{"id":174936,"date":"2026-03-26T07:26:00","date_gmt":"2026-03-26T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=174936"},"modified":"2026-03-23T11:40:49","modified_gmt":"2026-03-23T10:40:49","slug":"entwicklung-biobasierter-polyethylen-fasern-fur-textile-anwendungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/entwicklung-biobasierter-polyethylen-fasern-fur-textile-anwendungen\/","title":{"rendered":"Entwicklung biobasierter Polyethylen-Fasern f\u00fcr textile Anwendungen\u00a0"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100% biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Ma\u00dfstab. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen vor und er\u00f6ffnen der Textilindustrie neue Chancen f\u00fcr nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Anwendungen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-1024x683.jpg\" alt=\"BB Engineering Texturizing Line\u00a0 \" class=\"wp-image-174954\" style=\"width:677px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/03\/BB-Engineering_Texturizing-line-detail-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">BB Engineering Texturizing Line\u00a0 \u00a9 BB Engineering<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der globale Chemiefasermarkt wird seit Jahren ma\u00dfgeblich von PET dominiert, einem technisch ausgereiften, vielseitig einsetzbaren und kosteneffizienten Polymer f\u00fcr textile Anwendungen. Trotz seiner Vorteile hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Festigkeit und \u00f6konomischer Verf\u00fcgbarkeit steht PET in der Kritik: Die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen, hohe CO2-Emissionen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette sowie Herausforderungen bei der Kreislauff\u00fchrung von PET-Produkten lenken den Blick von Forschung und Industrie auf alternative sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Materialien.<\/p>\n\n\n\n<p>Biopolymere sind hier in dem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. PET l\u00e4sst sich jedoch nicht zu 100% biobasiert im industriellen Ma\u00dfstab herstellen. Kleidung, die zu 100% aus sonstigen Biopolymeren besteht, existiert nur in Studien, da diese f\u00fcr den Massenmarkt zu teuer ist. Vor dem Hintergrund untersucht das deutsche Forschungsprojekt bioPEtex ein Polymer, was aufgrund seiner Eigenschaften bislang eher als ungeeignet f\u00fcr die Chemiefaserherstellung angesehen wurde: PE. Denn biobasiertes PE ist g\u00fcnstig in der Beschaffung und umweltfreundlich. Doch ist es f\u00fcr die Textilindustrie \u00fcberhaupt noch nicht erschlossen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>BB Engineering (BBE) ist einer der Industriepartner, die zusammen mit der RWTH Aachen das vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt gef\u00f6rderte Projekt umsetzen. Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Textilien aus 100% biobasiertem Polyethylen, die sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich tragf\u00e4hig sein sollen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>BBE ist Anbieter von Spinn-, Texturier- und Recyclinganlagen sowie Extrusions- und Filtrationstechnik und verf\u00fcgt \u00fcber umfassendes Know-How in der Herstellung von Kunstfasern und deren R\u00fcckf\u00fchrung in den Wertstoffkreislauf. Diese langj\u00e4hrige Expertise bringt das Unternehmen im Projekt bioPEtex ein. Hierbei unterst\u00fctzt BBE einerseits beratend die Entwicklung des Spinnprozesses. Dar\u00fcber hinaus \u00fcbernimmt BBE den entscheidenden Verfahrensschritt der Texturierung, der die sp\u00e4tere textile Performance der entwickelten Fasern ma\u00dfgeblich beeinflusst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMit unserer Beteiligung am Projekt bioPEtex wollen wir nicht nur an der Entwicklung nachhaltiger L\u00f6sungen mitwirken, sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen f\u00fcr unsere Kunden im Fokus haben\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Klaus Sch\u00e4fer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BBE. \u201eBio-PE-Textilien bieten Unternehmen die M\u00f6glichkeit, ihre Produktionskosten zu senken und gleichzeitig neue Marktsegmente zu erschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Polyethylen und seine Rolle in der Chemiefaserindustrie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Polyethylen z\u00e4hlt global zu den am h\u00e4ufigsten produzierten Polymeren. Besonders best\u00e4ndig, hydrophob, leicht und chemisch stabil findet es neben seinem Haupteinsatzgebiet, der Verpackungsindustrie, auch Anwendung in diversen anderen Bereichen wie z.B. Baustoffen und Konsumg\u00fctern. Doch in der textilen Faserproduktion spielt PE bislang kaum eine Rolle. Aus technischer Sicht basiert dies insbesondere auf Verarbeitungsherausforderungen. PE kristallisiert bei niedrigen Temperaturen und bietet folglich ein enges temperaturtechnisches Fenster f\u00fcr Spinnen und Texturieren. Au\u00dferdem erschwert die geringe Polarit\u00e4t von PE seine F\u00e4rbbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>So findet PE heute ausschlie\u00dflich als Funktionskomponente in Composites, in Geokunststoffen oder in speziellen Hochleistungsfasern (z. B. UHMWPE) Anwendung \u2013 jedoch kaum in klassischen Bekleidungs- oder Heimtextilsegmenten. Dabei er\u00f6ffnet die Materialstruktur auch interessante Eigenschaften f\u00fcr bestimmte textile Anwendungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>sehr niedrige Dichte f\u00fchrt zu extrem leichten Fasern,<\/li>\n\n\n\n<li>ausgezeichnete chemische Best\u00e4ndigkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>sehr gute Formstabilit\u00e4t und Abriebfestigkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>potenziell gute Rezyklierbarkeit durch klare Polymerstruktur,<\/li>\n\n\n\n<li>wasserabweisend und schnell trocknend bei gleichzeitig\u00fchler Haptik.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Problem der erschwerten F\u00e4rbbarkeit lie\u00dfe sich durch Spinnf\u00e4rben l\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Damit k\u00f6nnte PE f\u00fcr Anwendungen relevant werden, in denen Leichtbau, Hydrophobie, robuste Performance und Recyclingf\u00e4higkeit gefragt sind \u2013 etwa in Sporttextilien, Outdoorprodukten, technischen Textilien oder hygienischen Einwegprodukten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biobasiertes PE \u2013 \u00d6konomische und \u00f6kologische Potenziale f\u00fcr die Textilindustrie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu PET unterscheidet sich biobasiertes PE chemisch nicht von seiner fossilbasierten Variante: Beide Materialien sind vollst\u00e4ndig identisch in Struktur und Eigenschaften. Der Unterschied liegt einzig in der Herkunft der eingesetzten Monomere. Biobasiertes PE wird meist aus fermentiertem Zucker (z.B. aus Zuckerrohr) oder St\u00e4rke (z.B. aus Mais) erzeugt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu fossilem PE weist es eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf und er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit eines vollst\u00e4ndig biobasierten textilen Recyclingkreislaufs ohne Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen. Da der niedrige Schmelzpunkt den Energiebedarf in der Verarbeitung senkt und (Bio-)PE global hoch verf\u00fcgbar ist, sind die Energie- und Materialkosten potenziell geringer. Die Textilindustrie kann hier von den etablierten Rohstoffstr\u00f6me der Verpackungs- und Kunststoffindustrie profitieren. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht die Einf\u00fchrung von PE-Fasern die Entwicklung neuer, hochspezialisierter Produktsegmente und er\u00f6ffnet Herstellern zus\u00e4tzliche Differenzierungsm\u00f6glichkeiten durch nachhaltige Materialalternativen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>BB Engineering entwickelt PE-Texturierprozess\u00a0<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bevor PE jedoch im industriellen Ma\u00dfstab als Werkstoff f\u00fcr die Chemiefaserbranche genutzt werden kann, muss es zun\u00e4chst systematisch erprobt werden. Daran arbeitet derzeit das Projekt bioPEtex. Innerhalb des Konsortiums \u00fcbernimmt BBE die Entwicklung und Anpassung der Texturierprozesse. Dieser Schritt ist entscheidend, da erst die Texturierung die sp\u00e4teren haptischen, funktionalen und mechanischen Eigenschaften einer Faser definiert. Die Herausforderung liegt darin, PE unter den neuartigen Prozessbedingungen so zu modifizieren, dass es mit den etablierten textilen Anwendungen kompatibel wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt umfasst das Projekt mehrere innovative Schritte:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Materialentwicklung: Herstellung von spinnbaren Bio-PE-Compounds durch die Firma TECNARO, die biobasierte Farbpigmente enthalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Prozessoptimierung: Schmelzspinn- und Falschdrahttexturierverfahren, die am Institut f\u00fcr Textiltechnik der RWTH Aachen und bei BBE f\u00fcr die industrielle Nutzung skaliert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Textilproduktion: Der Partner FALKE f\u00fchrt erste Strickversuche durch, um die Garne in Form von Demonstrator-T-Shirts zu validieren.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Ergebnisse zeigen vielversprechende Fortschritte: Die Bio-PE-Garne weisen geeignete mechanische Eigenschaften auf und bieten ein angenehmes Tragegef\u00fchl mit k\u00fchlendem Effekt, der z.B. bei Sportkleidung gew\u00fcnscht ist. Gleichzeitig wird ein Design-for-Recycling-Ansatz verfolgt, um die Textilien am Ende ihres Lebenszyklus effizient wiederzuverwerten. Ein besonderer Meilenstein im Projekt ist die erfolgreiche Herstellung eines ersten wei\u00dfen T-Shirts \u2013 eine erste Grundlage, um die Marktf\u00e4higkeit zu pr\u00fcfen. Weitere Entwicklungsschritte und Optimierungen sind hier noch erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie bisherigen Resultate stimmen uns sehr positiv. Sie zeigen, dass PE eine reale Chance in der textilen Wertsch\u00f6pfung hat und in spezifischen Anwendungen deutliche \u00f6konomische und \u00f6kologische Vorteile f\u00fcr die Industrie haben kann. Wir freuen uns an diesem wegbereitenden Projekt beteiligt zu sein. Es ist unser Anspruch, unseren Kunden zukunftsf\u00e4hige und profitable Innovationen bereitzustellen.\u201c so Dr. Klaus Sch\u00e4fer.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100% biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Ma\u00dfstab. 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