{"id":172379,"date":"2026-01-19T07:35:00","date_gmt":"2026-01-19T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=172379"},"modified":"2026-01-15T08:55:07","modified_gmt":"2026-01-15T07:55:07","slug":"gartenabfall-und-ernteruckstande-in-kunststoff-verwandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gartenabfall-und-ernteruckstande-in-kunststoff-verwandeln\/","title":{"rendered":"Gartenabfall und Ernter\u00fcckst\u00e4nde in Kunststoff verwandeln"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Universitaet-Oldenburg-Melanie-Walther-Institut-fuer-Chemie-10_889afc77d2.jpg\" alt=\"A special chemical is needed to develop completely bio-based PBS for the first time. The researchers are working on a novel technology. Universit\u00e4t Oldenburg\/ Matthias Knust\" class=\"wp-image-172377\" style=\"width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Universitaet-Oldenburg-Melanie-Walther-Institut-fuer-Chemie-10_889afc77d2.jpg 750w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Universitaet-Oldenburg-Melanie-Walther-Institut-fuer-Chemie-10_889afc77d2-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Universitaet-Oldenburg-Melanie-Walther-Institut-fuer-Chemie-10_889afc77d2-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Universitaet-Oldenburg-Melanie-Walther-Institut-fuer-Chemie-10_889afc77d2-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Um erstmalig komplett biobasiertes PBS zu erhalten, braucht es eine Spezialchemikalie. Die Forschenden arbeiten an einer neuartigen Technologie.\u00a0Universit\u00e4t Oldenburg\/ Matthias Knust<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong><strong>Aus Gr\u00fcnschnitt, Heu und Algen biologisch komplett abbaubaren Kunststoff herstellen, der f\u00fcr medizinische Produkte, Bauteile von Autos, Isolierungen und Verpackungen geeignet ist \u2013 das ist das Vorhaben einer neuen Nachwuchsgruppe am Institut f\u00fcr Chemie. Das Forschungsteam um die Chemikerin Dr. Melanie Walther m\u00f6chte daf\u00fcr \u00f6kologisch nachhaltige und anwendungsnahe Ans\u00e4tze miteinander kombinieren: Geplant ist, eine kosteng\u00fcnstige und gleichzeitig energieeffiziente Technologie zu entwickeln, mit deren Hilfe neue Kunststoffe auf Basis von Polybutylensuccinat (PBS) entstehen, die zu 100 Prozent aus organischen Abf\u00e4llen bestehen. Das Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) f\u00f6rdert das Vorhaben \u201eEcoPBS\u201c mit rund 2,7 Millionen Euro.\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDie Arbeit der neuen Nachwuchsgruppe zielt darauf ab, mit Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen eine industrietaugliche Alternative zu herk\u00f6mmlichem Plastik zu bieten\u201c, sagt <strong>Prof. Dr. Ralph Bruder, Pr\u00e4sident der Universit\u00e4t Oldenburg<\/strong>. \u201eDie F\u00f6rderzusage des BMFTR w\u00fcrdigt auch die herausragende Forschungsinfrastruktur unserer Universit\u00e4t auf diesem Gebiet und unterstreicht das Potenzial von \u201aEcoPBS\u2018 f\u00fcr eine umwelt- und klimafreundliche Kreislaufwirtschaft\u201c\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biokunststoff komplett recycelbar machen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>PBS ist \u00e4hnlich robust und verarbeitungsf\u00e4hig wie die Kunststoffe Polypropylen und Polyethylen. Der gro\u00dfe Unterschied: Es l\u00e4sst sich gut biologisch abbauen. Bislang ist es allerdings noch nicht gelungen, vollst\u00e4ndig biobasiertes Material herzustellen, das komplett recycelbar ist. Die Herstellungsverfahren eignen sich zudem noch nicht f\u00fcr die chemische Industrie. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eF\u00fcr eine hohe Ausbeute braucht es leicht zu kultivierende Mikroorganismen, die stabil genug sind, um in kosten- und energiearmen verfahrenstechnischen Prozessen zu bestehen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Wirtschaftschemikerin Walther<\/strong> die Forschungsl\u00fccke.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In drei Teilprojekten erforscht die Nachwuchsgruppe deshalb, wie das biologische Substrat in Form von Gartenschnitt und Ernteabf\u00e4llen schlie\u00dflich zu Bio-PBS werden kann. Die Forschenden optimieren daf\u00fcr zun\u00e4chst den Fermentationsprozess: Sie pr\u00fcfen, wie gut sich das organische Material in einem neu entwickelten biotechnologischen Verfahren mithilfe verschiedener Mikroorganismen wandelt. Das Besondere: Das Team untersucht zwei G\u00e4rungen \u2013 die Aceton-, Butanol- und Ethanol- sowie die Bernsteins\u00e4ure-Fermentation.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Herstellungsprozesse f\u00fcr den Biokunststoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Das zweite Teilprojekt fokussiert sich auf das sogenannte Downstreaming, also das Reinigen des umgewandelten Materials von Fremdstoffen. Die Forschenden wollen dabei die organische Verbindung&nbsp;<em>n<\/em>-Butanol zu 1,4-Butandiol veredeln \u2013 also zu einem zweiwertigen Alkohol, der ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr Kunststoffe ist. Mithilfe von Prozesssimulationen und Methoden des maschinellen Lernens \u00fcberpr\u00fcfen sie, wie sich die Stoff- und Energiebilanzen verbessern lassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um st\u00f6rende Stoffe herauszul\u00f6sen und so erstmalig komplett biobasiertes PBS zu erhalten, wird auch eine Spezialchemikalie ben\u00f6tigt. In den Grundz\u00fcgen haben die Forschenden diese bereits entwickelt und ein Patent daf\u00fcr angemeldet. Im Rahmen des dritten Teilprojekts wollen sie diese Technologie weiter verfeinern. Ein Ziel ist auch, die bei der Produktion von Bio-PBS entstehenden R\u00fcckst\u00e4nde zur Produktion von regenerativem Strom und W\u00e4rme zu nutzen, womit sich die Laboranlagen betreiben lassen. Mithilfe digitaler 3D-Modelle und dem vollst\u00e4ndig biobasierten PBS wollen die Forschenden schlie\u00dflich erste anwendbare Produkte erzeugen \u2013 beispielsweise Verpackungen und medizinisches Material.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kooperation mit externen Partnern und Universit\u00e4ten<\/h3>\n\n\n\n<p>Melanie Walther kommt neu an die Universit\u00e4t Oldenburg, um die Nachwuchsgruppe aufzubauen. Unter ihrer Leitung werden ein Postdoktorand und drei Doktoranden und Doktorandinnen forschen. Sie studierte Wirtschaftschemie an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel, wo sie 2016 ihren Bachelor- und 2018 ihren Masterabschluss erwarb. 2023 promovierte sie im Bereich organischer Funktionsmaterialien an der Universit\u00e4t Bremen. Ihre PostDoc-Phase schloss sich daran an, ebenfalls im Bereich der Organischen Chemie.<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit gibt es an der Universit\u00e4t Oldenburg insgesamt neun derartige drittmittelgef\u00f6rderte Gruppen. Mit ihnen sollen herausragende und hochqualifizierte Nachwuchskr\u00e4fte wie Walther auf dem Weg zur Professur oder einer anderen wissenschaftlichen Leitungsfunktion gef\u00f6rdert werden. An dem Vorhaben \u201eEcoPBS\u201c sind als assoziierte universit\u00e4re Partner beteiligt: die Hanze University of Applied Sciences (Groningen, Niederlande), die University of Twente (Enschede, Niederlande) und die Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel. Weitere Kooperationspartner sind der Garten- und Landschaftsbau Oeltjen (Westerstede), das Forschungsinstitut Fair-Fusion (Emmen, Niederlande) und der Kunststoffanbieter Biovox (Darmstadt).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Gr\u00fcnschnitt, Heu und Algen biologisch komplett abbaubaren Kunststoff herstellen, der f\u00fcr medizinische Produkte, Bauteile von Autos, Isolierungen und Verpackungen geeignet ist \u2013 das ist das Vorhaben einer neuen Nachwuchsgruppe am Institut f\u00fcr Chemie. 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