{"id":161790,"date":"2025-04-16T07:26:00","date_gmt":"2025-04-16T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=161790"},"modified":"2025-04-15T14:10:00","modified_gmt":"2025-04-15T12:10:00","slug":"forderung-von-zirkularitatsforschung-116-mio-euro-fur-neue-projekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forderung-von-zirkularitatsforschung-116-mio-euro-fur-neue-projekte\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung von Zirkularit\u00e4tsforschung: 11,6 Mio. Euro f\u00fcr neue Projekte"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/logo-vwstiftung-dark.svg\" alt=\"\" class=\"wp-image-161837\" style=\"aspect-ratio:5.188679245283019;width:321px;height:auto\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Das &#8220;System Erde&#8221; st\u00f6\u00dft an seine Belastungsgrenzen \u2013 Prim\u00e4rrohstoffe werden ausgebeutet, Treibhausgasemissionen steigen, Biodiversit\u00e4t schwindet, und der Wasserverbrauch nimmt weiter zu. Ein Ausweg aus dieser Defizit-Spirale? Die Kreislaufwirtschaft oder auch &#8220;Zirkularit\u00e4t&#8221;. Ihr Prinzip: Rohstoffe aus Alt-Produkten zur\u00fcckgewinnen und f\u00fcr neue Produkte nutzen. Das Motto: Reduce, Reuse, Recycle, Recover.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.volkswagenstiftung.de\/de\/foerderung\/foerderangebot\/zirkularitaet-mit-recycelten-und-biogenen-rohstoffen\">F\u00f6rderinitiative &#8220;Zirkularit\u00e4t mit recycelten und biogenen Rohstoffen&#8221;<\/a>&nbsp;unterst\u00fctzt die Stiftung praxisrelevante Forschungsans\u00e4tze, die geschlossene Rohstoff-Produkt-Kreisl\u00e4ufe anstreben. Die Initiative richtet sich vor allem an Forschende aus den Natur- und Technikwissenschaften. Zum Stichtag am 1. M\u00e4rz 2024 gingen 83 F\u00f6rderantr\u00e4ge ein, von denen die Stiftung jetzt neun Projekte bewilligt hat. Drei davon, unter anderem aus&nbsp;<strong>Duisburg-Essen<\/strong>,&nbsp;<strong>W\u00fcrzburg&nbsp;<\/strong>und&nbsp;<strong>Bremen&nbsp;<\/strong>sowie&nbsp;<strong>Freising&nbsp;<\/strong>stellen wir hier exemplarisch vor:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>HotCircularity \u2212 Harnessing thermophilic Archaea for production of biodegradable alternatives to microplastics from biodiesel waste byproducts<\/strong>&nbsp;(Prof. Dr. Bettina Siebers, Dr. Christopher Br\u00e4sen, Universit\u00e4t Duisburg-Essen; Prof. Dr. Oliver Spadiut, Technische Universit\u00e4t Wien, \u00d6sterreich; rd. 1,4 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Landwirtschaft findet sich Mikroplastik in vielen Produkten, beispielsweise als Beschichtung f\u00fcr D\u00fcngemittel und Saatgut, durch die es in die Umwelt gelangt. Ziel dieses Vorhabens ist es, das Mikroplastik in der Beschichtung durch biologisch abbaubare fettartige Stoffe zu ersetzen, sog. Lipide. Voraussetzung daf\u00fcr ist die Produktion von Lipiden im industriellen Ma\u00dfstab. Die Mikroorganismen, die Lipide produzieren, k\u00f6nnen auf billigen Abfallprodukten wie Rohglycerin \u2013 einem Nebenprodukt bei der Biodiesel-Produktion \u2013 wachsen. Im Rahmen ihres Projekts wollen die Forschenden die Mikroorganismen sowie die Rahmenbedingungen f\u00fcr ihr Wachstum so optimieren, dass am Ende eine kosteng\u00fcnstige und effiziente &#8220;Biofabrik&#8221; entsteht, die biologisch abbaubare Lipide produziert, Abf\u00e4lle verwertet und Mikroplastik in der Umwelt reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CloseT \u2212 Closing the recycling process of old used textile products<\/strong>&nbsp;(Dr. Hatice Malatyali, S\u00fcddeutsches Kunststoff-Zentrum (SKZ), W\u00fcrzburg; Prof. Dr. Andreas Hartwig, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen; rd. 1,1 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p>Alte Kleidungsst\u00fccke, die f\u00fcr den Second-Hand-Markt nicht mehr taugen, werden bestenfalls als minderwertige Textilien wie Putzlappen oder Malervlies aufgearbeitet \u2013 oder landen in einer Verbrennungsanlage. Dabei beinhalten sie wertvolle Stoffe wie Polyester, die sich wiederverwenden lassen. Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch ein passendes Verfahren im industriellen Ma\u00dfstab, das sich wirtschaftlich betreiben l\u00e4sst und dessen \u00d6kobilanz positiv ist. Das Forschungsteam m\u00f6chte ein solches Verfahren entwickeln und orientiert sich dabei an einem Recyclingverfahren f\u00fcr Getr\u00e4nkeflaschen aus Kunststoff. Sie wollen gemischte Alttextilfasern mithilfe eines chemischen Recyclingverfahrens in neuwertige Fasern umwandeln und damit den textilen Kreislauf vollst\u00e4ndig schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Closing the loop of complex post-consumer waste of end-of-life vehicles (ELV) to high quality automotive interior applications \u2212 Interior Loop<\/strong>&nbsp;(Dr. Martin Schlummer, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising; Dr. Matthias Brunnermeier, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Bauphysik IBP, Holzkirchen; rd. 1,1 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p>Laut EU-Verordnung m\u00fcssen bis 2030 Kunststoffbauteile in Neufahrzeugen zu 25 Prozent aus recycelten Stoffen bestehen. Autobauer und -zulieferer suchen derzeit nach L\u00f6sungen, um diese Anforderungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Das Forschungsteam m\u00f6chte diese L\u00fccke schlie\u00dfen und dazu auf ein eigens entwickeltes und erprobtes Recyclingverfahren aufbauen, das sehr reine Rezyklate aus Automobil-Schredderr\u00fcckst\u00e4nden generiert, selbst wenn sie stark mit anderen Stoffen vermischt sind. Die recycelten Kunststoffe sollen im Projekt noch einmal optimiert werden. Um im anspruchsvollen Automobilmarkt bestehen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie sehr gute mechanische Eigenschaften bspw. bez\u00fcglich Verformbarkeit und H\u00e4rte aufweisen. Zudem d\u00fcrfen sie keine unangenehmen oder gar gesundheitssch\u00e4dlichen Ausd\u00fcnstungen produzieren, sodass die Automobilindustrie sie im Innenraum von Fahrzeugen problemlos einsetzen kann. Auch dazu wollen die Forschenden geeignete Verfahren und Bewertungsmethoden erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere bewilligte Projekte:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Textile Materials Designed for Circularity (teXirc)&nbsp;<\/strong>(Prof. Dr. Stefan Mecking, Universit\u00e4t Konstanz; Prof. Dr. Michael R. Buchmeiser, Deutsche Institute f\u00fcr Textil- und Faserforschung, Denkendorf; Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg, RWTH Aachen; rd. 1,4 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ADMIRATION \u2212 Accelerated Discovery of Living Fiber-reinforced Mineral Composite Materials for Circular Construction&nbsp;<\/strong>(Prof. Martin Ostermann, Dr. Achim Weber, Universit\u00e4t Stuttgart; Prof. Dr. Wilfried Weber, INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien, Saarbr\u00fccken; rd. 1,4 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Plasma-assisted recycling of glass-fibre reinforced plastics&nbsp;<\/strong>(Dr.-Ing. Diego Gonzalez, Leibniz-Institut f\u00fcr Plasmaforschung und Technologie, Greifswald; Prof. Dr.-Ing. Dieter Bathen, Institut f\u00fcr Energie und Umwelttechnik (IUTA), Duisburg; Prof. Dr.-Ing. Martin Gr\u00e4bner, Technische Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg; rd. 1,4 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MyPro \u2212 A Platform for Sustainable Mycelium Material Production using genetically engineered filamentous Fungi&nbsp;<\/strong>(Dr. Hannes Hinneburg, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP, Potsdam; Dr. Gita Naseri, Max-Planck-Forschungsstelle f\u00fcr die Wissenschaft der Pathogene, Berlin; rd. 1,3 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Utilization options for the mineral residue from phosphorus recovery as a secondary raw material in the building materials industry \u2013 REARRANGE&nbsp;<\/strong>(Prof. Dr.-Ing. David Montag, Prof. Dr. Peter Letmathe, Prof. Dr.-Ing. Anya Vollpracht, RWTH Aachen; rd. 1,4 Mio. Euro)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MagCycleAM \u2212 Resource and Energy Efficient Recycling and Additive Manufacturing of Nd-Fe-B Magnets<\/strong>(Prof. Dr. Ing. Oliver Gutfleisch, Technische Universit\u00e4t Darmstadt; Dr. Iliya Radulov, Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Wertstoffkreisl\u00e4ufe und Ressourcenstrategie IWKS, Hanau; Prof. Dr. Igor Lubomirsky, The Weizmann Institute of Science, Rehovot, Israel; rd. 1,1 Mio. Euro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8220;System Erde&#8221; st\u00f6\u00dft an seine Belastungsgrenzen \u2013 Prim\u00e4rrohstoffe werden ausgebeutet, Treibhausgasemissionen steigen, Biodiversit\u00e4t schwindet, und der Wasserverbrauch nimmt weiter zu. Ein Ausweg aus dieser Defizit-Spirale? Die Kreislaufwirtschaft oder auch &#8220;Zirkularit\u00e4t&#8221;. Ihr Prinzip: Rohstoffe aus Alt-Produkten zur\u00fcckgewinnen und f\u00fcr neue Produkte nutzen. Das Motto: Reduce, Reuse, Recycle, Recover. Mit der&nbsp;F\u00f6rderinitiative &#8220;Zirkularit\u00e4t mit recycelten und biogenen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":161841,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Eine umweltschonende Industrie setzt auf geschlossene Rohstoff-Produkt-Kreisl\u00e4ufe: Ausgediente Produkte kommen nicht auf den M\u00fcll, sondern dienen als Quelle f\u00fcr neue Produkte. Jetzt hat die VolkswagenStiftung neun Projekte in der Zirkularit\u00e4tsforschung bewilligt","footnotes":""},"categories":[5572,17143],"tags":[25971,12988,13082,11841,13453,13159,10453,23490],"supplier":[1879,906,2883,732,678],"class_list":["post-161790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","category-recycling","tag-alttextilien","tag-autobau","tag-bioabbaubarkeit","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-mikroplastik","tag-recycling","tag-rezyklate","supplier-fraunhofer-institut-fuer-fertigungstechnik-und-angewandte-materialforschung-ifam","supplier-sueddeutsches-kunststoff-zentrum-skz","supplier-technische-universitaet-wien","supplier-universitaet-bremen","supplier-universitaet-duisburg-essen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/161841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161790"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=161790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}