{"id":171542,"date":"2025-12-15T07:20:00","date_gmt":"2025-12-15T06:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=171542"},"modified":"2025-12-10T14:14:59","modified_gmt":"2025-12-10T13:14:59","slug":"erneuerbare-chemie-steht-in-den-startlochern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erneuerbare-chemie-steht-in-den-startlochern\/","title":{"rendered":"Erneuerbare Chemie: Steht in den Startl\u00f6chern"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Ein Blick mehr als 30 Jahre zur\u00fcck: Am 2. Januar 1993 schaltete der ehemalige Verband der Elektrizit\u00e4tswirtschaft (VDEW)<strong><sup>\u00a01)<\/sup><\/strong>\u00a0in der S\u00fcddeutschen Zeitung eine Anzeige mit folgendem Text: \u201eStrom aus Sonne, Wind und Wasser. Wie viel ist m\u00f6glich? Selbst langfristig k\u00f6nnen nicht mehr als 4% unseres Strombedarfs aus diesen Quellen gedeckt werden.\u201c\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-171553\" style=\"width:720px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1-400x200.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_A-1200x600-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Smarterpix\/Sandralise<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das war damals die allgemeine Wahrnehmung in Deutschland und fast \u00fcberall in der westlichen Welt: Fossile Ressourcen dominierten, erneuerbare Technologien wie Wind- und Solarenergie wurden als marginal oder unwirtschaftlich abgetan. Und Bef\u00fcrworter erneuerbarer Energien wurden oft als Fantasten oder ideologisch gepr\u00e4gt abgestempelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das \u00e4nderte sich: Schrittweise trat das globale Energiesystem in eine Phase grundlegender Ver\u00e4nderungen ein. Der entscheidende Wandel ging nicht allein von fortgeschritteneren Technologien aus, sondern auch von politischen Ma\u00dfnahmen, die Lernkurven beschleunigten und die vorhersehbare Marktbedingungen schufen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wendepunkt-erneuerbare-energien-gesetz\">Wendepunkt Erneuerbare-Energien-Gesetz<\/h3>\n\n\n\n<p>In Deutschland sorgte 2001 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit seiner Einspeiseregelung f\u00fcr diese Stabilit\u00e4t und Vorhersehbarkeit. Es erm\u00f6glichte Investitionen, senkte wirtschaftliche Risiken und erm\u00f6glichte erneuerbaren Energien, den experimentellen Zustand zu verlassen und im industriellen Ma\u00dfstab genutzt zu werden. Heute liefern erneuerbare Energien einen Gro\u00dfteil des weltweiten Stroms und sind zu einem zentralen Bestandteil der globalen Energiestrategie geworden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es steht au\u00dfer Frage, welchen Energiequellen die Zukunft geh\u00f6ren wird, nicht nur aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit, sondern auch aus rein kommerziellen Gr\u00fcnden. Am Beispiel Solarenergie ist erkennbar, wie aus einer extrem teuren Nischentechnologie f\u00fcr Spezialanwendungen etwa f\u00fcr Satelliten eine der g\u00fcnstigsten Energieformen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute \u2013 mehr als 30 Jahre sp\u00e4ter \u2013 vollzieht sich in der chemischen Industrie eine vergleichbare Transformation: Die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Kohlenstoffquellen wird zunehmend als unvereinbar mit Klimazielen und Ressourcenresilienz angesehen. Auch hier herrscht die Auffassung, dass L\u00f6sungen auf Basis erneuerbarer Kohlenstoffquellen wie Biomasse, Plastikrecycling und CO<sub>2<\/sub>-Abscheiden aus Luft oder Abgasen zu \u201eteuer\u201c seien und daher eine Nische bleiben k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"911\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-1024x911.jpg\" alt=\"Schematische Darstellung der drei Kohlenstoffquellen, die zu einer erneuerbare Chemie f\u00fchren: biobasierter Kohlenstoff, per CCU aus Luft oder Abluft gewonnener Kohlenstoff sowie Kohlenstoff, recycelt aus Kunststoffabf\u00e4llen.\" class=\"wp-image-171552\" style=\"width:539px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-1024x911.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-300x267.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-150x133.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-768x683.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-1536x1366.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-2048x1821.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1-304x270.jpg 304w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schematische Darstellung der drei Kohlenstoffquellen, die zu einer erneuerbare Chemie f\u00fchren: biobasierter Kohlenstoff, per CCU aus Luft oder Abluft gewonnener Kohlenstoff sowie Kohlenstoff, recycelt aus Kunststoffabf\u00e4llen. \u00a9 Renewable Carbon Initiative<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B1.jpg\"><\/a>Es gibt jedoch viele technologische L\u00f6sungen f\u00fcr den Ersatz fossiler Rohstoffe, die bereits einsatzbereit sind. Beispiele sind innovative biobasierte Bausteine, Inhaltsstoffe und Kunststoffe sowie biomasse-bilanzierte Drop-in-L\u00f6sungen als auch f\u00fcr die Kohlenstoffabscheidung und -verwertung, also f\u00fcr CCU, sowie f\u00fcr das breite Spektrum mechanisch und chemisch recycelter Materialien.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"oekonomische-und-regulatorische-hindernisse\">\u00d6konomische und regulatorische Hindernisse<\/h3>\n\n\n\n<p>Klar: Der breite Durchbruch ist noch nicht erreicht. Dies ist haupts\u00e4chlich auf wirtschaftliche und vor allem regulatorische Hindernisse zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Analogie trifft aber zu: Der Chemiesektor k\u00f6nnte sich durchaus dort befinden, wo der Energiesektor vor einer Generation stand: am Rande eines systemischen Wandels. Ein Wandel hin zur erneuerbaren Kohlenstoffwirtschaft, der sowohl die Fortsetzung von Innovationen bei Produkten und Gesch\u00e4ftsmodellen als auch vor allem einen unterst\u00fctzenden politischen Rahmen erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die historischen Erfahrungen mit der Energiewende bieten zudem wichtige Anhaltspunkte: Ihr Erfolg beruhte auf drei sich gegenseitig verst\u00e4rkenden Faktoren: Es sind eine konsequente politische Unterst\u00fctzung, rasche technologische Fortschritte und eine gesellschaftlichen Neubewertung erneuerbarer Energiesysteme.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-1024x683.jpg\" alt=\"Aus Kunststoffabf\u00e4llen im gelben Sack, die sich nicht sinnvoll mechanisch recyceln lassen, k\u00f6nnen per chemischen Recycling kohlenstoffhaltige Bausteine fi\u00fcr neue Polymere gewonnen werden.\" class=\"wp-image-171551\" style=\"width:734px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aus Kunststoffabf\u00e4llen im gelben Sack, die sich nicht sinnvoll mechanisch recyceln lassen, k\u00f6nnen per chemischen Recycling kohlenstoffhaltige Bausteine f\u00fcr neue Polymere gewonnen werden. \u00a9 Smarterpix\/Lukassek<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B2.jpg\"><\/a>Politische Unterst\u00fctzung<\/h3>\n\n\n\n<p>Sobald der politische Rahmen das Investitionsrisiko verringert hatte, schritten Innovation und Skalierung rasch voran. Die Chemie ben\u00f6tigt nun einen \u00e4hnlichen Mechanismus: einen langfristigen, verl\u00e4sslichen Rahmen, der L\u00f6sungen f\u00fcr erneuerbaren Kohlenstoff belohnt und zu fairen Wettbewerbsbedingungen f\u00fchrt, bei denen die externalisierten Kosten fossiler Kohlenstoffquellen internalisiert werden und somit die tats\u00e4chlichen Kosten des derzeitigen Systems besser sichtbar werden, womit sichtbar wird, dass es eigentlich die fossilen L\u00f6sungen sind, die in der Gesamtbetrachtung \u201eteurer\u201c sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wirksame Ma\u00dfnahmen dazu k\u00f6nnten eine CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung sein, die die tats\u00e4chlichen Umweltkosten widerspiegelt, oder eine verbindliche \u201eEinspeisequote\u201d f\u00fcr erneuerbaren Kohlenstoff f\u00fcr Materialien und Zwischenprodukte. Die EU-Kommission hat in ihrer Mitteilung \u201eChemikalienstrategie f\u00fcr Nachhaltigkeit\u201c von Oktober 2020 solch eine Quote von 20% bis 2030 bereits angedacht. Allerdings ist das bislang nicht mehr als eine Idee.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung einer erneuerbaren Chemie k\u00f6nnten sein, eine transparente CO<sub>2<\/sub>-Bilanzierung sowie Anreize f\u00fcr zirkul\u00e4res Design und CO<sub>2<\/sub>-Abscheidungstechnologien unter Ber\u00fccksichtigung der Vorteile der Nutzung widerstandsf\u00e4higer, die strategische Autonomie unterst\u00fctzender Kohlenstoffquellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Mechanismen w\u00fcrden eine \u00e4hnliche Marktvorhersehbarkeit und Investitionssicherheit f\u00fcr die Industrie schaffen wie 2001 die Einspeiseverg\u00fctung im Energiesektor. Die Lehre aus der Geschichte ist klar: Innovation allein kann ein industrielles System nicht ver\u00e4ndern; sie muss mit strukturellen Anreizen und einer langfristigen politischen Konsistenz einhergehen, insbesondere dann, wenn diese Innovationen eindeutig l\u00e4ngerfristigen gesellschaftlichen Nutzen aufweisen \u2013 w\u00fcrden wir heute eine neue Technologie akzeptieren, die die Luft in St\u00e4dten belastet und damit Menschenleben verk\u00fcrzt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"technologische-fortschritte\">Technologische Fortschritte<\/h3>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz ist Innovation von gro\u00dfer Bedeutung. Der Chemiesektor ist von Natur aus komplexer als der Energiesektor \u2013 man k\u00f6nnte bildlich argumentieren, dass wir uns von Elektronen, die f\u00fcr den Stromtransport verantwortlich sind, zu Wasserstoff und dann weiter durch das Periodensystem bewegen. Und das ist vielleicht der Grund f\u00fcr den gro\u00dfen Zeitunterschied zwischen der Transformation des Energiesektors und des Materialsektors.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig bietet und erfordert diese Transformation erhebliche Innovationsm\u00f6glichkeiten und damit beispielsweise f\u00fcr die EU die Chance, seine in den letzten 20 Jahren verlorene Technologief\u00fchrerschaft zur\u00fcckzugewinnen. Die EU hat keinen intrinsischen Nachteil bei der Biomasseproduktion f\u00fcr biobasierte und bio-attribuierte L\u00f6sungen, sie hat keinen intrinsischen Nachteil bei der Erzeugung erneuerbarer Energien (hier treffen die beiden Sektoren aufeinander), und die EU ist nach wie vor die weltweit f\u00fchrende Region im Abfallmanagement (aus technologischer Sicht beim mechanischen Recycling, der Bandbreite der chemischen Recyclingtechnologien, der Sortierung und Sammlung sowie der Regulierung) und hat somit die Chance, bei der Verarbeitung dieses wichtigsten und widerstandsf\u00e4higsten Rohstoffs eine F\u00fchrungsrolle zu \u00fcbernehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es besteht also die einzigartige Situation, dass es bereits vorhandene und anwendbare Technologien f\u00fcr die Nutzung von Biomasse und industrielle Biotechnologie, mechanisches und chemisches Recycling sowie Kohlenstoffabscheidung und -nutzung gibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig bestehen nach wie vor Bedarf und die Chance f\u00fcr substanzielle Innovationen in all diesen Bereichen. Zusammen bilden diese Wege die technologische Grundlage f\u00fcr einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf und einen globalen Wettbewerbsvorteil.<a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3.jpg\"><\/a><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-1024x683.jpg\" alt=\"Aus Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2) aus der Abluft von Stahlwerken \u2013 wie hier eines am Seehafen Ijmuiden westlich von Amsterdam \u2013 k\u00f6nnen Chemieunternehmen neue Chemikalien herstellen.\" class=\"wp-image-171554\" style=\"width:734px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/12\/UF_NL_erneuerbareChemie_B3-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aus Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) aus der Abluft von Stahlwerken \u2013 wie hier eines am Seehafen Ijmuiden westlich von Amsterdam \u2013 k\u00f6nnen Chemieunternehmen neue Chemikalien herstellen.\u00a0\u00a9 Smarterpix\/Tasfoto<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"gesellschaftliche-neubewertung\">Gesellschaftliche Neubewertung<\/h3>\n\n\n\n<p>Der dritte Punkt betrifft die gesellschaftliche Neubewertung. Die Grundlagen und \u00dcberzeugungen der Mehrheit haben sich bereits ver\u00e4ndert. Die junge Generation fordert L\u00f6sungen zum Klimawandel und fossile Rohstoffe finden immer weniger Akzeptanz. Auf der anderen Seite findet das Konzept des erneuerbaren Kohlenstoffs immer mehr Beachtung und wird besser verstanden. So wie Solar-, Wind- und Wasserkraft der modernen Energiewende vorausgingen, hat die Chemie seit langem biobasierte Materialien, Fermentationsprozesse und Recyclingtechnologien erforscht. Die Grundlage f\u00fcr den Wandel ist vorhanden. Die echten Kosten der Nutzung fossiler Quellen werden immer deutlicher und damit zur relevanten Vergleichsgr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erneuerbare Kohlenstoffwirtschaft sieht ein zirkul\u00e4res Kohlenstoffsystem vor, in dem der gesamte in Chemikalien und Materialien verwendete Kohlenstoff aus erneuerbaren Quellen stammt \u2013 biogen, recycelt oder aus der Atmosph\u00e4re. Fossiler Kohlenstoff bleibt im Boden \u2013 und \u00fcber zum Beispiel regenerative Modelle wird sogar wieder mehr Kohlenstoff in die Geo- und Biosph\u00e4re eingebracht werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Ansatz ver\u00e4ndert chemische Wertsch\u00f6pfungsketten und erm\u00f6glicht Produktionssysteme, die klimaneutral, ressourceneffizient und widerstandsf\u00e4hig sind. Der \u00dcbergang von einem linearen, fossilen Fluss zu einem zirkul\u00e4ren Kohlenstoffkreislauf ist nicht nur eine \u00f6kologische Notwendigkeit, sondern auch eine industrielle Strategie f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit in einer defossilisierten Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"erneuerbare-chemie-ist-moeglich\">Erneuerbare Chemie ist m\u00f6glich<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Erfahrungen mit der Energiewende zeigen, eine gro\u00df angelegte Transformation ist m\u00f6glich, sobald Technologie, Politik und gesellschaftliche Priorit\u00e4ten zueinander passen. Die Entwicklung wird sich dann verselbstst\u00e4ndigen \u2013 auch gegen Widerst\u00e4nde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Analoges gilt jetzt f\u00fcr die Welt der Materialien, die auf der chemischen Industrie beruhen. Die Grundlagen f\u00fcr eine Industrie auf Basis erneuerbarer Kohlenstoffe sind vorhanden; in Anbetracht der massiven Herausforderungen geht es jetzt darum, den richtigen Anschub zu liefern und damit die Transformation zu initiieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der erfolgreichen Erneuerung der Energieerzeugung geht es jetzt um die Welt der Materialien \u2013 also quasi vom Elektron \u00fcber den Wasserstoff zum Kohlenstoff, dem wichtigsten Element der modernen Werkstoffe. Die erneuerbare Kohlenstoffwirtschaft ist somit die logische Fortsetzung der nachhaltigen industriellen Transformation, die mit erneuerbaren Energien begann. Die Pioniere werden nicht nur mit einem guten Gewissen ihrer Kinder- und Enkelgeneration gegen\u00fcber, sondern auch \u00f6konomisch belohnt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><sup>1) <\/sup><sub>Der VDEW fusionierte 2007 mit dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), dem Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland (VRE) sowie dem Verband der Netzbetreiber (VDN) zum Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).<\/sub><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blick mehr als 30 Jahre zur\u00fcck: Am 2. Januar 1993 schaltete der ehemalige Verband der Elektrizit\u00e4tswirtschaft (VDEW)\u00a01)\u00a0in der S\u00fcddeutschen Zeitung eine Anzeige mit folgendem Text: \u201eStrom aus Sonne, Wind und Wasser. Wie viel ist m\u00f6glich? 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