{"id":176090,"date":"2026-04-27T07:26:00","date_gmt":"2026-04-27T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=176090"},"modified":"2026-04-21T15:18:44","modified_gmt":"2026-04-21T13:18:44","slug":"sweet-lohc-die-nachste-generation-chemischer-wasserstoffspeicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sweet-lohc-die-nachste-generation-chemischer-wasserstoffspeicher\/","title":{"rendered":"Sweet-LOHC: Die n\u00e4chste Generation chemischer Wasserstoffspeicher"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fz-juelich.de\/de\/aktuelles\/news\/pressemitteilungen\/2026\/sweet-lohc\/14-04-2026_landmaschiene_2000x1125.jpg\/@@images\/image\/great\" alt=\"Schwere landwirtschaftliche Maschinen wie R\u00fcbenroder sind aus Sicht des Institute for a Sustainable Hydrogen Economy gut geeignet, um in Zukunft mit sogenannten Sweet-LOHC betrieben zu werden. Unternehmen aus der Agrarwirtschaft k\u00f6nnten ihren Bedarf an Treibstoff damit selbst decken.\" style=\"width:726px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schwere landwirtschaftliche Maschinen wie R\u00fcbenroder sind aus Sicht des Institute for a Sustainable Hydrogen Economy gut geeignet, um in Zukunft mit sogenannten Sweet-LOHC betrieben zu werden. Unternehmen aus der Agrarwirtschaft k\u00f6nnten ihren Bedarf an Treibstoff damit selbst decken. \u00a9 Adobe Stock<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Fl\u00fcssige organische Wasserstofftr\u00e4ger sollen noch nachhaltiger werden. Forschende des Forschungszentrums J\u00fclich untersuchen daf\u00fcr in einem neuen Schwerpunkt am&nbsp;<em>Institute for a Sustainable Hydrogen Economy (IHE)&nbsp;<\/em>Speichermolek\u00fcle, die aus Bioabf\u00e4llen hergestellt werden und zus\u00e4tzliche Vorteile bieten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die als Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC) bezeichneten Tr\u00e4gerstoffe lassen sich \u00e4hnlich leicht lagern und transportieren wie fl\u00fcssige Kraftstoffe. Gleichzeitig verf\u00fcgen sie \u00fcber die besondere Eigenschaft, erhebliche Mengen Wasserstoff zu binden und wieder abzugeben. Man spricht hier auch von \u201echemischer Wasserstoffspeicherung\u201c. Die Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit selbst wird bei diesen Prozessen nicht verbraucht und kann nach dem Entladen erneut beladen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In dem neuen Forschungsschwerpunkt nehmen J\u00fclicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun eine neue Generation dieser Wasserstofftr\u00e4ger in den Blick, die aus Pflanzenresten und weiteren biogenen Reststoffen hergestellt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eMit Tr\u00e4gern auf Basis nachwachsender Rohstoffe wird die chemische Wasserstoffspeicherung noch einmal deutlich attraktiver und nachhaltiger\u201c, sagt <strong>Prof. Peter Wasserscheid.<\/strong> Der Direktor am IHE gilt als einer der ma\u00dfgeblichen Wegbereiter der LOHC-Technologie.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"kostengunstige-katalysatoren\">Kosteng\u00fcnstige Katalysatoren&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die neuen, biogenen Tr\u00e4ger versprechen noch einen weiteren Vorteil: F\u00fcr die Freisetzung des Wasserstoffs aus dem Tr\u00e4germolek\u00fcl reicht bereits Kupfer als Katalysator aus. Dies geht aus einer im Sommer 2025 ver\u00f6ffentlichten und von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41560-025-01832-7\">Peter Wasserscheid kommentierten<\/a>\u00a0Arbeit eines\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41560-025-01806-9\">chinesischen Forscherteams im renommierten Journal\u00a0<em>Nature Energy<\/em><\/a> hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Katalysator ist ein Stoff, der eine chemische Reaktion erm\u00f6glicht oder beschleunigt. Andere Systeme ben\u00f6tigen dagegen \u00fcblicherweise deutlich teurere Edelmetalle wie Platin. Au\u00dferdem erm\u00f6glichen die biogenen Tr\u00e4germolek\u00fcle, Wasserstoff bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen freizusetzen. Das spart Kosten \u2013 ebenso wie das preiswertere Katalysatormaterial.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eNun gilt es zum einen, den besten katalytischen Pfad zu finden, um diese Tr\u00e4germolek\u00fcle aus biogenen Reststoffen zu gewinnen. Zum anderen entwickeln wir neue Kupfer-Katalysatoren, um Beladung und Entladung noch effizienter zu machen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Prof. Regina Palkovits, ebenfalls Direktorin am IHE<\/strong>, die Entwicklung innovativer Katalysatoren-Konzepte f\u00fcr den neuen Schwerpunkt verantwortet.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fz-juelich.de\/de\/aktuelles\/news\/pressemitteilungen\/2026\/sweet-lohc\/sweet-lohc-illu_final-01.jpg\/@@images\/image\/great\" alt=\"Illustration eines Prozesses, bei dem regenerative Energie zur Elektrolyse genutzt wird, um Wasserstoff zu erzeugen, der in einem Hydrifier verarbeitet und anschlie\u00dfend in ein Fahrzeug getankt wird, das zur Beladung und Entladung genutzt wird. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-04-14)\" style=\"width:816px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die sogenannten Sweet-LOHC spielen ihre St\u00e4rken in der Agrarwirtschaft aus. Am Beispiel der Zuckerproduktion wird das deutlich: Aus den Abf\u00e4llen einer Zuckerfabrik werden mithilfe von Bioreaktoren biogene Wasserstofftr\u00e4ger hergestellt. Nachdem diese mit Wasserstoff beladen worden sind, kommen sie beispielsweise auf schweren Erntemaschinen als Treibstoff zum Einsatz: Wasserstoff wird auf der Maschine aus dem Tr\u00e4germolek\u00fcl freigesetzt, um dann in einer Brennstoffzelle in Energie umgesetzt zu werden. Das entladene Tr\u00e4germolek\u00fcl kann anschlie\u00dfend gleich dem Prinzip einer Pfandflasche wieder mit gr\u00fcnem Wasserstoff beladen werden. \u00a9 FZ J\u00fclich \/ Clarissa Reisen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"hoffnungstrager-fur-das-rheinische-revier\">Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr das Rheinische Revier<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Fragestellungen sind nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern bieten auch gro\u00dfes Anwendungspotenzial f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfungsketten im Rheinischen Revier. Der Forschungsschwerpunkt firmiert daher auch unter dem Begriff \u201eSweet-LOHC\u201c. Denn bei der ans\u00e4ssigen Zuckerindustrie fallen gro\u00dfe Mengen Reststoffe an, die sich f\u00fcr die Produktion nutzen lassen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas Rheinische Revier ist f\u00fcr die Demonstration solcher Technologiekonzepte pr\u00e4destiniert. Hier gibt es reichlich biologische Reststoffe, Windr\u00e4der und Photovoltaik-Anlagen. Landwirte k\u00f6nnen mit dem gr\u00fcnen Strom Elektrolyseure betreiben, den Wasserstoff auf den biogenen Tr\u00e4ger laden und damit ihre Traktoren und Maschinen antreiben\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Peter Wasserscheid.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Seine Vision f\u00fcr die Zukunft: Gro\u00dfe Maschinenringe, in denen Landwirte organisiert sind, k\u00f6nnten eine neue Form der energetischen Selbstversorgung realisieren, die von fossilen Energietr\u00e4gern weitgehend unabh\u00e4ngig ist \u2013 einschlie\u00dflich eines emissionsfreien Betriebs der Gro\u00dffahrzeuge.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Etablierte Speichermethoden f\u00fcr Wasserstoff bleiben zugleich weiterhin relevant, wie <strong>Peter Wasserscheid<\/strong> betont: \u201eEs gibt nicht die eine Energietechnologie, die alle Anforderungen erf\u00fcllt. Jede Speichermethode hat ihre St\u00e4rken und ihre spezifischen Anwendungsfelder.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Peter Wasserscheid,<br>Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE)<br>Phone: +49 2461\/61-4499<br>E-Mail: <a href=\"mailto:p.wasserscheid@fz-juelich.de\">p.wasserscheid@fz-juelich.de<\/a><a href=\"https:\/\/www.fz-juelich.de\/profile\/palkovits_r\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.fz-juelich.de\/profile\/palkovits_r\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.fz-juelich.de\/profile\/palkovits_r\"><\/a>Prof. Dr. Regina Palkovits<br>Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) <br>Phone: +49 2461\/61-0000<br>E-Mail:<a href=\"mailto:r.palkovits@fz-juelich.de\"> r.palkovits@fz-juelich.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcssige organische Wasserstofftr\u00e4ger sollen noch nachhaltiger werden. 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