{"id":172206,"date":"2026-01-14T07:35:00","date_gmt":"2026-01-14T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=172206"},"modified":"2026-01-08T13:19:42","modified_gmt":"2026-01-08T12:19:42","slug":"elv-trilog-fuhrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/elv-trilog-fuhrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft\/","title":{"rendered":"ELV-Trilog f\u00fchrt zu selektiver Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"442\" height=\"114\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/tecpart-6773351c.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-172229\" style=\"width:279px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/tecpart-6773351c.jpg 442w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/tecpart-6773351c-300x77.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/tecpart-6773351c-150x39.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/tecpart-6773351c-400x103.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Europ\u00e4ischer Rat und Europ\u00e4isches Parlament haben sich im Trilogverfahren zur \u00dcberarbeitung der EU-Altfahrzeugverordnung (ELV-R) auf einen gemeinsamen Text geeinigt. TecPart \u2013 Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. begr\u00fc\u00dft die grunds\u00e4tzlich positiven Signale durch die vorgesehenen ansteigenden Rezyklatquoten auf 15 Prozent und dann auf 25 Prozent sowie die darin enthaltene 20-Prozent-Closed-Loop-Vorgabe, da sie Investitionen in Recycling und Kreislaufinfrastruktur f\u00fcr die Verwertung von Altfahrzeugen st\u00e4rken werden. Die Quoten sollen jedoch ausschlie\u00dflich mit Post-Consumer-Rezyklaten erf\u00fcllt werden. So versch\u00e4rft sich eine zentrale Herausforderung: Die Versorgungsl\u00fccke bei qualit\u00e4tsgesicherten Rezyklaten f\u00fcr technische Anwendungen, welche nicht aus den haushaltsnahen Abfallstr\u00f6men gewonnen werden k\u00f6nnen, wird durch den Ausschluss von Post-Industrial-Rezyklaten (PIR) weiter vergr\u00f6\u00dfert.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>PIR-Ausschluss bremst tragende S\u00e4ule technischer Kunststoffkreisl\u00e4ufe aus<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als Verband, der im Zentrum von Kunststoffverarbeitung und -recycling mit Fokus auf technischer Anwendungen, von praxisnaher Normung und ambitionierter Politik steht, sieht TecPart die Konsequenzen dieser Entscheidung besonders deutlich.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201ePIR-Rezyklate sind heute eine zentrale S\u00e4ule f\u00fcr qualit\u00e4tsgesicherte, klimaschonende Rezyklatmengen in sensiblen und sicherheitsrelevanten Kunststoffanwendungen im Fahrzeugbau. Die Nichtanrechenbarkeit dieses Stoffstroms im gesetzlichen Rahmen f\u00fchrt zu einem selektiven Kreislaufverst\u00e4ndnis, das real existierende industrielle Kreisl\u00e4ufe ignoriert und bestehende Strukturen schw\u00e4cht. Zudem stellt dies eine einzigartige Diskriminierung des Werkstoffs Kunststoff dar. Eine Abfallstrom-Unterscheidung in PIR und PCR gibt es weder bei Metallen noch bei Papier oder Glas\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Michael Weigelt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von TecPart<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Marktanalysen \u2013 darunter unter anderem die j\u00fcngste Studie von Porsche Consulting<a href=\"https:\/\/tecpart.de\/pressemitteilung\/elv-trilog-fuehrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft\/#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0sowie von der BKV GmbH und Conversio GmbH<a href=\"https:\/\/tecpart.de\/pressemitteilung\/elv-trilog-fuehrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft\/#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0\u2013 zeigen, dass PCR-Mengen f\u00fcr technische Kunststoffe weder in ausreichender Typenvielfalt noch in stabiler Qualit\u00e4t bereitstehen. PIR-Str\u00f6me tragen seit Jahrzehnten die industrielle Kreislauff\u00fchrung technischer Kunststoffe. Ihre regulatorische Marginalisierung f\u00fchrt zu h\u00f6heren CO\u2082-Emissionen und dem Verlust hochwertiger europ\u00e4ischer Materialstr\u00f6me.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auswirkungen von PIR-Ausschluss transparent monitoren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Sicht von TecPart ist es unerl\u00e4sslich, dass die Europ\u00e4ische Kommission und die Mitgliedstaaten die \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Auswirkungen des PIR-Ausschlusses transparent nachverfolgen und in \u00dcberpr\u00fcfungsprozessen sowie flankierenden Initiativen ber\u00fccksichtigen. Nur eine realit\u00e4tsnahe Weiterentwicklung des regulativen Rahmens wird sicherstellen, dass Europas Industrie-, Klima- und Kreislaufziele im Automobilsektor erreichbar bleiben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rezyklatquoten steigen \u2013 doch Europas Recyclingbasis bricht weg<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Kunststoffrecyclingbranche in Europa steckt in einer akuten Notlage. Hohe Energie- und Produktionskosten, massiver Preisdruck durch g\u00fcnstige Importe, r\u00fcckl\u00e4ufige Nachfrage und kaum noch bezahlbarer Versicherungsschutz f\u00fchren dazu, dass immer mehr Recycler Kapazit\u00e4ten zur\u00fcckfahren oder Standorte schlie\u00dfen. Gleichzeitig steigen durch EU-Verpackungsverordnung, (k\u00fcnftig durch) EU-Altfahrzeugverordnung und weitere Regelwerke die verbindlichen Rezyklatquoten deutlich an. Dieses \u00f6konomisch-\u00f6kologische Paradox gef\u00e4hrdet die Zielerreichung: W\u00e4hrend der Bedarf an Rezyklaten stark w\u00e4chst, bricht die Infrastruktur daf\u00fcr weg. Um diese Entwicklung zu stoppen, braucht es kurzfristig wirksame Ma\u00dfnahmen: eine sp\u00fcrbare Strompreisentlastung f\u00fcr energieintensive Recyclingprozesse, staatlich abgesicherte Versicherungsmodelle, um Betriebe \u00fcberhaupt versicherbar zu halten, CO\u2082-Gutschriften f\u00fcr tats\u00e4chlich vermiedene Emissionen sowie verl\u00e4ssliche und schnelle Genehmigungsprozesse f\u00fcr Investitionen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eVor dem Hintergrund der um ihre Existenz k\u00e4mpfenden kunststoffrecycelnden Unternehmen m\u00fcssen diese Entlastungen schnell, unb\u00fcrokratisch und wirksam kommen. Andernfalls gehen noch vor dem Inkrafttreten der neuen Rezyklatquoten weitere Kapazit\u00e4ten verloren \u2013 und damit genau die Rezyklatmengen, die Europa dringend braucht. Die Folgen f\u00fcr die hier ans\u00e4ssigen Kunststoffverarbeiter sind nicht absehbar\u201c, warnt <strong>Michael Weigelt<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/tecpart.de\/pressemitteilung\/elv-trilog-fuehrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft\/#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0<sub><a href=\"https:\/\/tecpart.de\/drive\/Whitepaper-Quo-vadis-PCR_2032_DE.pdf\">Porsche Consulting, TecPart, KI Kunststoff Information \u2013 White Paper \u201eQuo vadis, PCR?\u201d<\/a>, 2025.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/tecpart.de\/pressemitteilung\/elv-trilog-fuehrt-zu-selektiver-kreislaufwirtschaft\/#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0<sub><a href=\"https:\/\/www.bkv-gmbh.de\/files\/bkv\/studien\/250213%20Kurzfassung%20Marktprognose%20Rezyklatverf%C3%BCgbarkeit.pdf\">BKV-GmbH \u2013 Conversio GmbH: Marktprognose Rezyklatverf\u00fcgbarkeit<\/a>, 2025.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:22px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber TecPart \u2013 Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. (TecPart)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>TecPart \u2013 Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. ist die Interessenvertretung f\u00fcr Hersteller von technischen Kunststoff-Produkten in \u00d6ffentlichkeit und Politik sowie in nationalen und europ\u00e4ischen Gremien. Die Mitglieder sind vorwiegend hochspezialisierte Experten aus der Compoundierung und dem Kunststoffrecycling, der Additiven Fertigung, dem Thermoformen sowie aus dem Bereich der Spritzgie\u00dftechnik und anderen Kunststoffverarbeitungsverfahren, die technische Kunststoffteile entwickeln, konstruieren und produzieren so-wie die Werkzeuge zu deren Herstellung. Auftraggeber und Abnehmer sind die Automobil-, Elektro-, Maschinenbau- und Medizintechnikindustrie. Mit mehr als 310.000 Besch\u00e4ftigten in rund 3.000 Unternehmen und ca. 70 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr geh\u00f6rt die Kunststoffverarbeitung zu einem der leistungsf\u00e4higsten Industriezweige in Deutschland. Die von uns vertretenen rund 910 Hersteller langlebiger, technischer Kunststoff-Produkte besch\u00e4ftigen rund 100.000 Mitarbeiter und erwirtschaften mit diesen einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro pro Jahr. Weitere Informationen finden Sie unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tecpart.de\/\">www.tecpart.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ischer Rat und Europ\u00e4isches Parlament haben sich im Trilogverfahren zur \u00dcberarbeitung der EU-Altfahrzeugverordnung (ELV-R) auf einen gemeinsamen Text geeinigt. 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