{"id":172734,"date":"2026-01-30T07:35:00","date_gmt":"2026-01-30T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=172734"},"modified":"2026-01-28T08:55:46","modified_gmt":"2026-01-28T07:55:46","slug":"chemische-industrie-nachhaltiger-machen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/chemische-industrie-nachhaltiger-machen-2\/","title":{"rendered":"Chemische Industrie nachhaltiger machen"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-1024x768.webp\" alt=\"Dr. Gianluca Pauletto (li.) und Dr. Martin Baumg\u00e4rtl sind CEO und CTO des Start-ups SYPOX. Sie haben ihr Unternehmen an der TUM gegr\u00fcndet und wollen die chemische Industrie nachhaltiger machen. Hier stehen sie vor dem Container mit ihrer Pilotanlage in in der Gemeinde Dollnstein im Altm\u00fchltal.\" class=\"wp-image-172736\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-1024x768.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-300x225.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-150x113.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-768x576.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-1536x1152.webp 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d-360x270.webp 360w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_SYPOX_6_bc20e1478d.webp 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Gianluca Pauletto (li.) und Dr. Martin Baumg\u00e4rtl sind CEO und CTO des Start-ups SYPOX. Sie haben ihr Unternehmen an der TUM gegr\u00fcndet und wollen die chemische Industrie nachhaltiger machen. Hier stehen sie vor dem Container mit ihrer Pilotanlage in in der Gemeinde Dollnstein im Altm\u00fchltal. \u00a9 Ulrich Meyer \/ TUM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Das Start-up SYPOX hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Es will die chemische Industrie nachhaltiger machen. Statt \u00d6l und Gas zu verbrennen, wird die f\u00fcr eine Vielzahl chemischer Prozesse ben\u00f6tigte W\u00e4rme elektrisch erzeugt. Die Gr\u00fcnder lernten sich an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) kennen und entwickelten die daf\u00fcr notwendige Technologie gemeinsam. Das Unternehmen hat bereits seinen ersten Gro\u00dfkunden gewonnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Technologieorientierte Unternehmen haben in der Regel eines gemeinsam: Sie ben\u00f6tigen erhebliche finanzielle Mittel f\u00fcr Investitionen und Entwicklung. Damit gehen zwangsl\u00e4ufig Zeitdruck und Erfolgszwang einher, denn Venture-Capital-Geber erwarten Ergebnisse und nehmen Einfluss. SYPOX ist einen anderen Weg gegangen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eEs entsprach nicht unserem Stil, Geld einzuwerben \u2013 wir haben vielmehr von Anfang an versucht, auf Basis unserer Technologie ein tragf\u00e4higes Gesch\u00e4ft aufzubauen\u201c, sagt <strong>CEO Dr. Gianluca Pauletto<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieser Ansatz ist in der Tech-Start-up-Szene ungew\u00f6hnlich, passt jedoch zur Philosophie des Unternehmens: bodenst\u00e4ndig, kundennah und auf nachhaltige Wertsch\u00f6pfung ausgerichtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sauberes Synthesegas \u2013 sauberer Prozess<\/h3>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist selbstverst\u00e4ndlich ein leistungsf\u00e4higes Produkt. Bei SYPOX ist dies ein Reaktor, der \u00e4u\u00dferlich einem industriellen Druckbeh\u00e4lter \u00e4hnelt \u2013 technisch handelt es sich um ein elektrisches Heizelement, das hinter Katalysatoren angeordnet ist. Die Technologie ist komplex und patentrechtlich gesch\u00fctzt, das zugrunde liegende Prinzip jedoch erstaunlich einfach. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm Grunde ist es wie ein Wasserkocher in der heimischen K\u00fcche \u2013 nur im industriellen Ma\u00dfstab\u201c, erkl\u00e4rt <strong>CTO Dr. Martin Baumg\u00e4rtl<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Zentrum steht die Herstellung von Synthesegas, einer Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, die ein zentraler Ausgangsstoff f\u00fcr die Produktion von Methanol, Ammoniak und zahlreichen weiteren industriellen Basischemikalien ist. Bislang werden f\u00fcr diesen Hochtemperaturprozess fossile Brenner eingesetzt. Diese verursachen jedoch erhebliche CO\u2082-Emissionen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIn konventionellen Verfahren entfallen rund 40 Prozent der Emissionen allein auf die W\u00e4rmeerzeugung aus fossilen Energietr\u00e4gern\u201c, erl\u00e4utert <strong>Baumg\u00e4rtl<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>SYPOX ersetzt die Flamme durch Strom: Elektrische Heizelemente bringen die notwendige W\u00e4rme direkt in den Reaktor ein. Das senkt die CO\u2082-Emissionen drastisch und erleichtert zugleich die Prozessf\u00fchrung \u2013 sicherer und ohne Eingriff in die zugrunde liegende Chemie. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir wollen die chemische Industrie elektrifizieren\u201c, sagt <strong>CEO Gianluca Pauletto<\/strong>. \u201eSie muss endlich nachhaltiger werden.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Drei Forscher, eine Vision<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Idee hatte Pauletto w\u00e4hrend seiner Promotion in Montr\u00e9al, wo er sich mit M\u00f6glichkeiten besch\u00e4ftigte, Hochtemperaturprozesse in der Chemie klimafreundlicher zu gestalten. An der TUM fand er die passenden Partner: Prof. Johannes Lercher vom Lehrstuhl f\u00fcr Technische Chemie II der TUM School of Natural Sciences sowie Martin Baumg\u00e4rtl, damals Doktorand am Lehrstuhl. Gemeinsam wagten sie 2021 den Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit \u2013 unterst\u00fctzt durch das TUM Venture Lab ChemSpace sowie das EXIST-Gr\u00fcnderstipendium des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Der Weg war kein Sprint, sondern ein Marathon, wie <strong>Lercher<\/strong> betont: \u201eVier Jahre Forschung und zahlreiche Versuchsreihen in den Laboren der TUM waren notwendig.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Parallel errichtete das Team eine eigene Pilotanlage in einem einfachen Stahlcontainer auf dem Gel\u00e4nde einer Biogasanlage in der Gemeinde Dollnstein im l\u00e4ndlichen Altm\u00fchltal. Heute besch\u00e4ftigt SYPOX rund ein Dutzend Mitarbeitende. Der Firmensitz befindet sich in Langenbach, unweit des TUM-Forschungscampus in Garching, wo SYPOX weiterhin ein Labor betreibt und eng in das Innovations\u00f6kosystem der Universit\u00e4t eingebunden bleibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gro\u00dfkunde mit Clariant \u2013 ein Durchbruch<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Unterst\u00fctzung des Unternehmens Clariant, das seit vielen Jahren ein offizieller Forschungspartner der TUM ist, konnte SYPOX nun seinen ersten Gro\u00dfkunden gewinnen. Der Endkunde plant, ab 2026 mithilfe der SYPOX-Technologie t\u00e4glich rund 150 Tonnen Synthesegas zu produzieren \u2013 auf Basis erneuerbarer elektrischer Energie und mit bis zu 40 Prozent geringeren Emissionen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir sind stolz darauf, gemeinsam mit Clariant diese weltweit erste Anlage ihrer Art umzusetzen\u201c, sagt <strong>Baumg\u00e4rtl<\/strong>. \u201eDas ist nicht nur ein Meilenstein f\u00fcr uns, sondern auch ein starkes Signal an die gesamte chemische Industrie.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit seiner Technologie setzt SYPOX neue Ma\u00dfst\u00e4be: weg von fossilen Brennern, hin zu einer elektrifizierten Chemie. Der Markteintritt mit einem derart renommierten Partner ist vielversprechend. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir leisten einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung\u201c, bringt es <strong>Pauletto<\/strong> auf den Punkt. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Genau das macht SYPOX au\u00dfergew\u00f6hnlich: ein Start-up, das ohne gro\u00dfen Kapitaleinsatz startet, sich weitgehend aus Ums\u00e4tzen finanziert und unmittelbar Emissionen reduziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Start-up SYPOX hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Es will die chemische Industrie nachhaltiger machen. Statt \u00d6l und Gas zu verbrennen, wird die f\u00fcr eine Vielzahl chemischer Prozesse ben\u00f6tigte W\u00e4rme elektrisch erzeugt. Die Gr\u00fcnder lernten sich an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) kennen und entwickelten die daf\u00fcr notwendige Technologie gemeinsam. 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