{"id":163798,"date":"2025-06-03T07:26:00","date_gmt":"2025-06-03T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=163798"},"modified":"2025-05-28T10:41:44","modified_gmt":"2025-05-28T08:41:44","slug":"flussufer-naturlich-stabilisieren-bis-die-vegetation-den-job-ubernimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flussufer-naturlich-stabilisieren-bis-die-vegetation-den-job-ubernimmt\/","title":{"rendered":"Flussufer nat\u00fcrlich stabilisieren, bis die Vegetation den Job \u00fcbernimmt"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"739\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-1024x739.jpg\" alt=\"Das optimierte Geotextil aus 50 Prozent Hanf und Flachs sowie 50 Prozent PLA. \" class=\"wp-image-163825\" style=\"aspect-ratio:1.3856562922868743;width:310px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-1024x739.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-300x217.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-150x108.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-768x555.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-1536x1109.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-2048x1479.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_13x18-374x270.jpg 374w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das optimierte Geotextil aus 50 Prozent Hanf und Flachs sowie 50 Prozent PLA. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>In den Projekten Bioshoreline I und II entstanden neue Geotextilien aus heimischen, nachwachsenden Rohstoffen, die frisch begr\u00fcnte Ufer in den Anfangsjahren stabilisieren k\u00f6nnen. Ein relevanter biologischer Abbau der Vliese beginnt im dritten Jahr, wenn die Pflanzenwurzeln zunehmend die Aufgabe der Uferbefestigung \u00fcbernehmen. Das von Forschung und Wirtschaft gemeinsam entwickelte Geotextil steht jetzt f\u00fcr den Praxiseinsatz zur Verf\u00fcgung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>An den beiden von 2016 bis 2024 laufenden Projekten Bioshoreline I und II waren das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), der Biokunststoffhersteller FKuR Kunststoff, der Faserhersteller Indorama Ventures Fibers Germany und der Geotextilhersteller BNP Brinkmann beteiligt. Die Bundesanstalt f\u00fcr Wasserbau begleitete die Arbeiten als assoziierter Partner.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat (BMLEH) f\u00f6rderte die Vorhaben \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Die Abschlussberichte stehen unter folgenden Links zur Verf\u00fcgung:\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/projekte.fnr.de\/projektverzeichnis?fkzserie=2220NR012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Bioshoreline I<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/projekte.fnr.de\/index.php?id=18415&amp;fkz=22000815\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Bioshoreline II<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/news\/fnr\/2025\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"739\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-1024x739.jpg\" alt=\"Weidenspreitlagen werden im Wasserbau zunehmend als naturnahe Ufersicherung eingesetzt. Sie bestehen aus Weidenruten, die auf den Uferfl\u00e4chen ausgelegt werden und dort anwurzeln.\" class=\"wp-image-163824\" style=\"aspect-ratio:1.3856562922868743;width:311px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-1024x739.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-300x217.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-150x108.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-768x555.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-1536x1109.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-2048x1479.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Weidenspreitlage_13x18-374x270.jpg 374w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weidenspreitlagen werden im Wasserbau zunehmend als naturnahe Ufersicherung eingesetzt. Sie bestehen aus Weidenruten, die auf den Uferfl\u00e4chen ausgelegt werden und dort anwurzeln. \u00a9 BAW<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Zum Projektbeginn lagen bei der Bundesanstalt f\u00fcr Wasserbau (BAW) bereits Erfahrungen mit Kokosmatten, Schafwoll- und Kunststoffvliesstoffen aus Polypropylen und Polyethylenterephthalat (PET) vor. Kokos- und Wollfasern bauen sich jedoch beim Einsatz unter nassen Bedingungen zu schnell ab, w\u00e4hrend der Kunststoffvliesstoff \u00fcberhaupt nicht biologisch abbaubar ist. Die ersten im Vorhaben Bioshoreline entwickelten Prototypen bestanden dann aus Sisal und aus Fasern aus dem zu 100 Prozent biobasierten Kunststoff Polymilchs\u00e4ure (PLA). Sie befinden sich seit 2020 am Rhein im Versuchseinsatz. Die Auswertungen der ersten Jahre des Freilandversuchs zeigten, dass ein relevanter Abbau wunschgem\u00e4\u00df erst im dritten Jahr, dann jedoch etwas zu schnell auftrat. Au\u00dferdem erschien die Durchwurzelbarkeit in den Anfangsjahren noch verbesserungsf\u00e4hig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge stellte das Bioshoreline-Team optimierte Geotextilien her, die zu 50 Prozent auf Hanf und Flachs sowie zu 50 Prozent auf PLA-Fasern basieren. Diese neuen Prototypen absolvieren nun seit 2023 ihren Praxistest am Rheinufer. Erste Untersuchungen deuten auf vielversprechende Eigenschaften hin. Die optimierten Vliese stehen bereits f\u00fcr Praxisvorhaben zur Verf\u00fcgung: Der Vliesstoffhersteller BNP Brinkmann liefert das \u201eBioshoreline Geotextil\u201c auf Anfrage.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"739\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-739x1024.jpg\" alt=\"Geotextil aus Sisal und PLA unter Weidenspreitlage am Rhein nach zweieinhalb Jahren im Versuchseinsatz. Die Durchwurzelung ist gut erkennbar.\" class=\"wp-image-163826\" style=\"aspect-ratio:0.7216796875;width:213px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-739x1024.jpg 739w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-217x300.jpg 217w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-108x150.jpg 108w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-768x1064.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-1109x1536.jpg 1109w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-1479x2048.jpg 1479w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18-195x270.jpg 195w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/05\/PM_2025-38_Geotextil_und_Wurzeln_13x18.jpg 1535w\" sizes=\"auto, (max-width: 739px) 100vw, 739px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Geotextil aus Sisal und PLA unter Weidenspreitlage am Rhein nach zweieinhalb Jahren im Versuchseinsatz. Die Durchwurzelung ist gut erkennbar. \u00a9 BAW<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wollen die Projektbeteiligten ihre Untersuchungen auch nach Projektende fortsetzen und noch in diesem Jahr und 2030 erneut Proben der Vliese bzw. der Restbestandteile entnehmen und analysieren. Dabei geht es insbesondere auch um das Abbauverhalten der PLA-Fasern. Experimentelle Daten zum PLA-Langzeitabbau im Boden existieren bislang nicht, es ist jedoch bekannt, dass sich der Biokunststoff mittels Hydrolyse und enzymatischem Abbau zersetzt. Die Forschenden gehen deshalb davon aus, dass sich auch die PLA-Fasern der Geotextilien langfristig im Boden abbauen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend entwickelten die Forschenden einen Bodennagel zur Befestigung des Geotextils. Er besteht aus Materialien, die als \u201ebodenabbaubar\u201c zertifiziert sind. Im Vergleich zu Erdn\u00e4geln aus Holz bietet er den wesentlichen Vorteil der Verformbarkeit z.B. zu Haken, was die Praktikabilit\u00e4t verbessert und die Anwendungsm\u00f6glichkeiten erweitert.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der Vliesstoffe fand vor dem Hintergrund der Wasserrahmenrichtlinie der EU statt. Diese fordert auch die \u00f6kologische Aufwertung der Binnenwasserstra\u00dfen. Hierf\u00fcr k\u00f6nnen die an den Ufern typischen Steinsch\u00fcttungen durch naturn\u00e4here Bauweisen ersetzt werden. Die dazu verwendeten Pflanzen ben\u00f6tigen in den ersten Jahren eine Unterst\u00fctzung, bis sie B\u00f6schungen alleine durch ihr Wurzelwerk stabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fnr-struktur-aufgaben-lage\/fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-fnr\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>\u00dcber die FNR<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.\u2009V.<br>Sebastian Kienast<br>Tel.: +49 3843 6930-394<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:s.kienast@fnr.de\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/#\">s.kienast@fnr.de<\/a><\/a>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Projekten Bioshoreline I und II entstanden neue Geotextilien aus heimischen, nachwachsenden Rohstoffen, die frisch begr\u00fcnte Ufer in den Anfangsjahren stabilisieren k\u00f6nnen. 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