{"id":165785,"date":"2025-07-22T07:29:00","date_gmt":"2025-07-22T05:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=165785"},"modified":"2025-07-21T16:19:04","modified_gmt":"2025-07-21T14:19:04","slug":"rezyklate-werden-sie-wirklich-verwendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rezyklate-werden-sie-wirklich-verwendet\/","title":{"rendered":"Rezyklate \u2013 werden sie wirklich verwendet?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Recycelte Kunststoffe haben einen geringeren CO\u2082-Wert als das neue oder auch virgin Material. Somit wirken sie sich positiv auf den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck des herzustellenden Produkts aus; das wird ein immer wichtigeres Kriterium. Aber werden sie auch wirklich eingesetzt? Wir haben zwei Auftragsfertiger gefragt, ob Rezyklate bei ihnen eine Rolle spielen und wenn ja, wo die Grenzen liegen.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-1024x576.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-165787\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:650px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-1024x576.webp 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg-400x225.webp 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/07\/Rezyklat_Einsatz_Kreislaufwirtschaft.jpeg.webp 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 831days &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Simona verarbeitet thermoplastische Kunststoffe haupts\u00e4chlich durch Extrusion, Formpressen und Spritzgie\u00dfen. Sie stellen Halbzeuge, Rohre und Formteile vorwiegend f\u00fcr den Chemie- und Anlagenbau, Infrastrukturanwendungen und die Wasseraufbereitung, Aquakultur, Luftfahrt und Mobilit\u00e4t sowie die Bau- und Werbebranche her.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Simona labelt sogar Produkte, die Rezyklat enthalten, mit \u201eEco-Plast IQ recycelt\u201c. \u201eWir sind \u00fcberzeugt, dass wir durch den konsequenten Ausbau des Rezyklateinsatzes einen wesentlichen Beitrag zur L\u00f6sung der globalen Herausforderungen im Kunststoffbereich leisten und eine nachhaltige Transformation unserer Branche aktiv mitgestalten k\u00f6nnen\u201c, sagt Kristina Schl\u00f6der, Sustainability-Beauftragte von Simona.<\/p>\n\n\n\n<p>SK Industriemodell hat sich die Prototypen- und Kleinserienfertigung im Bereich Spritzguss spezialisiert. Die Besonderheit des Unternehmens ist die Kombination aus konventionellen Verfahren und der Additiven Fertigung. \u201ePrint &amp; Inject\u201c beispielsweise sind 3D-gedruckte Spritzgusswerkzeuge. Au\u00dferdem arbeiten sie mit Hybrid Tooling, das Aluminium und 3D-Druck kombiniert. Aber auch mit klassischen Aluminium- und Stahlwerkzeugen arbeitet das Unternehmen. \u201eUnsere Kunden kommen \u00fcberwiegend aus der Automobilindustrie, der Medizintechnik, dem Maschinenbau und aus Forschung und Entwicklung\u201c, sagt Sebastian Krell, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von SK Industriemodell.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gibt es in der Verarbeitung von Rezyklaten Unterschiede zu neuen Kunststoffen?<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c, antwortet Schl\u00f6der. \u201eRezyklate k\u00f6nnen ver\u00e4nderte Eigenschaften haben sowie Inhomogenit\u00e4ten bzw. Unreinheiten aufweisen\u201c, erkl\u00e4rt sie. Das bedeutet, dass oft Prozessparameter angepasst werden. Simona versucht diese Unterschiede durch Materialmodifikationen, Mischungen und Qualit\u00e4tssicherung zu minimieren. Daraus ergibt sich, dass Verarbeiter beim Einsatz von Rezyklaten auf einiges achten m\u00fcssen \u2013 von qualit\u00e4tsrelevanten Aspekten bis zu Faktoren im Prozess.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Simona achten Mitarbeiter besonders auf folgende Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sortenreinheit der Rezyklate, um gleichbleibende Qualit\u00e4t und Verarbeitbarkeit zu gew\u00e4hrleisten<\/li>\n\n\n\n<li>R\u00fcckverfolgbarkeit der Rohstoffherkunft zur Sicherstellung von Transparenz sowie der Materialstr\u00f6me w\u00e4hrend der Verarbeitung<\/li>\n\n\n\n<li>Konsistenz der Materialeigenschaften, um stabile Prozesse und reproduzierbare Produkteigenschaften sicherzustellen<\/li>\n\n\n\n<li>Umfassende Qualit\u00e4tskontrollen, insbesondere im Hinblick auf mechanische, thermische und optische Anforderungen<\/li>\n\n\n\n<li>Anforderungen der Anwendung ber\u00fccksichtigen, wie keine Verwendung in sicherheitskritischen oder stark regulierten Bereichen (z.\u202fB. Druckbeh\u00e4lter, Trinkwasser, Lebensmittel)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was spricht gegen Rezyklate?<\/h3>\n\n\n\n<p>So richtig gegen recycelte Werkstoffe spricht nichts. Aber es gibt Gr\u00fcnde, warum sie f\u00fcr manche Anwendungen nicht verwendet werden, zum Beispiel in der chemischen Industrie oder bei Produkten f\u00fcr den Trinkwasserkontakt, im Lebensmittel- oder medizinischen Bereich. Hier beschr\u00e4nken Gesetze und Richtlinien oder technische Gr\u00fcnde den Einsatz. Wichtiger als der Nachhaltigkeitsaspekt sind hier Materialreinheit, Langzeitbest\u00e4ndigkeit und die erforderlichen Zertifizierungen.<\/p>\n\n\n\n<p>SK Industriemodell setzt keine Rezyklate aus dem eigenen Produktionsprozess ein. Denn, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sebastian Krell, \u201ebei Prototypen und Kleinserien ist der Materialbedarf so gering, dass eine konstante Qualit\u00e4t bei der Wiederverwendung \u2013 etwa von Ang\u00fcssen \u2013 schwer sicherzustellen ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Alternativen gibt es?<\/h3>\n\n\n\n<p>Rezyklate zahlen in den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck des Produktes ein. Nachhaltige Alternativen sind f\u00fcr Unternehmen teilweise notwendig. SK Industriemodell nutzt anstatt der eigenen \u201eAbf\u00e4lle\u201c industriell hergestellte Rezyklat-Granulate, die auf Pre- und Post-Consumer-Waste basieren. \u201eDamit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht\u201c, so Krell. Als Beispiel verweist er auf einen Sichtlagerkasten, den das Unternehmen aus einem Polypropylen hergestellt hat, das zu 99 % aus Post-Consumer-Rezyklat besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Anwendungen, die aus technischen oder regulatorischen Gr\u00fcnden Rezyklate als Werkstoffe ausschlie\u00dfen, verwendet Simona nachhaltige Alternativen auf Basis bio-zirkul\u00e4rer Rohstoffe. Diese werden nach dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/was-ist-massenbilanzierung\">Massenbilanzprinzip<\/a>&nbsp;gefertigt und unter dem Label \u201eEco-Plast IQ bio-circular\u201c gef\u00fchrt. \u201eSo stellen wir sicher, dass auch in anspruchsvollen Bereichen ein Beitrag zur Ressourcenschonung und CO\u2082-Reduktion geleistet werden kann\u201c, sagt Schl\u00f6der.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Planen Sie, den Rezyklat-Einsatz k\u00fcnftig zu erh\u00f6hen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Da sind sich die beiden Unternehmen einig: Ja, definitiv werden sie den Anteil an Rezyklaten in ihren Produktionen erh\u00f6hen. SK Industriemodell arbeitet an einem F\u00f6rderprojekt, das die Reinheit von Kunststoffen im Endprodukt verbessern will. \u201eDas w\u00fcrde es k\u00fcnftig erm\u00f6glichen, auch bei Kleinserien verst\u00e4rkt Rezyklate einzusetzen \u2013 ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Kunststoffverarbeitung\u201c, bekr\u00e4ftigt Krell.<\/p>\n\n\n\n<p>Simona hat laut Schl\u00f6der ambitionierte CO\u2082-Reduktionsziele. Allein daf\u00fcr lohnt es sich, den Rezylat-Einsatz zu erh\u00f6hen. Wichtiger ist jedoch die wachsende Nachfrage ihrer Kunden nach umweltfreundlicheren und ressourcenschonenden L\u00f6sungen. \u201eUnsere Kunden erwarten zunehmend nachhaltigere Materialien \u2013 diesen Anforderungen begegnen wir mit einem zukunftsf\u00e4higen Produktportfolio\u201c, so Schl\u00f6der.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Recycelte Kunststoffe haben einen geringeren CO\u2082-Wert als das neue oder auch virgin Material. 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