{"id":168742,"date":"2025-10-09T07:35:00","date_gmt":"2025-10-09T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=168742"},"modified":"2025-10-09T13:33:25","modified_gmt":"2025-10-09T11:33:25","slug":"neues-startup-biophelion-mit-einem-pilz-fur-nachhaltige-plattformchemikalien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neues-startup-biophelion-mit-einem-pilz-fur-nachhaltige-plattformchemikalien\/","title":{"rendered":"Neues Startup Biophelion: Mit einem Pilz f\u00fcr nachhaltige Plattformchemikalien"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"448\" height=\"672\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/2530_Bioreaktor-00adc695.jpg\" alt=\"Biophelion m\u00f6chte k\u00fcnftig aus industriellen Abf\u00e4llen neue Wertstoffe gewinnen.\" class=\"wp-image-168751\" style=\"aspect-ratio:0.6666666666666666;width:408px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/2530_Bioreaktor-00adc695.jpg 448w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/2530_Bioreaktor-00adc695-200x300.jpg 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/2530_Bioreaktor-00adc695-100x150.jpg 100w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/2530_Bioreaktor-00adc695-180x270.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biophelion m\u00f6chte k\u00fcnftig aus industriellen Abf\u00e4llen neue Wertstoffe gewinnen. \u00a9 Tillmann Franzen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Das neue Startup m\u00f6chte den \u00dcbergang zur Kreislaufwirtschaft in der Industrie beschleunigen. Mit biotechnologischen Verfahren soll mehr Nachhaltigkeit in die materialintensive Chemie-Branche einziehen, die in der Vergangenheit f\u00fcr massive Umweltprobleme gesorgt hat. Die beiden Gr\u00fcnder Lars Regestein und Till Tiso haben hierf\u00fcr einen ungew\u00f6hnlichen Helfer an ihrer Seite: einen hefe\u00e4hnlichen schwarzen Pilz. Mit ihm wollen die beiden Ingenieure Stoffgemische, die bisher als wertfreie Nebenprodukte oder gar Abfall gelten, in nutzbare Substanzen umwandeln. Hierf\u00fcr kommt ihnen die enorme Variabilit\u00e4t im Stoffwechsel des Pilzes zugute. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist der Mikroorganismus in der Lage, kohlenstoffhaltige Substanzgemische aus industriellen (Abfall)str\u00f6men, wie sie beispielsweise in der Bioethanolproduktion oder bei der Herstellung von Zucker und Papier in gro\u00dfen Mengen anfallen, in neue Produkte umzuwandeln. So landet der enthaltene Kohlenstoff nicht wie bisher als klimasch\u00e4dliches Kohlendioxid in der Atmosph\u00e4re, sondern wird der Nutzung durch den Menschen erneut zugef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Pilz mit Potential<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die schwarze Hefe produziert aus diesen Abfallstoffen drei Schl\u00fcsselverbindungen: ein Polyester, aus dem beispielsweise k\u00fcnftig Plastik f\u00fcr Verpackungen hergestellt werden k\u00f6nnte, das essbare Polymer Pullulan, das schon heute bei der Lebensmittelherstellung verwendet wird, sowie ein neuartiges Tensid, dessen Eigenschaften und m\u00f6gliche kommerzielle Verwertbarkeit aktuell erforscht werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDie Biophelion entwickelt gezielt Anwendungen, die heute noch nicht denkbar sind \u2013 gerade mit Pullulan oder unserem Tensidmolek\u00fcl betreten wir Neuland\u201c, sagt <strong>Till Tiso<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Eine Idee ist, Pullulan als Material f\u00fcr den 3D-Druck zu verwenden. Das Fertigungsverfahren erlebt seit einigen Jahren einen enormen Aufschwung, der mit einem hohen Materialbedarf verbunden ist. Pullulan k\u00f6nnte klassische Kunststoffe f\u00fcr den 3D-Druck k\u00fcnftig ersetzen oder zumindest erg\u00e4nzen. Die beiden Gr\u00fcnder k\u00f6nnen sich sogar vorstellen, k\u00fcnftig 3D-gedruckte Bioreaktoren f\u00fcr die zirkul\u00e4re Bio\u00f6konomie aus Pullulan herzustellen, damit w\u00fcrde ihr Mikroorganismus gewisserma\u00dfen sein eigenes Kulturgef\u00e4\u00df herstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tenside wiederum sind als Massenprodukt ein Hauptbestandteil von Wasch- und Sp\u00fclmitteln. Damit landen sie im Abwasser und belasten die Umwelt. Hier sind biologisch produzierte und damit auch leicht abbaubare Alternativen ein wichtiger Beitrag, um den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit SPRIND zum Erfolg<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.leibniz-hki.de\/assets\/images\/0\/Biophelion_0812-40e24397.jpg\" alt=\"Biophelion gibt auch Nachwuchswissenschaftlern die M\u00f6glichkeit sich zu qualifizieren.\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biophelion gibt auch Nachwuchswissenschaftlern die M\u00f6glichkeit sich zu qualifizieren. \u00a9 Tillmann Franzen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Den Ansto\u00df zur Gr\u00fcndung gab die Bundesagentur f\u00fcr Sprunginnovationen SPRIND. Der von SPRIND ausgeschriebene Wettbewerb \u201eCircular Biomanufacturing Challenge\u201c soll gezielt die Gr\u00fcndung neuer Hochtechnologie-Unternehmen in den Lebenswissenschaften f\u00f6rdern. Ein risikobehaftetes Unterfangen, das jedoch auch gro\u00dfe Chancen birgt. Schon eines der gef\u00f6rderten Projekte kann die gesamte Investition in einen solchen Wettbewerb wieder einspielen, wenn es sich zu einem Erfolg entwickelt und dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen Wettbewerbsvorteil sichert. Biophelion wurde<em>&nbsp;<\/em>als gemeinsames Spin-off des Leibniz-HKI<em>&nbsp;<\/em>und<em>&nbsp;<\/em>der RWTH Aachen bereits in der zweiten von maximal drei F\u00f6rderphasen gegr\u00fcndet. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSPRIND hat uns R\u00fcckenwind gegeben \u2013 inhaltlich, finanziell und strategisch\u201c, betont Lars Regestein, der k\u00fcnftig als CEO agiert. Till Tiso \u00fcbernimmt die Rolle des CTO und bleibt zugleich in der akademischen Forschung t\u00e4tig. Das Startup bezieht Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume im BioInstrumentezentrum auf dem Beutenberg-Campus in Jena und damit nur einen Steinwurf vom Leibniz-HKI entfernt. Mit dem Institut wird es auch k\u00fcnftig eine enge Zusammenarbeit geben, um die Bioverfahren zur Herstellung der neuen Produkte weiter zu optimieren. Die Ascenion GmbH hat als Technologietransferpartner des Leibniz-HKI das Projekt von Beginn an begleitet und war in den Prozess der Ausgr\u00fcndung eingebunden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas Leibniz-HKI freut sich, den Weg der beiden Gr\u00fcnder auch k\u00fcnftig als teilhabende Institution begleiten und unterst\u00fctzen zu d\u00fcrfen. Die exzellente wissenschaftliche Expertise von Lars Regestein und Till Tiso sch\u00e4tzen wir sehr, ebenso den Mut, ein eigenes Unternehmen zu gr\u00fcnden. Nun w\u00fcnschen wir den frischgebackenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern auch den geb\u00fchrenden kommerziellen Erfolg mit Biophelion\u201c, sagt <strong>Axel Brakhage<\/strong>, Direktor des <strong>Leibniz-HKI<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Gr\u00fcnder<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.leibniz-hki.de\/assets\/images\/6\/Biophelion_2089-18a7d6dc.jpg\" alt=\"Die beiden Gr\u00fcnder Lars Regestein (li) und Till Tiso (rechts) auf dem Weg in die Laborr\u00e4ume des BioInstrumentezentrums.\" style=\"aspect-ratio:0.6666666666666666;width:339px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die beiden Gr\u00fcnder Lars Regestein (li) und Till Tiso (rechts) auf dem Weg in die Laborr\u00e4ume des BioInstrumentezentrums. <br>\u00a9 Tillmann Franzen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Lars Regestein<\/strong>&nbsp;studierte in Dresden Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Im Jahr 2007 begann er seine Promotion unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Jochen B\u00fcchs an der RWTH Aachen University im Bereich der Bioverfahrenstechnik, die er 2012 erfolgreich abschloss. Im Anschluss wurde er an selbigem Lehrstuhl Oberingenieur und arbeitete an den Forschungsschwerpunkten viskose Systeme, Mischkulturprozesse und integrierte Downstream-Prozesse. Seine Zeit in Aachen unterbrach er 2014\/15 f\u00fcr einen Forschungsaufenthalt als Adjunct Professor an der Western University in London, Ontario, Kanada. Seit 2017 forscht Lars Regestein am Leibniz-Institut f\u00fcr Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena. Sein Team entwickelt und skaliert Prozesse vom Mikroliter- bis zum Kubikmeter-Ma\u00dfstab und geht dabei den ganzen Weg vom Rohstoff bis hin zum Reinprodukt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Till Tiso<\/strong>&nbsp;studierte Bioingenieurwesen an der TU Dortmund. 2011 wechselte er an das Institut f\u00fcr Angewandte Mikrobiologie der RWTH Aachen University, wo er 2016 seine Promotion abschloss. Im Anschluss \u00fcbernahm er die Leitung einer eigenen Forschungsgruppe und habilitierte sich 2024 mit Arbeiten zur Rolle der Mikrobiologie in der zirkul\u00e4ren Bio\u00f6konomie. Forschungsaufenthalte f\u00fchrten ihn unter anderem an das Imperial College in London und an das CSIC in Madrid. Seit 2025 ist er Professor f\u00fcr Systembiotechnologie an der Universit\u00e4t Bielefeld. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung nachhaltiger biotechnologischer Prozesse zur industriellen Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"409\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/regestein-lars-336155fa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-168750\" style=\"aspect-ratio:0.7334963325183375;width:82px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/regestein-lars-336155fa.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/regestein-lars-336155fa-220x300.jpg 220w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/regestein-lars-336155fa-110x150.jpg 110w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/10\/regestein-lars-336155fa-198x270.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Lars Regestein<br><a href=\"https:\/\/www.leibniz-hki.de\/de\/biotechnikum.html\">Biotechnikum \u00b7 Leiter Forschergruppe HoWi&nbsp;<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.leibniz-hki.de\/de\/biotechnikum.html\">Biotechnikum \u00b7 Stellvertretender Abteilungsleiter&nbsp;<\/a><br>Tel.:+49 3641 532-1279<br>E-Mail: <a href=\"mailto:lars.regestein@leibniz-hki.de\">lars.regestein@leibniz-hki.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Startup m\u00f6chte den \u00dcbergang zur Kreislaufwirtschaft in der Industrie beschleunigen. 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