{"id":167563,"date":"2025-09-12T07:26:00","date_gmt":"2025-09-12T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=167563"},"modified":"2025-09-08T12:30:52","modified_gmt":"2025-09-08T10:30:52","slug":"hype-bio-polymere-kauft-die-auch-jemand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hype-bio-polymere-kauft-die-auch-jemand\/","title":{"rendered":"Hype Bio-Polymere \u2013 kauft die auch jemand?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Biobasierte, biologisch abbaubare und Bio-Kunststoffe \u2013 das scheint ein gro\u00dfer Trend zu sein. Auf jeder Messe werden sie von Chemieunternehmen und Kunststoff-Distributoren angepriesen. Aber werden sie auch gekauft?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-1024x576.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-167575\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:690px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-1024x576.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg-400x225.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/Biopolymere_wer-kauft-die.jpeg.webp 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Gefragt sind nachhaltige Alternativen zu traditionellen Kunststoffen. Das ist logisch, da es immer mehr Regularien diesbez\u00fcglich gibt, wie die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/altfahrzeug-verordnung-rezyklat-quoten-kommen-schrittweise\">Altfahrzeugverordnung.<\/a>&nbsp;Zudem nimmt das \u00f6kologische Bewusstsein von Endanwender zu, immer mehr wollen mit einem guten Gewissen konsumieren und achten daher auf nachhaltige Materialien. Ein Beispiel daf\u00fcr sind&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/das-steckt-in-der-kaffeekapsel-fuer-den-heimkompost\">heimkompostierbare Kaffeekapseln<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAllerdings sind diese Werkstoffe noch immer Nischenprodukte\u201c, best\u00e4tigt Holger Popp, Verkaufsleiter und Prokurist von Gr\u00e4sslin Kunststoffe. <\/p>\n\n\n\n<p>Horst Klink, CEO von Albis, versch\u00e4rft die Aussage sogar noch. Zwar fragten Kunden nach nachhaltigen Materialien, aber h\u00e4ufig im Rahmen ihrer ESG-Strategien. \u201eDas Interesse dezidiert an biobasierten Kunststoffen befindet sich auf geringem Niveau\u201c, erg\u00e4nzt er. Projekte oder gar Serienlieferungen seien eher die Ausnahme, f\u00fcgt Popp an. \u201eInteresse besteht immer dann\u201c, so Popp, \u201ewenn eine Grundbereitschaft zu etwas Neuem bei den entsprechenden Unternehmen etabliert ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum werden Bio-Polymere nicht gekauft?<\/h3>\n\n\n\n<p>Der steigende Druck durch gesetzliche Anforderungen, Endkunden oder Nachhaltigkeitsziele reicht also nicht aus, um den Kauf von biobasierten Polymeren anzukurbeln. Ein logischer Grund: Biopolymere sind derzeit h\u00e4ufig teurer als konventionelle Kunststoffe. \u201eDie h\u00f6heren Preise ergeben ich aus den geringeren Produktionskapazit\u00e4ten sowie deutlich h\u00f6heren Kosten des biobasierten Rohwarenursprungs\u201c, erkl\u00e4rt Popp.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"799\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-1024x799.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-167576\" style=\"aspect-ratio:1.281602002503129;width:165px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-1024x799.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-300x234.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-150x117.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-768x599.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-1536x1199.jpeg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-2048x1598.jpeg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/09\/ALBIS-Horst-Klink-346x270.jpeg 346w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Horst Klink \u00a9 Albis<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>\u201eAuch die noch nicht vollst\u00e4ndig etablierte Infrastruktur f\u00fcr Sammlung und Recycling sowie fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen auf EU-Ebene f\u00fchren zu Unsicherheiten \u2013 etwa hinsichtlich der Einstufung in bestehende Kreislaufwirtschaftssysteme\u201c, wei\u00df Klink von seinen Kunden. Popp kennt noch einen ganz anderen, sehr menschlichen Grund: \u201eManche Kunden sind auch aufgrund fehlender Erfahrungen zur\u00fcckhaltend oder zun\u00e4chst unsicher in Bezug auf die Langlebigkeit eines Bioproduktes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Dabei sind biobasierte Kunststoffe f\u00fcr alle Anwendungen geeignet<em>,\u00a0<\/em>denn<em>\u00a0\u201e<\/em>theoretisch k\u00f6nnen alle Polymere biobasiert hergestellt werden\u201c, sagt Popp. \u201eDer Chemie ist es egal, ob das C-Atom im Molek\u00fcl aus dem Karbon-Zeitalter vor 350 Millionen Jahren oder aus einem Rizinuns\u00f6lsamen kommt, der letztes Jahr vom Baum fiel.\u201c\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/adfarm1.adition.com\/redi?lid=7545062206726735054&amp;gdpr=0&amp;gdpr_consent=&amp;gdpr_pd=0&amp;userid=7545062206726276302&amp;sid=5196400&amp;kid=7691097&amp;bid=23655446&amp;c=859&amp;keyword=&amp;sr=184&amp;clickurl=\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;Wo werden Bio-Kunststoffe eingesetzt?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer kauft denn nun Bio-Polymere? Auf der einen Seite Branchen, in denen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit ein Verkaufsargument sind. Besonders aktiv seien derzeit die Branchen Verpackung, Medizintechnik und Landwirtschaft, z\u00e4hlt Klink auf. Denn: Biokompatibilit\u00e4t ist ein Vorteil in medizinischen Anwendungen, w\u00e4hrend biologisch abbaubare Eigenschaften in Verpackungen und Agrarfolien Abfall zu reduzieren k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStart-ups, insbesondere aus Lifestyle- und Outdoor-Segmenten, testen Biopolymere ebenfalls intensiv, um sich vom Wettbewerb abzuheben\u201c, f\u00fcgt er an. Im Kundenkreis von Gr\u00e4sslin finden sich auch Hersteller aus dem Elektro &amp; Elektronikbereich. \u201eF\u00fcr sicherheitsrelevante Teile, lassen sich biobasierte Rohstoffe verwenden und werden auch zunehmend eingesetzt\u201c, so Popp.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie hoch ist der Anteil von Bio-Polymeren?<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotzdem ist der Anteil von Biopolymeren am Umsatz im Verh\u00e4ltnis zu nicht-biobasierten Kunststoffen bei den Distributoren gering. \u201eIm einstelligen Prozentbereich\u201c, gibt Popp an. Das scheint jedoch kein Grund zu sein, die Produkte aus dem Programm zu nehmen, denn: \u201eWir rechnen mit einem nachhaltigen Anstieg der Nachfrage nach Biokunststoffen in den kommenden Jahren\u201c, versichert Popp. Klink best\u00e4tigt: \u201eLangfristig erwarten wir einen weiteren Anstieg der Nachfrage\u201c. Aus einem ganz einfachen Grund: Wir k\u00f6nnen damit rechnen, dass sich die Regularien versch\u00e4rfen. Nat\u00fcrlich gehen die Distributoren auch davon aus, dass das Bewusstsein der Verbraucher f\u00fcr umweltvertr\u00e4glichere Produkte w\u00e4chst. Eine gr\u00f6\u00dfere Nachfrage w\u00fcrde sich auch positiv auf die Preissituation auszahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kommt, dass Forschung und Industrie weiter an neuen Rohstoffen arbeiten, optimierte Compounds von Biopolymeren sowie effizientere Produktionsprozesse entwickeln, um die Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu verbessern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Klink sieht noch andere Baustellen: \u201eKurz- und mittelfristig fehlen f\u00fcr den fl\u00e4chendeckenden Einsatz eine tragf\u00e4hige Recyclinginfrastruktur, klare gesetzliche Anreize sowie eine breite Akzeptanz von Massenbilanz-Ans\u00e4tzen.\u201c Hier besteht noch Handlungsbedarf, zum Beispiel in der ELV-Verordnung, die sich derzeit in der Endphase befindet. \u201eW\u00fcrde die EU best\u00e4tigen, dass bio-kreislauff\u00e4hige Polymere auf Basis der Massenbilanz in die Recyclingquoten aufgenommen werden, w\u00fcrde dies weitere Investitionen, die Skalierung und letztlich die Preiswettbewerbsf\u00e4higkeit dieser Biopolymere f\u00f6rdern \u2013 sogar einschlie\u00dflich chemisch recycelter Polymere.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Woraus werden biobasierte Polymere hergestellt?<\/h3>\n\n\n\n<p>Biobasierte Kunststoffe k\u00f6nnen sowohl aus nat\u00fcrlich vorkommenden, erneuerbaren Rohstoffen als auch aus Abf\u00e4llen wie gebrauchtes Speise\u00f6l oder landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen hergestellt werden. Zu den g\u00e4ngigsten Rohstoffen geh\u00f6ren: Speise\u00f6l, Pflanzenreste, St\u00e4rke, aber auch Tall\u00f6l, das bei der Celluloseproduktion entsteht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biobasiert und bioabbaubar \u2013 die zwei Arten von Bio-Kunststoffen&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Biobasierte Kunststoffe bestehen ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen. Bioabbaubare Kunststoffe hingegen k\u00f6nnen aus fossilen Rohstoffen hergestellt sein. Aber sie sind industriell- oder heim-kompostierbar, da Mikroorganismen sie in nat\u00fcrliche Bestandteile zerlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biobasierte, biologisch abbaubare und Bio-Kunststoffe \u2013 das scheint ein gro\u00dfer Trend zu sein. Auf jeder Messe werden sie von Chemieunternehmen und Kunststoff-Distributoren angepriesen. Aber werden sie auch gekauft? Gefragt sind nachhaltige Alternativen zu traditionellen Kunststoffen. Das ist logisch, da es immer mehr Regularien diesbez\u00fcglich gibt, wie die&nbsp;Altfahrzeugverordnung.&nbsp;Zudem nimmt das \u00f6kologische Bewusstsein von Endanwender zu, immer [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":167575,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Immer neue Bio-Kunststoffe kommen an den Markt. Aber interessieren sich Kunststoffverarbeiter \u00fcberhaupt f\u00fcr die nachhaltigen Materialien? 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