{"id":167800,"date":"2025-09-18T07:32:00","date_gmt":"2025-09-18T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=167800"},"modified":"2025-09-12T14:41:56","modified_gmt":"2025-09-12T12:41:56","slug":"nachhaltiges-menthol-aus-nebenprodukt-der-papierindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltiges-menthol-aus-nebenprodukt-der-papierindustrie\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Menthol aus Nebenprodukt der Papierindustrie"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-1024x577.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-167822\" style=\"aspect-ratio:1.7746967071057191;width:746px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-1024x577.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web-400x225.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_4_th_koln_web.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 TH K\u00f6ln<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Bei der Papierherstellung fallen erhebliche Mengen an Terpentin\u00f6l an, die bislang haupts\u00e4chlich zur Energiegewinnung verbrannt wurden. In einem Forschungsprojekt der TH K\u00f6ln ist jetzt ein neuer Syntheseweg entstanden, mit dem sich Menthol f\u00fcr die Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikindustrie gewinnen l\u00e4sst. Dies k\u00f6nnte langfristig das bislang verwendete synthetische Menthol auf Erd\u00f6lbasis ersetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"676\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_1_fischer_th_koln_web-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-167824\" style=\"aspect-ratio:0.665680473372781;width:274px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_1_fischer_th_koln_web-1.jpg 450w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_1_fischer_th_koln_web-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_1_fischer_th_koln_web-1-100x150.jpg 100w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_1_fischer_th_koln_web-1-180x270.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Projekt Rikovery waste2menthol am Campus Deutz \u00a9 Heike Fischer \/TH K\u00f6ln<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eTerpentin\u00f6l entsteht w\u00e4hrend der Papierproduktion, wenn Holzfasern zerkocht werden. Allein am Hauptsitz unseres Partners UPM Kymmene sind es j\u00e4hrlich mehrere 10.000 Tonnen, die dann thermisch verwertet oder zu Biodiesel umgesetzt werden. Bei unseren \u00dcberlegungen zu alternativen Verwendungsm\u00f6glichkeiten haben wir uns auf die chemische Verbindung 3-Caren konzentriert, die etwa 30 Prozent des \u00d6ls ausmacht und aus der sich Menthol herstellen l\u00e4sst. Eine gro\u00dfe Herausforderung dabei ist, das \u00d6l in seine Bestandteile aufzutrennen\u201c, erl\u00e4utert Projektleiter <strong>Prof. Dr. Matthias Eisenacher<\/strong> von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften der <strong>TH K\u00f6ln<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trennkolonne und Nanofiltration<\/h3>\n\n\n\n<p>Um das 3-Caren aus dem Terpentin\u00f6l zu gewinnen, errichteten die Projektpartner am Campus Deutz eine rund acht Meter hohe Trennkolonne im Technikumsma\u00dfstab. Alle Bestandteile wurden in der Werkstatt der TH K\u00f6ln ma\u00dfgefertigt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIn unserer Anlage findet die sogenannte Rektifikation statt; ein thermisches Trennverfahren, das die Bestandteile der Fl\u00fcssigkeit entsprechend ihrer Siedepunkte trennt. Dies ist bei Terpentin\u00f6l besonders schwierig, weil die Siedepunkte der einzelnen Stoffe dicht beieinanderliegen\u201c, erl\u00e4utert die wissenschaftliche Mitarbeiterin <strong>Katharina G\u00f6bel<\/strong> vom Institut f\u00fcr Anlagen- und Verfahrenstechnik der <strong>TH K\u00f6ln<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zudem untersuchte das Institut, ob das \u00d6l auch durch eine organische Nanofiltration in seine Bestandteile zerlegt werden kann und testete dazu verschiedene kommerzielle Kunststoffmembranen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDieses Verfahren ist f\u00fcr organische L\u00f6sungen bisher wenig erforscht und durch eine relativ komplexe Interaktion zwischen der Ausgangssubstanz, dem Wertstoff und der Membran gekennzeichnet. Wir konnten gute Ergebnisse erzielen und nachweisen, dass dieser Prozess eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zur Rektifikation ist, um weitere Stoffe neben dem 3-Caren zu gewinnen\u201c, sagt <strong>G\u00f6bel<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>So wurden etwa Alpha- und Beta-Pinen aus dem Terpentin\u00f6l gel\u00f6st \u2013 organische Kohlenwasserstoffverbindungen, die etwa in medizinischen Anwendungen zum Einsatz kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Synthese in wenigen Schritten<\/h3>\n\n\n\n<p>Parallel wurde die chemische Synthese von 3-Caren zu Menthol entwickelt. \u201eUns war besonders wichtig, dass unser Verfahren auch in der Industrie realistisch umgesetzt werden kann. Daher wollten wir mit m\u00f6glichst wenigen Syntheseschritten auskommen und nur markt\u00fcbliche Methoden und Anlagenteile verwenden\u201c, so Eisenacher. Im Endeffekt ben\u00f6tigen die Forschenden vier Schritte, also einzelne chemischen Umwandlungen, bis zur Herstellung von Menthol. Die ersten drei Schritte sind mit einer Ausbeute von 90 Prozent und mehr bereits praxistauglich. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDer letzte Schritt kommt trotz aller Optimierung nur auf eine Ausbeute von 65 Prozent. Hier sind weitere Forschungen n\u00f6tig, etwa zum Einsatz von Enzymen\u201c, sagt <strong>Eisenacher<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Vorhaben \u201eWaste2Menthol \u2013 Synthese von Menthol aus Abf\u00e4llen der Papierindustrie\u201c wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/SharedDocs\/Bekanntmachungen\/DE\/2018\/01\/1570_bekanntmachung.html\">Programm FHprofUnt<\/a> mit rund 660.000 Euro gef\u00f6rdert. Partner waren die Symrise AG, ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen, sowie der Papierhersteller UPM Kymmene.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-1024x577.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-167825\" style=\"aspect-ratio:1.7746967071057191;width:725px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-150x85.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-768x433.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/waste2menthol_3_fischer_th_koln_web.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Heike Fischer \/TH K\u00f6ln<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Zum Forschungsprojekt ist der Artikel \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/chemistry-europe.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/cssc.202500515\" target=\"_blank\">From Turpentine to (\u2212)-Menthol: A New Approach<\/a>\u201c in der Fachzeitschrift <em>ChemSusChem<\/em> erschienen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Papierherstellung fallen erhebliche Mengen an Terpentin\u00f6l an, die bislang haupts\u00e4chlich zur Energiegewinnung verbrannt wurden. 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