{"id":176544,"date":"2026-05-07T07:23:00","date_gmt":"2026-05-07T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176544"},"modified":"2026-05-04T16:05:37","modified_gmt":"2026-05-04T14:05:37","slug":"forschungsprojekt-untersucht-fortgesetzten-biologischen-abbau-kompostierbarer-kunststoffe-im-boden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungsprojekt-untersucht-fortgesetzten-biologischen-abbau-kompostierbarer-kunststoffe-im-boden\/","title":{"rendered":"Forschungsprojekt untersucht fortgesetzten biologischen Abbau kompostierbarer Kunststoffe im Boden"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-176548\" style=\"width:683px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-768x512.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1-400x267.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/05\/Gummistiefel-im-Kartoffelfeld-e1734432336622-1536x1024-1.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 INAK<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Der biologische Abbau von Partikeln aus kompostierbaren Kunststofffolien unter realistischen Bedingungen im Boden soll in einem neuen Forschungsprojekt untersucht werden. Das k\u00fcrzlich angelaufene deutsch-\u00f6sterreichische Partnerprojekt \u201cFortgesetzter biologischer Abbau von Fragmenten aus zertifiziert kompostierbaren Kunststofffolien im Boden unter realen Bedingungen\u201d will wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse dar\u00fcber gewinnen, wie schnell sich Fragmente solcher Kunststofffolien, die \u00fcber den Kompost in den Boden gelangen k\u00f6nnten, dort biologisch abbauen. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis der biologischen Abbaubarkeit von kompostierbaren Kunststofffolien und ihrem Verhalten in der Umwelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund: Kompostierbare Kunststoffe im biologischen Kreislauf<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zertifiziert kompostierbare Bioabfall-Sammelbeutel werden in vielen Haushalten genutzt. Sie erleichtern die hygienische Getrenntsammlung von K\u00fcchenabf\u00e4llen und den Transport zur Biotonne.<sup>[1]<\/sup> In \u00d6sterreich sind sehr leichte Kunststofftragetaschen seit 2020 verpflichtend kompostierbar. Sie dienen zun\u00e4chst als Einkaufstasche f\u00fcr loses Obst- und Gem\u00fcse, k\u00f6nnen dann zur Frischhaltung der Lebensmittel verwendet und schlie\u00dflich f\u00fcr die Sammlung und Entsorgung von Bioabf\u00e4llen genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland sind kompostierbare Bioabfallbeutel f\u00fcr die Sammlung und Entsorgung von Biogut grunds\u00e4tzlich erlaubt, sofern keine abweichenden Regelungen der \u00f6ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr\u00e4ger bestehen und sie die Anforderungen der Bioabfallverordnung erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6rt unter anderem, dass die Bioabfall-Sammelbeutel innerhalb von 6 Wochen Behandlungsdauer in den Kompostieranlagen abbauen und in Fragmente kleiner als zwei Millimeter desintegrieren. Die Einhaltung dieses Kriteriums muss durch ein unabh\u00e4ngiges Zertifizierungsverfahren z.B. \u201eDINplus Bioabfall-Beutel\u201c auf Basis der Norm DIN EN 13432 nachgewiesen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Projektziel: Untersuchung des biologischen Abbaus im Boden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Forschungsprojekt wird untersuchen, inwiefern m\u00f6glicherweise im Kompost verbleibende Folienfragmente unter realen Bedingungen im Boden weiter biologisch abgebaut werden, und die Verstoffwechselung durch Bodenmikroorganismen quantifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr werden in zwei Bioabfallbehandlungsanlagen, einem Kompostwerk in \u00d6sterreich sowie einer Verg\u00e4rungsanlage mit nachgeschalteter Kompostierung in Deutschland, zertifiziert industriell kompostierbare Folien im Rahmen der Routineprozesse behandelt und damit Komposte erzeugt, die entsprechende Fragmente enthalten. Die Komposte werden anschlie\u00dfend auf B\u00f6den aufgebracht. \u00dcber einen Zeitraum von voraussichtlich 24 Monaten werden dann regelm\u00e4\u00dfig Proben entnommen, um den Abbau der verbliebenen Partikel zu verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt bringt Partner aus Wissenschaft, Materialherstellung und der Bioabfallbehandlung zusammen. Beteiligt sind renommierte Institute der Universit\u00e4t Wien, der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien (BOKU) und der ETH Z\u00fcrich. Getragen wird es durch das \u00f6sterreichische b\u00fcndnis mikroplastikfrei und die deutsche Initiative nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft (INAK). Ein interdisziplin\u00e4r besetzter Beirat mit Fachleuten aus Abfallwirtschaft, Kompost- und Erdenwirtschaft sowie Wissenschaft und Politik begleitet das Projekt eng, um die Erfahrungen aller relevanten deutschen und \u00f6sterreichischen Stellen einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eZertifiziert kompostierbare Kunststoffe k\u00f6nnen in bestimmten Anwendungen eine Alternative zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffen sein, um dazu beizutragen, den Eintrag von persistentem Mikroplastik in den Kompost und die B\u00f6den zu reduzieren. Entscheidend ist jedoch, dass wissenschaftlich fundierte Nachweise erbracht werden, die belegen, wie schnell m\u00f6gliche im Kompost noch verbleibende Reste im Boden weiter abgebaut werden\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Katrin Schwede von der Initiative nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft e.V. (INAK).<\/strong> \u201eMit diesem Projekt f\u00fchren wir ein gro\u00df angelegtes Monitoring durch, um den Verbleib und Abbau solcher Fragmente entlang der gesamten Prozesskette von der Kompostierung bis in den Boden systematisch zu untersuchen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:18px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber das Projekt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Forschungsprojekt untersucht den fortgesetzten biologischen Abbau zertifiziert kompostierbarer Kunststoffe im Boden \u00fcber mindestens ein Jahr. Durch den Einsatz modernster Analysemethoden und realit\u00e4tsnaher Bedingungen wird ein umfassendes Verst\u00e4ndnis der biologischen Abbauprozesse angestrebt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Bewusstsein f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten und Grenzen kompostierbarer Kunststoffe zu sch\u00e4rfen, Kompostanwendern die Auswirkungen im Boden aufzuzeigen und fundierte Grundlagen f\u00fcr zuk\u00fcnftige regulatorische Entscheidungen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber das\u00a0b\u00fcndnis mikroplastikfrei<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das\u00a0b\u00fcndnis mikroplastikfrei\u00a0ist ein internationaler Zusammenschluss von wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen, Interessensverb\u00e4nden und der kommunalen Verwaltung. Es ist Drehscheibe f\u00fcr Knowhow und Austausch, um L\u00f6sungsstrategien zur Reduktion von Mikroplastik in der Umwelt zu entwickeln. Das b\u00fcndnis mikroplastikfrei ist zudem einer der mitwirkenden Partnerorganisationen beim Aktionsplan Mikroplastik 2022-2025 der \u00f6sterreichischen Bundesregierung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die\u00a0Initiative nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Die\u00a0Initiative nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft e.V. (INAK)\u00a0ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Wissenschaftlern, Entsorgern und Zertifizierern, der sich f\u00fcr den Einsatz biologisch abbaubarer und kompostierbarer Materialien in sinnvollen Anwendungsbereichen stark macht, um Mikroplastikeintr\u00e4ge zu vermeiden und nat\u00fcrliche Ressourcen im Kreislauf zu halten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Daniel Steinit<br>b\u00fcndnis mikroplastikfrei<br>E-Mail: <a href=\"mailto:steinitz@mikroplastikfrei.at\">steinitz@mikroplastikfrei.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Katrin Schwede, <br>Initiative nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft e.V. (INAK)<br>E-Mail: <a href=\"mailto:schwede@inak.bio\">schwede@inak.bio<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><sup>[1]<\/sup>\u00a0<sub>C.A.R.M.E.N. e.V (2022).: N. Arbeck, J. Lehmann, N. Sporrer, U, Peintner, Witzenhausen-Institut f\u00fcr Abfall, Umwelt und Energie GmbH: Dr-Ing. M. Kern, H.-J. Siepenkothen: Abschlussbericht zum Modellprojekt, Praxistest Bio-Beutel \u2013 Kreislaufwirtschaft mit kompostierbaren Obst- und Gem\u00fcsebeuteln, <a href=\"https:\/\/www.carmen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abschlussbericht_Praxistest-Bio-Beutel.pdf\">https:\/\/www.carmen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abschlussbericht_Praxistest-Bio-Beutel.pdf<\/a><\/sub><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der biologische Abbau von Partikeln aus kompostierbaren Kunststofffolien unter realistischen Bedingungen im Boden soll in einem neuen Forschungsprojekt untersucht werden. 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