{"id":167136,"date":"2025-09-04T07:35:00","date_gmt":"2025-09-04T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=167136"},"modified":"2025-08-29T15:13:27","modified_gmt":"2025-08-29T13:13:27","slug":"carbon2chem-dr-ing-torsten-muller-uber-die-arbeit-im-teilprojekt-koordination-und-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/carbon2chem-dr-ing-torsten-muller-uber-die-arbeit-im-teilprojekt-koordination-und-kommunikation\/","title":{"rendered":"Carbon2Chem: Dr.-Ing. Torsten M\u00fcller \u00fcber die Arbeit im Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2025\/carbon2chem-koordination-kommunikation\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1756104571657\/mueller-torsten.jpg\" alt=\"Dr.-Ing. Torsten M\u00fcller leitet das Carbon2Chem-Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab.\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:318px;height:auto\" title=\"Torsten M\u00fcller\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr.-Ing. Torsten M\u00fcller leitet das Carbon2Chem-Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab. <br>\u00a9 UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;befindet sich auf der Zielgeraden: In der aktuell laufenden dritten und letzten Phase des vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt gef\u00f6rderten Verbundprojektes gilt es, entwickelte Konzepte und Technologien zur Kreislauff\u00fchrung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;sowohl auf die industrielle Anwendung in der Stahlindustrie als auch auf den Transfer in weitere Branchen vorzubereiten. Was das f\u00fcr die Arbeit im Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab bedeutet, haben wir Dr.-Ing. Torsten M\u00fcller gefragt: Im Interview gibt er Einblicke in aktuelle Aufgaben, stellt die wichtigsten Ergebnisse vor und spricht \u00fcber die wirtschaftliche Bedeutung von Carbon Capture and Utilization (CCU).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Aufgaben \u00fcbernimmt das Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab bei Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>Unser Fokus liegt vor allem darauf, die Koordinatoren des Verbundprojektes zu unterst\u00fctzen: Prof. Robert Schl\u00f6gl, Prof.\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/ueber-fraunhofer-umsicht\/leitung\/goerge-deerberg.html\" target=\"_blank\">G\u00f6rge Deerberg<\/a>\u00a0und Dr. Markus Oles. Dar\u00fcber hinaus sind wir die Schnittstelle sowohl nach innen als auch nach au\u00dfen. Das hei\u00dft zum einen: Transparenz innerhalb des Konsortiums, zwischen Konsortium und Gesamtkoordination, zwischen den Teilprojekten und auch zwischen den einzelnen Partnern herstellen. Und zum anderen: unsere Ergebnisse und auch unsere Kompetenzen nach au\u00dfen tragen. Das geschieht zum Beispiel im Rahmen unserer j\u00e4hrlichen\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/messen-veranstaltungen\/2025\/carbon2chem-konferenz.html\" target=\"_blank\">Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie<\/a>\u00a0oder unserer Workshop-Reihe \u00bbEvery day for future\u00ab. Dar\u00fcber hinaus ver\u00f6ffentlichen wir den aktuellen Stand unserer Forschung regelm\u00e4\u00dfig in Themenheften der Fachzeitschrift\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/toc\/15222640\/2024\/96\/9\" target=\"_blank\">CIT \u2013 Chemie Ingenieur Technik<\/a>. Last but not least beziehen wir Stellung zu aktuellen Fragen rund um Carbon Management und Carbon Capture and Utilization (CCU).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hat sich der Fokus mit dem Wechsel in die dritte Phase von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;ver\u00e4ndert?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>Mit Blick auf unsere Arbeit im Teilprojekt \u00bbKoordination und Kommunikation\u00ab im Grunde nicht. Inhaltlich aber haben sich die Schwerpunkte nat\u00fcrlich verschoben: In der zweiten Phase von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0ging es vor allem um die Skalierung und den Transfer der von uns entwickelten CCU-L\u00f6sungen. In der dritten Phase gehen wir das Thema industrielle Umsetzung gezielt an und haben dabei neben der Stahlindustrie auch andere Branchen im Blick \u2013 z.B. die Abfallwirtschaft und die Kalkproduktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf das Teilprojekt \u00fcbertragen hei\u00dft das, dass wir neue Informationen f\u00fcr die Au\u00dfenkommunikation vorbereiten. Dabei spielen nat\u00fcrlich auch die neuen Projektpartner eine gro\u00dfe Rolle, die in der dritten Phase dazugesto\u00dfen sind \u2013 darunter die FernUniversit\u00e4t in Hagen. Diese Partner m\u00fcssen in die internen Abl\u00e4ufe eingebunden werden. Gleichzeitig m\u00fcssen ihre Expertisen und Inhalte auch in die Au\u00dfenkommunikation einflie\u00dfen. Konkret bedeutet das, dass wir in dieser dritten Phase tiefer in den regulatorischen Bereich einsteigen und mit Rechts- und Sozialwissenschaften auch neue Themen rund um die Umsetzung von CCU-L\u00f6sungen dazukommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum spielen Sozialwissenschaften in Phase drei eine gr\u00f6\u00dfere Rolle?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>In den beiden ersten Phasen von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0haben wir festgestellt, dass es eine Riesendiskrepanz gibt zwischen unserem Wissen rund um\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/carbonmanagement.html\" target=\"_blank\">Carbon Management<\/a>\u00a0und CCU und dem, was in der Gesellschaft bekannt ist. Das ist nat\u00fcrlich gerade mit Blick auf die Akzeptanz neuer Technologien zur Kreislauff\u00fchrung von Kohlenstoff nicht ganz unrelevant. Deshalb wird ein Schwerpunkt der Arbeit darauf liegen, Kommunikationsformate zu entwickeln, mit denen wir die Menschen in Bezug auf die industrielle Transformation besser abholen und auch einbinden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was sind denn \u2013 bislang \u2013 die wichtigsten Ergebnisse aus \u00fcber acht Jahren Forschung und Entwicklung? Und wie wurden diese Erkenntnisse nach au\u00dfen kommuniziert?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>Wir haben uns einen Gesamt\u00fcberblick erarbeitet: Wie ordnet sich CCU in das Oberthema Carbon Management ein? Wir haben Methoden und Werkzeugen zur branchen- und standortbezogenen Entwicklung und Bewertung von Konzepten f\u00fcr CCU-Anwendungen entwickelt. Entstanden sind auch Methoden f\u00fcr die systemische Analyse von CCU-Verfahren und -Produkten. Wir haben Eignungsnachweise kommerziell verf\u00fcgbarer Katalysatoren und Prozesse erbracht sowie wichtige Erkenntnisse im Bereich der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und -Aufbereitung gewonnen. Zudem haben wir verschiedene Anlagen in unterschiedlichen Skalierungen gebaut und betrieben. Darunter eine Demonstrationsanlage zur\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/carbonmanagement\/nachhaltige-methanolproduktion.html\" target=\"_blank\">nachhaltigen Methanolproduktion<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Detail vorgestellt haben wir diese Ergebnisse in den bereits erw\u00e4hnten Themenheften. F\u00fcr ein breiteres Zielpublikum haben wir die Ergebnisse in einen interaktiven Thementisch eingespeist. Der war auf verschiedenen Veranstaltungen im Einsatz und bietet die M\u00f6glichkeit, sich dem Ganzen weniger detailliert, aber daf\u00fcr spielerisch zu n\u00e4hern. Wir haben auch verschiedene Videos zu unseren Anlagen gedreht und \u00fcber die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/carbonmanagement\/kohlenstoffkreislauf\/videos.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Internetseite<\/a>&nbsp;zur Verf\u00fcgung gestellt. Auch mit unseren gr\u00f6\u00dferen Konferenzen 2020 und 2024 haben wir umfangreich die erreichten Ergebnisse dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ist ein Teil unserer Forschungsergebnisse in die Wanderausstellung \u00bb<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/power2change-energiewende.de\/\" target=\"_blank\">Power2Change \u2013 Mission Energiewende<\/a>\u00ab eingeflossen. Sie richtet sich an die breite \u00d6ffentlichkeit und geht der Frage nach, wie der Weg in eine klimaneutrale Zukunft aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die nachhaltige Produktion von Methanol steht \u2013 mit Blick auf die Endprodukte \u2013 im Fokus der dritten Phase. Zum Start von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;wurden auch noch andere Prozessrouten untersucht. Was wurde aus ihnen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>In den ersten beiden Phasen von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0gab es Teilprojekte zu h\u00f6heren Alkoholen, Polymeren, Harnstoff undOxymethylenether. Alles haben wir angearbeitet und bewertet, aber aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht weiterverfolgt. Teilweise fehlten die entsprechenden Partner aus der Industrie, teilweise ist eine Umsetzung unter den aktuellen Randbedingungen wirtschaftlich nicht darstellbar.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie stehen denn gerade die Chance auf eine Umsetzung von CCU-Technologien in der Industrie?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:\u00a0<\/strong>Da gibt es verschiedene Ebenen. Zum einen m\u00f6chte man von fossilen Kohlenstoffquellen wegkommen. Und da ist CCU einfach fester Bestandteil eines Carbon Management, in dem Kohlenstoff im Kreislauf gef\u00fchrt wird und fossilen Kohlenstoff ersetzen kann. Auf der anderen Seite funktionieren CCU-Prozesse nur mit zus\u00e4tzlicher erneuerbarer Energie: Der Kohlenstoff muss aus Abgasen abgetrennt und anschlie\u00dfend f\u00fcr weitere Nutzung gereinigt werden. Dar\u00fcber hinaus ist \u2013 zumindest aktuell \u2013 keine CCU-L\u00f6sung regulatorisch anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Carbon Capture and Storage (CCS) hat da ein besseres Standing: Die Kosten f\u00fcr die Reinigung des CO<sub>2<\/sub>&nbsp;fallen auch an, aber es ist im Rahmen des Emissionshandels als Vermeidung der CO<sub>2<\/sub>-Emission anerkannt. Sprich: Wenn ich als Unternehmen mit CO<sub>2<\/sub>-Entstehung nachweisen kann, dass ich das Gas speichere und nicht emittiere, wird das als Emissionsvermeidung angerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Momentan fehlt die wirtschaftliche Grundlage, um aus Unternehmenssicht die Investitionsentscheidung zu treffen, auf CCU zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aber f\u00fcr die Unternehmen, die an einer Kreislauff\u00fchrung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;interessiert sind, hat Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>gezeigt: Die entwickelten Konzepte und Technologien funktionieren!<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Torsten M\u00fcller:<\/strong>\u00a0Ganz genau. G\u00f6rge Deerberg hat es bei unserer Konferenz 2024 gesagt: Das in Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>hergestellte Methanol ist genauso gut wie das, was man in der Flasche kauft. Und ein Teil unserer Arbeiten in Phase drei zielt darauf ab, genau das zu belegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang nutzen wir das nachhaltig produzierte Methanol in erster Linie projektintern: zum Beispiel als CO<sub>2<\/sub>&nbsp;neutraler und emissionsfreier Kraftstoff f\u00fcr das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/carbonmanagement\/kohlenstoffkreislauf\/emethanol-auto.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eMethanol-Auto<\/a>. Jetzt wollen wir auch an anderer Stelle in die Umsetzung gehen und belegen, dass unser Methanol die gleiche Qualit\u00e4t hat wie auf Erdgas basierendes Methanol. Ein erster Schritt ist die Kooperation mit dem Projekt \u00bb<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2025\/carbon2chem-nachhaltiges-methanol.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Power2Polymers<\/a>\u00ab: Dort wird unser Methanol zun\u00e4chst zu Paraformaldehyd und schlie\u00dflich zu neuartigen Polyolen verarbeitet, die wiederum die Basis f\u00fcr Klebstoffe, Beschichtungsmaterialien sowie Schmier- und Dichtstoffe bilden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carbon2Chem\u00ae&nbsp;befindet sich auf der Zielgeraden: In der aktuell laufenden dritten und letzten Phase des vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt gef\u00f6rderten Verbundprojektes gilt es, entwickelte Konzepte und Technologien zur Kreislauff\u00fchrung von CO2&nbsp;sowohl auf die industrielle Anwendung in der Stahlindustrie als auch auf den Transfer in weitere Branchen vorzubereiten. 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