{"id":176214,"date":"2026-04-30T07:35:00","date_gmt":"2026-04-30T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176214"},"modified":"2026-04-24T15:28:53","modified_gmt":"2026-04-24T13:28:53","slug":"neue-nachhaltige-polymer-klasse-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-nachhaltige-polymer-klasse-entdeckt\/","title":{"rendered":"Neue nachhaltige Polymer-Klasse entdeckt"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn0.scrvt.com\/a534b4b72e47031e7c1755abc55cf709\/9b9a6707c98025ff\/f94ed8f74d64\/v\/5c50a058dc81\/029-uni-bayreuth-sfb-baroplastissche-polymere.jpg\" alt=\"Forschende der Universit\u00e4t Bayreuth haben eine neue Polymerklasse entdeckt, die sich bei niedriger Temperatur und geringem Druck bereits formen l\u00e4sst. \" style=\"width:673px;height:auto\" title=\"Forschende der Universit\u00e4t Bayreuth haben eine neue Polymerklasse entdeckt, die sich bei niedriger Temperatur und geringem Druck bereits formen l\u00e4sst. \"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Forschende der Universit\u00e4t Bayreuth haben eine neue Polymerklasse entdeckt, die sich bei niedriger Temperatur und geringem Druck bereits formen l\u00e4sst.\u00a0\u00a9 Rika Schneider UBT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Forschende der Universit\u00e4t Bayreuth haben im Rahmen der Arbeiten des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1357 Mikroplastik eine neue Klasse von Polymeren entdeckt. Diese Polymere zeichnen sich durch bioabbaubare und recyclingf\u00e4hige Eigenschaften aus und lassen sich zudem nachhaltiger verarbeiten. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/smll.202514939\">\u00dcber ihre Erkenntnisse berichten die Forschenden im Fachjournal\u00a0<em>Small<\/em><\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>What for?&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der breite Einsatz von Thermoplasten \u2013 Kunststoffen, die sich durch Hitze verformen lassen \u2013 ist mit mehreren Problemen verbunden: Die Verarbeitung erfordert hohe Temperaturen und damit viel Energie, zudem erschwert die Hitze den Einsatz empfindlicher funktionaler Zus\u00e4tze wie Enzyme oder Proteine. Gleichzeitig sind viele Thermoplaste nur unzureichend abbaubar, was zur Anreicherung von Mikroplastik in der Umwelt f\u00fchrt. Mit der Entwicklung neuer Materialien, die sich bei niedrigeren Temperaturen verformen lassen, bieten sich vielversprechende Alternativen, um nicht nur den Energiebedarf bei der Herstellung, sondern auch den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu senken. Damit zeigt die Bayreuther Studie, wie interdisziplin\u00e4re Forschung konkrete L\u00f6sungen f\u00fcr \u00f6kologische Herausforderungen im Umgang mit Kunststoffen schaffen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forschenden der Universit\u00e4t Bayreuth haben eine neue Klasse Polymere mit besonderem Eigenschaftsprofil entdeckt. Dabei handelt es sich um sogenannte Triblock-Copolymere von Polyestern. Einige Vertreter dieser Klasse zeigen baroplastische Eigenschaften: Sie verformen sich allein durch Druck und niedrige Temperaturen. Als Pulver k\u00f6nnen die baroplastischen Polymere in Formk\u00f6rper gepresst werden und sind damit eine energetisch nachhaltige Alternative zu den \u00fcblichen Thermoplasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die niedrige Verarbeitungstemperatur lassen sich beispielsweise auch hitzeempfindliche Enzyme oder Proteine verkapseln, was bei gew\u00f6hnlichen Thermoplasten nicht oder nur schwer umsetzbar ist. Dadurch k\u00f6nnten Enzyme f\u00fcr technische Zwecke beispielsweise zur Abwasserreinigung und den Abbau von Mikroplastik eingesetzt werden. Die Anwendungsm\u00f6glichkeiten der baroplastischen Polymere gehen jedoch weit dar\u00fcber hinaus: Innerhalb von zwei Monaten k\u00f6nnen die Polyester unter Industriebedingungen kompostiert werden, wodurch die Entstehung von Mikroplastik vermieden wird, sodass langfristig keine sch\u00e4dlichen R\u00fcckst\u00e4nde verbleiben. Zudem k\u00f6nnen die Polymere chemisch und physikalisch recycelt werden, womit auch deren Wiederverwendung in technischen Anwendungen m\u00f6glich ist. Dabei k\u00f6nnen die Polymere vergleichsweise leicht und kontrolliert hergestellt werden und bieten somit ein realistisches Anwendungspotenzial.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEs war f\u00fcr mich sehr \u00fcberraschend, dass bestimmte Vertreter der Blockcopolymere baroplastische Eigenschaften zeigen und zudem auch noch kompostierbar sind. Ich sehe damit noch sehr viele weitere M\u00f6glichkeiten, die weit \u00fcber meine bisherigen Arbeiten hinausgehen. Ich freue mich, dass ich zu dieser Entwicklung einen Beitrag leisten konnte und damit die Welt verbessern kann\u201c, sagt <strong>Dr. Chengzhang Xu des Lehrstuhls Makromolekulare Chemie und des Bayerischen Polymerinstituts der Universit\u00e4t Bayreuth<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr. Seema Agarwal, Leiterin der Forschungsgruppe Advanced Sustainable Polymers an der Universit\u00e4t Bayreuth<\/strong>, betont: \u201eDie Studie zeigt das besondere Zusammenspiel der interdisziplin\u00e4r zusammenarbeitenden Teilprojekte des SFB 1357 Mikroplastik, die eine derartige Entwicklung erst erm\u00f6glichen: von der Synthetisierung, Charakterisierung, Prozessierung und Abbaubarkeitstests der Makromolekularen Chemie, \u00fcber die enzymatische Aktivit\u00e4tstests der Biochemie bis hin zu \u00f6kotoxikologischen Tests der Tier\u00f6kologie.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:23px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber den SFB<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1357 \u201eMikroplastik\u201c gef\u00f6rdert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde 2019 an der Universit\u00e4t Bayreuth eingerichtet. Der SFB erforscht die weltweit zunehmende Belastung der Umwelt durch Kunststoffe und entwickelt innovative L\u00f6sungen, um den daraus resultierenden \u00f6kologischen, gesundheitlichen und \u00f6konomischen Risiken zu begegnen. Durch die enge Verkn\u00fcpfung von interdisziplin\u00e4rer Grundlagenforschung mit problembezogener Anwendungsforschung sollen fundierte Risikobewertungen erm\u00f6glicht und der Wissenstransfer in die \u00d6ffentlichkeit weiter gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:22px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Originalpublikation<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Chengzhang Xu, Chengwei Yi, Emilia Fulajtar, Anja FRM Ramsperger, Julian Brehm, Christian Laforsch, Holger Schmalz, Sabine Rosenfeldt, Ulrich Mansfeld, Holger Kress, Andreas M\u00f6glich, Andreas Greiner, Seema Agarwal. Compostable and Recyclable Baroplastic Triblock Copolymers Enable Low-Energy Polymer Processing. Small (2026); <strong>DOI:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/smll.202514939\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/smll.202514939<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende der Universit\u00e4t Bayreuth haben im Rahmen der Arbeiten des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1357 Mikroplastik eine neue Klasse von Polymeren entdeckt. Diese Polymere zeichnen sich durch bioabbaubare und recyclingf\u00e4hige Eigenschaften aus und lassen sich zudem nachhaltiger verarbeiten. \u00dcber ihre Erkenntnisse berichten die Forschenden im Fachjournal\u00a0Small. 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