eine Vereinbarung zur freiwilligen Zertifizierung nachwachsender Rohstoffe vom Anbau bis zur Erstverarbeitung zu treffen. Eine entsprechende gesetzliche Regelung ist derzeit weder auf nationaler noch auf europ\u00e4ischer Ebene geplant.<\/p>\n<p>Heute umfasst das Netzwerk 37 Teilnehmer. Vertreten sind Unternehmen aus den Branchen Chemie, Automobil, Verpackung, Konsumg\u00fcter, Werkstoffe, Hydraulik- und Schmier\u00f6le, Lacke\/Farben ebenso wie Wirtschaftsverb\u00e4nde und \u2013vereine, deutsche Ministerien und nachgeordnete Beh\u00f6rden, Wissenschaftler, Umwelt- und Entwicklungsverb\u00e4nde sowie deutsche Zertifizierungssysteme.<\/p>\n<p>Inzwischen steht ein Katalog an Nachhaltigkeitsmerkmalen, auf den sich alle Teilnehmer verst\u00e4ndigen konnten. Er bezieht sich auf s\u00e4mtliche industriell genutzten Agrarrohstoffe, neben Pflanzen\u00f6len auch auf Zucker, St\u00e4rke, Fette und Fasern. Holz und Tierfette wurden bislang noch nicht einbezogen. Es wurden sowohl Kriterien festgelegt f\u00fcr den Umweltschutz (wie z.B. Schutz von W\u00e4ldern, Feuchtgebieten, Torfmooren und Standards f\u00fcr eine umweltschonende landwirtschaftliche Praxis) aber auch soziale Kriterien (wie z.B. keine Kinder- und Zwangsarbeit, menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen, Einhaltung von Rechten indigener V\u00f6lker&#8230;) sowie auch \u00f6konomische Kriterien (wie z.B. Ma\u00dfnahmen gegen Korruption, Transparenz..)<\/p>\n<p>Wichtig war allen Teilnehmern, dass Kriterien so formuliert sind, dass sie vor Ort auch \u00fcberpr\u00fcfbar sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Glaubw\u00fcrdigkeit der Zertifizierung ist es von zentraler Bedeutung, dass diese nicht beliebig erfolgt. Das professionelle Niveau der weltweit agierenden Zertifizierungssysteme ist allerdings sehr unterschiedlich. INRO hat deshalb \u201eKriterien f\u00fcr ein gutes Zertifizierungssystem\u201c entwickelt, um den Unternehmen Anhaltspunkte bei der Auswahl zu vermitteln und zugleich den Anbietern Anregungen zur Weiterentwicklung ihrer Systeme zu geben. Die Erarbeitung eines eigenen neuen Zertifizierungssystems f\u00fcr den stofflichen Bereich war hingegen kein Bestandteil von INRO. Denn bei der Produktion von Agrarrohstoffen wird meist nicht unterschieden, wof\u00fcr diese sp\u00e4ter genutzt werden, zudem ist der Aufbau von Zertifizierungssystemen komplex und arbeitsintensiv und eine Doppel- und Mehrfachzertifizierung w\u00e4re eine Zumutung f\u00fcr Landwirte, Ersterfasser, H\u00e4ndler und andere Marktteilnehmer. Deshalb wurden bei INRO bestehende Systeme auf die stoffliche Biomassenutzung angepasst.<\/p>\n<p>Die INRO-Initiative flankiert den auf deutscher und europ\u00e4ischer Ebene beschlossenen Aufbau einer Bio\u00f6konomie. Nicht nur Deutschland, auch die europ\u00e4ische Kommission hat Anfang 2012 eine Bio\u00f6konomie-Strategie und einen dazu geh\u00f6rigen Aktionsplan vorgestellt. Von den Mitgliedsstaaten sind neben Deutschland die Niederlande, Norwegen und D\u00e4nemark besonders weit voran geschritten bei der nationalen Umsetzung.<\/p>\n<p>Mittelfristig strebt INRO die Entwicklung einer Nachhaltigkeitszertifizierung auf europ\u00e4ischer und globaler Ebene an. Langfristig m\u00fcssen s\u00e4mtliche Verwertungspfade von Biomasse zertifiziert werden, nur so lassen sich Verdr\u00e4ngungseffekte vermeiden. Das hei\u00dft, dass auch die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln global kontrolliert werden muss. Sonst k\u00f6nnte die Biomasseproduktion f\u00fcr Energie und stoffliche Nutzung auf zertifizierten Fl\u00e4chen erfolgen, w\u00e4hrend parallel ein nicht nachhaltiger Anbau von Rohstoffen f\u00fcr Lebens- und Futtermittel stattfindet.<\/p>\n<p>Die Nachhaltigkeitskontrolle der gesamten weltweiten Agrar- und Forstwirtschaft ist eine Mammutaufgabe. INRO ist ein erster Schritt auf dem langen Weg dorthin.<\/p>\n<p><em><strong>Weitere Informationen<br \/>\n<\/strong>&#8211; \u00dcber die Autorin:<\/em> <em>Michaele Hustedt vom Berliner Politikberatungsb\u00fcro CPC moderiert INRO, das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) stellt \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), F\u00f6rdermittel zur Verf\u00fcgung.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Informationen zum Projekt finden sich auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\" target=\"_blank\">www.fnr.de<\/a> im Men\u00fc Projekte &amp; F\u00f6rderung unter dem F\u00f6rderkennzeichen 22018411 oder auf <a href=\"http:\/\/www.inro-biomasse.de\" target=\"_blank\">www.inro-biomasse.de<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Am 9. Oktober stellten INRO-Vertreter die Initiative auf einer Tagung in Berlin der \u00d6ffentlichkeit vor. Die Beitr\u00e4ge sind im Internet auf <a href=\"http:\/\/veranstaltungen.fnr.de\/inro2013\/beitraege\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veranstaltungen.fnr.de\/inro2013\/beitraege\/<\/a> nachzulesen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die englische Version der Pressemeldung finden Sie <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/inro-initiative-sustainable-provision-raw-materials-material-use-biomass\/\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Strom aus fl\u00fcssiger Biomasse und Biokraftstoffe ist eine Nachhaltigkeitszerti- fizierung in Deutschland bereits seit 2011 gesetzlich vorgeschrieben. Doch parallel zur Energiewende ist auch die Rohstoffwende erkl\u00e4rtes Ziel der Politik. Die deutsche Industrie verarbeitet schon heute j\u00e4hrlich fast 3 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Biomasse zu Produkten, weltweit wird ein Vielfaches dieser Menge umgesetzt, Tendenz steigend. 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