{"id":165962,"date":"2025-07-28T07:29:00","date_gmt":"2025-07-28T05:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=165962"},"modified":"2025-07-25T09:41:32","modified_gmt":"2025-07-25T07:41:32","slug":"elektro-wohnmobil-soll-400-km-reichweite-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/elektro-wohnmobil-soll-400-km-reichweite-schaffen\/","title":{"rendered":"Elektro-Wohnmobil soll 400 km Reichweite schaffen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Dethleffs will bis 2028 ein Wohnmobil mit Elektroantrieb und mindestens 400 km Reichweite auf den Markt bringen. Ziel ist es, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, das E-Mobilit\u00e4t, Nachhaltigkeit und Konnektivit\u00e4t in einem Freizeitfahrzeug vereint. Schon 2025 legt der Hersteller mit der Studie E.home Eco los \u2013 ein erster Entwurf, der zeigt, in welche Richtung es gehen k\u00f6nnte. Mit viel Mut zum Experiment und f\u00fcr alle damit verbundenen Herausforderungen wagt sich Dethleffs an ein Projekt, das andere Reisemobilhersteller bislang eher scheuen. Wir zeigen die aktuelle Konzeptstudie E.home Eco, aus der bald das erste serienreife Elektro-Wohnmobil von Dehtleffs werden soll.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-1024x683.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-165947\" style=\"aspect-ratio:1.499267935578331;width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-1024x683.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-300x200.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-150x100.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-768x512.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-1536x1024.webp 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90-400x267.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/90.webp 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Dethleffs<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Materialien f\u00fcr den Aufbau<\/h3>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick unterscheidet sich der E.home Eco kaum von einem normalen Teilintegrierten. Er besitzt ein Ford-Fahrerhaus und einen kastenf\u00f6rmigen, \u00fcberwiegend wei\u00dfen Aufbau mit den \u00fcblichen Folierungen an den Seiten. Doch der zweite Blick offenbart: Hier l\u00e4uft einiges anders, als Camperinnen und Camper es von der Massenware gewohnt sind. Die wei\u00dfen Fl\u00e4chen des E.home Eco sind foliert. Darunter blitzt \u2013 gewagt ins Au\u00dfendesign integriert \u2013 das eigentliche Material des Aufbaus hervor: eine Sandwichwand aus Flachsfasern. Dieses Material, das von der Firma Green Boat urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Yachtbau entwickelt wurde, ist bekannt vom&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.promobil.de\/neuheiten\/greenlander-sherpa-expeditionsmobil-allrad-v1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greenlander Sherpa<\/a>. Die Manufaktur fertigt rund zehn Expeditionsmobile im Jahr und schreibt sich Nachhaltigkeit in der Materialwahl gro\u00df auf die Fahne.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Dethleffs experimentiert nun mit diesem Material, das deutlich bessere CO\u2082-Werte mit sich bringt. Bereits GFK weist im Vergleich zu Aluminium bessere Werte auf, doch der flachsbasierte Faserverbundstoff unterbietet diese laut Dethleffs noch einmal um rund 80 %. F\u00fcr die Isolierung verwendet man im E.home Eco ein Material aus 100 % recycelten PET-Flaschen, was den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck weiter senkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig: Der E.home Eco verzichtet auf die \u00fcblichen gro\u00dfen Seitenspiegel. Stattdessen setzt Dethleffs zur Verbesserung der Aerodynamik auf Kameras, deren Bildschirme links und rechts im Fahrerhaus angebracht sind \u2013 eine Technik, die bisher vor allem in Lkw zum Einsatz kommt. Zur Reduktion des Luftwiderstands tragen zus\u00e4tzlich die hinteren Radl\u00e4ufe bei. Anstelle der \u00fcblichen ausladenden Radk\u00e4sten sorgen integrierte Radblenden f\u00fcr eine geschlossene Optik. Auf Dachaufbauten wie Klimaanlagen, L\u00fcfter und SAT-Anlagen verzichtet Dethleffs ebenfalls \u2013 zugunsten besserer Aerodynamik. Auch die soll helfen, dass das Elektro-Wohnmobil sp\u00e4ter wirklich 400 km Reichweite schafft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Autarkie und Technik<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Dach des E.home Eco wird zur Energiegewinnung genutzt. Mit Solarpanels auf Dach und Heck erreicht Dethleffs eine Nennleistung von bis zu 1.700 W. Den urspr\u00fcnglichen Plan, diese Energie direkt der Fahrzeugbatterie des E-Wohnmobils zuzuf\u00fchren und wieder zu entnehmen, musste das Entwicklerteam im Laufe des Projekts verwerfen. Stattdessen kommen zwei zus\u00e4tzliche Batterien und ein Wechselrichter zum Einsatz, um die gewonnene Energie zu speichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das elektrische Basisfahrzeug und die Solaranlagen weisen bereits den Weg \u2013 hin zu einem vollst\u00e4ndig elektrischen Fahrzeug. Der E.home Eco ist gasfrei und somit im wahrsten Sinne des Wortes voll elektrisch. Partner Truma liefert mit dem E-Thermosystem eine platz- und gewichtssparende L\u00f6sung zum Heizen, K\u00fchlen und L\u00fcften. Gekocht wird auf einem Induktionskochfeld von Thetford, gek\u00fchlt mit einem raumhohen Kompressork\u00fchlschrank. Auch das Warmwasser kommt \u2013 nat\u00fcrlich elektrisch \u2013 von Truma.<a href=\"https:\/\/www.promobil.de\/zubehoer\/solaranlagen-test-solarpanel-camping\/\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.promobil.de\/zubehoer\/solaranlagen-test-solarpanel-camping\/\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Innenraum setzt Dethleffs auf nachhaltige Materialien. F\u00fcr die Wandverkleidung wird Naturwollfilz aus Merinowolle verwendet \u2013 ein Material mit exzellenten schalld\u00e4mmenden Eigenschaften, das zugleich das Raumklima verbessert, indem es Feuchtigkeit aufnimmt. Der Fu\u00dfboden besteht aus Linoleum \u2013 einem vielfach untersch\u00e4tzten Material, das zu 97 % aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen wie Lein\u00f6l und Kork besteht. Es ist langlebig und pflegeleicht \u2013 ideal f\u00fcr den Einsatz im Reisemobil. Nur das Gewicht stellt noch eine Herausforderung dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt Plastikoberfl\u00e4chen und Styropor-gef\u00fcllter M\u00f6belplatten verwendet Dethleffs Holzfurnier und leichtere, nachhaltige Konstruktionsmethoden. Besonders innovativ: die sogenannte Popcornplatte f\u00fcr Tisch und K\u00fcchenarbeitsfl\u00e4che \u2013 hergestellt aus gepopptem Mais und dennoch \u00fcberraschend stabil. Als Ersatz f\u00fcr Styroporkerne kommen Pappwaben zum Einsatz. Wo mehr Stabilit\u00e4t erforderlich ist, greift man auf zertifiziertes Pappelsperrholz zur\u00fcck. Das im Innenraum dominierende Eichenfurnier wird mit Lein\u00f6l versiegelt, um den Einsatz von Lacken zu minimieren. Die gr\u00fcnen Polsterstoffe bestehen aus Schafwolle \u2013 robust, pflegeleicht dank Wollfett und recyclingf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Grundriss<\/strong>: Der Grundriss des E-home Eco ist klassisch mit Einzelbetten im Heck, einem Kompaktbad, einer Halbdinette sowie einer kurzen K\u00fcchenzeile im Eingangsbereich. Besonders am Design ist das viele Holz, das sich auch im Badezimmer in einem Sch\u00fcsselwaschbecken aus Holz niederschl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das rollende Smarthome der Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die Konnektivit\u00e4t spielt im Reisemobil der Zukunft eine zentrale Rolle. Basis ist die hauseigene Plattform&nbsp;<strong>Dethleffs Connect<\/strong>, mit der sich das Fahrzeug bereits heute per Smartphone steuern l\u00e4sst. Zuk\u00fcnftig soll dieses digitale \u00d6kosystem weiter ausgebaut werden \u2013 von Reiseinformationen \u00fcber Servicebenachrichtigungen bis hin zu Lade- und Batteriemanagement.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem&nbsp;<strong>Vehicle-to-X<\/strong>-Ansatz wird das Reisemobil zudem zur mobilen Powerbank \u2013 ein Anwendungsfall, der in der Automobilbranche bereits Realit\u00e4t wird. Auch k\u00fcnftige Versionen des Dethleffs E.home Eco k\u00f6nnten diese Funktion unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, basiert der E.home Eco auf einem vollelektrischen Ford-Chassis (Modelljahr 2023) mit 184 PS, Ein-Gang-Automatik und Heckantrieb. Das Chassis allein wiegt 2.265 kg. Die Ladezeit von 15 % auf 80 % betr\u00e4gt etwa 28 Minuten, die WLTP-Reichweite liegt aktuell bei rund 240 km. Dethleffs will diesen Wert mit dem n\u00e4chsten Konzept deutlich steigern \u2013 das Ziel: 400 km Reichweite. Damit w\u00e4re eine realistische Reisegeschwindigkeit f\u00fcr Wohnmobilisten erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannend: Fast zeitgleich k\u00fcndigt der Stellantis-Konzern an, den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.promobil.de\/neuheiten\/fiat-e-ducato-fuer-wohnmobile-und-campingbusse-startschuss-fuer-elektro-camping\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fiat E-Ducato st\u00e4rker auf die Wohnmobil-Branche<\/a>&nbsp;auszurichten. Der Autohersteller gibt als aktuellen Reichweite-Wert f\u00fcr E-Wohnmobile 320 km an.<\/p>\n\n\n\n<p>Kompromisse wie die schwerere Isolierung und zus\u00e4tzliche Batterien f\u00fchren derzeit noch zu einem Leergewicht von 3.425 kg. Auch diesen Wert m\u00f6chte Dethleffs mit dem n\u00e4chsten Prototyp weiter senken, um den Zielen f\u00fcr 2028 n\u00e4herzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn von CO\u2082-Einsparungen oder dem CO\u2082-Fu\u00dfabdruck die Rede ist, ist in der Regel das CO\u2082-\u00c4quivalent gemeint \u2013 eine Ma\u00dfeinheit, die die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase auf eine gemeinsame Basis stellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Der E.home Eco zeigt eindrucksvoll, wie viel Neugier, Experimentierfreude und Mut in der Entwicklung zuk\u00fcnftiger Reisemobilformen stecken. Dethleffs beweist nicht nur den Willen, neue Wege zu gehen, sondern k\u00fcndigt ganz konkret ein serienreifes Modell in greifbarer Zukunft an. Genau diesen Erfindergeist brauchen wir, wenn E-Wohnmobile tats\u00e4chlich auf die Stra\u00dfe kommen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei spielen die dynamischen Entwicklungen in der Automobilbranche und im Bereich der Energiegewinnung eine zentrale Rolle: Solarpanels werden stetig leichter, effizienter und vielseitiger einsetzbar. Gleichzeitig entwickeln sich Energiespeichertechnologien rasant weiter. Zukunftsweisende Konzepte wie Vehicle-to-X denken Energiefl\u00fcsse erstmals in umgekehrter Richtung \u2013 das Automobil und zuk\u00fcnftig vielleicht auch das Wohnmobil werden zur aktiven Schnittstelle im Energiesystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn all diese Faktoren zusammenwirken, d\u00fcrfen wir uns zeitnah auf echte Fortschritte freuen: auf alltagstaugliche, nachhaltige und technisch ausgereifte Elektro-Reisemobile.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dethleffs will bis 2028 ein Wohnmobil mit Elektroantrieb und mindestens 400 km Reichweite auf den Markt bringen. 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