{"id":177010,"date":"2026-05-22T07:26:00","date_gmt":"2026-05-22T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=177010"},"modified":"2026-05-15T13:36:57","modified_gmt":"2026-05-15T11:36:57","slug":"regionaler-hanfbast-fur-leichtbauprofile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/regionaler-hanfbast-fur-leichtbauprofile\/","title":{"rendered":"Regionaler Hanfbast f\u00fcr Leichtbauprofile"},"content":{"rendered":"\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"656\" height=\"372\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-15-um-13.12.11.png\" alt=\"Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so-\nwie auf der Techtextil pr\u00e4sentiert.\" class=\"wp-image-177039\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-15-um-13.12.11.png 656w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-15-um-13.12.11-300x170.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-15-um-13.12.11-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-15-um-13.12.11-400x227.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA sowie auf der Techtextil pr\u00e4sentiert. \u00a9 STFI<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der Anbau von Faserhanf f\u00fcr die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff f\u00fcr die Verst\u00e4rkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im <a href=\"https:\/\/www.iwu.fraunhofer.de\/de\/projekte\/cannapul.html\">Projekt CannaPul<\/a>, wie eine regionale Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr hanf-basierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Daf\u00fcr werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Faserstr\u00e4ngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Ausgangslage<\/h3>\n\n\n\n<p>Faserverst\u00e4rkte Kunststoffe sind Werkstoffe, die aus Verst\u00e4rkungsfasern und einer Kunststoffmatrix bestehen und sich als vielseitige und leistungsf\u00e4hige Materialien mit hoher Festigkeit und Steifigkeit etabliert haben. Das Pultrusionsverfahren (Strangziehen) ist ein kontinuierliches Herstellungsverfahren f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe, bei dem hochwertige Profile entstehen. Endlose Faserstr\u00e4nge aus Glas-, Carbon- oder Naturfasern, sogenannte Rovings, werden durch ein duroplastisches Harzbad in eine beheizte Form gezogen und thermisch ausgeh\u00e4rtet. Es entstehen hochwertige Profile mit konstantem Querschnitt, hoher Festigkeit und geringem Gewicht, die sich ideal f\u00fcr Anwendungen eignen, die Leichtigkeit, Korrosionsbest\u00e4ndigkeit und Haltbarkeit erfordern. Die erd\u00f6lbasierten Komponenten sollen perspektivisch durch biobasierte Rohstoffe substituiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Entwicklungsziel<\/h3>\n\n\n\n<p>Die zentrale Herausforderung im Forschungsprojekt CannaPul ist die Entwicklung und die Anwendung von biobasierten, regional verf\u00fcgbaren Werkstoffen. Ziel ist die Herstellung endlosfaserverst\u00e4rkter Profilstrukturen aus Hanfbastfasern in Kombination mit biobasierter thermoplastischer Matrix. Voraussetzung daf\u00fcr ist einerseits die Bereitstellung von geeigneten Naturfaserstr\u00e4ngen aus dem nachwachsenden regionalen Rohstoff Hanfbast. Zum anderen erfordert der Prozess das Aufbringen einer thermoplastischen Biopolymermatrix mit niedriger Viskosit\u00e4t und entsprechend hoher Flie\u00dff\u00e4higkeit sowie einer niedrigen Schmelztemperatur, um eine thermische Sch\u00e4digung oder ein Verbrennen der Hanffasern zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Kooperation <\/h3>\n\n\n\n<p>Projektbeteiligte bei CannaPul sind das S\u00e4chsische Textilforschungsinstitut e.V. Chemnitz (STFI) und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz (IWU). Das STFI untersucht die textiltechnische Verarbeitung von hochfesten Hanfbaststreifen zu endlosen Faserstr\u00e4ngen und stellt im Ergebnis biobasierte Bewehrungsfasern f\u00fcr den Pultrusionsprozess bereit. Die abgesch\u00e4lten Hanfbaststreifen werden durch einen Fibrillierprozess vereinzelt und gleichm\u00e4\u00dfig als Band abgelegt. Das Band wird durch einen Ummantelungsprozess zugfest stabilisiert und als Garn bereitgestellt.<br><br>Das IWU k\u00fcmmert sich um die zahlreichen Herausforderungen beim Prozess der Pultrusion. Hierbei gilt es, die Viskosit\u00e4t der Schmelze und die Verarbeitungstemperatur von Thermoplast auf das biogene Fasermaterial abzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Prozess<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Pultrusion wird die thermoplastische Schmelze aus Granulaten erzeugt. Die Herausforderung besteht dabei in der vollst\u00e4ndigen Impr\u00e4gnierung der Fasern sowie einer gleichm\u00e4\u00dfigen Faserverteilung. Gleichzeitig soll ein Faservolumenanteil von mindestens 50% erreicht werden, um hohe mechanische Kennwerte, insbesondere eine hohe spezifische (gewichtsbezogene) Zugfestigkeit, sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Warenabzugsgeschwindigkeit von bis zu 1000 mm\/min ist w\u00e4hrend der Pultrusion eine Querschnittsfl\u00e4che von 20 mm\u00b2 zuverl\u00e4ssig und vollst\u00e4ndig mit der thermoplastischen Schmelze zu impr\u00e4gnieren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Heike Metschies, Projektleiterin am STFI<\/strong>, h\u00e4lt fest: \u201eErste Ergebnisse liegen bereits in Form von rechteckigen Profilen mit Hanfbewehrung und thermoplastischer Matrix vor. Diese konnten wir auf der AGRA 26 in Leipzig u.a. dem S\u00e4chsischen Staatsminister f\u00fcr Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch vorstellen und auf der Techtextil in Frankfurt am Main einem gro\u00dfen Fachpublikum pr\u00e4sentieren.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf des Projektes CannaPul wird die Substitution der noch erd\u00f6lbasierten thermoplastischen Matrix durch eine biogene Thermoplastmatrix untersucht, die Vergr\u00f6\u00dferung des Profilquerschnittes umgesetzt und weitere Anstrengungen zur Qualit\u00e4tsverbesserung des Hanffaserrovings unternommen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Danksagung<\/em><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Das Projekt wird kofinanziert durch Steuermittel von der Europ\u00e4ischen Union und dem Freistaat Sachsen im Rahmen des Programmes f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) und dem Just Transition Fund (JTF) im F\u00f6rderzeitraum 2021 bis 2027.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das S\u00e4chsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)<\/h3>\n\n\n\n<p>Als praxisnaher Partner begleitet das S\u00e4chsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) Unternehmen seit \u00fcber 30 Jahren bei der Entwicklung marktf\u00e4higer Innovationen. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft bietet das STFI zukunftsorientierte Forschung, zuverl\u00e4ssige Textilpr\u00fcfung und Zertifizierung von pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung f\u00fcr passgenaue L\u00f6sungen, die den wirtschaftlichen Erfolg von morgen sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fchrend in Vliesstoffen und im mechanischen Recycling nehmen wir bei der Transformation der Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Hochleistungsfasern eine Vorreiterrolle ein. Technische Web- und Maschenwaren, die Funktionalisierung sowie die Digitalisierung textiler Prozesse erweitern das Technologiespektrum des STFI. Die Technika und Labore des Instituts zeichnen sich durch ein umfangreiches Portfolio an Industrieanlagen im industriellen und semiindustriellen Ma\u00dfstab aus. Unser Wissen teilen wir in der STFI-Akademie mit Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten entlang der textilen Wertsch\u00f6pfungskette. Seit 2006 ist das STFI An-Institut der TU Chemnitz. Dar\u00fcber hinaus engagiert sich das STFI als Mitglied aktiv in der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V. und in der S\u00e4chsischen Industrieforschungsgemeinschaft (SIG). Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.stfi.de\">https:\/\/www.stfi.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anbau von Faserhanf f\u00fcr die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff f\u00fcr die Verst\u00e4rkung in Faserverbundwerkstoffen. 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