{"id":176555,"date":"2026-05-08T07:23:00","date_gmt":"2026-05-08T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176555"},"modified":"2026-05-04T16:11:12","modified_gmt":"2026-05-04T14:11:12","slug":"industrie-braucht-ruckenwind-fur-die-transformation-jetzt-transformationsbooster-fur-kreislaufwirtschaft-einleiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/industrie-braucht-ruckenwind-fur-die-transformation-jetzt-transformationsbooster-fur-kreislaufwirtschaft-einleiten\/","title":{"rendered":"Industrie braucht R\u00fcckenwind f\u00fcr die Transformation \u2013 jetzt \u201eTransformationsbooster\u201c f\u00fcr Kreislaufwirtschaft einleiten"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"820\" height=\"252\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-176558\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1.png 820w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1-300x92.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1-150x46.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1-768x236.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-04-um-12.48.41-1-400x123.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die deutsche Kunststoff- und Recyclingindustrie befindet sich in einer besorgniserregenden Lage. Die M\u00e4rkte f\u00fcr Kunststoffrezyklate und Neuware sind durch wesentlich g\u00fcnstigere Importe und mangelnde Planungssicherheit wirtschaftlich kaum noch tragf\u00e4hig. Absatz und Auftragseingang sind seit 2021 um gut 20 Prozent eingebrochen. Hohe Energie-, Rohstoff- und B\u00fcrokratiekosten belasten zudem die heimische Produktion, die zunehmend durch wesentlich g\u00fcnstigere Importe unter Druck ger\u00e4t. Viele Anlagen sind seit drei Jahren nicht mehr rentabel ausgelastet. Geopolitische und regulatorische Unsicherheiten nehmen zu. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen sind drastisch: Unternehmen schlie\u00dfen Anlagen und Betriebe oder verschieben Investitionen. Teilweise werden bereits heute Aktivit\u00e4ten ins Ausland verlagert. Klar ist: Ein einmal verlorenes industrielles Fundament l\u00e4sst sich kaum wieder zur\u00fcckgewinnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Transformationsbooster f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft <\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung hat bereits erste wichtige Schritte unternommen, um Energiekosten zu senken, B\u00fcrokratie zu entschlacken und mit dem \u201eInvestitionsbooster\u201c 2025 die steuerlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Diese Ma\u00dfnahmen sind richtige Schritte, reichen jedoch nicht aus, um die strukturellen Standortnachteile auszugleichen, Abwanderungen und Werkschlie\u00dfungen zu stoppen und die erforderliche Transformation zu einem klimaneutralen und zirkul\u00e4ren Wirtschaftsstandort Deutschland zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bedarf daher zus\u00e4tzlicher Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts Deutschland und flankierend einen \u201eTransformationsbooster\u201c f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft: Erstens m\u00fcssen verl\u00e4ssliche Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr kreislauff\u00e4hige Produkte geschaffen werden. Zweitens braucht es eine gezielte Unterst\u00fctzung von Investitionen in innovative und nachhaltige Technologien f\u00fcr die qualitative Transformation (Produkte, Gesch\u00e4fts- und Produktionsmodelle) der Industrie und in die Forschung und Entwicklung neuer Verfahren, etwa beim mechanischen und chemischen Recycling. <\/p>\n\n\n\n<p>Ressourceneffizienz, Rohstoffsicherung und Klimaschutz bieten auch am Standort Deutschland gro\u00dfe Chancen f\u00fcr Wertsch\u00f6pfung, zukunftssichere und sozialpartnerschaftlich gepr\u00e4gte Arbeitspl\u00e4tze und Resilienz. Diese Beitr\u00e4ge zur Standortattraktivit\u00e4t Deutschlands m\u00fcssen politisch flankiert und gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Infrastruktur und Klimaneutralit\u00e4t mit 100 Mrd. EUR im Klima- und Transformationsfonds ist ein wichtiger Hebel. Teile dieser Mittel m\u00fcssen gezielt in den Aufbau einer umfassenden Kreislaufwirtschafts- und Forschungsinfrastruktur flie\u00dfen und alle R-Strategien entlang der Wertsch\u00f6pfungskette systematisch st\u00e4rken. Dazu braucht es die Integration in politische und gesetzliche Regelwerke, ein Level-Playing-Field f\u00fcr kreislauff\u00e4hige<br>Produkte sowie eine gezielte Unterst\u00fctzung des Transfers \u00fcber die Pilot- und Demonstrationsphase.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Investitionsschwerpunkte f\u00fcr den Transformationsbooster<\/h3>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>1.<\/strong> <strong>Plattform f\u00fcr Kreislaufwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Aufbau und dauerhafte Verstetigung der in der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) angek\u00fcndigten Plattform \u2013 zur Vernetzung aller Akteure f\u00fcr die Transformation und Innovationsf\u00f6rderung in der Industrie.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>2.<\/strong> <strong>Abfallmanagement und Recyclinginfrastruktur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Weiterentwicklung etablierter Sammel-, Sortier- und Recyclingverfahren, um Rezyklat-Kapazit\u00e4ten zu erh\u00f6hen.<\/li>\n\n\n\n<li>Qualitative Transformation: Investitionen in Infrastrukturen, Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Mehrweg und Reparatur f\u00f6rdern.<\/li>\n\n\n\n<li>Technologieentwicklung zur Erschlie\u00dfung bislang kaum nutzbarer Abfallstr\u00f6me (z.B. komplexe Verpackungen, Bauabf\u00e4lle, Medizintechnik, Automobilkunststoffe).<\/li>\n\n\n\n<li>Nutzung digitaler und KI-basierter Sortiertechnologien.<\/li>\n\n\n\n<li>Aufbau und Skalierung moderner Recyclingverfahren \u2013 von mechanischen \u00fcber l\u00f6semittelbasierte hin zu chemischen Aufbereitungsverfahren.<\/li>\n\n\n\n<li>Einf\u00fchrung erweiterter Abschreibungsmodelle f\u00fcr Investitionen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>3.<\/strong> <strong>Forschung, Innovation und Standardisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Design-Entwicklung kreislauff\u00e4higer Produkte und Materialien<\/li>\n\n\n\n<li>Etablierung sektoraler Reallabore zur Nutzung nicht-fossiler Kohlenstoffquellen f\u00fcr die verschiedenen zirkul\u00e4ren Pfade (Recycling, Biomasse, CCU). Dabei Ber\u00fccksichtigung der Anforderungen der Industrie hinsichtlich F\u00f6rderung und Projektgestaltung: M\u00f6glichkeit der Anpassung regulativer Rahmenbedingungen ex ante bzw. in der Projektphase.<\/li>\n\n\n\n<li>Unterst\u00fctzung beim Transfer von Technologien bis zur Marktreife durch F\u00f6rderung von Projekten mit h\u00f6heren Technologiereifegraden.<\/li>\n\n\n\n<li>Proaktive Gestaltung europ\u00e4ischer Standards als unverzichtbarer Bestandteil eines resilienten Industriestandorts.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein flankierender politischer Rahmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Wirksamkeit der get\u00e4tigten Investitionen l\u00e4sst sich durch einen flankierenden politischen Rahmen, der Investoren einen klaren Business Case aufzeigt, entschieden hebeln. Das Eckpunktepapier zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bietet Chancen, weitere Ma\u00dfnahmen zu etablieren.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unterst\u00fctzung verbindlicher Quoten f\u00fcr den Rezyklateinsatz auf europ\u00e4ischer Ebene.<\/li>\n\n\n\n<li>Rechtliche Klarheit \u00fcber das Level-Playing-Field von mechanisch und chemisch recycelten Rohstoffen.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberarbeitung der \u00d6komodulierung von Lizenzentgelten (\u00a726 VerpackDG) als gezielter finanzieller Anreiz f\u00fcr kreislauff\u00e4hige Verpackungen \u2013 zur F\u00f6rderung der Recyclingf\u00e4higkeit von Verpackungen und des Rezyklateinsatzes.<\/li>\n\n\n\n<li>Verankerung von Rezyklaten und zu definierenden kreislauff\u00e4higen sowie klimafreundlichen Produkten in der \u00f6ffentlichen Beschaffung.<\/li>\n\n\n\n<li>Pr\u00fcfung von Ma\u00dfnahmen zur besseren Sortierung und stofflichen Verwertung gemischter Haushalts- und Gewerbeabf\u00e4llen.<\/li>\n\n\n\n<li>Weiterf\u00fchrung von Klimaschutzvertr\u00e4gen \u00fcber das 2. Gebotsverfahren hinaus. Die F\u00f6rderung von Zukunftstechnologien sollte nicht nur auf Klimaschutztechnologien, sondern auch auf L\u00f6sungen f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft einzahlen.<\/li>\n\n\n\n<li>St\u00e4rkung des Vollzugs, um sicherzustellen, dass importierte Produkte deutschem und europ\u00e4ischem Recht entsprechen.<br>\u00dcber diese Ma\u00dfnahmen hinaus gilt es zudem, die Verg\u00fcnstigungen im Rahmen des Industriestrompreises oder anderer Entlastungsprogramme auch f\u00fcr Recycler zug\u00e4nglich zu machen, indem die Einstufung der relevanten Wirtschaftszweigklassen erweitert wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Appell an die Bundesregierung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die deutsche Kunststoff- und Recyclingindustrie steht an einem Wendepunkt. Ohne schnelle und entschlossene politische Signale \u2013 einer St\u00e4rkung zirkul\u00e4rer Absatzm\u00e4rkte sowie der strukturellen Unterst\u00fctzung der Transformation \u2013 steht eine Erosion industrieller Wertsch\u00f6pfung und Arbeitspl\u00e4tze bevor. Jetzt ist der Moment, kraftvolle Impulse zu setzen, Investitionen in die klimaneutrale Kreislaufwirtschaft auszul\u00f6sen und den Transformationsprozess zu beschleunigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland braucht die Kreislaufwirtschaft. Diese braucht wiederum industrielle Substanz, Innovationskraft und entschlossenen Klimaschutz. Der Transformationsbooster Kreislaufwirtschaft ist \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Kunststoff- und Recyclingindustrie befindet sich in einer besorgniserregenden Lage. Die M\u00e4rkte f\u00fcr Kunststoffrezyklate und Neuware sind durch wesentlich g\u00fcnstigere Importe und mangelnde Planungssicherheit wirtschaftlich kaum noch tragf\u00e4hig. 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