{"id":170956,"date":"2025-11-28T07:26:00","date_gmt":"2025-11-28T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=170956"},"modified":"2025-11-24T13:37:45","modified_gmt":"2025-11-24T12:37:45","slug":"farbige-nachhaltige-mode-aus-dem-eimer-diese-bakterien-wg-produziert-umweltfreundlich-zellulosefasern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/farbige-nachhaltige-mode-aus-dem-eimer-diese-bakterien-wg-produziert-umweltfreundlich-zellulosefasern\/","title":{"rendered":"Farbige, nachhaltige Mode aus dem Eimer: Diese Bakterien-WG produziert umweltfreundlich Zellulosefasern"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Eine Bakterien-WG mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Eigenschaften k\u00f6nnte die Textilproduktion k\u00fcnftig umweltfreundlicher machen. Vorausgesetzt, der Plan eines s\u00fcdkoreanischen Teams um San Yup Lee vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) in Daejon geht auf. Die Forschenden haben zwei gentechnisch ver\u00e4nderte Bakterienarten vergesellschaftet, die gemeinsam d\u00fcnne Zellulosefasern spinnen und zugleich f\u00e4rben. <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/trends\/biotechnology\/fulltext\/S0167-7799(25)00407-X\">Davon berichten sie in der Fachzeitschrift<em>\u00a0Trends in Biotechnology<\/em><\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"930\" height=\"523\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066.jpg\" alt=\"Zum F\u00e4rben von Textilfasern werden oft umweltsch\u00e4dliche Chemikalien genutzt\" class=\"wp-image-170973\" style=\"width:724px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066.jpg 930w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/shutterstock_172388066-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 930px) 100vw, 930px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zum F\u00e4rben von Textilfasern werden oft umweltsch\u00e4dliche Chemikalien genutzt. \u00a9 Shutterstock<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>\u201eDie Industrie ist auf synthetische Fasern auf Erd\u00f6lbasis und auf Chemikalien zum F\u00e4rben angewiesen, darunter Karzinogene, Schwermetalle und endokrine Disruptoren\u201c, sagt Lee. Au\u00dferdem verschmutze sie Gew\u00e4sser und Boden und setze gro\u00dfe Mengen an Treibhausgasen frei. Pro Person war allein der<a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20201208STO93327\/fast-fashion-eu-gesetze-fur-einen-nachhaltigeren-textilkonsum#:~:text=Jedes%20Jahr%20gelangen%20durch%20das,wo%20die%20Fabriken%20angesiedelt%20\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp;Textilkonsum in der EU<\/a>&nbsp;im Jahr 2022 f\u00fcr einen Landverbrauch von 323 Quadratmetern und Emissionen von durchschnittlich 355 Kilogramm CO\u2082 verantwortlich, was einer Autofahrt von etwa 1800 Kilometern mit einem Benziner entspricht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"600\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1.png\" alt=\"Von links: Sonderprofessor Sang Yup Lee, Doktorenanw\u00e4rter Pingxin Lin, und Doktorenanw\u00e4rter Zhou Hengrui \" class=\"wp-image-170972\" style=\"width:715px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1.png 900w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1-768x512.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/images_000114__images_000114_001_1-400x267.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von links: Geehrter Professor Sang Yup Lee, Doktorenanw\u00e4rter Pingxin Lin, und Doktorenanw\u00e4rter Zhou Hengrui \u00a9 KAIST<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bakterielle Zellulose in Regenbogenfarben<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihr alternatives Verfahren vergesellschafteten die Forschenden gentechnisch manipulierte Bakterien der Art\u00a0<em>Komagataeibacter xylinus<\/em>, die wei\u00dfe Zellulose produzieren, und farbstoffbildende\u00a0<em>Escherichia coli<\/em>. Ein Video zeigt das Ergebnis eines Laborversuchs: In einem eimergro\u00dfen Glas w\u00e4chst ein dunkelviolettes Fasernetzwerk.<a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/figure-ai-humanoide-roboter-toeten-1718162\/\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein solcher Bakterienmix k\u00f6nne Fasern in allen Regenbogenfarben herstellen, berichten die Forschenden. Die Farben stammten aus zwei Molek\u00fclfamilien: Violaceine, die das Spektrum von gr\u00fcn bis violett abdecken, und Carotinoide, die Farben von gelb bis rot liefern. Die farbige bakterielle Zellulose eignet sich laut Studie als Alternative zu Kunststofffasern wie Polyester oder Nylon.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZun\u00e4chst schlug das Vorhaben v\u00f6llig fehl\u201c, sagt Lee. \u201eEntweder war die Zelluloseproduktion geringer als erwartet oder die F\u00e4rbung blieb aus.\u201c Die beiden Bakterienarten h\u00e4tten sich in ihrem Wachstum gegenseitig behindert. Schlie\u00dflich habe das Team aber einen Weg gefunden, den Wachstumsstreit der Mikroben zu befrieden. Die Zellulosebakterien bekamen ein bisschen Vorlauf, um ihr Wachstum anzukurbeln. Erst danach gaben die Forschenden eine Anzucht der Farbstoffmikroben hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/\/XnCSakuvVys?fs=1&amp;enablejsapi=1\"><strong>https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/\/XnCSakuvVys?fs=1&amp;enablejsapi=1<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schwierige Rott\u00f6ne<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei den Rott\u00f6nen funktionierte das Vergesellschaften jedoch nicht. In diesen F\u00e4llen lie\u00df das Team erst die Zellulose produzieren, erntete sie und f\u00e4rbte sie anschlie\u00dfend in den pigmentbildenden Kulturen ein. Die Forschenden testeten au\u00dferdem, ob die Farben beim Waschen und Erhitzen stabil blieben. Die besten Ergebnisse erhielten sie mit den Violaceinen. Diese Farben seien in den Waschtests sogar stabiler gewesen als synthetische Farbstoffe, berichten sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Arbeit wird nicht sofort die gesamte Textilindustrie ver\u00e4ndern\u201c, r\u00e4umt Lee ein. Das Hochskalieren der neuen Methode, um erste markttaugliche Stoffe aus der farbigen Bakterienzellulose zu fertigen, werde noch mindestens f\u00fcnf Jahre dauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Ernten und Reinigen der gef\u00e4rbten Zellulose soll noch effizienter werden. Und der Erfolg h\u00e4ngt von den Randbedingungen ab, vom Preis der konkurrierenden Textilprodukte auf Erd\u00f6lbasis und von der Bereitschaft der Verbraucher, f\u00fcr umweltfreundlichere Produkte mehr Geld zu bezahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Bakterien-WG mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Eigenschaften k\u00f6nnte die Textilproduktion k\u00fcnftig umweltfreundlicher machen. 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