{"id":175663,"date":"2026-04-21T07:39:00","date_gmt":"2026-04-21T05:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=175663"},"modified":"2026-04-09T11:52:01","modified_gmt":"2026-04-09T09:52:01","slug":"co%e2%82%82-infrastruktur-als-schlussel-zur-co2-valorisierung-und-dekarbonisierung-am-beispiel-des-chemiepark-knapsack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/co%e2%82%82-infrastruktur-als-schlussel-zur-co2-valorisierung-und-dekarbonisierung-am-beispiel-des-chemiepark-knapsack\/","title":{"rendered":"CO\u2082-Infrastruktur als Schl\u00fcssel zur CO\u2082-Valorisierung und Dekarbonisierung am Beispiel des Chemiepark Knapsack"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"496\" height=\"594\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-09-um-10.52.07.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-175685\" style=\"width:267px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-09-um-10.52.07.png 496w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-09-um-10.52.07-251x300.png 251w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-09-um-10.52.07-125x150.png 125w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/Bildschirmfoto-2026-04-09-um-10.52.07-225x270.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Sebastian Trunk<\/strong><br>Project Manager Site Development, YNCORIS <br>\u00a9 YNCORIS<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die stoffliche Nutzung von CO\u2082 \u2013&nbsp;bekannt als Carbon Capture and Utilization (CCU) \u2013 entwickelt sich zunehmend zu einem Schl\u00fcsselaspekt der europ\u00e4ischen Transformationsstrategie hin zu einer defossilisierten, kreislauff\u00e4higen Industrie. Gemeinsam mit Technologien aus dem Bereich Power\u2011to\u2011X, erm\u00f6glicht CCU die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen, Chemikalien und materiellen Grundstoffen auf der Basis von abgeschiedenen CO\u2082. Diese wandeln CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus Emissionen zu einer wertvollen Rohstoffquelle und erm\u00f6glichen den Schritt hin zu einer erfolgreichen CO\u2082\u2011Valorisierung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Standortbetreiber und Energieversorger unterst\u00fctzt das Unternehmen\u00a0<a>YNCORIS\u00a0<\/a>im Chemiepark Knapsack diese Entwicklung aktiv mit. Mit dem Sponsoring des Innovationspreises \u201eBest CO<sub>2<\/sub>\u00a0Utilisation\u201c, der jedes Jahr auf der <a href=\"https:\/\/co2-chemistry.eu\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/co2-chemistry.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>CO\u2082\u2011based Fuels and Chemicals Conference 2026<\/strong><\/a> verliehen wird, unterstreicht das Unternehmen, wie wichtig eine effektive Infrastruktur, Kooperationen und marktf\u00e4hige L\u00f6sungen f\u00fcr die Umsetzung einer funktionierenden CO\u2082\u2011Kreislaufwirtschaft sind. In diesem Interview diskutiert Sebastian Trunk, Projektmanager Standortentwicklung, die Relevanz am Beispiel des Chemieparks Knapsack in H\u00fcrth (Deutschland).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum ist der Anschluss des Chemieparks Knapsack an eine CO\u2082\u2011Infrastruktur f\u00fcr Unternehmen wie YNCORIS so essenziell \u2013 besonders im Hinblick auf CO\u2082\u2011Valorisierung und Power\u2011to\u2011X\u2011Anwendungen?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die CO\u2082\u2011Infrastruktur ist f\u00fcr uns bei YNCORIS der zentrale Hebel, um die Defossilisierung und Dekarbonisierung des Chemieparks voranzutreiben. Hierdurch bildet sie einen Kernbaustein unserer CCUS\u2011Strategie. Jahrzehntelang war es die Hauptaufgabe von Chemieparkbetreibern, die ans\u00e4ssigen Unternehmen so zu unterst\u00fctzen, dass sie sich auf ihr Kerngesch\u00e4ft konzentrieren k\u00f6nnen. Heute kommt eine neue Aufgabe hinzu: Wir m\u00fcssen unsere Kunden aktiv bei der&nbsp;&nbsp;Defossilisierung unterst\u00fctzen und diese durch eine smarte Infrastruktur erm\u00f6glichen. Die Ergebnisse unserer CO\u2082\u2011Bilanz zeigen klar, dass die W\u00e4rmeerzeugung \u2013 speziell die Dampfversorgung \u2013 der gr\u00f6\u00dfte CO<sub>2<\/sub>&nbsp;Emittent ist. Ohne einen verl\u00e4sslichen CO\u2082\u2011Abtransport und Wege zur erfolgreichen CO<sub>2<\/sub>-Nutzung (CCU) oder -Speicherung (CCS) bleiben die technisch und wirtschaftlich tragf\u00e4higen Dekarbonisierungspfade begrenzt. Genau deshalb hat der Infrastrukturausbau f\u00fcr uns im Chemiepark Knapsack Priorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie gestaltet sich die Transformation der Energie- und Medienversorgung insbesondere im Hinblick auf die Rolle von CO\u2082\u2011Abscheidung und CO\u2082\u2011Nutzung?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>YNCORIS verfolgt eine zweigleisige Strategie. Eine wichtige Rolle spielt die Umstellung des&nbsp;<a>Besicherungssystem<\/a>s weg von Kohle, hin zu Strom und Gas. Das reduziert Emissionen unmittelbar und erh\u00f6ht zudem die Flexibilit\u00e4t. Im zweiten Strang erg\u00e4nzen wir perspektivisch die Grundlast, die heute aus einem EBS\u2011Kraftwerk (Energie\u2011aus\u2011Abfall) stammt, durch eine CO\u2082\u2011Abscheidung mit anschlie\u00dfender Nutzung oder Speicherung. Nur so l\u00e4sst sich diese zentrale S\u00e4ule der Versorgung dekarbonisieren. Parallel schaffen wir die technische und regulatorische Basis: Im Projekt&nbsp;<a>CaReS Knapsack&nbsp;<\/a>analysieren wir gemeinsam mit EEW, OGE und SEFE m\u00f6gliche Carbon-Capture\u2011Optionen und -Designs f\u00fcr den Standort. Damit k\u00f6nnen wir bei passenden Rahmenbedingungen schnell entscheiden und L\u00f6sungen z\u00fcgig umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die YNCORIS\u2011Studie zur CO\u2082\u2011Infrastruktur im K\u00f6lner Raum vernetzt zahlreiche Akteure entlang der CCU-Wertsch\u00f6pfungskette. Wie f\u00fcgt sich dieses Konzept in den Gesamtkontext einer CO\u2082\u2011Kreislaufwirtschaft ein?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie b\u00fcndelt die Aktivit\u00e4ten entlang der gesamten CCUS\u2011Wertsch\u00f6pfungskette: von Punktquellen in Knapsack und dem Cluster Wesseling \u00fcber bestehende Pipelinekorridore und Hubs bis hin zu Langstreckenleitungen, tempor\u00e4ren Speichern, einem Exit\u2011Punkt Richtung Port of Antwerp\/Bruges (POAB) und finalen Speichern unter der Nordsee. Als Partner sind unter anderem Shell, LYB, EEW, Evonik, YNCORIS, Nippon Gases, SEFE, OGE, Fluxys sowie der Port of Antwerp\/Bruges beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>YNCORIS verfolgt hierbei eine dreistufige Zielsetzung: kurzfristig schaffen wir eine Plattform zum Austausch \u00fcber CCUS; mittelfristig ermitteln wir CAPEX und OPEX f\u00fcr eine CO\u2082\u2011Infrastruktur zwischen K\u00f6ln und Antwerpen\/Zeebrugge und leiten belastbare Business Cases ab; langfristig streben wir den Anschluss des Chemieparks Knapsack an diese Infrastruktur an, um die Dekarbonisierung dauerhaft abzusichern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Standortvorteile bietet gerade die Region K\u00f6ln f\u00fcr eine effektive CO\u2082<\/strong><strong>\u2011Nutzung und innovative Power<\/strong><strong>\u2011to<\/strong><strong>\u2011X<\/strong><strong>\u2011Konzepte?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Region zeichnet sich durch ein integriertes Chemiecluster, bereits bestehende Pipelineverbindungen und inzwischen gewachsene Rechtsklarheit aus. Das erlaubt voraussichtlich, eine CO\u2082\u2011Sammelschiene auf bestehenden Trassen aufzubauen und so die CAPEX einer europ\u00e4ischen CO\u2082\u2011Infrastruktur&nbsp;&nbsp;gerade im dicht besiedelten Raum deutlich zu senken. Das hilft nicht nur CCS, sondern auch CCU: Wegen des hohen Energie\u2011 und Wasserstoffbedarfs sollte CO\u2082 genau dort als alternativer Kohlenstoff eingesetzt werden, wo gr\u00fcne Energie und Wasserstoff in gro\u00dfem Ma\u00dfstab und zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen verf\u00fcgbar sind. Das muss nicht zwingend am Emittentenstandort sein, denn auch eine gut vernetzte Infrastruktur er\u00f6ffnet hier effiziente Allokation und Skaleneffekte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was braucht es, damit die Transformation hin zu einer defossilisierten Kreislaufwirtschaft gelingt und wie bewerten Sie Carbon Capture Storage (CCS) im Vergleich zu alternativen Dekarbonisierungspfaden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Erfahrung aus diversen Gespr\u00e4chen mit unseren Partnern und Studien ist eindeutig: CCS ist unter den heutigen Rahmenbedingungen die realistischste Option, um ein EBS\u2011Kraftwerk und weite Teile der chemischen Industrie zu dekarbonisieren. Zugleich ist die Kette zu komplex, um eine Umsetzung als einzelnes Unternehmen alleine zu stemmen. Es braucht die intensive Zusammenarbeit von Industrie, Politik und Gesellschaft, um planungs\u2011 und genehmigungsrechtliche Verl\u00e4sslichkeit, F\u00f6rder\u2011 und Marktdesigns f\u00fcr Transport und Speicherung, grenz\u00fcberschreitende Interoperabilit\u00e4t sowie klare Haftungsregeln zu schaffen. Industrie\u2011, Netz\u2011 und Hafenpartner sind sich einig, dass die CO\u2082\u2011Infrastruktur der kleinste gemeinsame Nenner ist, um eine klimaneutrale und wettbewerbsf\u00e4hige Chemie in Europa zu sichern. Der n\u00e4chste Schritt von YNCORIS besteht daher darin, die Ergebnisse aus dem Projekt CaReS Knapsack und der Infrastrukturstudie zusammenf\u00fchren, Routen und Hubs konkretisieren und eine Umsetzung von CCUS bestm\u00f6glich vorzubereiten, um bei passenden Rahmenbedingungen z\u00fcgig starten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"447\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-1024x447.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-175683\" style=\"width:801px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-1024x447.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-300x131.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-150x66.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-768x335.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3-400x175.jpeg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/04\/\u00a9ralfbaumgarten_printDJI_0049-Pano_2000px-3.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 YNCORIS<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Obwohl YNCORIS derzeit den Fokus auf CO<sub>2<\/sub>-Infrastruktur und CCS legt, unterst\u00fctzt Ihr Unternehmen als Sponsor den Innovationspreis \u201eBest CO\u2082 Utilisation\u201c. K\u00f6nnen Sie uns die Beweggr\u00fcnde erl\u00e4utern?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mittelfristig sehen wir CCS als pragmatischeren L\u00f6sungsansatz, langfristig ist CO<sub>2<\/sub>&nbsp;jedoch eine wertvolle, erneuerbare Kohlenstoffquelle, die fossile L\u00f6sungen sukzessive substituieren wird. Die effektive Nutzung von CO<sub>2<\/sub>steckt jedoch auch im Vergleich zu anderen Technologien der Kreislaufwirtschaft auf industriellem Ma\u00dfstab tendenziell noch in den Kinderschuhen. Von daher legt YNCORIS gro\u00dfen Wert darauf, junge innovative Unternehmen, die hier auf der CO<sub>2<\/sub>-based Fuels and Chemicals Conference reihenweise zu finden sind, durch diesen Support auf ihrer langen Reise zu unterst\u00fctzen und ihnen eine B\u00fchne zu geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die stoffliche Nutzung von CO\u2082 \u2013&nbsp;bekannt als Carbon Capture and Utilization (CCU) \u2013 entwickelt sich zunehmend zu einem Schl\u00fcsselaspekt der europ\u00e4ischen Transformationsstrategie hin zu einer defossilisierten, kreislauff\u00e4higen Industrie. Gemeinsam mit Technologien aus dem Bereich Power\u2011to\u2011X, erm\u00f6glicht CCU die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen, Chemikalien und materiellen Grundstoffen auf der Basis von abgeschiedenen CO\u2082. 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