{"id":170840,"date":"2025-11-26T07:35:00","date_gmt":"2025-11-26T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=170840"},"modified":"2025-11-25T12:16:26","modified_gmt":"2025-11-25T11:16:26","slug":"neue-technologie-holt-co2-aus-der-atmosphare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-technologie-holt-co2-aus-der-atmosphare\/","title":{"rendered":"Neue Technologie holt CO2 aus der Atmosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-1024x683.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-170857\" style=\"width:665px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-1024x683.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-300x200.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-150x100.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-768x513.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce-400x267.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/csm_DAC_APU1_Steuerung_Andreas_Wallmueller_Peter_Steinschaden_cJulia_Hofbauer_TU_Wien_bf49424bce.webp 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Anlage: Andreas Wallm\u00fcller und Peter Steinschaden \u00a9 TU Wien<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Ein Gamechanger f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung soll es werden: Der neuentwickelte Prototyp in Gr\u00f6\u00dfe eines Lastwagencontainers holt pro Jahr 50 Tonnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Atmosph\u00e4re \u2013 und das mit rekordverd\u00e4chtig niedrigem Energiebedarf von 2.000 Kilowattstunden pro Tonne. Die neu entwickelte Anlage, Austrian Pilot Unit 1 (APU1), wurde letzten Sommer in Betrieb genommen und wird nun sukzessive weiterentwickelt und skaliert. Gestartet und finanziert wurde das Projekt vom US-amerikanischen Investors Peter Relan, Gr\u00fcnder und Pr\u00e4sident der Dharma Karma Foundation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee, klimasch\u00e4dliches CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Umgebungsluft zu filtern, ist nicht neu. Aber dieser technologisch neue Ansatz fokussiert auf der Minimierung des Strombedarfs der Anlage. So entstand ein kompaktes Modul, das in Zukunft flexibel eingesetzt werden kann: Einzelne Einheiten k\u00f6nnen etwa von kleineren Firmen oder privaten Initiativen genutzt werden, gr\u00f6\u00dfere Unternehmen k\u00f6nnten aus vielen Modulen eine Gro\u00dfanlage zusammenstellen. Der n\u00e4chste Schritt ist die Errichtung einer 1.000-Tonnen-Anlage, um Module f\u00fcr einen kommerziellen Ma\u00dfstab zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schl\u00fcsselfrage f\u00fcr die Klima-Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p>Klar ist: CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung bedeutet nicht, dass man in Zukunft bedenkenlos CO<sub>2<\/sub>&nbsp;in die Atmosph\u00e4re pumpen kann. An der Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00fchrt kein Weg vorbei. Aber selbst das wird nicht reichen, zus\u00e4tzlich wird man auch CO<sub>2<\/sub>, das bereits in die Atmosph\u00e4re gelangt ist, zur\u00fcckholen m\u00fcssen. In bestehenden Klimamodellen ist diese CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung bereits miteinberechnet, obwohl die Technologie daf\u00fcr noch gar nicht auf dem Markt ist. Dadurch wird CO2-Abscheidung zu einer zentralen Frage f\u00fcr unsere Klimazukunft: Gelingt es nicht, CO<sub>2<\/sub>&nbsp;in den n\u00e4chsten Jahrzehnten in gro\u00dfem Stil aus der Atmosph\u00e4re zu holen, wird sich der Klimawandel noch deutlich negativer entwickeln als bisher vorhergesagt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Feink\u00f6rniges Filtermaterial bindet CO<sub>2<\/sub><\/h3>\n\n\n\n<p>Bestimmte Materialien, etwa Amine, k\u00f6nnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Luft an sich binden. Man verwendet das Material in feink\u00f6rniger Form, Luft wird durchgepumpt und dabei fast vollst\u00e4ndig von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;befreit. Irgendwann ist das Filtermaterial aber ges\u00e4ttigt, dann muss das gebundene CO<sub>2<\/sub>&nbsp;entfernt und anderswo gespeichert werden. Daf\u00fcr muss das Filtermaterial auf hohe Temperaturen gebracht werden \u2013 ein gro\u00dfer Teil des Gesamtenergiebedarfs der Anlage entf\u00e4llt auf diesen Schritt. Das gebundene CO<sub>2&nbsp;<\/sub>l\u00f6st sich bei diesen h\u00f6heren Temperaturen vom Material, danach kann das regenerierte Material wieder CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Luft filtern.<\/p>\n\n\n\n<p>In bisherigen Anlagen fanden beide Schritte \u2013 das Filtern und das Regenerieren \u2013 am selben Ort statt. Dadurch geht aber Energie verloren, weil nicht nur das Filtermaterial, sondern auch die Beh\u00e4lter und die technischen Vorrichtungen rundherum in jedem Zyklus aufgeheizt werden und dann wieder abk\u00fchlen. Um diesem Energieverlust zu begegnen wurde eine Technologie entwickelt, bei der das Filtermaterial automatisch zwischen einem hei\u00dfen und einem kalten Beh\u00e4lter hin und her geschickt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zwei-Zonen-Verfahren spart Energie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Beh\u00e4lter, in denen der eigentliche Filterprozess stattfindet, muss daher niemals hohe Temperaturen erreichen. Ist das Material ges\u00e4ttigt, wird es durch ein spezielles Transportsystem in den Regenerator geschickt \u2013 nur dort sind hohe Temperaturen n\u00f6tig.&nbsp;Zus\u00e4tzlich kann durch eine ausgekl\u00fcgelte Anordnung mehrerer Regeneratoren eine \u00e4u\u00dferst energieeffiziente Regeneration des Filtermaterials erreicht werden. Danach gelangt das Filtermaterial wieder zur\u00fcck. Durch diesen Trick erreicht man eine Energiebilanz, die andere Anlagen \u00fcbertrifft. F\u00fcr eine Tonne CO<sub>2<\/sub>&nbsp;werden ungef\u00e4hr 2.000 kWh gebraucht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wird W\u00e4rme aus anderen Quellen zugef\u00fchrt, kann die auch die APU1 noch einmal sparsamer betrieben werden. Sie eignet sich etwa ausgezeichnet f\u00fcr die Kopplung mit Energieanlagen, die W\u00e4rme produzieren. Gerade Niedrigtemperatur-Abw\u00e4rme, wie die neue Anlage sie ben\u00f6tigt, wird heute oft nicht genutzt, sondern einfach als Abw\u00e4rme in die Umgebung entlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau auf diese Weise, so sind Forschungsteam und Investoren \u00fcberzeugt, wird diese Technologie \u00f6konomisch interessant: Die Idee ist nicht unbedingt, ein gro\u00dfes, zentrales CO<sub>2<\/sub>-Abscheidewerk zu errichten, sondern eine kompakte, skalierbare Technologie anzubieten, die dann nach individuellem Bedarf installiert werden kann \u2013 \u00e4hnlich wie man heute ma\u00dfgeschneiderte Photovoltaik-Anlagen installiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die TU Wien hat den Prozess und die ersten Prototypen entwickelt und ihr Know How sowie ihre Testergebnisse im Laborma\u00dfstab f\u00fcr die aktuelle Anlage zur Verf\u00fcgung gestellt. Das US-amerikanische Startup DAClab und das \u00f6sterreichische Startup DACworx griffen dieses Wissen auf, um die Austrian Pilot Unit 1 (APU1) f\u00fcr Direct Air Capture zu entwickeln und zu bauen, wie sie zuletzt vorgestellt wurde. Gemeinsam mit Mitarbeitern der TU Wien wurde die Pilotanlage k\u00fcrzlich in Betrieb genommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iTmV1ZSBUZWNobm9sb2dpZSBob2x0IENPMiBhdXMgZGVyIEF0bW9zcGjDpHJlIiB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC96ZTFTQ0tUVXpGYz9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+<\/script><\/div><\/div>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Neue Technologie holt CO2 aus der Atmosph\u00e4re<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Stefan M\u00fcller<br>Brennstoff- und Energiesystemtechnik<br>Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften<br>Tel.: +43 1 58801 166366<br>E-Mail: <a href=\"mailto:stefan.mueller@tuwien.ac.at\">stefan.mueller@tuwien.ac.at<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Acknowledgement<\/em><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><em>TU Wien thanks the Dharma Karma Foundation for the research partnership.<br>The results achieved have been financed and are the sole property of Dharma Karma Foundation <a href=\"https:\/\/www.thedkfoundation.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.thedkfoundation.org<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gamechanger f\u00fcr die CO2-Abscheidung soll es werden: Der neuentwickelte Prototyp in Gr\u00f6\u00dfe eines Lastwagencontainers holt pro Jahr 50 Tonnen CO2&nbsp;aus der Atmosph\u00e4re \u2013 und das mit rekordverd\u00e4chtig niedrigem Energiebedarf von 2.000 Kilowattstunden pro Tonne. Die neu entwickelte Anlage, Austrian Pilot Unit 1 (APU1), wurde letzten Sommer in Betrieb genommen und wird nun sukzessive weiterentwickelt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":170857,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Durch ein neuartiges Verfahren kann man mit verringertem Energieaufwand CO2 aus der Luft abscheiden","footnotes":""},"categories":[5571],"tags":[10744,12330,10416,10743],"supplier":[27270,27271,27269,2883],"class_list":["post-170840","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-co2-based","tag-carboncapture","tag-ccu","tag-circulareconomy","tag-useco2","supplier-daclab","supplier-dacworx","supplier-dharma-karma-foundation","supplier-technische-universitaet-wien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170840","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=170840"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170840\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/170857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=170840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=170840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=170840"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=170840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}