{"id":166719,"date":"2025-08-25T07:35:00","date_gmt":"2025-08-25T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=166719"},"modified":"2025-08-19T16:21:15","modified_gmt":"2025-08-19T14:21:15","slug":"wie-recycling-verpackungen-den-blick-auf-produktqualitat-beeinflussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-recycling-verpackungen-den-blick-auf-produktqualitat-beeinflussen\/","title":{"rendered":"Wie Recycling-Verpackungen den Blick auf Produktqualit\u00e4t beeinflussen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Wie nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualit\u00e4t von Produkten wahr, die recyceltes Material in ihrer Verpackung haben? Das haben Madita Finke, Institut f\u00fcr Lebensmittel- und Ressourcen\u00f6konomik (IRL) der Universit\u00e4t Bonn, Janine Macht und Prof. Dr. Monika Hartmann, IRL und Mitglieder im Transdisziplin\u00e4ren Forschungsbereich (TRA) \u201eSustainable Futures\u201c der Universit\u00e4t Bonn, am Beispiel von Orangensaft untersucht. Ihre Ergebnisse haben sie <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.foodqual.2025.105647\">in dem Wissenschaftsjournal <em>\u201eFood Quality and Preference\u201c<\/em> ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"845\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-1024x845.jpg\" alt=\"Wie beeinflusst der Anteil recycelten Materials in der Verpackung, - wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualit\u00e4t von Orangensaft einsch\u00e4tzen? Das haben Forschende der Universit\u00e4t Bonn untersucht.\" class=\"wp-image-166725\" style=\"aspect-ratio:1.2118343195266272;width:571px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-1024x845.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-300x247.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-150x124.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-768x634.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize-327x270.jpg 327w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/leadimagesize.jpg 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wie beeinflusst der Anteil recycelten Materials in der Verpackung? &#8211; Wie sch\u00e4tzen Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualit\u00e4t von Orangensaft ein? Das haben Forschende der Universit\u00e4t Bonn untersucht. Grafik: Madita Finke<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Um was geht es?<\/h3>\n\n\n\n<p>Recycling ist ein entscheidender Hebel, um von einer Wegwerfwirtschaft zu einer echten Kreislaufwirtschaft zu gelangen, Ressourcen zu schonen, und das Klima zu entlasten. Daher m\u00fcssen Einweg-PET-Flaschen in EU-Mitgliedstaaten ab 2025 mindestens 25 Prozent Rezyklat \u2013 also recyceltes Material \u2013 enthalten. Dieser gesetzlich festgelegte Anteil soll bis 2030 auf mindestens 30 Prozent steigen. Unternehmen k\u00f6nnen den Rezyklatanteil freiwillig auf ihren Produkten kennzeichnen. Unklar ist jedoch, wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualit\u00e4t von Produkten mit Rezyklatanteil in der Verpackung wahrnehmen. Daher haben wir in einer Studie untersucht, wie Konsumentinnen und Konsumenten die Qualit\u00e4t von Orangensaft in PET-Flaschen mit einem 25 Prozent- bzw. 100 Prozent-Rezyklat-Label im Vergleich zu Flaschen ohne Rezyklat-Label bewerten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie sind sie vorgegangen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir haben eine Online-Umfrage mit 1080 deutschen Konsumentinnen und Konsumenten durchgef\u00fchrt. Die Teilnehmenden wurden per Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeordnet. Jede Gruppe sah ein Bild eines fiktiven Orangensafts in einer PET-Flasche: entweder ohne Label, mit einem 25-Prozent-Rezyklat-Label oder mit einem 100-Prozent-Rezyklat-Label. Wir haben im Rahmen einer Mediationsanalyse untersucht, ob das Rezyklat-Label beeinflusst, wie die Testpersonen die Qualit\u00e4t von Orangensaft einsch\u00e4tzen \u2013 indem es bei den Testpersonen Erwartungen zu Nachhaltigkeit, Geschmack und Sicherheit pr\u00e4gt. Mithilfe einer Moderationsanalyse haben wir zudem gepr\u00fcft, ob das Umweltbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflusst, wie stark das Rezyklat-Label die erwartete Nachhaltigkeit des Produkts beeinflusst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist das wichtigest Ergebnis?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Rezyklat-Label auf PET-Flaschen f\u00fcr Orangensaft l\u00f6ste einen sogenannten \u201eHalo-Effekt\u201c aus: Es erh\u00f6ht die erwartete Produktqualit\u00e4t \u2013 vor allem durch eine gesteigerte erwartete Nachhaltigkeit. Je h\u00f6her das Umweltbewusstsein der Testpersonen war, desto st\u00e4rker f\u00e4llt diese Wirkung aus. Neben der erwarteten Nachhaltigkeit tragen auch die Erwartungen in Hinblick auf Geschmack und Sicherheit positiv dazu bei, wie stark ein Rezyklat-Label die erwartete Produktqualit\u00e4t des Orangensaftes verbessert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was war die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zu Rezyklat-Labels liegen bisher nur wenige wissenschaftliche Publikationen vor. Mangels einer etablierten theoretischen Grundlage orientierten wir uns daher an Erkenntnissen aus verwandten Forschungsbereichen, etwa zu anderen Umweltlabeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sind die Ergebnisse auf andere Produkte und Verpackungen \u00fcbertragbar?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn ein Produkt mit einem Nachhaltigkeits-Label gekennzeichnet ist, \u00fcbertr\u00e4gt sich diese positiv wahrgenommene Information h\u00e4ufig auch auf andere Qualit\u00e4tsmerkmale \u2013 ein Effekt, der bereits in verschiedenen Produkt- und Verpackungskontexten nachgewiesen wurde. Auch die Erkenntnis, dass eine Kennzeichnung eines positiv wahrgenommenen Attributs \u2013 wie etwa des Rezyklatanteils \u2013 besonders wirkungsvoll ist, wenn sie \u201e\u00fcber den Mindeststandard hinaus\u201c geht, k\u00f6nnte auf weitere Produktkategorien \u00fcbertragbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss des Rezyklat-Labels auf die Geschmackswahrnehmung d\u00fcrfte bei anderen S\u00e4ften \u00e4hnlich ausfallen, k\u00f6nnte bei geschmacksneutraleren Getr\u00e4nken wie Wasser jedoch geringer sein. Zudem k\u00f6nnte die Wirkung des Rezyklat-Labels bei Premium- oder Markenprodukten im Vergleich zu g\u00fcnstigeren Handelsmarken abgeschw\u00e4cht sein. Hier sind weitere Untersuchungen notwendig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>W<\/strong>as empfehlen Sie Unternehmen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Rezyklatanteil in PET-Flaschen liegt in Deutschland bereits \u00fcber dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwert. Es k\u00f6nnte sich daher lohnen, einen h\u00f6heren Rezyklatanteil aktiv an Verbraucherinnen und Verbraucher zu kommunizieren. Basierend auf den Ergebnissen unserer Studie erscheint es sinnvoll, dass Unternehmen in Deutschland den Rezyklatanteil ihrer PET-Getr\u00e4nkeflaschen transparent ausweisen und diesen m\u00f6glichst \u00fcber den gesetzlichen Mindeststandard hinaus erh\u00f6hen. Dadurch k\u00f6nnten sie ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch eine gesteigerte Wahrnehmung von Nachhaltigkeit und Qualit\u00e4t st\u00e4rken und ihre Marke gegebenenfalls als Vorreiter positionieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Referenz<\/h3>\n\n\n\n<p>Madita Finke, Janine Macht, Monika Hartmann: \u201eBenefit or harm: Consumers&#8217; quality expectation of orange juice in recycled packaging\u201d. <em>Food Quality and Preference, 2025<\/em>. DOI:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.foodqual.2025.105647\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.foodqual.2025.105647<\/a><br>Die Studie wurde als Teil des Transform2Bio-Projektes vom Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Janine Macht, Institut f\u00fcr Lebensmittel- und Ressourcen\u00f6konomik, TRA \u201eSustainable Futures\u201c<br>Universit\u00e4t Bonn<br>Tel. +49 228 73-2139<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:janine.macht@ilr.uni-bonn.de\">janine.macht@ilr.uni-bonn.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualit\u00e4t von Produkten wahr, die recyceltes Material in ihrer Verpackung haben? 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