{"id":172132,"date":"2026-01-12T07:26:00","date_gmt":"2026-01-12T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=172132"},"modified":"2026-01-06T13:03:22","modified_gmt":"2026-01-06T12:03:22","slug":"flugzeugtreibstoff-aus-tomatenresten-tu-graz-koordiniert-visionares-eu-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flugzeugtreibstoff-aus-tomatenresten-tu-graz-koordiniert-visionares-eu-projekt\/","title":{"rendered":"Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten: TU Graz koordiniert vision\u00e4res EU-Projekt"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"928\" height=\"464\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20.jpg\" alt=\"Aus Resten der Tomatenproduktion, wie Bl\u00e4ttern, St\u00e4ngeln, Samen, Schalen sowie unreifen und schimmligen Fr\u00fcchten, soll nachhaltiger Flugzeugtreibstoff werden.\" class=\"wp-image-172148\" style=\"width:742px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20.jpg 928w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2026\/01\/csm_Banner-ToFuel-KIENBERGER-by-Lunghammer-tugraz__2__6de7b37b20-400x200.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 928px) 100vw, 928px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aus Resten der Tomatenproduktion, wie Bl\u00e4ttern, St\u00e4ngeln, Samen, Schalen sowie unreifen und schimmligen Fr\u00fcchten, soll nachhaltiger Flugzeugtreibstoff werden. \u00a9 Lunghammer &#8211; TU Graz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Abf\u00e4lle aus der Tomatenverarbeitung sollen k\u00fcnftig Flugzeuge antreiben. Unter der Leitung der TU Graz entwickelt das EU-Projekt\u00a0ToFuel\u00a0ein neues Bioraffineriekonzept, das Tomatenreste in nachhaltigen Flugkraftstoff sowie in D\u00fcnger, Tierfutter und Speise\u00f6l umwandelt. Das Forschungsteam strebt einen abfallfreien und klimaneutralen Prozess an, der gleichzeitig wirtschaftlich konkurrenzf\u00e4hig ist und damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs leistet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reststoff als wertvolle Ressource<\/h3>\n\n\n\n<p>Weltweit sind Tomaten nach Kartoffeln das am zweith\u00e4ufigsten konsumierte Gem\u00fcse. Die EU ist mit rund 17 Megatonnen geernteter Tomaten der drittgr\u00f6\u00dfte Produzent. Bei der Tomatenproduktion fallen allerdings gro\u00dfe Mengen an Restbiomasse an \u2013 Pflanzenmaterial wie Bl\u00fcten, Bl\u00e4tter und St\u00e4ngel, Schalen, Samen und Tomaten von ungen\u00fcgender Qualit\u00e4t. Diese Reste werden gr\u00f6\u00dftenteils als Agrarabfall verbrannt oder teuer entsorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig h\u00e4ngt das Ziel der europ\u00e4ischen Klimaneutralit\u00e4t und damit einhergehend die Reduktion von CO\u2082-Emissionen des Luftfahrtsektors ganz wesentlich an der Produktion nachhaltiger und konkurrenzf\u00e4higer Flugtreibstoffe (Sustainable Aviation Fuels; SAF) aus erneuerbaren Rohstoffen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAus der EU-weit anfallenden Menge an sogenanntem Tomatentrester, also den R\u00fcckst\u00e4nden aus der Tomatenverarbeitung, lie\u00dfen sich Sch\u00e4tzungen zufolge rund drei Prozent der bis 2030 in Europa ben\u00f6tigten\u00a0Sustainable Aviation Fuels\u00a0decken\u201c, f\u00fchrt <strong>Projektleiterin Marlene Kienberger vom Institut f\u00fcr Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der TU Graz<\/strong> aus.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von der Pflanze zum \u00d6l zum Flugtreibstoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Damit aus Tomatenresten ein hochwertiger Treibstoff entsteht, muss die Biomasse zuerst so aufbereitet werden, dass Mikroorganismen sie effizient verwerten k\u00f6nnen.&nbsp;ToFuel&nbsp;untersucht daf\u00fcr zwei moderne Fraktionierungstechnologien. Bei der Extrusion wird die Biomasse unter W\u00e4rme und Druck behandelt und anschlie\u00dfend durch einen abrupten Druckabfall in ihre zellul\u00e4ren Bestandteile aufgebrochen. So entsteht eine optimal aufgeschlossene Biomasse f\u00fcr die folgende Fermentation, bei der Mikroorganismen Lipide produzieren, die sp\u00e4ter zu Flugtreibstoff verarbeitet werden. Bei der zweiten Fraktionierungstechnologie, der hydrothermalen Verfl\u00fcssigung, wird die Biomasse unter hohem Druck und hohen Temperaturen in Bio\u00f6l und Biokohle umgewandelt. Bevor das gewonnene Bio\u00f6l zu Flugkraftstoff veredelt werden kann, muss es von vorwiegend stickstoffhaltigen St\u00f6rionen gereinigt werden. Diese unerw\u00fcnschten Ionen w\u00fcrden sonst die folgende Umwandlung in einen nachhaltigen Flugtreibstoff negativ beeinflussen. Die entsprechenden biotechnologischen sowie Fraktionierungs-, und Reinigungsprozesse entwickeln das Laborat\u00f3rio Nacional de Energia e Geologia (LNEG) in Lissabon, die TU Graz und die Universit\u00e4t Zagreb in enger Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend werden die Lipide und das Bio\u00f6l an der Montanuniversit\u00e4t Leoben \u00fcber den&nbsp;HEFA-Prozess in einen Treibstoff umgewandelt, der die internationalen Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr nachhaltigen Flugtreibstoff erf\u00fcllt. HEFA steht f\u00fcr \u201eHydrierte Ester und Fetts\u00e4uren\u201c und ist ein Verfahren zur Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff aus pflanzlichen, tierischen oder recycelten Fetten und \u00d6len.<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Projekt entwickelten Verfahren werden schrittweise auf einen vorindustriellen Ma\u00dfstab hochskaliert und umfassend getestet. Konsortialf\u00fchrerin Marlene Kienberger betont: \u201eUnser klares Ziel ist es, nachhaltigen Flugkraftstoff auf Basis von Tomatenresten um einen konkurrenzf\u00e4higen Verkaufspreis zu produzieren. Nachhaltige Flugzeugtreibstoffe m\u00fcssen sich letztendlich einfach auch wirtschaftlich lohnen.\u201c Zus\u00e4tzlich analysiert das Projektteam die \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Auswirkungen der Technologien. Die Nutzung von Tomatenresten schafft zudem neue Einnahmequellen f\u00fcr die Lebensmittelverarbeitung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Starkes europ\u00e4isches Konsortium<\/h3>\n\n\n\n<p>Offizieller Projektstart von \u201e<em>ToFuel &#8211; An integrated Biorefinery for Sustainable Aviation Fuel Production from Tomato Residues<\/em>\u201c ist am 1.1.2026. Insgesamt elf Partner aus sieben europ\u00e4ischen L\u00e4ndern arbeiten an\u00a0ToFuel. Neben der TU Graz geh\u00f6ren dazu unter anderem das portugiesische Forschungsinstitut LNEG, die Universit\u00e4t Zagreb, die TU Wien, die Technische Universit\u00e4t Lappeenranta in Finnland, die Montanuniversit\u00e4t Leoben und die Fraunhofer-Gesellschaft. Die Industriepartner Mutti und Podravka stellen Tomatenreste bereit und bringen ihr langj\u00e4hriges\u00a0Know-how\u00a0in der Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Begleitet wird die Forschung mit einer umfassenden Verwertungs- und Ver\u00f6ffentlichungsstrategie, welche von den Projektpartnern\u00a0ESEIA\u00a0und\u00a0EEIP\u00a0erarbeitet wird. Im Rahmen des Projekts sollen mindestens sechs\u00a0PhDs, zw\u00f6lf Master- und 15 Bachelorstudierende ausgebildet werden. Das Projektbudget betr\u00e4gt 3,5 Millionen Euro \u00fcber vier Jahre, eine Million davon entfallen an die Konsortialf\u00fchrerin TU Graz.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Marlene KIENBERGER<br>Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn.<br>TU Graz &#8211; Institut f\u00fcr Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik<br>Tel.: +43 316 873 7484<br>Mobil: +43 650 22 30 122<br>E-Mail: <a href=\"mailto:marlene.kienberger@tugraz.at\">marlene.kienberger@tugraz.at<\/a><a>\u00a0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abf\u00e4lle aus der Tomatenverarbeitung sollen k\u00fcnftig Flugzeuge antreiben. Unter der Leitung der TU Graz entwickelt das EU-Projekt\u00a0ToFuel\u00a0ein neues Bioraffineriekonzept, das Tomatenreste in nachhaltigen Flugkraftstoff sowie in D\u00fcnger, Tierfutter und Speise\u00f6l umwandelt. 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