{"id":167567,"date":"2025-09-12T07:35:00","date_gmt":"2025-09-12T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=167567"},"modified":"2025-09-08T13:57:04","modified_gmt":"2025-09-08T11:57:04","slug":"bauplan-fur-nachhaltige-kunststoffe-erstellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bauplan-fur-nachhaltige-kunststoffe-erstellt\/","title":{"rendered":"Bauplan f\u00fcr nachhaltige Kunststoffe erstellt"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Ein internationales Forschungsteam unter Federf\u00fchrung der Universit\u00e4t Bayreuth hat erstmals gezeigt, welche Bausteine sich f\u00fcr eine pr\u00e4zise Kunststoffproduktion mit Schwefelatomen eignen. Diese schwefelhaltigen Kunststoffe k\u00f6nnen leichter zersetzt werden als \u00fcbliche Kunststoffe und k\u00f6nnten so neue Recyclingwege er\u00f6ffnen. \u00dcber ihre Erkenntnisse berichten die Forschenden <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/anie.202508985\">im Fachjournal\u00a0<em>Angewandte Chemie International Edition<\/em><\/a>.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn0.scrvt.com\/a534b4b72e47031e7c1755abc55cf709\/f4ac046941b1f81c\/820f0072b706\/v\/5d96c6c00ff9\/uni-bayreuth-plajer-bauplan-schwefel-kunststoffe.jpg\" alt=\"Foto von Prof. Dr. Alex Plajer (rechts) und Bhargav R. Manjunatha vor einem Whiteboard mit den getesteten Schwefelverbindungen\" style=\"aspect-ratio:1.9047619047619047;width:745px;height:auto\" title=\"Foto von Prof. Dr. Alex Plajer (rechts) und Bhargav R. Manjunatha vor einem Whiteboard mit den getesteten Schwefelverbindungen\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Universit\u00e4t Bayreuth<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>What for?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Kunststoffe sind allgegenw\u00e4rtig, sie finden sich in Verpackungen, Elektronikteilen oder Medizinprodukten. Doch sie hinterlassen ein riesiges M\u00fcllproblem: Viele herk\u00f6mmliche Kunststoffe zerfallen nicht oder nur sehr schwer. Deshalb ist Forschung n\u00f6tig, um neue Kunststoffe zu entwickeln, die n\u00fctzliche Eigenschaften haben, aber zugleich gezielt abgebaut oder recycelt werden k\u00f6nnen. Dadurch k\u00f6nnen nachhaltigere Materialien designt werden, um den Einsatz von Kunststoffen langfristig ressourcenschonender zu erm\u00f6glichen. Der Einbau von Schwefelatomen in die Kunststoffketten (Polymere) macht diese abbaubarer, sagen die Forschenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Integration von Schwefelatomen macht Polymere deshalb nachhaltiger, weil sich die Bindungen zwischen Kohlenstoff- und Schwefelatomen einfacher \u00f6ffnen lassen als Bindungen zwischen Kohlenstoff- und anderen Kohlenstoff- oder Sauerstoffatomen. Das erm\u00f6glicht den Abbau der schwefelhaltigen Kunststoffe unter vergleichsweise milden Bedingungen. Allerdings sind Strategien zur Synthese dieser Kunststoffe bislang wenig entwickelt, was eine breite Herstellung erschwert. Ein erster Schritt zur Massenproduktion ist nun gemacht: Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, der Texas A&amp;M University und der Universit\u00e4t Bayreuth hat erstmals ein Herstellungsverfahren entwickelt, mit dem sich verschiedene schwefelhaltige Bausteine bez\u00fcglich ihrer Eignung f\u00fcr die Kunststoffherstellung testen und vergleichen lassen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eMit unserer Studie konnten wir eine Vorhersage-Regel aufstellen, die voraussagt, welche Schwefel-Bausteine perfekt aufgebaute und saubere Polymere ergeben und welche nicht\u201c, sagt <strong>Prof. Dr. Alex J. Plajer, Juniorprofessor f\u00fcr Makromolekulare Chemie an der Universit\u00e4t Bayreuth<\/strong>. Bisher mussten die eingesetzten Bausteine und Reaktionsbedingungen zur Herstellung dieser schwefelhaltigen Kunststoffe speziell auf die spezifische Bestandteilkombination abgestimmt und optimiert werden. \u201eEinen Bauplan, wie man unter einheitlichen Bedingungen nachhaltige Kunststoffe mit Schwefel herstellen kann, gab es bisher nicht\u201c, so <strong>Plajer<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mithilfe ihres neuen Verfahrens haben die Forschenden Carbonylsulfid als besonders geeigneten Schwefel-Baustein zur Kunststoffherstellung identifiziert. Carbonylsulfid reagiert sehr zuverl\u00e4ssig und bildet lange, gleichm\u00e4\u00dfig aufgebaute Kunststoffketten \u2013 und das unter Einsatz von wenig Katalysator, der die chemische Reaktion erm\u00f6glicht. Zus\u00e4tzlich entstehen bei der Reaktion kaum unerw\u00fcnschte Nebenprodukte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eMit unseren Ergebnissen legen wir den Grundstein f\u00fcr die Entwicklung neuer, nachhaltiger Materialien, die sich auf kontrollierte Weise abbauen lassen\u201c, fasst <strong>Plajer <\/strong>zusammen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Studie wurde vom Verband der Chemischen Industrie, der Daimler und Benz Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projektnr. 542928411) und der Robert A. Welch Foundation gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Originalpublikation<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Bhargav R. Manjunatha, Mani Sengoden, Merlin R. St\u00fchler, Robert Langer, Donald J. Darensbourg, Alex J. Plajer. Monomer-Dependent Selectivity in Sulfur-Containing Ring-Opening Copolymerisation: Bimetallic Catalysis for Predictive Design of Degradable Polymers.\u00a0<em>Angewandte Chemie International Edition (2025)<\/em>; <strong>DOI:<\/strong>\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/anie.202508985\" target=\"_blank\">https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/anie.202508985<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn0.scrvt.com\/a534b4b72e47031e7c1755abc55cf709\/965a9ac327d52c77\/88b5f06439e7\/v\/1e03784baa98\/uni-bayreuth-alex-plajer.jpg\" alt=\"Alex Plajer\" style=\"aspect-ratio:1;width:131px;height:auto\" title=\"Alex Plajer\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Prof. Dr. Alex Plajer, Juniorprofessor f\u00fcr Makromolekulare Chemie<br>Tel.: +49 (0)921 \/ 55-3296<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:alex.plajer@uni-bayreuth.de\">alex.plajer@uni-bayreuth.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:14px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein internationales Forschungsteam unter Federf\u00fchrung der Universit\u00e4t Bayreuth hat erstmals gezeigt, welche Bausteine sich f\u00fcr eine pr\u00e4zise Kunststoffproduktion mit Schwefelatomen eignen. 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