{"id":170546,"date":"2025-11-20T07:32:00","date_gmt":"2025-11-20T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=170546"},"modified":"2025-11-14T13:23:42","modified_gmt":"2025-11-14T12:23:42","slug":"kunststoffrecycler-fordern-zugang-zum-industriestrompreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoffrecycler-fordern-zugang-zum-industriestrompreis\/","title":{"rendered":"Kunststoffrecycler fordern Zugang zum Industriestrompreis"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"410\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/0723-herbert-snell-bvse-vizepraesident.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-170579\" style=\"width:244px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/0723-herbert-snell-bvse-vizepraesident.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/0723-herbert-snell-bvse-vizepraesident-293x300.jpg 293w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/0723-herbert-snell-bvse-vizepraesident-146x150.jpg 146w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/11\/0723-herbert-snell-bvse-vizepraesident-263x270.jpg 263w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">bvse-Vizepr\u00e4sident Herbert Snell <br>\u00a9 bvse<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die deutsche Kunststoffrecyclingbranche steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. Neben r\u00fcckl\u00e4ufiger Nachfrage und sinkenden Erl\u00f6sen f\u00fcr Rezyklate belasten die Unternehmen vor allem die hohen Energiepreise. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten in nahezu allen Bereichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Branchenvertreter fordern daher, dass Recyclingbetriebe beim geplanten Industriestrompreis der Bundesregierung ber\u00fccksichtigt werden \u2013 und warnen vor einer Wettbewerbsverzerrung, sollte dies nicht geschehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUnsere Unternehmen sind einem enormen Wettbewerb ausgesetzt. Die hohen Energiepreise verschlechtern unsere Konkurrenzf\u00e4higkeit sowohl gegen\u00fcber Neuprodukten als auch gegen\u00fcber Importen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>bvse-Vizepr\u00e4sident Herbert Snell<\/strong>, der die Interessen der Kunststoffrecycler im Bundesverband Sekund\u00e4rrohstoffe und Entsorgung (bvse) vertritt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hoffnung auf Entlastung durch Industriestrompreis<\/h3>\n\n\n\n<p>Snell begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich die Ank\u00fcndigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, zum 1. Januar 2026 einen Industriestrompreis einzuf\u00fchren. Dieser soll besonders energieintensive Industrien entlasten und die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Produktionsstandortes Deutschland sichern.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDie Politik muss sicherstellen, dass auch unsere Kunststoffrecycler durch den Industriestrompreis entlastet werden. Geringere Energiekosten sind ein wichtiger Baustein f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Kunststoffrecyclings\u201c, fordert <strong>Snell.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Allerdings ist bislang unklar, ob die Branche tats\u00e4chlich in den Kreis der Beg\u00fcnstigten f\u00e4llt. Entscheidend daf\u00fcr ist die Einstufung der Betriebe in der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ), die Grundlage f\u00fcr viele F\u00f6rder- und Entlastungsentscheidungen ist. Nur wenn das Recycling von Kunststoffen als f\u00f6rderf\u00e4hige, energieintensive T\u00e4tigkeit gilt, k\u00f6nnen Unternehmen der Branche von einem reduzierten Strompreis profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bvse fordert daher eine klare Empfehlung der Bundesregierung. Das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) k\u00f6nne \u2013 auf Weisung des Bundeswirtschaftsministeriums \u2013 entsprechende Entscheidungen im Sinne der Recyclingwirtschaft treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, ob und in welchem Umfang Kunststoffrecyclingunternehmen \u00fcberhaupt vom Industriestrompreis profitieren d\u00fcrfen, h\u00e4ngt wesentlich von den beihilferechtlichen Vorgaben der Europ\u00e4ischen Union ab. Nach Artikel 107 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) d\u00fcrfen staatliche Beihilfen grunds\u00e4tzlich nicht den Wettbewerb im Binnenmarkt verf\u00e4lschen. Ausnahmen sind jedoch m\u00f6glich, wenn sie etwa der F\u00f6rderung des Umweltschutzes oder der Energieeffizienz dienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat hierf\u00fcr 2022 neue Leitlinien f\u00fcr staatliche Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfen (KUEBLL) beschlossen. Diese erm\u00f6glichen Verg\u00fcnstigungen bei Energiepreisen f\u00fcr besonders energieintensive Industrien \u2013 allerdings nur, wenn die Ma\u00dfnahmen im Einklang mit den Klimazielen der EU stehen. Unternehmen m\u00fcssen nachweisen, dass sie zu einer Verringerung der CO\u2082-Emissionen beitragen oder eine wesentliche Rolle in der Kreislaufwirtschaft spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Recyclingbetriebe k\u00f6nnten somit grunds\u00e4tzlich unter diese Regelung fallen, wenn sie ihre Beitr\u00e4ge zur Ressourcenschonung und zur Reduktion von Prim\u00e4rrohstoffen belegen k\u00f6nnen. Voraussetzung ist jedoch, dass Deutschland den Industriestrompreis beihilfekonform ausgestaltet und die Regelung bei der Europ\u00e4ischen Kommission anmeldet.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEs w\u00e4re ein falsches Signal, wenn ausgerechnet die Branche, die im Zentrum der europ\u00e4ischen Kreislaufwirtschaftsstrategie steht, von der Entlastung beim Industriestrompreis ausgeschlossen bliebe\u201c, warnt <strong>Snell<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die EU-Kommission verfolgt mit dem European Green Deal und dem Aktionsplan Kreislaufwirtschaft das Ziel, den Einsatz von Rezyklaten zu f\u00f6rdern, Abf\u00e4lle zu vermeiden und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Kunststoffrecycling spielt dabei eine Schl\u00fcsselrolle. In diesem politischen Kontext erscheint eine gezielte Entlastung der Recyclingbranche auch europarechtlich konsistent. Ein Industriestrompreis, der das Recycling von Kunststoffen wettbewerbsf\u00e4higer macht, w\u00fcrde nicht nur zur Dekarbonisierung der Industrie, sondern auch zur St\u00e4rkung der Kreislaufwirtschaft beitragen \u2013 zwei Kernziele der EU-Klimapolitik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehlende Nachfrage versch\u00e4rft die Lage<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den Energiekosten belastet die Branche ein weiteres strukturelles Problem: Die Nachfrage nach Recyclingkunststoffen bleibt schwach. Viele Verarbeiter und Markenhersteller setzen trotz politischer Appelle weiterhin auf g\u00fcnstige Neuware, deren Preise aufgrund fehlender Nachfrage und billiger Importe zuletzt deutlich gefallen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Recycler bedeutet das einen doppelten Wettbewerbsnachteil: Sie k\u00e4mpfen einerseits mit hohen Produktions- und Energiekosten, andererseits mit stagnierenden oder sinkenden Absatzm\u00e4rkten. Die Einf\u00fchrung eines Industriestrompreises k\u00f6nnte hier zumindest kurzfristig entlasten \u2013 vorausgesetzt, die politischen und rechtlichen Weichen werden richtig gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Kunststoffrecyclingbranche k\u00fcnftig vom Industriestrompreis profitieren kann, wird damit zu einer Weichenstellung f\u00fcr die gesamte Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Die Bundesregierung muss nicht nur national industriepolitisch, sondern auch europarechtlich den richtigen Rahmen setzen. Die Botschaft aus der Branche ist eindeutig: Ohne faire Energiekosten droht das Kunststoffrecycling in Deutschland im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten bzw. im Worst Case droht sogar das Aus \u2013 mit Folgen f\u00fcr Klimaschutz, Ressourcenschonung und die heimische Industrie gleicherma\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Kunststoffrecyclingbranche steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. 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