{"id":166260,"date":"2025-08-08T07:20:00","date_gmt":"2025-08-08T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=166260"},"modified":"2025-08-05T11:29:43","modified_gmt":"2025-08-05T09:29:43","slug":"man-muss-das-design-for-recycling-vorschreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/man-muss-das-design-for-recycling-vorschreiben\/","title":{"rendered":"\u201cMan muss das Design for Recycling vorschreiben\u201d"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>F\u00fcr Dietmar Dieing, Vice President Sales Plast bei Sesotec, sind die bislang in Europa g\u00fcltigen politischen Leitlinien und Anreizsysteme zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft nur St\u00fcckwerk. Sein Konzept f\u00fcr mehr Planungssicherheit: Design for Recycling vorschreiben, denn wenn man keine konkreten Vorgaben macht, wird das Ganze nicht funktionieren. Das Interview ist Teil der vom VDMA initiierten Interviewserie \u201eWay2K 2025\u201c, bei der f\u00fchrende Vertreter aus dem Kunststoffmaschinenbau im Vorfeld der K 2025 aktuelle Trends aus ihrem Bereich beleuchten.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-1024x576.webp\" alt=\"Dietmar Dieing, Vice President Sales Plast bei Sesotec w\u00fcrde Design for Recycling vorschreiben, damit alle Produkte so hergestellt werden m\u00fcssen, dass sie recycelbar sind.\" class=\"wp-image-166262\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-1024x576.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg-400x225.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/08\/sesotek_dietmar-dieing_vp-sales.jpeg.webp 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dietmar Dieing, Vice President Sales Plast bei Sesotec w\u00fcrde Design for Recycling vorschreiben, damit alle Produkte so hergestellt werden m\u00fcssen, dass sie recycelbar sind. \u00a9 K-Zeitung<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herr Dieing, wie l\u00e4sst sich Planungssicherheit in die Kreislaufwirtschaft bringen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Planungssicherheit ist f\u00fcr das Gelingen der Kreislaufwirtschaft von erheblicher Bedeutung. Sie entsteht nur, wenn man verl\u00e4ssliche Stoffstr\u00f6me produziert, standardisierte Rezyklat-Qualit\u00e4t bekommt und stabile gesetzliche Rahmenbedingungen hat. Drei Voraussetzungen, die wir heute noch nicht haben. Es fehlt dabei an Vielem. Wir haben noch nicht die transparenten Daten der Produkte entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette, eine Art Materialpass. Wir haben auch noch nicht die dazu n\u00f6tigen Partnerschaften zwischen den Produzenten, den Recyclern, den Maschinenbauern. Und wir haben noch nicht die Anreize der Politik und die detaillierten Vorgaben. Erst, wenn es das alles gibt, k\u00f6nnen wir auf unseren Sortiermaschinen so sortieren, dass ein Abfallprodukt sp\u00e4ter wieder seinem Ursprungsprodukt entsprechen kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche der genannten Voraussetzungen ist denn am schwierigsten umzusetzen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Schwierigste sind wohl die politischen Leitlinien und Anreizsysteme f\u00fcr Europa. Sie m\u00fcssen sicherstellen, dass alle zu den gleichen Bedingungen arbeiten. Bislang ist das nur St\u00fcckwerk. Ein Beispiel: Wir haben die Vorgabe der EU-Kommission, dass ab 2030 mindestens 30 Prozent Rezyklate aus Post-Consumer-Waste in neuen Produkten eingesetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Quoten k\u00f6nnen zurzeit noch gar nicht erf\u00fcllt werden, weil man gar nicht genau wei\u00df, welche Rezyklat-Qualit\u00e4ten man in welcher Menge am Markt bekommen kann. Wichtig w\u00e4re deshalb eine Vorschrift, dass alle Produkte so hergestellt werden m\u00fcssen, dass sie recycelbar sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Also ein Design for Recycling?<\/h3>\n\n\n\n<p>Genau das. Heute gibt es in vielen Anwendungen noch Verbundmaterialien, die sich nicht sinnvoll in ein Rezyklat verwandeln lassen. Oder man denke im Verpackungsbereich an die Multi-Layer-Folien. Sie bestehen aus mehreren unterschiedlichen Kunststoffen und sind nicht so zu recyceln, dass anschlie\u00dfend wieder hochwertige Folien daraus entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mono-Layer-Folien kann man dagegen sehr gut recyceln, weil man nun ein Polymer hat. Der Stoffstrom, der dann entsteht, f\u00e4ngt an recyclingf\u00e4hig zu sein. Ziel muss es sein, dass wir einen m\u00f6glichst einfachen Stoffstrom bekommen, wo wir sagen k\u00f6nnen, dass alles, was aus diesem Material gemacht wird, auch zu hundert Prozent recycelbar ist. Man muss das Design for Recycling vorschreiben. Wenn man keine konkreten Vorgaben macht, wird das Ganze nicht funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bis wann rechnen Sie denn mit diesen Vorgaben?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich bin mir sehr sicher, dass wir da noch einen langen Weg vor uns haben. Auf kurze Sicht wird sich wohl nichts \u00e4ndern. Schon allein wegen der wirtschaftlichen Lage, mit der wir heute konfrontiert sind und mit dem ausl\u00e4ndischen Wettbewerb, auch im Maschinenbau. Die technologischen M\u00f6glichkeiten sind vorhanden, aber sie sind teuer. Viele Abnehmer sind einfach nicht bereit, Mehrkosten zu \u00fcbernehmen. Am Ende siegt immer der Preis.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welchen Nutzen bringt k\u00fcnstliche Intelligenz im Kunststoffrecycling?<\/h3>\n\n\n\n<p>Da sehe ich einen sehr gro\u00dfen Nutzen. Wir m\u00fcssen im Kunststoffrecycling gro\u00dfe Datenmengen extrem schnell verarbeiten, um Prozesse zu optimieren. Da ist die KI genau richtig. In der Zukunft wird es immer mehr spezielle Anwendungen f\u00fcr die KI geben. Heute k\u00f6nnen wir mit Kameras und Sensoren auf unseren F\u00f6rderb\u00e4ndern in einem Post-Consumer-Waste-Strom erkennen, von welchem Hersteller eine Verpackung ist und aus welchem Material sie besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der KI k\u00f6nnen wir in Zukunft mehr oder weniger sortieren, wie wir wollen. Wir k\u00f6nnen zum Beispiel bei einem Laptop, der \u00fcber das F\u00f6rderband l\u00e4uft, Daten dar\u00fcber aus dem Internet ziehen: Welcher Prozessor ist da drin, welche Bauteile, wie viele seltene Erden? Das wird uns f\u00fcr die Zukunft extreme Vorteile bieten, weil wir schon im ersten Stoffstrom werthaltig sortieren k\u00f6nnen. KI macht die Stoffstr\u00f6me auch sicherer. Heute erleben wir, dass viele Anlagen im Recyclingbereich anfangen zu brennen, weil Lithium-Ionen-Batterien mit durch den Schredder laufen. Das wird mit dem Einsatz von KI nicht mehr passieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist bei Sesotec denn heute schon m\u00f6glich?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir setzen KI heute schon auf unseren Maschinen ein, um Bilder, also Produkte, einzulernen. Diese Produkte werden dann automatisch von jedem Sorter von uns auf der ganzen Welt erkannt. Wir setzen KI aber auch schon in der Sensorik ein und k\u00f6nnen daher mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit bestimmen, ob es sich bei einem Produkt um Polyethylen, Polypropylen oder Polystyrol handelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie wird sich der Kunststoffmaschinenbau in Zukunft behaupten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Maschinenbauer werden sich gut behaupten. Die Innovationskraft ist in Europa nach wie vor sehr hoch. Man denke nur, wie gut die neuen Maschinen schon Recyclingmaterialien verarbeiten k\u00f6nnen. Wenn wir die Recyclingf\u00e4higkeit konsequent mitdenken, k\u00f6nnen wir auch in Zukunft im Wettbewerb die Nase vorn haben \u2013 speziell auch gegen\u00fcber den Wettbewerbern in China.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings haben die Chinesen inzwischen gelernt, auch gute Maschinen zu bauen. Wir m\u00fcssen uns daher auf ein neues Wettbewerbsverhalten aus Asien einstellen. Grunds\u00e4tzlich bin ich f\u00fcr unsere Zukunft aber sehr optimistisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Dietmar Dieing, Vice President Sales Plast bei Sesotec, sind die bislang in Europa g\u00fcltigen politischen Leitlinien und Anreizsysteme zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft nur St\u00fcckwerk. Sein Konzept f\u00fcr mehr Planungssicherheit: Design for Recycling vorschreiben, denn wenn man keine konkreten Vorgaben macht, wird das Ganze nicht funktionieren. 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