{"id":173666,"date":"2026-02-26T07:20:00","date_gmt":"2026-02-26T06:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=173666"},"modified":"2026-02-20T15:55:18","modified_gmt":"2026-02-20T14:55:18","slug":"vom-strohhalm-zum-kunststoff-zellstoff-nebenprodukt-wird-basis-fur-nylon-und-perlon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vom-strohhalm-zum-kunststoff-zellstoff-nebenprodukt-wird-basis-fur-nylon-und-perlon\/","title":{"rendered":"Vom Strohhalm zum Kunststoff: Zellstoff-Nebenprodukt wird Basis f\u00fcr Nylon und Perlon"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"721\" height=\"480\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/02\/csm_isbio-7030_17355f0564.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-173682\" style=\"width:336px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/02\/csm_isbio-7030_17355f0564.jpg 721w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/02\/csm_isbio-7030_17355f0564-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/02\/csm_isbio-7030_17355f0564-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/02\/csm_isbio-7030_17355f0564-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Mitarbeiter zieht im Labor f\u00fcr Systembiotechnologie an der Universit\u00e4t des Saarlandes einen Bionylonfaden aus einem Glaskolben. \u00a9 Silvia Steinbach<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Plastik aus Stroh: Auf diese Formel l\u00e4sst sich das Vorhaben reduzieren, das das Team von Christoph Wittmann aus der Systembiotechnologie gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie seit Anfang Februar verfolgt. Im vom Bundesforschungsministerium gef\u00f6rderten Projekt \u201eLiGNUM\u201c sollen Bakterien so manipuliert werden, dass sie ein Nebenprodukt aus der Strohzellstoff-Produktion verwerten k\u00f6nnen, um daraus Grundbestandteile f\u00fcr Nylon und Perlon zu erzeugen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus industriellen Nebenstr\u00f6men wieder nutzbare Rohstoffe zu machen, ist die Grundidee der Kreislaufwirtschaft. Im Projekt LiGNUM wird diese Idee konkret umgesetzt: Stoffstr\u00f6me aus der Zellstoffproduktion sollen mithilfe von Mikroorganismen in Bausteine f\u00fcr neue Kunststoffe umgewandelt werden \u2013 und damit erd\u00f6lbasierte Ausgangsstoffe ersetzen. Dass dies in der Region verankert und zugleich \u00fcberregional vernetzt geschieht, ist dabei das I-T\u00fcpfelchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Getragen wird diese Transformation von einem interdisziplin\u00e4ren Forschungsverbund unter Koordination von Christoph Wittmann an der Universit\u00e4t des Saarlandes. \u00dcber eine Laufzeit von drei Jahren arbeiten darin Partner aus Wissenschaft und Industrie gemeinsam daran, nachhaltige Polyamide zu entwickeln und ihre industrielle Umsetzbarkeit zu pr\u00fcfen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUns geht es im Verbund darum, industrielle Polyamide auf nachhaltige Weise herzustellen, bis in den Pilotma\u00dfstab\u201c, so <strong>der Wissenschaftler<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u201eUns\u201c, das ist das LiGNUM-Konsortium, das vom Bundesforschungsministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt ab Februar 2026 gef\u00f6rdert wird. Beteiligt sind neben der Universit\u00e4t des Saarlandes das Deutsche Biomasseforschungszentrum und das Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik und Bio\u00f6konomie sowie die Industriepartner Tecnaro GmbH, Spezialisten f\u00fcr biobasierte Polymere, und die Essity Operations Mannheim GmbH, die den meisten durch ihre Marken wie \u201eTempo\u201c oder \u201eZewa\u201c ein Begriff sein d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201ePolyamide, also Nylon oder Perlon, sind mit die \u201amarktst\u00e4rksten\u2018 Kunststoffe\u201c, wei\u00df <strong>Christoph Wittmann<\/strong>. \u201eWir wissen aus vorherigen Projekten, wie etwa der Herstellung von Plastikbausteinen aus Styroporabf\u00e4llen, was technisch m\u00f6glich ist. Jetzt wollen wir dieses Wissen nutzen, um mehrere Ausgangsstoffe f\u00fcr Polyamide gezielt biotechnologisch herzustellen\u201c, sagt Christoph Wittmann. Daf\u00fcr setzt das Projekt auf ein mikrobielles Produktionssystem, das sich f\u00fcr die Synthese verschiedener Kunststoffbausteine eignet.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcr LiGNUM ben\u00f6tigten Ausgangsstoffe stammen aus einem Nebenstrom der Zellstoffproduktion. Partner Essity nutzt in seiner Zellstofffabrik Stroh aus der Landwirtschaft als Rohstoff f\u00fcr Hygienepapiere. Dabei f\u00e4llt ein ligninbasierter Stoffstrom an, der unter dem Namen InnoLig+ vermarktet wird. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAllein am Essity-Standort in Mannheim entsteht eine Menge von mehreren zehntausend Tonnen pro Jahr \u2013 eine Gr\u00f6\u00dfenordnung, die eine industrielle Nutzung grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich macht\u201c, sagt <strong>Christoph Wittmann.<\/strong> <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ziel des Projekts ist es, diesen biobasierten Stoffstrom mithilfe biotechnologischer Verfahren f\u00fcr die Herstellung von Kunststoffbausteinen zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eBislang werden zentrale Ausgangsstoffe f\u00fcr Polyamide \u00fcberwiegend petrochemisch hergestellt \u2013 auf Basis fossiler Rohstoffe und in energieintensiven Prozessen der sogenannten \u201aschwarzen Chemie\u2018. LiGNUM verfolgt einen Ansatz, der sich an den Prinzipien der gr\u00fcnen Chemie orientiert: Biobasierte Stoffstr\u00f6me sollen mithilfe von Mikroorganismen zu Kunststoffbausteinen umgewandelt werden und so petrochemische Herstellungswege perspektivisch ersetzen\u201c, so <strong>Christoph Wittmann<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:14px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das Projekt<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eLiGNUM &#8211; Mikrobielle Veredlung ligninbasierter Str\u00f6me zu nachhaltigen Biomaterialien\u201d wird mit rund 1,55 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt gef\u00f6rdert. Rund 940.000 Euro entfallen auf das Team von Christoph Wittmann an der Universit\u00e4t des Saarlandes. Projektpartner sind die Tecnaro GmbH (Ilsfeld), das Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik und Bio\u00f6konomie in Potsdam und das Deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig; Essity Operations Mannheim GmbH ist als assoziierter Partner beteiligt. Das Projekt startete am 1.2.2026 und hat eine Laufzeit von 36 Monaten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:14px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Christoph Wittmann<br>Tel.: (0681) 30271971<br>E-Mail: <a href=\"mailto:christoph.wittmann@uni-saarland.de\">christoph.wittmann@uni-saarland.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik aus Stroh: Auf diese Formel l\u00e4sst sich das Vorhaben reduzieren, das das Team von Christoph Wittmann aus der Systembiotechnologie gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie seit Anfang Februar verfolgt. 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