{"id":161942,"date":"2025-04-24T07:05:00","date_gmt":"2025-04-24T05:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=161942"},"modified":"2025-04-16T13:06:17","modified_gmt":"2025-04-16T11:06:17","slug":"material-aus-zellulose-konnte-einwegplastik-ersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/material-aus-zellulose-konnte-einwegplastik-ersetzen\/","title":{"rendered":"Material aus Zellulose k\u00f6nnte Einwegplastik ersetzen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Unbedacht in der Natur entsorgtes oder verlorenes Plastik, also Kunststoff auf Basis von Erd\u00f6l, ist Umweltsch\u00fctzern schon l\u00e4nger ein Dorn im Auge. Dieses landet oft im Meer, wo es sich kaum zersetzt. Durch Abrieb entstehende Partikel werden von Fischen und anderen Tieren aufgenommen und landen so als Mikro- bzw. Nanoplastik letztlich auch wieder im Nahrungskreislauf und so auch im menschlichen K\u00f6rper. Dort steht es in Verdacht, Entz\u00fcndungen auszul\u00f6sen oder zu verschlimmern, den oxidativen Stress anzukurbeln und Zellfunktionen negativ zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jamstec.go.jp\/j\/about\/press_release\/20250410\/#c2\">Erfindung der Japanischen Agentur f\u00fcr Meeres- und Geowissenschaften und Technologie<\/a>&nbsp;(JAMSTEC) in Yokosuka k\u00f6nnte hier in Zukunft Besserung bringen. Zwar nicht f\u00fcr das Flaschendeckelproblem, daf\u00fcr aber f\u00fcr viele andere Einwegplastikartikel. Die Forschenden haben es geschafft, einen Ersatz auf Pflanzenbasis zu entwickeln.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ds.at\/RTC-Kw\/c:1200:801:fp:0.500:0.500\/rs:fill:750:0\/plain\/lido-images\/2025\/04\/10\/cc8afe62-856b-40fa-bf49-ca1c1e7d4563.jpeg\" alt=\"\" style=\"aspect-ratio:1.4970059880239521;width:638px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 JAMSTEC\/Noriyuki Isobe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lithium-Bromid bringt Zellulose in Form<\/h3>\n\n\n\n<p>Konkret geht es um die Behandlung von Zellulose \u2013 jenen Molek\u00fclen, die die Zellw\u00e4nde vieler Pflanzen bilden. Daraus lie\u00df sich auch bisher schon kunststoffartiges Material erzeugen, etwa in Form von Cellophan, das etwa f\u00fcr Verpackungen genutzt wird. Aufgrund des verwendeten Koagulants (Flockungsmittel) l\u00e4sst sich Cellophan allerdings nicht versteifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das JAMSTEC-Team rund um Noriyuki Isobe hat nun allerdings herausgefunden, wie man Zellulose doch zu einem Ersatz f\u00fcr konventionellen, festen Kunststoff machen kann. N\u00e4mlich indem man sie mit einer Lithium-Bromid-L\u00f6sung behandelt. Dann kann man auf ein Flockungsmittel verzichten, es reicht einfach, die Zellulose in der gew\u00fcnschten Form trocknen zu lassen. Am Ende entsteht so ein weitgehend durchsichtiges und recht widerstandsf\u00e4higes Material, das sie &#8220;transparent paperboard&#8221; (tPB) getauft haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ds.at\/YRo8ig\/c:1800:1184:fp:0.500:0.500\/rs:fill:750:0\/plain\/lido-images\/2025\/04\/10\/dcc3c9ba-b129-4c5b-8023-0b3331ea2756.jpeg\" alt=\"Das Material beh\u00e4lt nach der Trocknung seine Form und verh\u00e4lt sich \u00e4hnlich wie Plastik.\" style=\"aspect-ratio:1.5212981744421907;width:722px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Material beh\u00e4lt nach der Trocknung seine Form und verh\u00e4lt sich \u00e4hnlich wie Plastik. \u00a9 JAMSTEC\/Noriyuki Isobe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In Experimenten erprobte man etwa, wie gut ein aus diesem &#8220;transparenten Karton&#8221; gefertigter Becher ohne Innenbeschichtung frisch aufgekochtes Wasser halten kann. Das Resultat: l\u00e4nger als drei Stunden bei nur minimalem Fl\u00fcssigkeitsaustritt. Behandelte man einen solchen Becher mit \u2013 ebenfalls aus Pflanzen gewonnenen \u2013 Fetts\u00e4uresalzen, so wurde er komplett wasserdicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schneller Abbau im Meer<\/h3>\n\n\n\n<p>Man testete auch, ob sich das Material im Meer zersetzt. Auch hier gibt es gute Nachrichten. Unter Tiefseebedingungen dauert es 300 Tage, bis sich der Pflanzenkunststoff komplett zersetzt hat. In geringeren Tiefen geht es schneller.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wir haben ein regeneriertes Zellulosematerial entwickelt, das sich nicht nur formen l\u00e4sst, sondern das Potenzial hat, eine nachhaltige Alternative zu konventionellem Plastik zu sein&#8221;, gibt sich Isobe von der Erfindung \u00fcberzeugt. Das Material l\u00e4sst sich sowohl aus frisch gewonnener als auch aus recycleter Zellulose erzeugen. Das Paper zum Projekt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.ads2426\">wurde im Journal&nbsp;<em>Science Advances<\/em><\/a>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unbedacht in der Natur entsorgtes oder verlorenes Plastik, also Kunststoff auf Basis von Erd\u00f6l, ist Umweltsch\u00fctzern schon l\u00e4nger ein Dorn im Auge. Dieses landet oft im Meer, wo es sich kaum zersetzt. Durch Abrieb entstehende Partikel werden von Fischen und anderen Tieren aufgenommen und landen so als Mikro- bzw. 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