{"id":175727,"date":"2026-04-16T07:26:00","date_gmt":"2026-04-16T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=175727"},"modified":"2026-04-10T13:22:55","modified_gmt":"2026-04-10T11:22:55","slug":"mit-kunstlicher-intelligenz-zu-besseren-recycling-kunststoffen-smartreuse-starkt-umwelt-und-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-kunstlicher-intelligenz-zu-besseren-recycling-kunststoffen-smartreuse-starkt-umwelt-und-kreislaufwirtschaft\/","title":{"rendered":"Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz zu besseren Recycling-Kunststoffen: \u201eSmartReUSE\u201c st\u00e4rkt Umwelt und Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"534\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110.jpg\" alt=\"Rezyklate aus Kunststoff;\" class=\"wp-image-175756\" style=\"width:638px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110.jpg 799w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110-300x201.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110-768x513.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/newsimage420110-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rezyklate aus Kunststoff;\u00a0\u00a9\u00a0Hochschule Hof<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die Kunststoffindustrie steht vor einer gro\u00dfen Aufgabe: Sie soll zunehmend wiederverwertete Materialien einsetzen und gleichzeitig die gleiche Qualit\u00e4t liefern wie bei neu produziertem Kunststoff. Genau hier setzt das Projekt \u201eSmartReUSE\u201c an. Es wird von der Europ\u00e4ischen Union und dem Freistaat Bayern gef\u00f6rdert und verfolgt ein klares Ziel: Kunststoffe aus Abf\u00e4llen so aufzubereiten, dass sie zuverl\u00e4ssig und hochwertig in neuen Produkten eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter Rezyklaten versteht man Kunststoffe, die aus Produktionsresten oder aus gebrauchten Produkten zur\u00fcckgewonnen werden. Man unterscheidet dabei zwischen \u201ePost Industrial Rezyklaten\u201c (PIR), also Resten aus der Industrieproduktion, und \u201ePost Consumer Rezyklaten\u201c (PCR), die aus bereits genutzten Produkten wie Verpackungen stammen. Beide Arten sollen im Projekt k\u00fcnftig st\u00e4rker genutzt werden, um Erd\u00f6l einzusparen und den CO\u2082-Aussto\u00df zu verringern. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir wollen zeigen, dass Recycling-Kunststoffe kein Kompromiss sein m\u00fcssen, sondern eine echte Alternative zu neuem Material sein k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Prof. Dr. habil. Michael Nase, Projektleiter und Leiter des Instituts f\u00fcr Kreislaufwirtschaft der Bio:Polymere der Hochschule Hof (ibp).\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Datenanalyse statt langwieriger Testreihen<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Praxis ist der Einsatz von Recycling-Kunststoffen oft schwierig, weil ihre Eigenschaften schwanken. Mal sind sie besonders fest, mal weniger belastbar, mal ver\u00e4ndern sie sich bei Hitze anders als erwartet. Diese sogenannten thermischen Eigenschaften beschreiben das Verhalten bei Temperaturver\u00e4nderungen. Die sogenannten rheologischen Eigenschaften geben Auskunft dar\u00fcber, wie gut ein Kunststoff im geschmolzenen Zustand flie\u00dft und sich verarbeiten l\u00e4sst. Physikalisch-chemische Eigenschaften betreffen zum Beispiel die Zusammensetzung und Struktur des Materials. Hinzu kommen die mechanischen Eigenschaften, also etwa Festigkeit oder Dehnbarkeit des fertigen Bauteils. Im Projekt werden all diese Eigenschaften genau untersucht und dokumentiert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEntscheidend ist, die Eigenschaften der Rezyklate ganzheitlich zu verstehen\u201c, erl\u00e4utert <strong>Stefanie Rank, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ibp<\/strong>. \u201eWir analysieren die Materialien systematisch, um belastbare Aussagen \u00fcber die Verarbeitbarkeit treffen zu k\u00f6nnen. Das ist essenziell f\u00fcr alle weiteren Schritte.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die dabei entstehenden Material- und Prozessdaten werden mit Hilfe einer Mustererkennungssoftware ausgewertet. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDie Software erkennt Zusammenh\u00e4nge zwischen Materialzustand, Maschineneinstellungen und Produkteigenschaften und kann daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten.\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Maurice B\u00e4cker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am iisys.<\/strong> <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Empfehlungen beinhalten etwa das Mischverh\u00e4ltnis verschiedener Kunststoffe oder den Einsatz von Additiven und Stabilisatoren. Additive sind Zusatzstoffe, die bestimmte Eigenschaften verbessern, beispielsweise die Haltbarkeit. Stabilisatoren sorgen daf\u00fcr, dass das Material bei Hitze oder Licht weniger schnell altert.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUnser Ziel ist es, Unternehmen klare und verst\u00e4ndliche Handlungsempfehlungen zu geben\u201c, so <strong>J\u00f6rg Scheidt, Leiter der Forschungssgruppe Analytische Informationssysteme am iisys<\/strong>. \u201eSie sollen schneller entscheiden k\u00f6nnen, welche Mischung und welche Maschineneinstellung zum gew\u00fcnschten Ergebnis f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Enge Zusammenarbeit zwischen den Instituten ibp und iisys<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt wird an der Hochschule Hof in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut f\u00fcr Kreislaufwirtschaft der Bio:Polymere unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Nase und der Forschungsgruppe Analytische Informationssysteme des Instituts f\u00fcr Informations-systeme unter der Leitung von Prof. Dr. J\u00f6rg Scheidt durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Teilprojekte in Kooperation mit Unternehmen der Region<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt ist in verschiedene Teilprojekte unterteilt, welche in Kooperation mit verschiedenen Industriepartnern umgesetzt werden. Letztere sind unter anderem der Recycler KomRec-ReCond GmbH, die kunststoffverarbeitenden Unternehmen BKW Kunststoff GmbH, WIKUTEC GmbH und Kunststofftechnik Schnitzler GmbH &amp; Co. KG, der Analyseger\u00e4tehersteller Erich Netzsch B.V. &amp; Co. Holding KG und das Softwareunternehmen smartlytic GmbH. Durch auf die Unternehmen abgestimmte Recyclingprojekte wird die entwickelte Mustererkennungssoftware validiert und f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar gemacht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt l\u00e4uft von 2025 bis 2028. Im ersten Teilprojekt werden verschiedene Str\u00f6me aus gebrauchten Verpackungskunststoffen vom Typ PCR-HDPE untersucht. HDPE steht f\u00fcr \u201ePolyethylen hoher Dichte\u201c, ein besonders stabiler und weit verbreiteter Kunststoff, der h\u00e4ufig f\u00fcr Flaschen oder Kanister verwendet wird. Ziel ist es, dieses Material so aufzubereiten, dass daraus Halter f\u00fcr Bierf\u00e4sser hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rderung<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eSmartReUSE\u201c ist ein Technologietransferprogramm, das durch den Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) der Europ\u00e4ischen Union und durch das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie kofinanziert wird.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:18px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Hochschule Hof<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Hochschule Hof stehen ihre aktuell \u00fcber 3800 Studierenden an erster Stelle. Alle Studienangebote werden kontinuierlich angepasst, um die Studierenden fit f\u00fcr die Welt von morgen zu machen. Praxisorientierung, Internationalisierung und intelligente Ressourcennutzung stehen im Fokus von Lehre und Forschung. Im Bereich Internationalisierung legt die Hochschule einen Schwerpunkt auf Indien und wurde im Rahmen der Fachkr\u00e4ftestrategie der Deutschen Bundesregierung daf\u00fcr als \u201eBest Practice\u201c-Beispiel ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf das Thema intelligente Ressourcennutzung stehen Wasser- und Energieeffizienz im Vordergrund. Das breitgef\u00e4cherte und interdisziplin\u00e4re Studienangebot reicht von Wirtschaft \u00fcber Interdisziplin\u00e4re und innovative Wissenschaften bis hin zu Informatik und Ingenieurswissenschaften. Der Campus M\u00fcnchberg bietet durch eng mit der Wirtschaft verzahnte Textil- und Designstudieng\u00e4nge eine in Deutschland einmalige Ausbildung. Am Lucas-Cranach-Campus in Kronach ist ein innovativer Studienort entstanden, an dem man sich mit globalen und regionalen Zukunftsthemen besch\u00e4ftigt. Am Lernort Bamberg werden u.a. Pflegestudieng\u00e4nge f\u00fcr Berufserfahrene und ein Erststudium mit monatlicher Verg\u00fctung, angeboten. Am Standort Selb besch\u00e4ftigt man sich mit der Zukunft der Mobilit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunststoffindustrie steht vor einer gro\u00dfen Aufgabe: Sie soll zunehmend wiederverwertete Materialien einsetzen und gleichzeitig die gleiche Qualit\u00e4t liefern wie bei neu produziertem Kunststoff. Genau hier setzt das Projekt \u201eSmartReUSE\u201c an. 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