{"id":167854,"date":"2025-09-19T07:23:00","date_gmt":"2025-09-19T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=167854"},"modified":"2025-09-15T13:30:50","modified_gmt":"2025-09-15T11:30:50","slug":"versteckte-gefahr-im-waldboden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/versteckte-gefahr-im-waldboden\/","title":{"rendered":"Versteckte Gefahr im Waldboden"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"489\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489.jpg\" alt=\"Mikro- und Nanoplastik belastet nicht nur Meere, Fl\u00fcsse und \u00c4cker, sondern auch W\u00e4lder. \" class=\"wp-image-167873\" style=\"aspect-ratio:1.7791411042944785;width:735px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489.jpg 870w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-1_870x489-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mikro- und Nanoplastik belastet nicht nur Meere, Fl\u00fcsse und \u00c4cker, sondern auch W\u00e4lder. \u00a9 Collin Weber<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Mikro- und Nanoplastik belastet nicht nur Meere, Fl\u00fcsse und \u00c4cker, sondern auch den Wald. Zu diesem Ergebnis kommen Geowissenschaftler der TU Darmstadt in einer nun <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43247-025-02712-4\">im renommierten Journal \u201c<em>Nature Communications Earth &amp; Environment<\/em>\u201d ver\u00f6ffentlichten Studie<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4dliches Mikroplastik wird einer neuen Untersuchung zufolge nicht nur in landwirtschaftlichen und st\u00e4dtischen B\u00f6den gespeichert, sondern auch im Wald. Der Gro\u00dfteil der winzigen Kunststoffpartikel gelangt demnach aus der Luft in die W\u00e4lder und sammelt sich dort in den Waldb\u00f6den an. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas Mikroplastik aus der Atmosph\u00e4re setzt sich zun\u00e4chst auf Bl\u00e4ttern der Baumkronen fest, die Wissenschaft spricht hier vom sogenannten Ausk\u00e4mmeffekt\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Hauptautor Dr. Collin J. Weber vom\u00a0<a href=\"https:\/\/www.geo.tu-darmstadt.de\/iag\/willkommen_iag\/index.de.jsp\">Institut f\u00fcr Angewandte Geowissenschaften der TU Darmstadt<\/a><\/strong>. \u201eDann werden die Partikel in Laubw\u00e4ldern zum Beispiel durch Regen oder den herbstlichen Laubfall auf den Waldboden weitertransportiert.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"489\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489.jpg\" alt=\"Das Forschungsteam entwickelte eine angepasste Methode, um Mikroplastik von Blattoberfl\u00e4chen zu analysieren. \" class=\"wp-image-167874\" style=\"aspect-ratio:1.7791411042944785;width:742px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489.jpg 870w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-3_870x489-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Forschungsteam entwickelte eine angepasste Methode, um Mikroplastik von Blattoberfl\u00e4chen zu analysieren. \u00a9 Collin Weber<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dort spielt die Laubzersetzung eine zentrale Rolle bei der Speicherung der Schadstoffe im Waldboden, wie die Autoren weiter herausfanden. Zwar fanden sich die h\u00f6chsten Gehalte von Mikroplastik in den oberen, nur leicht zersetzten Laubschichten, jedoch werden gro\u00dfe Mengen der Plastikteilchen in den tieferen Bodenschichten gespeichert. Dies l\u00e4sst sich auf Laubzersetzung selbst, aber auch auf andere Transportprozesse wie beispielsweise an der Zersetzung beteiligte Organismen zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Erhebung entnahm das Forschungsteam vom Fachgebiet Bodenmineralogie und Bodenchemie Proben an vier Waldstandorten \u00f6stlich von Darmstadt. Mit einer neu entwickelten und angepassten analytischen Methode konnten die Wissenschaftler die Mikroplastikgehalte sowohl in Bodenproben, in herabgefallenem Laub als auch in der sogenannten atmosph\u00e4rischen Deposition (des Transports von Stoffen aus der Erdatmosph\u00e4re auf die Erdoberfl\u00e4che) messen und chemisch mittels spektroskopischer Methoden bestimmen. Zudem erstellten sie eine modellhafte Sch\u00e4tzung der atmosph\u00e4rischen Eintr\u00e4ge seit den 1950er-Jahren, um deren Beitrag zur Gesamtspeicherung in Waldb\u00f6den zu ermitteln.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"489\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489.jpg\" alt=\"F\u00fcr die Studie entnahm das Forschungsteam Proben an vier Waldstandorten. \" class=\"wp-image-167875\" style=\"aspect-ratio:1.7791411042944785;width:753px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489.jpg 870w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/wald-mikroplastik-2_870x489-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">F\u00fcr die Studie entnahm das Forschungsteam Proben an vier Waldstandorten. \u00a9 Collin Weber<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mikroplastik in Waldb\u00f6den in erster Linie aus atmosph\u00e4rischen Ablagerungen und von zu Boden fallenden Laub, so genanntem Streufall, stammt. Andere Quellen haben dagegen nur einen geringen Einfluss\u201c, erkl\u00e4rt<strong> Weber.<\/strong> \u201eWir kommen zu dem Schluss, dass W\u00e4lder gute Indikatoren f\u00fcr die atmosph\u00e4rische Mikroplastikverschmutzung sind und dass eine hohe Konzentration von Mikroplastik in Waldb\u00f6den auf einen hohen diffusen Eintrag \u2013 also im Gegensatz zur direkten Zufuhr wie etwa durch D\u00fcngemittel in der Landwirtschaft \u2013 der Partikel aus der Luft in diese \u00d6kosysteme hindeutet.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Studie belegt erstmals die Verschmutzung von W\u00e4ldern mit Mikroplastik und den direkten Zusammenhang zwischen atmosph\u00e4rischen Eintr\u00e4gen und der Speicherung von Mikroplastik im Waldboden, nachdem diese Fragen zuvor noch nicht wissenschaftlich untersucht worden sind. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Bewertung von Umweltrisiken durch Mikroplastik in der Luft und im Boden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eW\u00e4lder sind bereits durch den Klimawandel gef\u00e4hrdet, und unsere Ergebnisse legen nahe, dass nun auch Mikroplastik eine zus\u00e4tzliche Gef\u00e4hrdung f\u00fcr Wald\u00f6kosysteme darstellen k\u00f6nnte\u201c, sagt <strong>Weber.<\/strong> <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch mit Blick auf die Einsch\u00e4tzung von Gesundheitsrisiken k\u00f6nnen die Erkenntnisse relevant sein, da sie den weltweiten Transport von Mikroplastik in der Luft und somit auch der Atemluft unterstreichen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:14px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Original Publikation<\/h3>\n\n\n\n<p>Weber, Collin J. und Moritz Bigalke: \u201cForest soils accumulate microplastics through atmospheric deposition\u201d, in: <em>\u201cNature Communications Earth &amp; Environment\u201d 6<\/em>, DOI:\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43247-025-02712-4\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43247-025-02712-4<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikro- und Nanoplastik belastet nicht nur Meere, Fl\u00fcsse und \u00c4cker, sondern auch den Wald. Zu diesem Ergebnis kommen Geowissenschaftler der TU Darmstadt in einer nun im renommierten Journal \u201cNature Communications Earth &amp; Environment\u201d ver\u00f6ffentlichten Studie. Sch\u00e4dliches Mikroplastik wird einer neuen Untersuchung zufolge nicht nur in landwirtschaftlichen und st\u00e4dtischen B\u00f6den gespeichert, sondern auch im Wald. 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