{"id":172627,"date":"2026-01-27T07:29:00","date_gmt":"2026-01-27T06:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=172627"},"modified":"2026-01-26T12:36:06","modified_gmt":"2026-01-26T11:36:06","slug":"klimafreundliche-gewinnung-von-ameisensaure-und-wasserstoff-aus-dem-abfallprodukt-glycerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klimafreundliche-gewinnung-von-ameisensaure-und-wasserstoff-aus-dem-abfallprodukt-glycerin\/","title":{"rendered":"Klimafreundliche Gewinnung von Ameisens\u00e4ure und Wasserstoff aus dem Abfallprodukt Glycerin"},"content":{"rendered":"\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"461\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-1024x461.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Carsten Streb (l.) und Dr. Soressa Abera Chala vom Department Chemie der JGU haben das neue Elektrolyseverfahren entwickelt, mit dem sich aus Glycerin Ameisens\u00e4ure und Wasserstoff gewinnen lassen. (Foto\/\u00a9: Tobias Rios-Studer)\n\" class=\"wp-image-172623\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-300x135.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-150x68.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-768x346.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-1536x691.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-2048x922.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_carsten_streb_soressa_abera_chala-scaled-1-400x180.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Prof. Dr. Carsten Streb (l.) und Dr. Soressa Abera Chala vom Department Chemie der JGU haben das neue Elektrolyseverfahren entwickelt, mit dem sich aus Glycerin Ameisens\u00e4ure und Wasserstoff gewinnen lassen. (Foto\/\u00a9: Tobias Rios-Studer)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Forschende der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) haben eine Methode entwickelt, mit der sich aus dem Abfallprodukt Glycerin die Rohstoffe Ameisens\u00e4ure und Wasserstoff erzeugen lassen. Ameisens\u00e4ure ist f\u00fcr die Industrie vielfach verwendbar, Wasserstoff kann zum Beispiel als Energietr\u00e4ger f\u00fcr Fahrzeuge dienen. Zudem hat die neue Methode den Vorteil, dass sie mit Strom funktioniert und somit CO<sub>2<\/sub>-neutral angewendet werden kann. Diese Ergebnisse hat das Forschungsteam vor kurzem in der Zeitschrift\u00a0<em>Advanced Energy Materials<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Der von uns entwickelte Ansatz kann einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung der chemischen Industrie leisten, die die Unternehmen derzeit in gro\u00dfem Stil vorantreiben, um ihre CO<sub>2<\/sub>-Emissionen zu senken&#8221;, sagt <strong>Prof. Dr. Carsten Streb vom Department Chemie der JGU, der die Studie geleitet hat<\/strong>. &#8220;Prozesse, die bisher unter Einsatz von gro\u00dfen Mengen Erd\u00f6l oder Erdgas durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, k\u00f6nnten dann mit nachhaltigem Strom betrieben werden.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CO<sub>2<\/sub>-neutrale Herstellung von Ameisens\u00e4ure<\/h3>\n\n\n\n<p>Entstanden ist der Ansatz aus der bereits bekannten Wasserstoff-Elektrolyse, bei der Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Bei der &#8220;hybriden Elektrolyse&#8221; nutzen die Forschenden als Ausgangsstoff neben Wasser Glycerin, das unter anderem bei der Biodiesel-Produktion in riesigen Mengen anf\u00e4llt. Als zweites Produkt, statt des Sauerstoffs, entsteht dann Ameisens\u00e4ure. Sie wird \u00fcblicherweise aus Erd\u00f6l hergestellt, was jedoch mit hohen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> &#8220;Die elektrochemische Herstellung von Ameisens\u00e4ure aus Glycerin ist dagegen CO<sub>2<\/sub>-neutral, wenn sie mit gr\u00fcnem Strom durchgef\u00fchrt wird&#8221;, sagt <strong>Streb<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Chemisch gesehen brechen die Forschenden bei der Elektrolyse Glycerin, das \u00fcber drei Kohlenstoffatome verf\u00fcgt, auf Ameisens\u00e4ure mit nur einem Kohlenstoffatom herunter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neuer Katalysator entwickelt<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die neue Methode haben die Forschenden einen neuen Katalysator entwickelt: Dabei befinden sich die zwei Metalle Kupfer und Palladium auf atomarer Ebene in enger Nachbarschaft.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Wir haben den Katalysator nicht nur entwickelt, sondern bereits ein recht gutes Verst\u00e4ndnis davon, was das Material macht und wie man es optimieren k\u00f6nnte&#8221;, sagt\u00a0<strong>Streb<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Theoretische und Experimentelle Erkenntnisse dazu steuerte ein kooperierendes Team der National Taiwan University of Science and Technology bei.<\/p>\n\n\n\n<p>In weiteren Schritten wollen die Forschenden um Streb untersuchen, wie sich das teure Edelmetall Palladium im Katalysator durch g\u00fcnstigere Materialien ersetzen l\u00e4sst. Auch die Methanol-Erzeugung steht auf der Agenda \u2013 schlie\u00dflich ist der Bedarf an Methanol erheblich gr\u00f6\u00dfer als der an Ameisens\u00e4ure. Eventuell k\u00f6nnte sie durch die Hinzunahme eines zweiten reduktiven Elektrolyseprozesses erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"461\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-1024x461.jpg\" alt=\"An electrolysis cell used for the generation of formate from glycerol (photo\/\u00a9: Tobias Rios-Studer)\" class=\"wp-image-172624\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-300x135.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-150x68.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-768x346.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-1536x691.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-2048x922.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/09_chemie_elektrolysezelle_glycerin-scaled-1-400x180.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Elektrolysezelle zur Herstellung von Ameisens\u00e4ure aus Glycerin (Foto\/\u00a9: Tobias Rios-Studer)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Forschungen des Profilbereichs SusInnoScience<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Forschungen an der JGU fanden im Profilbereich SusInnoScience (Sustainable chemistry as the key to innovation in resource-efficient science in the Anthropocene) statt, in dem nachhaltige chemische und biotechnologische Produktionsverfahren entwickelt werden. Gef\u00f6rdert wird dieses Spitzenforschungsgebiet der JGU durch die Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz. Die Untersuchungen waren au\u00dferdem Teil der Aktivit\u00e4ten &#8220;Nachhaltige Prozesse und Materialien&#8221; der Rhein-Main-Universit\u00e4ten (JGU, Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main und Technische Universit\u00e4t Darmstadt). Zu erw\u00e4hnen ist auch, dass f\u00fcnf durch die Alexander von Humboldt-Stiftung gef\u00f6rderte Post-Doktorandinnen und -Doktoranden beteiligt waren. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Es handelt sich um ein internationales Projekt, das stark davon profitiert, dass wir internationales Talent \u00fcber die Humboldt-Stiftung zu uns holen konnten&#8221;, sagt <strong>Streb<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Ver\u00f6ffentlichung<\/h3>\n\n\n\n<p>S. Abera Chala et al., Molecular Bottom-Up Design of Single-Site Copper-Palladium Catalysts for Selective Glycerol Electro-Oxidation,&nbsp;<em>Advanced Energy Materials<\/em>, 6 January 2026,<br><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/aenm.202504456\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DOI: 10.1002\/aenm.202504456<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) haben eine Methode entwickelt, mit der sich aus dem Abfallprodukt Glycerin die Rohstoffe Ameisens\u00e4ure und Wasserstoff erzeugen lassen. Ameisens\u00e4ure ist f\u00fcr die Industrie vielfach verwendbar, Wasserstoff kann zum Beispiel als Energietr\u00e4ger f\u00fcr Fahrzeuge dienen. 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