{"id":171922,"date":"2026-01-07T07:20:00","date_gmt":"2026-01-07T06:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=171922"},"modified":"2025-12-19T16:27:58","modified_gmt":"2025-12-19T15:27:58","slug":"altreifen-recycling-stoffstromlucke-bioverfugbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/altreifen-recycling-stoffstromlucke-bioverfugbarkeit\/","title":{"rendered":"Altreifen-Recycling: Stoffstroml\u00fccke &amp; Bioverf\u00fcgbarkeit"},"content":{"rendered":"\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">++ Update vom 12. Dezember 2025: Neue Bewertung f\u00fcr Chemikalien<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie der WDK am 11. Dezember 2025 mitteilte, erfordert die Sicherung des stofflichen Recyclings neben der Mengenerfassung vor allem einen neuen Ansatz bei der chemischen Bewertung. Von den 533.000 t Altreifen, die im vergangenen Jahr in Deutschland anfielen, wurden fast 200.000 t zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet. Diese Produkte sind essenzielle Sekund\u00e4rrohstoffe, deren Marktf\u00e4higkeit jedoch von regulatorischen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"388\" height=\"430\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/wdk_stephan_rau-1.jpeg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-171942\" style=\"width:224px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/wdk_stephan_rau-1.jpeg.webp 388w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/wdk_stephan_rau-1.jpeg-271x300.webp 271w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/wdk_stephan_rau-1.jpeg-135x150.webp 135w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/wdk_stephan_rau-1.jpeg-244x270.webp 244w\" sizes=\"auto, (max-width: 388px) 100vw, 388px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stephan Rau vom WDK: \u201e.Ein Risikoansatz bei der Bewertung der chemischen Inhaltsstoffe dieser Recyclingprodukte ist dringend erforderlich, um ihren Markterfolg zu sichern.\u201c \u00a9 WDK<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Stephan Rau, Technischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des WDK<\/strong>, pl\u00e4diert f\u00fcr eine Abkehr vom reinen gefahrenbasierten Ansatz hin zu einer risikobasierten Betrachtung. \u201eEin Risikoansatz bei der Bewertung der chemischen Inhaltsstoffe dieser Recyclingprodukte ist dringend erforderlich\u201c, so <strong>Rau<\/strong>. Er veranschaulicht dies mit dem Bild: \u201eNur was rauskommt, ist auch gef\u00e4hrlich \u2013 der L\u00f6we im K\u00e4fig ist es nicht.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was best\u00e4tigt das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR)?<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine entscheidende Entwicklung f\u00fcr Anwender und Verarbeiter ist die aktuelle Positionierung des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung (BfR). Laut Rau best\u00e4tigt das BfR die Notwendigkeit, verbindliche Grenzwerte nicht allein auf Basis des Vorhandenseins einer Substanz festzulegen, sondern \u00fcber eine Migrationsanalyse zu bewerten. Entscheidend ist die Bioverf\u00fcgbarkeit von Stoffen \u2013 also die Frage, ob und in welchem Ma\u00dfe chemische Bestandteile aus der Elastomermatrix austreten k\u00f6nnen. Diese wissenschaftliche Differenzierung schafft die n\u00f6tige Sicherheit f\u00fcr den Einsatz von Rezyklaten in neuen Produkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verband bekr\u00e4ftigt zudem erneut die Forderung nach einem vollst\u00e4ndigen Monitoring der Stoffstr\u00f6me, da Altreifen, die nicht in Deutschland oder Europa verwertet werden, der heimischen Industrie als Sekund\u00e4rrohstoffquelle unwiderruflich verloren gehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-1024x576.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-171943\" style=\"width:679px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-1024x576.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg-400x225.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/reifen_kreislaufwirtschaft_recycling_maks-key_unsplashENT_ID5.jpeg.webp 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<div style=\"height:19px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">FAKTEN AUF EINEN BLICK<\/h3>\n\n\n\n<div style=\"height:18px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Volumen<\/strong>:\u00a0535.000 t Altreifenaufkommen in Deutschland (2024).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Defizit<\/strong>:\u00a0Circa 100.000 t entziehen sich der Dokumentation\/dem Recyclingkreislauf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verwertung<\/strong>:\u00a0Mechanisches Recycling steigt auf 193.000 t (36,2 %); thermische Nutzung sinkt auf 17,4 %.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Forderung WDK (Update)<\/strong>:\u00a0Einf\u00fchrung verbindlicher Grenzwerte basierend auf Migrationsanalysen und Bioverf\u00fcgbarkeit statt pauschaler Gefahrenbewertung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Validierung<\/strong>:\u00a0Der Risikoansatz wird durch das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) best\u00e4tigt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><strong>++ Beginn der Ursprungsmeldung:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsche Reifen-Kreislaufwirtschaft steht vor einer erheblichen Herausforderung. Einer aktuellen Erhebung des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WDK) zufolge klafft eine L\u00fccke von 100.000 t Altreifen, die dem heimischen Recyclingsystem j\u00e4hrlich verloren gehen. Die Allianz Zukunft Reifen (Azur) und der WDK fordern deshalb von der Politik klare Rahmenbedingungen, um diese wertvollen Rohstoffstr\u00f6me zu sichern. Das Gesamtaufkommen an Altreifen stieg im Jahr 2024 auf 535.000 t, was einem Zuwachs von 20.000 t gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht. Das Defizit bleibt jedoch bestehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wohin verschwinden die fehlenden Altreifen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die dem System entzogenen Mengen stellen ein ungenutztes Potenzial dar. Stephan Rau, technischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des WDK, \u00e4u\u00dfert eine konkrete Vermutung: \u201eDiese und auch noch weit gr\u00f6\u00dfere Mengen in Staaten au\u00dferhalb der EU exportiert wurden, um dort verbrannt oder f\u00fcr eine Pyrolyse unter desolaten Gesundheits- und Umweltbedingungen verwendet zu werden.\u201c Jeder Reifen, der im Kreislauf verbleibt, vermeidet Abfall, spart CO<sub>2<\/sub>&nbsp;und schont prim\u00e4re Rohstoffe. \u201eDiese Altreifen stehen unserer heimischen Recycling-Wirtschaft nicht mehr zur Verf\u00fcgung und untergraben den Aufbau einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft\u201c, warnt Rau.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Ma\u00dfnahmen werden von der Politik gefordert?<\/h3>\n\n\n\n<p>Um das Abwandern von Rohstoffen zu stoppen, fordern Azur und der WDK ein klares Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft vonseiten der Politik und Industrie. Zu den Kernforderungen geh\u00f6ren eine l\u00fcckenlose, transparente Mengenerfassung sowie eindeutige gesetzliche Vorgaben. Nur so k\u00f6nne die Branche ihr volles Potenzial entfalten. Christina Guth, Koordinatorin des Azur-Netzwerks, betont: \u201eNur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, k\u00f6nnen wir die L\u00fccke von 100.000 Tonnen schlie\u00dfen und das volle \u00f6kologische und \u00f6konomische Potenzial der Reifen-Kreislaufwirtschaft nutzen.\u201c Eine verpflichtende, zentrale Erfassung sei der Schl\u00fcssel, um illegale Exporte und Entsorgungspraktiken zu unterbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>++ Update vom 12. Dezember 2025: Neue Bewertung f\u00fcr Chemikalien Wie der WDK am 11. Dezember 2025 mitteilte, erfordert die Sicherung des stofflichen Recyclings neben der Mengenerfassung vor allem einen neuen Ansatz bei der chemischen Bewertung. 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