{"id":169642,"date":"2025-10-30T07:20:00","date_gmt":"2025-10-30T06:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=169642"},"modified":"2025-10-24T14:35:09","modified_gmt":"2025-10-24T12:35:09","slug":"studie-die-wahrheit-uber-die-okobilanz-von-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/studie-die-wahrheit-uber-die-okobilanz-von-verpackungen\/","title":{"rendered":"Studie:\u00a0Die Wahrheit \u00fcber die \u00d6kobilanz von Verpackungen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Die Debatte \u00fcber nachhaltige Verpackungen ist oft von Vorurteilen gepr\u00e4gt. Um eine objektive, wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, hat Polyvia, der franz\u00f6sische Verband der Kunststoff- und Composite-Hersteller, eine umfassende Studie in Auftrag gegeben. Die von Quantis durchgef\u00fchrte Untersuchung \u201ePackaging in Transition\u201c bewertet die Umweltauswirkungen verschiedener Verpackungsmaterialien und liefert differenzierte Ergebnisse f\u00fcr vier zentrale Anwendungssektoren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-1024x576.webp\" alt=\"Um eine objektive Diskussionsgrundlage zu schaffen, analysiert eine neue Studie die Umweltauswirkungen und das Kreislaufpotenzial der g\u00e4ngigsten Verpackungsmaterialien.\" class=\"wp-image-169657\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:717px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-1024x576.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png-400x225.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/verpackungen_ki_umwelt_bilanz.png.webp 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Um eine objektive Diskussionsgrundlage zu schaffen, analysiert eine neue Studie die Umweltauswirkungen und das Kreislaufpotenzial der g\u00e4ngigsten Verpackungsmaterialien.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welchen Ansatz verfolgt die Studie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie verfolgt einen dreistufigen Ansatz. Zuerst wurden\u00a029 repr\u00e4sentative Anwendungsf\u00e4lle\u00a0in den vier Schl\u00fcsselsektoren Lebensmittel, B2B, Pharma sowie Hygiene\/Kosmetik definiert. Diese umfassten 130 verschiedene Verpackungstypen. In der zweiten Phase wurde f\u00fcr jeden dieser Typen eine\u00a0\u00d6kobilanz (Life Cycle Assessment, LCA)\u00a0nach der PEF-Methodik der Europ\u00e4ischen Kommission erstellt. Im dritten Schritt wurden die Ergebnisse bis ins Jahr 2040 projiziert, basierend auf einem Technologie- und einem proaktiven Regulierungsszenario.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/wie-rezyklate-im-spritzguss-sicherer-werden\"><\/a>Wie schneiden die einzelnen Materialien im Vergleich ab?<\/h3>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/adfarm1.adition.com\/redi?lid=7564761512322139342&amp;userid=7564761512321680590&amp;sid=5196400&amp;kid=7735994&amp;bid=23763142&amp;c=1381&amp;keyword=&amp;sr=184&amp;clickurl=\" target=\"_blank\"><\/a>Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es kein universell \u00fcberlegenes Material gibt. Die Bewertung h\u00e4ngt stark vom Anwendungsfall, dem Format und dem Kontext ab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Lebensmittelbereich<\/strong>:&nbsp;Produktschutz ist hier zentral, einschlie\u00dflich Barrieren gegen Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht.&nbsp;Kunststoffe, insbesondere flexible Folienverpackungen, erweisen sich aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Materialeffizienz oft als die L\u00f6sung mit der geringsten Umweltbelastung.&nbsp;Papier und Karton&nbsp;sind zwar hoch recycelbar, erfordern aber oft einen h\u00f6heren Materialeinsatz, um die technischen Leistungsanforderungen zu erf\u00fcllen, was ihre Umweltvorteile in bestimmten Anwendungen, wie Gro\u00dfformaten, aufheben kann.&nbsp;Metalle&nbsp;sind ebenfalls gut recycelbar, aber schwer und energieintensiv in der Herstellung.&nbsp;Glas&nbsp;ist im Mehrwegsystem hochgradig zirkul\u00e4r, bleibt aber bei einmaliger Verwendung eine der umweltbelastendsten Optionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Industriebereich (B2B)<\/strong>:&nbsp;Hier sind hohe Widerstandsf\u00e4higkeit f\u00fcr den Transport gro\u00dfer Mengen oder der Schutz sensibler Chemikalien gefordert.&nbsp;Kunststoffe&nbsp;sind hier aufgrund ihrer Widerstandsf\u00e4higkeit bei geringem Gewicht wettbewerbsf\u00e4hig. Ihre Zirkularit\u00e4t ist jedoch begrenzt, und die Wiederverwendung wird als wesentlicher Hebel zur Verbesserung gesehen.&nbsp;Papier und Karton&nbsp;weisen eine gute Zirkularit\u00e4t auf, aber einen moderaten bis hohen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck, da f\u00fcr die erforderliche Festigkeit ein erhebliches Materialvolumen ben\u00f6tigt wird.&nbsp;Glas&nbsp;ist aufgrund seiner Zerbrechlichkeit in diesem Sektor kaum relevant.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Kosmetik- und Hygienebereich<\/strong>:&nbsp;Verpackungen m\u00fcssen hier oft feuchtigkeits- und chemikalienbest\u00e4ndig sein.&nbsp;Kunststoffe&nbsp;werden in diesem Sektor weit verbreitet eingesetzt und weisen aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Vielseitigkeit einen niedrigen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck auf. Ihr Potenzial zur Verbesserung der Recyclingf\u00e4higkeit und Vereinfachung ist hoch.&nbsp;Papier und Karton&nbsp;eignen sich gut f\u00fcr Sekund\u00e4rverpackungen, sind aber f\u00fcr Produkte in feuchten Umgebungen nur begrenzt einsetzbar.&nbsp;Metalle&nbsp;wie Aluminium sind f\u00fcr Drucksprays unerl\u00e4sslich, bleiben aber in der Herstellung energieintensiv.&nbsp;Glas&nbsp;zeigt in wiederverwendbaren oder nachf\u00fcllbaren Systemen eine moderate Umweltbelastung und eine ausgezeichnete Zirkularit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Pharmabereich<\/strong>:&nbsp;Gesundheitliche und regulatorische Anforderungen schr\u00e4nken die Materialauswahl stark ein.&nbsp;Kunststoffe&nbsp;werden aufgrund ihrer geringen Umweltauswirkungen und funktionalen Kompatibilit\u00e4t h\u00e4ufig verwendet, leiden aber unter ihrer geringen Zirkularit\u00e4t.&nbsp;Aluminium-Kunststoff-Blisterverpackungen&nbsp;haben aufgrund ihrer komplexen Struktur, die das Recycling erschwert, einen hohen Impact.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Hebel zur Verbesserung identifiziert die Studie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie legt eine erhebliche L\u00fccke zwischen dem technischen Potenzial und der aktuellen Recycling-Realit\u00e4t offen. So werden in Frankreich derzeit nur 30% der Kunststoffverpackungen recycelt, obwohl das Ziel f\u00fcr 2025 bei 50% liegt. Demgegen\u00fcber steht die Erkenntnis, dass bereits 80% der auf dem Markt befindlichen Kunststoffverpackungen technisch recycelbar w\u00e4ren, davon 65% sogar im industriellen Ma\u00dfstab. Als zentrales Nadel\u00f6hr identifiziert die Untersuchung die Sammlung: Fast die H\u00e4lfte aller Kunststoffverpackungen entgeht den bestehenden Systemen und kann somit gar nicht erst sortiert und recycelt werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen, sind laut Studie koordinierte Ma\u00dfnahmen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette erforderlich. Ein wesentlicher Hebel liegt in der gezielten Identifizierung und Optimierung des verbleibenden, noch nicht recycelbaren Verpackungssegments von 20%. Dazu geh\u00f6ren die Vereinfachung von Materialien, die Reduzierung komplexer Verpackungsstrukturen und die Anpassung von Formaten. Die Studie betont jedoch, dass technische Recyclingf\u00e4higkeit allein nicht ausreicht. Sie muss durch eine funktionierende logistische und regionale Infrastruktur f\u00fcr Sammlung und Sortierung erg\u00e4nzt werden, um das technische Potenzial in messbare Ergebnisse zu \u00fcberf\u00fchren.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatte \u00fcber nachhaltige Verpackungen ist oft von Vorurteilen gepr\u00e4gt. Um eine objektive, wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, hat Polyvia, der franz\u00f6sische Verband der Kunststoff- und Composite-Hersteller, eine umfassende Studie in Auftrag gegeben. Die von Quantis durchgef\u00fchrte Untersuchung \u201ePackaging in Transition\u201c bewertet die Umweltauswirkungen verschiedener Verpackungsmaterialien und liefert differenzierte Ergebnisse f\u00fcr vier zentrale Anwendungssektoren. 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