{"id":16717,"date":"2013-06-27T00:00:00","date_gmt":"2013-06-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20130627-03n"},"modified":"2013-06-27T00:00:00","modified_gmt":"2013-06-26T22:00:00","slug":"politische-einigung-ueber-eine-neuausrichtung-der-gemeinsamen-agrarpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/politische-einigung-ueber-eine-neuausrichtung-der-gemeinsamen-agrarpolitik\/","title":{"rendered":"Politische Einigung \u00fcber eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Europ\u00e4ische Parlament, der EU-Ministerrat und die Europ\u00e4ische Kommission haben sich \u00fcber eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) f\u00fcr die Zeit nach 2013 geeinigt. &#8220;Ich freue mich \u00fcber diese Einigung. Mit ihr wird die Gemeinsame Agrarpolitik neu ausgerichtet, um die Erwartungen der Gesellschaft, die in der \u00f6ffentlichen Debatte im Fr\u00fchjahr 2010 deutlich geworden sind, besser zu erf\u00fcllen. Die Einigung wird grundlegende \u00c4nderungen zur Folge haben: Das System der Direktzahlungen wird gerechter und \u00f6kologischer, die Stellung der Landwirte innerhalb der Lebensmittelversorgungskette wird gest\u00e4rkt, und die GAP wird effizienter und transparenter. Diese Beschl\u00fcsse sind die selbstbewusste Antwort der EU auf die Herausforderungen der Ern\u00e4hrungssicherheit, des Klimawandels und des Wachstums und der Besch\u00e4ftigung in den l\u00e4ndlichen Gebieten. Die GAP wird wesentlich zur F\u00f6rderung des \u00fcbergeordneten Ziels eines intelligenten, nachhaltigen und inklusiven Wachstums beitragen&#8221;, erkl\u00e4rte der f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung zust\u00e4ndige EU-Kommissar Dacian Ciolo&#351;.<\/p>\n<p>Eine ausgewogenere GAP<\/b><br \/>Die <b>Direktzahlungen<\/b> werden <b>ausgewogener<\/b> zwischen Mitgliedstaaten, Regionen und Landwirten verteilt, da die &#8220;historischen Referenzwerte&#8221; aufgegeben werden.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Konvergenz:<\/b> Durch die Verteilung der GAP-Mittel wird gew\u00e4hrleistet, dass sp\u00e4testens 2019 kein Mitgliedstaat weniger als 75% des Gemeinschaftsdurchschnitts erh\u00e4lt <i>(Dies muss im Rahmen der Gespr\u00e4che \u00fcber den mehrj\u00e4hrigen Finanzrahmen genehmigt werden.)<\/i>. Innerhalb der Mitgliedstaaten und der Regionen werden die zwischen den Betrieben bestehenden Unterschiede im St\u00fctzungsniveau verringert: Die Hektarbeihilfe wird sp\u00e4testens 2019 60% der im jeweiligen Verwaltungs- oder agronomischen Gebiet durchschnittlich gezahlten Beihilfe nicht unterschreiten. Im Interesse einer verst\u00e4rkten St\u00fctzung kleiner und mittlerer Betriebe k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten f\u00fcr die &#8220;ersten Hektarfl\u00e4chen&#8221; eines Betriebs h\u00f6here Beihilfen gew\u00e4hren. F\u00fcr die neuen Mitgliedstaaten wird der SAPS-Mechanismus (einheitliche Hektarzahlung) bis 2020 verl\u00e4ngert.\n<\/li>\n<li>Eine Einkommensbeihilfe wird nur <b>aktiven<\/b> Landwirten gew\u00e4hrt (Liste ausgeschlossener T\u00e4tigkeiten).\n<\/li>\n<li><b>Junglandwirte:<\/b> Die Niederlassung von Junglandwirten wird stark gef\u00f6rdert, indem in allen Mitgliedstaaten eine zus\u00e4tzliche Beihilfe von 25% f\u00fcr die ersten f\u00fcnf Jahre nach der Niederlassung eingef\u00fchrt wird. Diese Beihilfe erg\u00e4nzt die bereits vorhandenen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Investitionen zugunsten von Junglandwirten.\n<\/li>\n<li>Zudem k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten <b>benachteiligte Gebiete<\/b> verst\u00e4rkt unterst\u00fctzen. <b>Gekoppelte Beihilfen<\/b> werden f\u00fcr eine begrenzte Zahl an Erzeugnissen m\u00f6glich sein, darunter eine spezifische Koppelung von 2% f\u00fcr Pflanzenprotein, womit die Abh\u00e4ngigkeit der EU von den entsprechenden Einfuhren verringert werden soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Eine GAP, die die Stellung der Landwirte innerhalb der Lebensmittelversorgungskette st\u00e4rkt<\/b><br \/>Die Ausrichtung der europ\u00e4ischen Landwirtschaft auf den Markt wird damit einhergehen, dass den Landwirten neue Instrumente an die Hand gegeben werden, die sie zu einem starken Glied in der Lebensmittelversorgungskette machen.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Erzeugerorganisationen und Branchenverb\u00e4nde<\/b> werden \u2013 in bestimmten Sektoren \u2013 durch spezifische Regeln im Bereich des Wettbewerbsrechts gef\u00f6rdert (Milch, Rindfleisch, Oliven\u00f6l, Getreide). Sie k\u00f6nnen im Namen ihrer Mitglieder Verkaufsvertr\u00e4ge aushandeln und werden damit effizienter sein.\n<\/li>\n<li>Die <b>Zuckerquoten<\/b> werden 2017 abgeschafft, wobei zugleich die Organisation des Sektors auf der Grundlage obligatorischer Branchenvertr\u00e4ge und -vereinbarungen gest\u00e4rkt wird.\n<\/li>\n<li>Die Pflanzungsrechtregelung im <b>Weinsektor<\/b> wird ab 2016 durch einen dynamischen Mechanismus f\u00fcr die Verwaltung von Pflanzungsgenehmigungen mit st\u00e4rkerer Branchenbeteiligung ersetzt. Der Mechanismus gilt bis 2030 und sieht eine auf 1% der Rebfl\u00e4che festgesetzte j\u00e4hrliche Pflanzungsbegrenzung vor.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden neue Instrumente zur <b>Krisenbew\u00e4ltigung<\/b> eingef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Kommission kann vor\u00fcbergehend die Erzeuger zur Verwaltung der auf den Markt gebrachten Mengen erm\u00e4chtigen.\n<\/li>\n<li>Eine <b>Krisenreserve<\/b> (mit allgemeiner Notfallklausel) wird eingef\u00fchrt.\n<\/li>\n<li>Im Rahmen der Programme f\u00fcr die l\u00e4ndliche Entwicklung k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten die Landwirte zur Beteiligung an <b>Risikopr\u00e4ventionsmechanismen<\/b> (Einkommensversicherungen oder Versicherungen auf Gegenseitigkeit) ermutigen und f\u00fcr Bereiche, in denen spezifische Probleme bestehen, <b>Unterprogramme<\/b> ausarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Eine \u00f6kologischere GAP<\/b><br \/>Jeder Mitgliedstaat, jedes Gebiet, jeder Landwirt wird mit einfachen Ma\u00dfnahmen mit nachweislich positiver Wirkung zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz beitragen. Zwischen 2014 und 2020 werden mehr als 100 Milliarden Euro investiert, um der Landwirtschaft bei der Bew\u00e4ltigung der Herausforderungen von Bodenqualit\u00e4t, Wasser, Biodiversit\u00e4t und Klimawandel zu helfen:<\/p>\n<ul>\n<li><b>\u00d6kologisierung:<\/b> 30% der Direktzahlungen werden an die Einhaltung von drei dem Umweltschutz f\u00f6rderlichen Bewirtschaftungsmethoden gebunden: Diversifizierung des Anbaus, Erhaltung von Dauergr\u00fcnland und Ausweisung von 5%, sp\u00e4ter 7% der Fl\u00e4chen als im Umweltinteresse genutzte Fl\u00e4chen ab 2018 oder Ma\u00dfnahmen, die im Hinblick auf den Umweltnutzen als mindestens gleichwertig anzusehen sind.\n<\/li>\n<li>Mindestens 30% der Mittel der Programme f\u00fcr die <b>l\u00e4ndliche Entwicklung<\/b> m\u00fcssen in Agrarumweltma\u00dfma\u00dfnahmen, die Unterst\u00fctzung des \u00f6kologischen Landbaus oder Vorhaben im Zusammenhang mit umweltfreundlichen Investitionen oder Innovationsma\u00dfnahmen flie\u00dfen.\n<\/li>\n<li>Die <b>Agrarumweltma\u00dfnahmen<\/b> werden gest\u00e4rkt und m\u00fcssen die im Rahmen der \u00d6kologisierung gef\u00f6rderten Bewirtschaftungsmethoden erg\u00e4nzen. Die betreffenden Programme m\u00fcssen ehrgeiziger und im Hinblick auf den Umweltschutz effizienter sein (Ausschluss der Doppelfinanzierung).<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Eine effizientere und transparentere GAP<\/b><br \/>Mit den Instrumenten der GAP wird jeder EU-Mitgliedstaat die gemeinsamen Ziele wirksam und flexibel erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Um der Vielfalt der 27 und bald 28 Mitgliedstaaten Rechnung zu tragen,<\/p>\n<ul>\n<li>werden die Mittel zur F\u00f6rderung von Forschung, Innovation und Wissenstransfer verdoppelt;\n<\/li>\n<li>werden die Programme zur Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums besser mit anderen europ\u00e4ischen Fonds koordiniert und das Konzept der Achsen durch ein nationales oder regionales strategisches Konzept ersetzt, das flexibler ist;\n<\/li>\n<li>wird interessierten Mitgliedstaaten eine vereinfachte Beihilferegelung f\u00fcr <b>Kleinlandwirte<\/b> verf\u00fcgbar gemacht;\n<\/li>\n<li>werden alle GAP-Beihilfen ver\u00f6ffentlicht, bis auf sehr niedrige Betr\u00e4ge, die an Kleinlandwirte gezahlt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Elemente der Reform sind ab dem <b>1. Januar 2014<\/b> anwendbar. Nur die neue Struktur der Direktzahlungen (&#8220;\u00f6kologische&#8221; Zahlungen, zus\u00e4tzliche St\u00fctzung f\u00fcr Junglandwirte, usw.) wird erst ab 2015 eingef\u00fchrt, damit die Mitgliedstaaten Zeit haben, die Landwirte \u00fcber die neue GAP zu informieren und ihre elektronischen Verwaltungssysteme anzupassen.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>&#8211; <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-13-621_en.htm\" >MEMO\/13\/621<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Fanny Dabertrand <br \/>Tel.: +32 229-90625<\/p>\n<p>Roger Waite <br \/>Tel.: +32 229-61404<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Europ&auml;ische Parlament, der EU-Ministerrat und die Europ&auml;ische Kommission haben sich &uuml;ber eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) f&uuml;r die Zeit nach 2013 geeinigt. &#8220;Ich<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[139,2317],"class_list":["post-16717","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-councilofeurope","supplier-european-commission"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16717","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16717"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16717\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16717"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=16717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}