{"id":176407,"date":"2026-05-05T07:26:00","date_gmt":"2026-05-05T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176407"},"modified":"2026-04-29T11:49:39","modified_gmt":"2026-04-29T09:49:39","slug":"reifenabrieb-macht-ein-drittel-des-meeresplastiks-aus-forscher-und-start-up-entwickeln-losungen-gegen-mikroplastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/reifenabrieb-macht-ein-drittel-des-meeresplastiks-aus-forscher-und-start-up-entwickeln-losungen-gegen-mikroplastik\/","title":{"rendered":"Reifenabrieb macht ein Drittel des Meeresplastiks aus: Forscher und Start-up entwickeln L\u00f6sungen gegen Mikroplastik"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Kleine Partikel, gro\u00dfe Arbeit:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.chemie.de\/news\/mikroplastik\/order_t\/\">Mikroplastik<\/a>&nbsp;schwebt in der Luft, treibt in den Ozeanen und befindet sich sogar im Trinkwasser. Die Kunststoffteilchen sind kleiner als f\u00fcnf Millimeter, kaum abbaubar und gelten als gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Umwelt und menschliche Gesundheit. Zu den Hauptquellen von Mikroplastik geh\u00f6rt der Abrieb von Reifen, der auf Stra\u00dfen zur\u00fcckbleibt und vom Regen in die Kanalisation und schlie\u00dflich in die Gew\u00e4sser gesp\u00fclt wird. Eine Idee, um dieses Problem zu l\u00f6sen, hat das Start-up MicroBubbles aus Bad Lippspringe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"502\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-1024x502.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-176434\" style=\"width:766px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-1024x502.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-300x147.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-150x74.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-768x376.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43-400x196.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-28-um-14.06.43.png 1177w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Symbolbild \/ AI-generated image<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Allein in NRW gibt es rund 1.500 Regenkl\u00e4rbecken. Diese werden beispielsweise zur Behandlung von verschmutztem Niederschlagswasser von Stra\u00dfen eingesetzt. Sie speichern und reinigen Niederschlagswasser bei Regen und geben es in angeschlossene Gew\u00e4sser ab. Das Niederschlagswasser f\u00fchrt jedoch auch jede Menge Feinpartikel wie Mikroplastik mit sich, das in erster Linie durch den Abrieb von Autoreifen entsteht und sich von den Regenkl\u00e4rbecken aus in andere Gew\u00e4sser weiter verteilen kann: Etwa ein Drittel des Mikroplastiks im Meer stammt heute von Reifen. \u201eEin wichtiger Schritt w\u00e4re es deshalb, das Mikroplastik schon fr\u00fch im Wasserkreislauf, beispielsweise in den Regenkl\u00e4rbecken, aus dem Wasser zu entfernen, bevor es in die Gew\u00e4sser gelangt. In klassischen Regenkl\u00e4rbecken, deren Wirkung auf der Sedimentation beruht, funktioniert der R\u00fcckhalt dieser feinen und leichten Partikel jedoch nur sehr eingeschr\u00e4nkt \u201c, erkl\u00e4rt Professor Dr. Nina Altensell, Expertin f\u00fcr Siedlungswasser- und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bielefeld (HSBI). Genau hierf\u00fcr hat das Start-up MicroBubbles eine neuartige Behandlungsidee entwickelt. Diese hat sich Altensell im Wintersemester gemeinsam mit Studierenden des Bachelorstudiengangs Bauingenieurwesen, ihrem Kollegen Michael Koltermann und dem Physiker Tim Robertino Baumann aus dem Projekt InCamS@BI von HSBI und Universit\u00e4t Bielefeld angeschaut. Auch Baumann arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem Filter f\u00fcr Mikroplastik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die MicroBubbles-Technologie<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit 2021 wird das Start-up MicroBubbles von der Bundesagentur f\u00fcr Sprunginnovationen (SPRIND) gef\u00f6rdert. Bis zum kommenden Mai hat MicroBubbles das Ziel, mit seinem Verfahren die Marktreife zu erlangen. Das steckt hinter ihrer Idee: Zur Entfernung des Mikroplastiks aus dem Wasser in Regenwasserbehandlungsanlagen wie Regenkl\u00e4rbecken nutzt MicroBubbles Milliarden winziger Blasen, die im Becken freigesetzt werden. Die Blasen bilden eine wolken\u00e4hnliche Struktur mit einer extrem hohen Dichte. Sie steigen im Wasser auf und ziehen dabei feinste Mikroplastikpartikel an. Diese werden gemeinsam mit den Blasen an die Wasseroberfl\u00e4che transportiert. \u201eDort k\u00f6nnen wir dann alle Verunreinigungen mit einer Art Skimmer entfernen, wie er f\u00fcr die Reinigung von Swimmingpools eingesetzt wird. Die einzelnen Partikel untersuchen wir dann im Nachgang im Labor\u201c, erkl\u00e4rt Phillip Traph\u00f6ner, Technischer Leiter bei MicroBubbles, seinen G\u00e4sten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die MicroBubbles im Einsatz<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch in Aktion k\u00f6nnen sich die Studierenden, Tim Robertino Baumann und Prof. Dr. Altensell das Verfahren anschauen: In einem Labor des Start-ups gibt es ein Modell eines Regenkl\u00e4rbeckens im Ma\u00dfstab 1:10. Dieses \u00e4hnelt einem Aquarium mit W\u00e4nden aus Plexiglas. So kann von au\u00dfen gut beobachtet werden, wie die kleinen Blasen im Wasser aufsteigen und dabei hydrophobe Schwebstoffe nach oben transportieren. Nach der Betrachtung im Labor f\u00e4hrt die Gruppe gemeinsam mit dem MicroBubbles-Team zu einem Regenkl\u00e4rbecken an der Mastbruchstra\u00dfe in Paderborn. Dort f\u00fchrt Phillip Traph\u00f6ner die Technologie vor und erkl\u00e4rt die technische Anlage. \u201eDurch unseren Besuch haben sich heute spannende Einblicke ergeben\u201c, res\u00fcmiert Nina Altensell. \u201eMicroBubbles verfolgt einen Ansatz mit hohem Potential f\u00fcr den Schutz der Gew\u00e4sser. Zudem k\u00f6nnte das Start-up k\u00fcnftig f\u00fcr unsere Studierenden ein spannender Arbeitgeber sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Filtersystem f\u00fcr das Abwasser von Haushalten<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch an anderer Stelle im Wasserkreislauf, beispielsweise beim Abwasser von Haushalten, gibt es Ideen und Ans\u00e4tze, um Mikroplastik auszufiltern. Tim Robertino Baumann ist Technologiescout im Transferprojekt InCamS@BI von HSBI und Universit\u00e4t Bielefeld \u2013 die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr Innovation Campus f\u00fcr Sustainable Solutions. Der Biophysiker arbeitet seit mehr als drei Jahren an einem Filtersystem, das sich beispielsweise in Waschmaschinen einsetzen lie\u00dfe. Denn insbesondere bei den ersten Waschg\u00e4ngen synthetischer Kleidungsst\u00fccke l\u00f6sen sich viele Kunststoffpartikel und gelangen ins Abwasser \u2013 neben dem Abrieb von Autoreifen ein zweiter riesiger Verursacher von Mikroplastik. Diese Partikel k\u00f6nnte Baumanns Filtersystem auffangen. Inspiriert wurde der Wissenschaftler zu seiner Idee vom Riesenmanta: Der Fisch ern\u00e4hrt sich von Zooplankton und filtert die Kleinstlebewesen beim Schwimmen direkt aus dem Wasser. \u201eK\u00f6nnte man das Abwasser von Waschmaschinen filtern, w\u00e4re das ein gro\u00dfer Stellhebel f\u00fcr die Verringerung des Mikroplastiks in unseren Gew\u00e4ssern\u201c, erkl\u00e4rt Baumann das Ziel seines Ansatzes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Den Besuch bei MicroBubbles nutzen Baumann und das Team des Start-ups zum fachlichen Austausch. Gemeinsam werden Pl\u00e4ne f\u00fcr eine weitere Zusammenarbeit festgelegt: Der Wissenschaftler will das Start-up beispielsweise bei der Suche nach einer Sensorik unterst\u00fctzen. Mit dieser lie\u00dfen sich die verschiedenen Bestandteile der ausgefilterten Partikel noch genauer erkennen und so m\u00f6glicherweise auch gezielt entfernen. Auch weitere l\u00e4ngerfristige Kooperationen etwa in Form von Abschlussarbeiten oder gemeinsamen Forschungsantr\u00e4gen zwischen der HSBI und MicroBubbles sind denkbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleine Partikel, gro\u00dfe Arbeit:&nbsp;Mikroplastik&nbsp;schwebt in der Luft, treibt in den Ozeanen und befindet sich sogar im Trinkwasser. Die Kunststoffteilchen sind kleiner als f\u00fcnf Millimeter, kaum abbaubar und gelten als gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Umwelt und menschliche Gesundheit. Zu den Hauptquellen von Mikroplastik geh\u00f6rt der Abrieb von Reifen, der auf Stra\u00dfen zur\u00fcckbleibt und vom Regen in die [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":176434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Blasentechnologie in Regenkl\u00e4rbecken und ein Manta-inspirierter Waschmaschinenfilter sollen Mikroplastik fr\u00fch abfangen","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11841,13159,25533,11567,24095],"supplier":[23739,27920,19327,416],"class_list":["post-176407","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","tag-kreislaufwirtschaft","tag-mikroplastik","tag-reifenabrieb","tag-umwelt","tag-wasseraufbereitung","supplier-hochschule-bielefeld-hsbi","supplier-microbubbles","supplier-sprin-d-bundesagentur-fur-sprunginnovationen-sprind-federal-agency-for-disruptive-innovation","supplier-universitaet-bielefeld"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=176407"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":176435,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176407\/revisions\/176435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/176434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=176407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=176407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=176407"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=176407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}