{"id":17415,"date":"2013-10-15T09:23:32","date_gmt":"2013-10-15T07:23:32","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=17415"},"modified":"2013-10-15T09:23:32","modified_gmt":"2013-10-15T07:23:32","slug":"fraunhofer-und-continental-bringen-zusammen-den-lowenzahn-kautschuk-auf-die-strase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-und-continental-bringen-zusammen-den-lowenzahn-kautschuk-auf-die-strase\/","title":{"rendered":"Fraunhofer und Continental bringen zusammen den L\u00f6wenzahn-Kautschuk auf die Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_17416\" aria-describedby=\"caption-attachment-17416\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-17416 \" alt=\"Gummi aus L\u00f6wenzahn\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/pi49_2013_Fraunhofer-und-Continental-bringen-zusammen-den-Lo\u0308wenzahn-Kautschuk-auf-die-Stra\u00dfe_g-300x165.jpg\" width=\"210\" height=\"115\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2013\/10\/pi49_2013_Fraunhofer-und-Continental-bringen-zusammen-den-Lo\u0308wenzahn-Kautschuk-auf-die-Stra\u00dfe_g-300x165.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2013\/10\/pi49_2013_Fraunhofer-und-Continental-bringen-zusammen-den-Lo\u0308wenzahn-Kautschuk-auf-die-Stra\u00dfe_g-1024x564.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2013\/10\/pi49_2013_Fraunhofer-und-Continental-bringen-zusammen-den-Lo\u0308wenzahn-Kautschuk-auf-die-Stra\u00dfe_g.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17416\" class=\"wp-caption-text\">Wissenschaftler von Fraunhofer haben den L\u00f6wenzahn von einer Wild- in eine Nutzpflanze verwandelt, die besonders viel Naturkautschuk. liefert.<br \/>\u00a9 Fraunhofer IME<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das gemeinsame Projekt startete offiziell Anfang Oktober. Ziel ist es, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren den Produktionsprozess so weiter zu entwickeln, dass Continental aus L\u00f6wenzahn-Kautschuk Reifen herstellen kann. Daf\u00fcr bauen die Molekularbiologen des IME und die Forschungsabteilung des Automobilzulieferers eine Pilotanlage in M\u00fcnster, die in der Lage ist, Naturkautschuk im Tonnenma\u00dfstab zu produzieren. Gleichzeitig werden mehrere Hektar einer besonders kautschukhaltigen L\u00f6wenzahnsorte angebaut. Um den Rohstoffgehalt und die Bl\u00fcteeigenschaften zu optimieren, z\u00fcchten die Forscher parallel dazu neue Sorten, die einen h\u00f6heren Kautschukanteil und Biomasseertrag aufweisen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nachwachsender Rohstoff<br \/>\n<\/strong>Die ersten Testreifen mit Gummi-Mischungen aus L\u00f6wenzahn-Kautschuk sollen bereits in den kommenden Jahren auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen erprobt werden. Das darin enthaltene Naturprodukt weist die gleiche Qualit\u00e4t auf wie der bisher f\u00fcr die Reifenproduktion verwendete, aus subtropischen L\u00e4ndern importierte Kautschuk des Gummibaums. Im Vergleich zu diesem kann er jedoch g\u00fcnstiger geerntet, besser gez\u00fcchtet und in Deutschland als nachwachsender Rohstoff angebaut werden \u2013 auch auf f\u00fcr bisherige Nutzpflanzen nicht geeigneten Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p>\u00bbDurch modernste Z\u00fcchtungsmethoden und anlagentechnische Optimierung ist es uns gelungen, hochwertigen Naturkautschuk aus L\u00f6wenzahn im Labor herzustellen. Jetzt ist die Zeit reif, diese Technologie \u00fcber den Pilotma\u00dfstab zur industriellen Reife zu bringen. Mit Continental haben wir einen kompetenten Partner gefunden, mit dem wir das nun f\u00fcr die Produktion von Reifen schaffen wollen\u00ab, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Rainer Fischer, Institutsleiter am IME in Aachen.<\/p>\n<p><strong>\u00bbUmweltbelastung und Logistikaufwand senken\u00ab<br \/>\n<\/strong>\u00bbWir investieren in dieses vielversprechende Materialentwicklungs- und Erzeugungs-Projekt, weil wir \u00fcberzeugt davon sind, dass wir dadurch unsere Reifenproduktion langfristig weiter verbessern k\u00f6nnen\u00ab, sagt Nikolai Setzer, der im Continental-Vorstand f\u00fcr die Division Reifen verantwortlich ist. \u00bbDenn die Kautschuk-Gewinnung aus der Pusteblumenwurzel ist deutlich wetterunabh\u00e4ngiger m\u00f6glich als die vom Gummibaum und er\u00f6ffnet aufgrund ihrer agrarischen Anspruchslosigkeit ganz neue Potentiale \u2013 insbesondere f\u00fcr heute brachliegende Anbaufl\u00e4chen. Durch den Anbau in viel k\u00fcrzerer Entfernung zu unseren Produktionsstandorten w\u00fcrden wir dar\u00fcber hinaus in nennenswertem Umfang sowohl die Umweltbelastung als auch den Logistikaufwand senken. Dieses Entwicklungsprojekt zeigt eindrucksvoll, dass wir hinsichtlich Materialentwicklung noch lange nicht am Ende unserer M\u00f6glichkeiten angekommen sind.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWir haben uns in den letzten Jahren ein gro\u00dfes Know-how in Sachen L\u00f6wenzahnz\u00fcchtung aufgebaut. Mit Hilfe von DNA-Markern wissen wir nun, welches Gen f\u00fcr welches molekulare Merkmal verantwortlich ist. Die Z\u00fcchtung von besonders ertragreichen Pflanzen ist so wesentlich effizienter m\u00f6glich\u00ab, beschreibt Projektleiter Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer die Forschungsarbeiten am M\u00fcnsteraner Standort des IME.<\/p>\n<p><strong>Besonders ertragreiche Pflanzen gez\u00fcchtet<\/strong><br \/>\nDort konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachweisen, dass der aus L\u00f6wenzahn gewonnene Kautschuk dieselbe Qualit\u00e4t hat wie sein Pendant aus dem Gummibaum. Das Team um Prof. Pr\u00fcfer sammelte erstmals umfangreiches Datenmaterial zu einzelnen Sorten, zu deren Kautschukgehalt und zu den biologischen Mechanismen der Herstellung. Mit Hilfe dieses Wissens gelang es ihnen Sorten zu z\u00fcchten, die besonders ertragreich, robust und einfach anzubauen sind. \u00bbDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war, das Wildkraut in eine Nutzpflanze zu verwandeln. Mittlerweile weisen einige unserer Sorten einen deutlich gesteigerten Kautschukgehalt auf. Diese werden wir jetzt noch weiter stabilisieren\u00ab, schildert Prof. Pr\u00fcfer.<\/p>\n<p>Zur Produktion l\u00e4sst sich ausschlie\u00dflich die russische Variante unserer heimischen Pflanze verwenden. Nur diese Art weist Kautschuk in gro\u00dfen Mengen in ihrem wei\u00dfen Latexsaft auf. In der \u00bbPusteblume\u00ab steckt enormes Potenzial. Gegen\u00fcber dem Gummibaum hat sie drei entscheidende Vorteile: Ihre Vegetationsperiode dauert nicht mehrere Jahre, sondern nur ein Jahr. Danach k\u00f6nnen die Pflanzen sofort geerntet und weiter optimiert werden. Gleichzeitig ist sie weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Sch\u00e4dlinge. Und schlie\u00dflich ben\u00f6tigt sie kein subtropisches Klima und kann auf heimischen \u00c4ckern angepflanzt werden.<\/p>\n<p><strong>\u00bbHeimische Wirtschaft unabh\u00e4ngiger von Rohstoffimporten\u00ab<br \/>\n<\/strong>\u00bbMit der neuen Technologie k\u00f6nnen wir einen nachhaltigen Vorsprung f\u00fcr die deutsche Automobilindustrie erreichen. Zum einen macht sie die heimische Wirtschaft unabh\u00e4ngiger von Rohstoffimporten. Zum anderen reduziert sie die Transportwege und verbessert so die CO2-Bilanz\u00ab, beschreibt Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer, Pr\u00e4sident der Fraunhofer-Gesellschaft, das Ziel und die wesentlichen Vorteile der Kooperation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gemeinsame Projekt startete offiziell Anfang Oktober. Ziel ist es, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren den Produktionsprozess so weiter zu entwickeln, dass Continental aus L\u00f6wenzahn-Kautschuk Reifen herstellen kann. Daf\u00fcr bauen die Molekularbiologen des IME und die Forschungsabteilung des Automobilzulieferers eine Pilotanlage in M\u00fcnster, die in der Lage ist, Naturkautschuk im Tonnenma\u00dfstab zu produzieren. Gleichzeitig werden [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[11818,1158,983],"class_list":["post-17415","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-continental-ag","supplier-fraunhofer-gesellschaft","supplier-fraunhofer-institut-fuer-molekularbiologie-und-angewandte-kologie-ime"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17415\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17415"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=17415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}