{"id":166412,"date":"2025-08-15T07:20:00","date_gmt":"2025-08-15T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=166412"},"modified":"2025-08-13T15:57:45","modified_gmt":"2025-08-13T13:57:45","slug":"zukunftsmaterialien-aus-pilzmyzel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zukunftsmaterialien-aus-pilzmyzel\/","title":{"rendered":"Zukunftsmaterialien\u00a0aus Pilzmyzel"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dften Lebewesen der Erde m\u00fcssen essen, aber haben keinen Magen. Sie haben keine eigenen Bl\u00e4tter oder Wurzeln, und trotzdem erobern sie ganze W\u00e4lder. Unsichtbar und lautlos weben sie gigantische Netzwerke im Boden. Pilze und Pflanzen leben in symbiotischer Gemeinschaft. Ein solches&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.waldwissen.net\/assets\/wald\/pilze_flechten\/wsl_mykorrhizapilze_geheime_helfer_im_wald\/Mykorrhizapilze_6-22.pdf\" target=\"_blank\">Mykorrhiza-Netzwerk<\/a>&nbsp;n\u00fctzt Baum wie Pilz gleicherma\u00dfen.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"800\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166414\" style=\"aspect-ratio:1.25;width:600px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px.jpg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px-300x240.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px-150x120.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px-768x614.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/V3-IAP-teaser-gross-1000px-x-800px-338x270.jpg 338w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nachhaltig und biologisch abbaubar: Verpackungen aus Pilzmyzel \u00a9 Fraunhofer IAP \/ Jadwiga Galties<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Pilze geh\u00f6ren zur Gruppe der Destruenten und sind zusammen mit Bakterien und anderen Bodenlebewesen ein essenzieller Teil der Stoffkreisl\u00e4ufe. Sie zersetzen organisches Material wie Holz, tote Tiere und Bl\u00e4tter. Au\u00dferdem spielen Pilze eine Rolle bei der Herstellung von Bier und Brot (Hefe), der Entdeckung von Penicillin (Schimmelpilz) und der Herstellung eines Hepatitis-B-Impfstoffs (Hefe).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Das-verborgene-Reich-unter-der-Erde\">Das verborgene Reich unter der Erde<\/h3>\n\n\n\n<p>Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, sondern bilden ihr ganz eigenes Reich. Rund 120.000 Arten sind bisher bekannt, eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/journals.asm.org\/doi\/10.1128\/microbiolspec.funk-0052-2016\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Studie sch\u00e4tzt<\/a>, dass es weltweit mehrere Millionen Pilzarten gibt. Pilze gibt es in allen Formen, Farben und Gr\u00f6\u00dfen, von mikroskopisch kleinen Hefezellen \u00fcber Schimmelpilzen bis hin zum Dunklen Hallimasch in Oregon. Ausgebreitet auf mehr als 880 Hektar Waldboden gilt der Hallimasch von Oregon als das gr\u00f6\u00dfte bekannte Lebewesen, entdeckt vor ziemlich genau 25 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Pilze k\u00f6nnen t\u00f6ten, andere heilen oder das Bewusstsein ver\u00e4ndern. Speisepilze wie der Champignon machen nur einen Bruchteil davon aus. Was wir im Wald als Pilz erkennen, ist nur der sichtbare Fruchtk\u00f6rper. Der eigentliche Organismus liegt verborgen unter der Erde. Es ist ein feines, verzweigtes Netz aus Pilzf\u00e4den. Dieses Myzel ist das Herzst\u00fcck des Pilzes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Pilzmyzel-als-nachwachsender-Rohstoff\">Pilzmyzel als nachwachsender Rohstoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Genau dieses Pilzmyzel ist ein Hoffnungstr\u00e4ger, wenn es um nachhaltige Rohstoffe geht. Um den Pilz als Rohstoff zu nutzen, muss man ihn kultivieren. Dazu gibt man den Pilz in ein Gef\u00e4\u00df mit N\u00e4hrboden, zum Beispiel S\u00e4gesp\u00e4nen. Und dann macht der Pilz, was er am besten kann: zersetzen. Die Pilzf\u00e4den durchdringen den N\u00e4hrboden, das Pilzmyzel w\u00e4chst und bildet ein stabiles, dreidimensionales Ger\u00fcst.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nach N\u00e4hrboden und Pilzart entstehen Materialien mit anderen Eigenschaften. Manche sind dehnbar und rei\u00dffest, eine gute Lederalternative oder Verpackungsmaterial. Andere sind ultraleicht und erstaunlich stabil, ein gutes Baumaterial. Wieder andere sind essbar und haben eine fleischartige Konsistenz. Es klingt wie eine Schatzkiste im Boden, die nur darauf wartet, ausgegraben zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Die-Rohstoffproduktion-im-Labor\">Die&nbsp;Rohstoffproduktion&nbsp;im Labor<\/h3>\n\n\n\n<p>Das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Projekte\/Materialien-aus-Pilzmyzel.html\" target=\"_blank\">Potenzial von Biomaterialien aus Pilzmyzel erforscht Hannes Hinneburg<\/a> am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam. In seinem Labor wachsen Pilzmyzele in rechteckigen Kisten. Wenn der Pilz das Substrat vollst\u00e4ndig durchzogen hat, zieht Hinneburg die obere Schicht ab. In den H\u00e4nden h\u00e4lt er einen Lappen, der an Leder erinnert. Der restliche Block eignet sich als D\u00e4mmmaterial. Im besten Fall kann man so den gesamten Pilz verwerten, sagt der Forscher.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch sind die im Laborma\u00dfstab hergestellten Materialien teuer. Erst eine Massenproduktion k\u00f6nnte die Kosten senken. Dazu br\u00e4uchte es einen gr\u00f6\u00dferen Absatzmarkt. Zum Beispiel in der Baubranche haben es neue Materialien schwer.<em>&nbsp;<\/em>Das Pilzmaterial sei zwar nachhaltig, aber weder in der Performance noch im Preis \u00fcberlegen, so Hinneburg.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Es-braucht-mehr-Forschung\">Es braucht mehr Forschung<\/h3>\n\n\n\n<p>Deshalb t\u00fcfteln Hinneburg und seine Kollegen weiter. Ein Ziel ist es, das Pilzmyzel wasserfest zu machen, damit es sich bei Regen nicht aufl\u00f6st. Und auch die Zugfestigkeit soll besser werden. Dazu soll bald ein Projekt starten, bei dem Hinneburg mit Gentechnikern zusammenarbeitet. Die Pilzeigenschaften sollen durch Gentechnik optimiert werden. Wenn alles klappt, k\u00f6nnte das Pilzmaterial irgendwann Teil einer echten Kreislaufwirtschaft werden.<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/klima\/wurzelpilze-klima-100.html\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/klima\/wurzelpilze-klima-100.html\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gr\u00f6\u00dften Lebewesen der Erde m\u00fcssen essen, aber haben keinen Magen. Sie haben keine eigenen Bl\u00e4tter oder Wurzeln, und trotzdem erobern sie ganze W\u00e4lder. Unsichtbar und lautlos weben sie gigantische Netzwerke im Boden. Pilze und Pflanzen leben in symbiotischer Gemeinschaft. Ein solches&nbsp;Mykorrhiza-Netzwerk&nbsp;n\u00fctzt Baum wie Pilz gleicherma\u00dfen. Pilze geh\u00f6ren zur Gruppe der Destruenten und sind zusammen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":114,"featured_media":166414,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Pilze bilden ein verzweigtes Netzwerk im Untergrund. Dieses sogenannte Pilzmyzel ist im Zusammenspiel mit speziellen N\u00e4hrb\u00f6den ein Rohstoff mit Zukunft - als Baumaterial, Verpackung oder Leder-Alternative","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608,16753,11841,15606,23484,13184],"supplier":[3903,104,19084],"class_list":["post-166412","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","tag-daemmmaterialien","tag-kreislaufwirtschaft","tag-pilze","tag-pilzmyzel","tag-verpackung","supplier-eidgenoessischen-forschungsanstalt-fuer-wald-schnee-und-landschaft-wsl","supplier-fraunhofer-institut-fuer-angewandte-polymerforschung-iap","supplier-naturalis-natural-history-museum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/114"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=166412"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166412\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/166414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=166412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=166412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=166412"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=166412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}