{"id":176903,"date":"2026-05-19T07:35:00","date_gmt":"2026-05-19T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176903"},"modified":"2026-05-13T13:59:30","modified_gmt":"2026-05-13T11:59:30","slug":"uber-den-weinanbau-hinaus-weinemissionen-in-biobasierte-wertstoffe-umwandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/uber-den-weinanbau-hinaus-weinemissionen-in-biobasierte-wertstoffe-umwandeln\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Weinanbau hinaus: Weinemissionen in biobasierte Wertstoffe umwandeln"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"688\" height=\"516\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/465141.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-176925\" style=\"width:576px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/465141.jpg 688w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/465141-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/465141-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/465141-360x270.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Milen\/stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die europ\u00e4ische Weinindustrie steht unter dem Druck, Emissionen zu senken, weniger Zusatzstoffe einzusetzen und nachhaltiger zu wirtschaften, w\u00e4hrend es gleichzeitig die wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu behaupten gilt. Das EU-finanzierte Projekt\u00a0<a href=\"https:\/\/redwineproject.eu\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">REDWine<\/a> hat sich diesen Herausforderungen angenommen, indem zwei wichtige Abfallstr\u00f6me von Weinkellereien \u2013 CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und Abw\u00e4sser \u2013 in biobasierte Erzeugnisse umgewandelt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eREDWine hat bewiesen, dass diesen einen interessanten Wert aufweisen k\u00f6nnen\u201c, sagt Projektkoordinator <strong>Miguel Cach\u00e3o. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es stellt sich heraus, dass dieser Wert in Form von Mikroalgenbiomasse, abgeschiedenem CO<sub>2<\/sub> und einem neuen kreislauforientierten Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr die Weinherstellung in ganz Europa zutage tritt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von Abfallstr\u00f6men zu neuen M\u00e4rkten<\/h3>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Innovation des Projekts ist ein integriertes System, welches das bei der G\u00e4rung freigesetzte CO<sub>2<\/sub> abscheidet, reinigt, verfl\u00fcssigt und zur Wiederverwendung speichert. REDWine hat das System erfolgreich unter realen Betriebsbedingungen an seinem Demonstrationsstandort in Palmela, Portugal, erprobt, an dem zwei Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Jahr zur\u00fcckgewonnen werden k\u00f6nnen. Das zur\u00fcckgewonnene CO<sub>2<\/sub> wurde als Wachstumsfaktor f\u00fcr die Aufzucht von Mikroalgen wiederverwendet. Das Abwasser der Weinkellerei diente als fl\u00fcssiges Medium und erm\u00f6glichte die\u00a0<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10811-024-03422-8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Z\u00fcchtung von <\/a><em><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10811-024-03422-8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chlorella vulgaris<\/a>,<\/em> einer vielseitigen Mikroalgenart, in einer Reihe von Photobioreaktorsystemen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, darunter Flachpanel-, r\u00f6hrenf\u00f6rmige- und KI-gesteuerte Designs. <\/p>\n\n\n\n<p>REDWine geht davon aus, dass das System den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck in der gesamten Weinwertsch\u00f6pfungskette um mehr als 30% verringern kann. Die mit diesem Verfahren erzeugte Mikroalgenbiomasse wird zu Proteinen, Lipiden, Pigmenten und bioaktiven Verbindungen verarbeitet, welche in der Landwirtschaft, in der Kosmetik, in der Lebensmittelindustrie und in der Weinherstellung selbst Anwendung finden und Sulfite durch algenbasierte Inhaltsstoffe als Konservierungsmittel ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Skalierbare Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr europ\u00e4ische Weinbauregionen<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden drei sich erg\u00e4nzende Gesch\u00e4ftsmodelle entwickelt und erprobt. Bei dem in die Weinkellerei integrierten Modell installiert ein einziger Herstellungsbetrieb das gesamte System vor Ort. Bei dem zentralisierten Bioraffineriemodell sind die einzelnen Weinkellereien f\u00fcr die Biomasseerzeugung zust\u00e4ndig, w\u00e4hrend die Verarbeitung und Extraktion wertvoller Verbindungen in einer gemeinsamen regionalen Anlage erfolgt, so dass die Weinkellereien weniger Investitionsaufwand und betriebliche Komplexit\u00e4t haben. Das dritte Modell besteht aus einem genossenschaftlichen Ansatz, bei dem eine zentrale, gemeinsam genutzte Anlage, ein sogenannter Bio-Hub, sowohl die Algenzucht als auch die Biomasseverarbeitung durchf\u00fchrt. Diese Anordnung erm\u00f6glicht eine gr\u00f6\u00dfere Skalierbarkeit und Effizienz und bezieht zudem kleinere Weinkellereien in das System ein, ohne dass gr\u00f6\u00dfere Investitionen in die Infrastruktur erforderlich sind. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas REDWine-Projekt sieht eine stufenweise Kommerzialisierung vor\u201c, sagt <strong>Cach\u00e3o.<\/strong> \u201eDie Empfehlung lautet, zun\u00e4chst mit L\u00f6sungen zur Kohlenstoffabscheidung in den Weinkellereien zu beginnen, und eine stufenweise Ausweitung auf regionale Zusammenarbeit und zentrale Verarbeitungs-Hubs zu verfolgen.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Durch die Einf\u00fchrung des Systems k\u00f6nnen Weinkellereien neue Einnahmen aus dem Verkauf von Mikroalgenbiomasse, veredelten bioaktiven Inhaltsstoffen, abgeschiedenem CO<sub>2<\/sub> und hochwertigen nachhaltigen Weinen erzielen. Das Projekt sch\u00e4tzt das adressierbare Gesamtmarktvolumen f\u00fcr aus Mikroalgen gewonnene Inhaltsstoffe auf 3,55 Milliarden Euro. Abgesehen von den Einnahmen erfordert das genossenschaftliche Bio-Hub-Modell spezialisierte F\u00e4higkeiten in den Bereichen Algenproduktion, Bioraffineriebetrieb und Logistik, so dass sich neue Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten in l\u00e4ndlichen Weinbauregionen auftun. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Das Modell hat ein gro\u00dfes Nachbildungspotenzial, \u201einsbesondere in S\u00fcdeuropa \u2013 Spanien, Frankreich, Italien und Portugal \u2013 wo die meisten Weinberge, verf\u00fcgbares Sonnenlicht und Nachhaltigkeitsinitiativen kulminieren\u201c, so <strong>Cach\u00e3o<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Regionen verf\u00fcgen au\u00dferdem \u00fcber genossenschaftliche Gesch\u00e4ftsstrukturen, die als Rahmen f\u00fcr gemeinsame Bio-Hubs und Bioraffinerien dienen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sein Fazit lautet: \u201eIn dem Ma\u00dfe, wie sich die CO<sub>2<\/sub>-Preise, die Nachhaltigkeitszertifizierung und die Nachfrage der Verbraucherschaft nach \u00d6koweinen versch\u00e4rfen, kann REDWine auf alle europ\u00e4ischen Weinbauregionen ausgeweitet werden und von lokalen Pilotprojekten zu einem europaweiten Modell werden, das die Umweltleistung, die wirtschaftliche Widerstandsf\u00e4higkeit und sektor\u00fcbergreifende Innovationen in der biobasierten Wirtschaft verbessert.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ische Weinindustrie steht unter dem Druck, Emissionen zu senken, weniger Zusatzstoffe einzusetzen und nachhaltiger zu wirtschaften, w\u00e4hrend es gleichzeitig die wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu behaupten gilt. 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